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SswSvag, 80. 1H17,

Die Wirkung des Krieges auf den Geldmarkt.

. . . Sftttw. (zK) Wie d«Germania" schreibt,

, T? '*$ in dem reichsten Straöe der Welt eine

Wrrkmq, ausMÜben. Die großen Rüstungen, genommen, haben den Geldmarkt in ?? ' so AuZ b^nflußch daß in den letzten Tagen Geld nutzt unter 8 bis 6 Prozent zu erhalten war. Ern st a r k e r

"""stürz der sogenannten Freiheitsanleihe konnte nicht ausbleiben.

Wresdaderrrr Tagblatt.

Aus den verbündeten Aasten.

Die Friedensdebalte im österreichischen Abgeordnetenhaus.

W. T.-E. Wien, 29. Juni. (Drahtbericht.) Das Abgeord­netenhaus beendete heute die Verhandlungen über die An­fragen, betreffend Vorbereitung vrn Friedensverhandlungen gemäß der Geschäftsordnung. Im Laufe der Debatte erklärte Mauser (Chriftlich-Soz.), er wünsche nichts sehnlicher, als daß sich bte Katholiken aller Länder zusammenschließen, um den Frreden zu erreichen. Wenn es sich um den Frieden handelt, sind wir bereit, auch mit den Sozialdemokraten zu» famr.i erjnvn Seiten, und alles zu tun, damit unser gutes br-wes Volk wieder in Frieden arbeiten und leben kann. Lebhafter Beifall bei den Ehristl.»Soz.) Die Friedeasbe- strcbnrgen im Hause haben einen mächtigen Hintergrund in unserem edlen Herrn und Kaiser. Aus seinem eigenen Munde horte ich es wieder. Seine Majestät will den jF r reden, sc bald als möglich. Unser Kaiser ist ein Friede, »kaffer. Ich schließe mit den Worten: Mögen die

edlen Wünsche unseres Friedenskaisers bald in Erfüllung gehen. (Lebhafter Beifall ber den Christi.--Soz. und den Deutstkmattorrolen. Redner wird beglückwünsch.) Dem- binski erklärte, auch die Polen ersehnten intensiv den fiteren. Für sie ist der Weltkrieg noch mehr als für alle anderen ein VriEmkrreg. Sie hoffen, daß bei der künftigen (Gestaltung Europas die Tragödie eines solchen Bruderkrieges sich nicht wieder Helen wird. Im eigenen Namen sowie namens seiner Parteigenossen erklärte Redner, daß die Polen stets der Monarchie gegenüber loyal waren und blorben werden. (Beifall bei den Polen.) Der ita^enisöh Abgeordnete Bugatto wünscht, das Abgeordnetenhaus möge den Wunsch ausdrücken, daß bei allen kriegführende Staaten die Über zeugung duichdrnge, daß Österreich-Ungarn keinen Erobe­rungskrieg führt, sondern unter Sicherung seiner territorialen Integrität und Wahrung der Freiheit seiner Handelswcge das baldige Kriegsende erstrÄt. Die deutschen Sozial­demokraten brachten einen Antrcrg ein, wonach die Entschei­dung über Krieg und Frieden in den Wirkungskreis des Relchsrats gehört.

«

W. T-B. Wien, 28. Juni. kHernremha u 8.) Graf P'nrnsri erklärte, aus der Thronrede rvch den ande­ren Kundgebungen der Regierung ergebe sich, daß Österreich- longarn gegemuärtig lediglich einen dauernden Verständi­gungsfrieden «»strebe, und zwar nicht aus Schwäche, sondern aus dem richtig erkannten edlen MenMichkeitsgefühI. Em vollständiger Friede werde nur auf Grund eines all- gemeinen Weltkongresses erfolgen können, von dem auch die Polen erhofften, daß er zur Gründung eines gesun- den Staatsorganismus führen werde, der für die Zukunft eme neue und wertvolle Bürgschaft für einen allgemeinen Frieden bilden werde. Der Stedner schloß: Wir haben immer .an der Überzeugung ftstzehalten, daß wir in dem erhabenen (Träger der österreichischen Krone einen Förderer unserer .'.urchaus legitimen Bestrebungen unb Hoffnungen finden werden. (Beifall.)

