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"l^^^^^Vuh^ächmiÄ« «erlruerAbteilung de»WiesbadenerTagblattS: BerlwiV.'.P,ksd.«erEtr.121L. Fernspr.: Amt Lüste» 6202 «.6283. ^m^PmLnmir?rän?^^Ä^^

13 Ausgaben.

Fernruf:

Tugdlatihaus" Nr. 6KSS-S3.

Boa 8 Uhr UiorgenS dl» 7 Uhr abends, außer Gonntagd.

e»-Prk<r für die Zeile: SO Pfg. iüt örtliche Anzeigen im »Arbeitsmarkt" und »Kleiner Anzeiger'

Sonntag» 1. 3ult 1917.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 329. 65. Jahrgang.

Erfolgreiche deutsche Vorstöße im Westen.

Beginnen de Angrrffstätrgkcit der Russen in Ostgalizien.

Der Tagesbericht vom 30. Juni.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 30. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Die Kampf tätigt eit der Artillerie hielt sich bei regnerischer Witterung in mäßrgen Gren­zen. Sie verdichtete sich durch starkes Feuer nur an wenige» Stellen. Nachmittags brach eine englische Kompagnie, begleitet von tressliegend?» Flugzeugen, südöstlich von Armentiöres in »asere Gräben; sie wnrdr im Gegenstoß sofort geworfen. Nachts sind mehrfache feindliche Erkundungen zurückgewiesen wor­den.

Eigene Vorstöße an der Äser und nordwest­lich von St. Quentin brachten mehrere Belgier und Franzosen als Gefangene ein.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Gestern früh wurden von bayrische» Truppen nach wirkungsvoller Fenervorbrreimng ein gewaltsamer Erkundungsvorftoß südöstlich von Corüeny durch­geführt. Die Stoßtrupps drangen in 1200 Meter Breite bis in die hinteren französischen Linien durch und sprengten trotz der Gegenwehr einige Unterstände. Mit einer größeren Zahl von Ge- fangeue« kehrten sie unbelästigt vom Feind in ihre Gräben zurLL

Abends erweiterte« westfälische Regimenter den Erfolg dom Vortage östlich von C e r n y. In über- raschcndem Sturm nahmen sie mehrere s^ind- liche Grabenlinirn südlich des Gehöftes La Bovrells. Die Gefangeuenzahl hat sich bedeutend irhöht.

Gleichzeitig griffen die Franzosen zweimal mit starken Kräften bei Cerny an. Sie wurden im Nah- kampf zurückgeschlagen.

Aus dem Westufer der Maas wurde der Gewinn dom 28. J-uni vergrößert. Am Ostteil der Hohe 304 stürmte ein Poseuer Regiment etwa 500 Meter der französischen Stellung und bemächtigten sich aus Brandenburgern und ans Berlinern bestehende Sturmabteilungen feindlicher' Gräben in dem von Bethincourt auf Esnes streitenden Grunde. Am 28. und 29. Juni sind hier 825 Gefangene zurückgebracht worden. Der Feind leistete hartnäckigen Widerstand, seine blutigen Verluste sind erheblich. Er vergrößerte sie noch durch fruchtlose Gegen- an griffe om Südostrande des Waldes von Avo- ronrt und auf dem Südwesthange der Höhe 304.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Nichts Wesentliches.

Östlicher Kriegsschauplatz.

HeereSftont des Generalseidmarschalls Prinz Leopold von Bayern. J

Auf de» wachsenden Druck der übrigen Entente- möchte hm beginnt die russische Gefechrstätigkeit in Ostgalizien den Eindruck beabsichtigter Angriffe zu machen.

Starkes Zerstorunqsseuer der Rusie» liegt seft gestern ans unseren Stellungen von der Bahn Lemberg-Brody ürs zu de» Höhen südlich von Brzezany. Bei Konvuchy griffen nachts russische Kräfte an, die in unserem Vernichtungsfeuer v e r I u st- reich zurückfluteten. Auch nördlich und nord­westlich von L u ck nahm die russische Feuertätigkcit er- üblich zu.

An der

Front des Generalobersten Erzherzogs Joseph ind bei der

Heeresgruppe des Generaffeldmarschalls v. Mackensen ist die Lage «»verändert.

Mazedonische Front.

Nichts Neues.

Der Erste Generalqnartrrrmerster: Ludendorff.

Der deutsche Kbendbericht vom 30. Juni.

W. T.-B. Berlin, 30. Jun:. abends. (Amtlich. Drahtbe-

richt? Im Westen bei Regen nichts Besondere«.

Im Olten haben nach starkem Fener russische Jnfantrrieangriffe »an der oberen Strypa bis zu« Oftnfer der Slvta-Lipa cinsftetzt. Ter Ansturm int) in «uSernn »-emi ft net zirwmm««.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B» Wien, 30. Juni. (Drahtbericht.) Amtlich ver­lautet dom 30. Juni, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Das in Galizien seit einigen Tagen zunehmende feindliche A r t i l I e r i e f e u e r hat sich gestern mittag in de: Gegend von Brzezany und von Koniuchy zu größter Heftigkeit gesteigert. Wo es die Lage erforderte, ant­wortete unsere Artillerie mit kräftigem Vernichtungsfeuer.

Ein bei Koniuchy angesetzter Jnfanteriean- griff brach in unserem Sperrfeuer zusammen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Feindliche Flieger warfen in der Nähe von Triest mehrere Bomben ab. Auf dem Monte Ortiegara wurden bisher 12 Geschütze eingebracht.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Der Chef des Generalstades.

ver Tauchbootkrieg.

Weitere 36 000 Tonnen und ein englischer Kreuzer versenkt.

Vis. T.-B. Berlin, 30. Juni. (Drahtbericht. Amtlich.)

1. Im Atlantischen Ozean nmrden durch eines unse­rer U-Boote neuerdings 36060 Brutto Registertonnen ver­senkt. Unter den versenkten Schiffen befanden sich die be­waffneten engl tzs che« DampferWe stankest' <3795 Br.-R.-T.) mit Kriegsmaterial,Ortola" (2145 Br.-R.-T.) mit Stückgut,Canito" (6611 Br.-R.-T.),This- lrdliu" (4026 Br.-R.-T.), ferner zwei englische bewaffnete Dampfer, einer von ihnen voll beladen mit Munition, und ein unbekannter Dampfer von etwa 450« Br.-R.-T. Zwei versenkte Segler hatten L l und Tabak geladen.

2. Eines nnserer U-Bovtr hat am 11. Jani im Mittel, m eer einen unbekannten englischen kleinen Kreuzer älteren Typs torpediert. Aufgefundene zertrümmerte Boote trugen am Bug den Buchstaben G.

Der Chef des AdmiralstabS der Marine.

»

Lloyd George über den Unterseebootskrieg.

Sr. Rotterdam, 80. Juni. (Eig. Drahtvericht. zb.) Lloyd Geirge sagte im Verlauf einer Rede über den Ilnterseeboots- krieg u. a. folgendes: Der Sieg ist unter zwer Be­dingungen zu erringen. Die erste ist, daß man der Unterseebcotk-angriffe Meister wird. Die Verluste sind schwer und werden vielleicht eine weitere Ein- s ch r ä n k u n g des Handels nötig machen, vielleicht auch Entbehrungen bringen. Unsere Verluste im Mai und Juni waren schwer, betrugen jedoch Hunderttausende von Tonnen weniger, als die Admiralität erwartet hatte. (Beifall.) Wir fangen an, die Unterseeboote zu packen. (Beifall.) Maßnahmen smd getroffen, um die Unterseeboote in ihrer Tätigkeit zu bindern und sie zu vernichten. (Beifall.) Lloyd George machte eine Pause. Die Zuhörer hatten erwartet, etwas über diese Matzimhmerr zu hören, aber kein Ge> heimnis wurde enthüllt.

Wirkungen der Seesperre.