ß6 *J; r ^. 122 069 600 M. Davon entfallen auf Rcichs- anlechcstucke 9 182 863 50» M... auf Reichsanleihefchuldbuch- 2 575 054 900 M., auf Reichsschatzanweisunge» l 6d41S2 200 M., zusammen 13 122 »69 609 M. Nicht berück- flchtlgt sind selbstverständlich in dieser Zahl die Anmeldmrgen zum Umtausch älterer Kriegsanleihen in 4Vproz. auslos­bare Tchatzanweisungen.

Deutscher Reich.

Das Endergebnis der 6. Kriegsanleihe.

W.T.-B. Berlin, 29. Juni. (Drahtbericht.) In der heu­tigen Sitzung des Zentralausschusses der ReichSbank bezeich- nete der Vorsitzende, Reichsbankpräsident H a v e n st e i n, die Lage der Reichsbank nach wie vor als befriedigend. Dev Präsident erklärte im Anschluß hieran, daß nunmehr das Endergebnis der Zeichnungen auf die 6. Kriegsanleihe vot- liegt. Cingegangen sind einschließlich der nachträglichen Feld- und Überse ezeichnung:., 7 «63 347 Z-ichnungen

(5. Fortsetzung.) Nachdrück verboten.

Bauencham Sans-souci.

Von Eva Gräfin »,n Baudissin. ^

Wilhelm ließ einen Teller fallen und hielt in naiver Kinder- und Dienstbotenart die Stücke aneinander, als konnten sie dadurch wieder zusammenwachsen. Der Schaden war nicht groß, dies Bauerngeschirr mit den derben Rosen darauf gab's ja jetzt überall Elisabeth Äber fiel ein, daß doch auch sie tn ihrem Geschmack und Willen stark beeinflußt worden war. Ihr Vormund chreßDie Mode". Da wollte sie gegen andere Vor- Wurfe erheben?"

.Ich ziehe mich zurück", sagte die Kanimerherrin gleich nach Tisch.Du sorgst Wohl daftir, daß hier in der Halle nicht so laut gesprochen wird, Lieschen! Das Haus ist ja entsetzlich dünn gebaut."

Sie leuchtete in ihrem roten Taftkleid die Treppe aufwärts unwillkürlich folgten ihr aller Blicke. Sie oQire so etwas Gebietendes, jede Harmlosigkeit Er­stickendes, die Frau Kammerherrin!

JV; °ben verschwunden war. kam es über die Zuruckbleibenden wie ein Gesühl der Befreiung Als At die Ferien an; und der Übermut, ohne ihre strenge Etikette zu sein, knüpfte schnell ein gemein- ?ames Band von emem zum anderen.

^6r Kammerherr Murde daöel erlaDvl, wie er In den

wlltei^GN^- ^^edittiner goß - beide Getränke solltenGift ftir ihn sein! und mit viel mühsam ^Zerdrücktem Gelachter wurde ihm die Tasse wieder

das doch auch trinkt

verteidigte er sich fröhlich ^und behauptete, sein hoher

berselben schweren Krankheit:

«n ^ob^en üppigen Hoflebens mit ewigen guten

Mahlzeiten Md spät«» u ü ,

Bus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Ausgabe neuer Lebensmittelkarten. Die Marken- wustzrbekarte ist mit dem 16. Juli und die Seffenkarte - mrt dem 30. Juli abgelaufen. Die Fortsetzungskarten sollen des- hcckb^ nach der Bekanntmachung des Magistrats im Anzeigeir- teil in der Zeit vom 2. bis 13. Juli ausgegeben werden. Mit der Ausgabe diäser Karten wird gleichzeitig die von neuen Kartoffelmarren verbunden, während die Ausgabe von Karten für Kartoffelzuffatz noch nicht erfolgen kann. Besonders her­vorzuheben ist. daß nunmehr auch für die K a r t o f f e l v e r. teilung das System der festen Kundschaft «angeführt wird, das sich bereits für die Verteilung von Feit, Fleisch. Nährmitteln und Brot in Wiesbaden bestens dQvährt hat. Auf die jetzt zur Ausgabe gelangenden Kactvffelkarten kann m jeder Woche nur die jeweilig festgesetzte Menge bezogen werden; für die Einkellerung im Herbst sind besondere Karten m Aussicht genommen. Wünsche bezüglich bestimmter Sorten von Kartoffeln kann der Magistrat nicht berücksichtigen; auch kann er keine Verantwortung für die Güte der Kartoffeln übernehmen, da er die Kartoffeln nicht selbst einkäust, son­dern vcm der Rerchskartoffelstelle überwiesen erhält. Ebenso sind die Geschäfte wie seither, so auch für die Zukunft, nur Verteiler der durch die Reichskartoffelsielle überwiesenen Kar­toffeln.

Die Preußische Verlustliste Nr. 869 liegt mit der Württembergischen Verlustliste Nr. 576 in der Tagblattschal- terhalle (Auskunftsschalter links) sowie in der Zweigstelle Wtsmarckring 19 zur Eirsichtnahme auf. In der Preußischen Lifte sind enthalten: Liste Nr. 1 der in Kriegsgefangenschaft befindlichen und jetzt in Dänemark untergebrachten preu­ßischen Heeresangehör'gen, Liste Nr. 1 der in Kriegsgefangen- schaft befindlichen und jetzt in Norwegen untergebrachten preußischen HeereZangehörigen und Liste Nr. 13 der au 3 Frankreich zurückgekehrten preußischen Austausch- gefangenen.

Kleine Notizen. Wie bei der letzten Wildgemüse- und PÄzlchrMrung gebeten wurde, werden Fräulein Klein und Fräulein UIsert morgen wiederum eine Lehrwanderführung veranstalten. Treffpunkt Endstation .Unter den Eichen'

8 Uhr nachmittags. Jedermann ist willkommen.

Wiesbadener Vergnügung,-Sühnen uni» Lichtspiele.

* Thaliatheater. Ab heute gelangt die TragödieMen­schen, die den Weg verloren" zur Erstaufführung. Ferner UeTä«! vorgesührt das ScherzspielDie lebenden Bild- faulen und friedliche Bilder aus dem mohammedanischen Gefangenenlager bei Zossen, vom König!. Bild- und Filmamt ausgenommen.

* Die Odeon-Lichtspiele bringen heute das nach einer Novelle vcm Ewers verfaßte FilmdramaDas Polarwunder" sewie das LustspielAuf angenehmes Äußere wird kein Wert gelegt" fcüvie das Beiprogramm.

* Das Kinephon-Theater, Taunusstraße 1, bringt ab heute auf seinem Spielplrn das Schaltspiel von Leo Tolstoi Ter lebende Leichnam", den SchwankDer stehengebliebene Regenschirm" sowie den Trickfilm .8 Uhrl Alles wohl au Bort»".

Morgen-MuZqabe. Erstes Blatt. Skr.

Sieg: 78:10. Platz: 18, 16:10. 4. R. 4000 M. 140»

1. Privatgestüt LeutstettensDodemrr" (Olejnik), 8.

Zlosa". Z.Perus«". Siqg: 26:10. Platz: 16. 14, 19 - 5. R. 3000 M. 320» Meter. 1. Gras Stauffenbe^S rin" (Lüneberger), 2.ApMo". 3.Stumme von P Sieg- 26:10. Platz: 16. 27:1». 6. R. 2500 M. 1600 1. Rittm. E. Liebrechts ,Ldm" (O. Bauer), 2.Rose a Liebesgarten", 3.Eichild". S-eg: 302:10. Platz: 36,21 15 - 7. R. 4000 M. 3000 Meter. 1. S. Schmitts '

River" (Gerteis) 2.Smaragd", 3.MrriuS". Sieg: 90-l Platz- 36, 16:10.