W. T.-B. Bern, 30. Juni. (Drahtbecicht.) Französischen Berichten zufolge macht sich die Seesper« in dem Hafen von Le Havre sehr bemerkbar. Nur wenige Schiffe liegen im Hofen, und die Hullen stehen ' leer.

W. T.-B. Rotterdam. 30. \ Juni. (Drahtbericht.» Wie die ZeitungStatesman" aus Rewcastle zu berichten weiß übt auch die jetzige Hühs der Frachtrate keine Anziehungskraft mehr auf den neutralen Schiffs, raum culS.

Schwere englische Übergriffe gegen ein schwedisches Schiff.

S. Stockholm, 30. Juni, (zb.) Der schwedische Vizekonsul in Kirkwall sandte einen Bericht über die Torpedierung des schwedischen Dampfers »A s pa n", welcher schwere Über­griffe der englischen Kriegsmarine gegen das schwedische Schiff meldet. Nachdem der Dampfer torpediert war, hielt er sich nrch über Wasser. Die schiffbrüchige Mannschaft wurde dann von englischen Torpsdojägern ausgenommen aber die Engländer verweigerten jede Hilfe bei Bergung des sinkenden Schiffes. Die Mannschaft wurde ,n Kirkwall gelandet und darauf auf der »Aspan" die britische Flagge gebißt. Als das Schiff dann von Torpedojagern in Kiikwall eingeschleppt war, verweigerten die Engländer den schwedischen Seeleuten das Betreten ihres eigenen Schiffes weil sie den Bergelichn nicht sofort ausbezahlt erhielten. Durch Vermittlung des schwedischen Konsuls erhielten die Seeleute endlich die Erlaubnis, das Schis' zu betoecen, landen es aber geplündert, Chronometer, Text inten -nd Vorräte ge­raubt. Trotz der Vorstellung des schwedischen Konsuls leitete der britische Admiemstab keine Untersuchung sin. Von diesem planmäßig durchgeführten Raub sagt oer sch.oeörsche Generalkonsul Berencvsch in seinem Bericht, er werfe einen schwagzM, Schatten auf dje. LütUDjbich ürttchhe. Mariae.

vie Lage im Westen.

Dtc Interpellationen über die letzte Offensive

W. T.-B. Paris, 30. Juni. ^Dcahtbericht.) Die Depu- tiertenkommer nahm die Behrndlung der Inter­pellationen über die militärischen Operationen bei der letzten Offenst,s wieder auf. Präsident Deschanel teilte mit, daß ein Antrag auf Abhaltung einer G e h e i m s i tz 1 : n g ge­stellt worden sei. Die Kammer siimmie für die Gcheim- sitzung. Die öffentliche Sitzung wurde aufgehoben und die Geheimfitzung begann. Mehrere Senatoren aus den Gruppen der Linken und Rechten brachten einen Antrag auf Vereinigung der beiden Kammern zu einer Ge- heimsitzung ein, um ihnen die genaue Übereinstimmung der vorgelegtea Dokumente durch die Gleichzeitigkeit der Vor­legung zu sichern. Sie fordern deshalb eine Abänderung des Artikels 8 der Verfass rngsgesetzeS vom LS. Februar 1875.

Dos belöge,re französische Volk.