* Crefeld, 29. Juni. 1. R. 4500 M. 1600 M. 1. RydlinghovensEmden" (Rastenberger). 2.Const 3.Trianon". S-eg: 11:10. Platz: 10, 11:10. 2. R. 43,

8200 Meter. 1. H. SellosRvsendaal" (Dyhr), 2.Pr^,

3.Capitano". Srcg: 25:10. Platz: 18, 23:10. 3. R. 4500 1200 Dieter. 1. QT. v. Drandt-Sckmerwitz'Kat .Zimmermann), 2.Garantie". 3.Martha". Sieg: 60:1 Platz' 21, 17, 16:10. 4. R. 6500 M. 3200 Meter. 1. V, ReintjesOzean" (R. Francke), 2.Marokko 2", 3.Meile'" Sieg: 34:10. Platz: 13, 13, 28:10. 5. R. 10 000 : 1400 Meter. 1. M. BalzerSKcmdv" (H. Blume), 2.Fil- dwa". 3.La Presto". Sieg: 52:10. Platz: 23, 79, 45:10.

6, R. 4500 M. 3000 Meter. 1. R. SpiekersGumbinne (Lowicki), 2.Erle", 3.Leopard 2". Sieg: 18:10. Platz 15, 28, 67:10. 7. R. 6000 M. 2400 Meter. 1. Frau FleischmannsWalone" (Sckläfte), 2.Laret", 3.Haeck: Sieg: 68:10. Platz: 26, 17, 29:10.

Handelsteil.

Berliner Börse.

$ Berlin, 29. Juni. (Eig. Drahtbericht.) An der Bör, nahmen die Realisationen in Industriewerten ans den scho-^, ; gestern angegebenen Gründen zunächst ihren Fortgang. Dia damit zusammenhängenden Afcschwächungen hielten sich jedoch in mäßigen Grenzen und als im Verlaule Kauflust für Phönix sich geltend machte und, Russische Eisonbahn- prioritäten und Banken sieh besserten, trat alleiithalbeu eine merkbare Befestigung ein. Die Umsätze hielten sich in sehr bescheidenen Grenzen. Von deutschen Anleihen waren wiederum 3- und 3!4prozentige begehrt. Geld über Ultimo 5 Prozent.

Weinbau und Weinhandel.

* Neun Millionen Mark für Wein brachten die im Laufe | der beiden letzten Halbjahre in Rheinhessen abgehal­tenen 51 Wein Versteigerungen für 1705 Stück, 144 Fuder und 63160 Flaschen Der höchste Preis für die 1200 Liter \ 1915er, und zwar Scharlachberger, erreichte 52 020 M., 1911er 40 960 M. In diesen Versteigerungen wurde ein be­deutender Teil der 1915er Weine zugeschlagen.

Marktberichte.

W. T.-B. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 29. Juni. (Drahtbericht.) Am Saatenmarkt hält der lehafte Begehr für Zwischenflüchte an, doch bleiben die Umsätze infolge der Knappheit an Material sehr beschränkt Das Geschäft in Heu und Stroh ist regelmäßig. Heidekraut teilweise ge­sucht, doch sind die Zufuhren infolge des andauernden Ar­beitermangels gering. Seitens der Molkereigenossenschaften zeigt sich Interesse für Rüben.

Sport und Luftfahrt.

Pferderennen.

* München-Riem, 29. Juni. 1. R. 2700 M. 3600 Meter. I I- Schmitts "Cosima" (Gersters), 2.Salambo", 3.Wörl- boferSieg: I I:10. 2. R. 4000 M. 1400 Meter. 1. Rittm. O. JagersSimonette" (Oejmik), 2.Argile", 3.Laub". Sreg- 32:10. 3. R. 4000 M. 4000 Meter. 1. F. BecherecS Zelter" (Lüneberger), 2.Nicht doch", 3.Arizona KickeU .

»Sie will mich wieder jung machen, deine Tante Sophie! Soll ich mir dieser Torheit wegen nun jede kleine Lebensfreude verkümmern lassen?!"