W. T.-B. Berlin, 30. Juni. (Drahtbericht.) DieNordd. Allg. Zty." schreibt: .In dem französischen Armeeblatt macht General Petain einen vergeblichen Versuch zur Rettung der zuffaminenbrechenden Stimmung in Frankreich Un­wahr ist Petains Behauptung, der Krieg fei in Berlin ang«- zettelt worden, unwahr ist es. daß Deutschlands Friedens- anqekot nicht ehrlich gewDen sei, haltlos ist es, daß Deutschland Frankreichs Lebensnerv durchschnetden wolle, sinnlos ist «s, daß der denffche Frieden die Sklaverei und Hörigkeit Frankreichs bedeute. Der Erlaß verfolg rein den Zweck Volk und Armee in Unwffienheit zu Lasten, die W a h r- heckt zu verdecken und durch ein neues Mittel das fran­zösische Volk, das seinen Führern Mißtrauen entgegenbringt, zu weiterem Opfern an Gut und Blut zu veranlassen, ver­heimlicht, was jeder Franzose fühlt, daß England der Anstifter de« Kriegs fft, daß Frankreich für England kämpft, daß seine Führer iich England mit Kopf und Kragen verschrieben haben, daß England mit seinen aus Frankreichs 'Boden sichenden Armeen Frankreich in den Krallen hält, daß England allein das Hindernis des Friedens ist. Frank­reich kann jederzeit mit Deutschland Frieden schließen, einen Frieden, der e§ in keiner Weise zu Deutschlands Sklaven stempell, sondern ein fried­liches Nebeneinander der berden Völker van ueusm bringt, so wie es vor den: Krieg bestand. Aber die fran­zösischen Machthaber wiffen genau, daß mit dem Frieden auch die Stunde für sie kommt wo die Rache des von ihnen ins Unglück gestürzten und immer wieder ins Un­glück hineingepreßten französischen Volkes sich mel­den wird. Darum vereiteln sie jeden Frieden.

vir Ereignisse in Griechenland.

Im Kriegszustand mit den Zentralmäohten.

Nr. Amsterdam, 30. Juni. (Eig Dcabtbericht. zb.) Reurer meldet aus Athen: Obgleich der Krieg noch nicht erklärt ist, betrachtet die Regierung sich als im Kriegszustand mit den Zentralmächten, tvas mit der gestern erfolgten Zu- sammensehuuy des liberalen Kabinetts zusammrenhängt. Die Morrnng Post" berichtet aus Athen, daß die griechische Kcmmer für die letzte Juliwoche «Unberufen werde, am den Anschluß Griechenlands an die Entente zu sanktionieren und einen Beschluß über die Verwendung des griechischen Heeres zu fassen.

Rücktritt des griechischen Gesandten in Berlin.

IV. T.-B. Berlin, 30. Juni. (Drabtbericht.) Wie wir

erfahren, hat der hiesige griechische Gesandte Theotvkq bei der neuen Negierung in Athen telegraphisch seinen A b - schied eingereicht und die Geschäfte der Gesandtschaft dem ersten Legationssekretar Polychroniadis übergeben.

Deutsches Reich.

Die Neuorientierung.

Br. Berlin, 30. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die .Deutsche Zeitung' schreibt zum Zusammentritt dcS Reichs­tags: Vor der ersten Sitzung wird der Ältestenrat Be- schloß über das Ärbtitsowgramm fasten, besten wesentlichster Gegenstand einstweilen die neue Kreditvorlage ist. Wenn nicht alles täuscht, ist übrigens von dieser Tagung noch eine besonders wichtige und dringende Tat zu erwarten, die Vermehrung d.e r R e i ch S t a g s w a h I k r c i s e um 30, ettertuen unter Einführung des Proporzes für die neuen Mandate. Der Vizekanzler des Deatschen Reiches hat sich persönlich für diese epochale Aufgabe energisch eingesetzt'mit dem Hinweis, daß der Reichstag keine gute Figur machen werde, wenn er ohne irgend einen positiven Beweis der Neuorientierung wieder anöeinanderginge. gir hat sich dabei in einer Sitzung des BundeSratsrusschusssS für auswärtige Polittk in Gegensatz gestell: zu de- vom andere-: Sette erhobenen Forderung einer sachlichen und weniger eil- ferttgen Behandlung der Neuorieniierungssragen. vielleicht wird ihm sogar eine besondere Freude bereitet durck schleunige Inangriffnahme der mecklenburgischen Bersassungsfrage, die er ebenfalls als ein Ziel, aufs innigste zu wünschen, bezeichnet. Es ist jedenfalls ein schönes Bild, das die Reichsregierung, bezw. ihr zweiter Beamtei', mit solch freundlicher Fürsorge hie das AgitattonsbsdSrftus ge- wHer Parteien bietet. (Es ist nur zu verständlich, dntzjüecdeul