Unter undeutlichem Mitleidsgemurmel erhielt er ferne Tasse zurück. ' Vergnügt wie ein Schuljunge trank er sie leer. Sie machten sich alle zu Mitschuldigen, es war eine Art Verschwörung gegen die Kammerherrin; aber niemand schien deswegen Gewissensbisse zu emp­finden. Nur Elisabeth natürlich! Die anderen traf keine Verantwortung, wönn Onkel Kuno den Schlag- anfall erleiden sollte, den seine Frau ihm seit den be­rühmten dreißig Jyhren tagtäglich prophezeite. Aber sie als Wrrftn und Verwandte!

»Jetzt sollten Sie aber spazieren gehen", meinte der Sanitatsrat, als Herr von Winterberg io tat, als wenn nun auch er schlafen wollte.

»Darüber dürsten denn doch die Ansichten sehr per- schieden .sein", gab Frau von Pfannwitz in ihrem ur­sprünglichen, scharfen Ton zurück.

Der alte Doktor lächelte und empfahl sich gleichfalls.

Ein, törichter Mensch". sagte die Instituts- vorsiteherln nun auch von ihm.Leute, die durch ein körperliches Gebrechen gebrandmarkt sind) können gar nicht bescheiden genug sein J

. "Aber aber", wehrte Elisabeth,das kann doch nicht dem Ernst sein, Josephine! Wir Gesunden müssen ihnen gegenüber nur doppelte Nachsicht üben"

Das uun durchaus gegen Frau von Pfannwitz' Meinung. Lie sah auch diese Leiden als eine direkte Strafe an.

. »Ich bin doch gewiß nicht besser als er. Josephine seme Patienten haben ihn angebetet, bis er des Leidens wegen seine Praxis aufgeben mußte und ich bin doch mcht ich habe nicht"

Diel Glück ist ja auch dir nicht beschieden worden, A 1 ! 0l X mc ^ Fingerzeig ansehen, Äa «Ä md) r auf dem rechten Wege bist?! Vor- Worts. W a lk a . auf Wiederjeheo. Wje."

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Auf Wiedersehen", wiederholte Elisabech nachdenk, lich. Sie mußte sich erst fassen. Also eine - eine Strafe war chre Glücklosigkeit. Von dem Standpunkt aus hatte sie sie. noch nie betrachtet. Gewiß, sie war ernsam, darin hatte Frau von Pfannwitz recht. Aber es wäre doch möglich es könnte doch sein, daß e» nur an ihr lag, daß doch noch in der Ferne ein Glück

ihrer harrte --Wenn sie selbst erst den mchten Weg

fände! Ob ^osephine wußte, was sie mit ihrem harten Urteil angerichtet hatte? Daß sich die VerurteÜte mehr «o o r r , ait t bch besann und auf den rechten Wes JF^ ev Ehe sie sich nicht ganz, ganz klar über sich selbst war, mußte sie eben in Frau oon Pfannwitz' Augen em Sündenbock bleiben. Trotzdem war ihr das Herz so leicht: merkwürdig, daß schon eine Vorstellung von Gluck, das man sich am Ende selbst verschaffen kann, über alle grauen Gedanken hinwegtragen konnte!

Sie mußte ein paar Schritte in den Park hinaus- machen, trotz der Mittagsglut. Aber die Tannen rochen so harzig, die ganze Luft war davon erfüllt!

Als sie am Küchenfenster vorbeischritt, sah sie drin- nein, sah sie es wirklich? den Kammerherrn am Kuchentlsch sitzen, ganze Schüsseln voll Braten, Gurkensalat und Kartoffeln um sich herum. Und Marie lehnte mit Beschiitzermiene neben ihm und versorgte ihn lachend.

Elisabeths Augen und die des Kammerherrn tauch, ten eine Sekunde ineinander, dann glitten sie anein­ander vorbei.

Elisabeth warf den Kopf in den Nacken und schritt vorüber: dies durfte sie nicht sehen, auf keinen Fall und sie sah es auch nicht!

Erst oben in ihrem Zimmer konnte sie lachen. Auch über Tante Sophie, die so fest schlief, in dem erheben­den Bewußtsein, ihren Mann heute einmal wieder ge- rettet zu haben! DennKalbsmilch war ja Gift ftir Ü* 1 Gorttetzans folaU >'