Verlag Sanggafsc 21
„Sag Hatitymä“.
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13 Ausgaben.
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Samstag, 30. Iuni 1917.
Morgen-Ausgabe
Nr. 327. . 65. Jahrgang.
Wlg«e »esMMll»ewmm n Mi- Ses-Zmes dqq «WS im ue.
ln über 1000, in 2000 und 300 Meter Breite die feindlichen Stellungen gestürmt.
Der Tagesbericht vom 29. Juni^
W.T.-B. Großes Hauptquartier, 29. Juni.
(Amtlich.) .
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
In Flandern war nur in wenigen Abschnitten
die Feuertätigkeit lebhaft. . i{A „ p „
Heftige Kämpfe spreiten sich gestern zwischen La Bassse-Kanal und der Scarpe ab.
In dem seit längerer Zeit von uns als Kampf gelände aufgegebcnen, in den Feind voriprmgenden Raum westlich und südwestlich von Lens wurde enr srühmorqens längs der «traste nah Arc.rS r erbrechender Angriff starker englischer Kräfte zum Luftstotz.
Abends griffen mehrere Tidisiouea Zw'schen Hullnch und Mcricourt und von Fresuotz bis Gavrelle nach Trommelfeuer an.
Bei Hullnch sowie zwischen Loos und der Straße Lens-Lievin wurde der Feind durch Feuer und rm Gegenstoß zurückgetrieben. Westlich von Lens kam na , heftigen Kämpfen mit unseren Borfeldtruppcn em neuer Angriff des Gegners nicht mehr zur Ausführung. Bei Avion scheiterte fern mit besonderem Nachdruck geführter erster Ansturm völlig. Hier -MN er erneut nach Heranziehen von Verstärkungen an. Auch dresn Angriff wurde durch Feuer und rm Gegenstoß zum
E^Zwischen^Fr^e'snoq und Gavrelle nährte der Feind seine anfangs verlustreich rn unserer Artlllerie- wirknng zusammenbrechenden stlirmwell«t dauernd durch Nachschub frischer Kräfte. R-Ä. erbitterte- Rah. kämpfen setzten sich die Engländer zwischen OPPY und der' Windmühle von Gavrelle in unserer vordersten
^Unsere Truppen haben sich v n r t r e f f l i ch g e s ch l a q e n; der Feind hat in der gut zusammenwrrken den Abwehr imd im Kampfe Mann gegen Mann hohe
blutige Verluste erlitten. .
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Am Ehemin-des-Damis hatten bei Fort de Mal maison, südlich von Court econ und Köstlich von Ailles örtliche Vorstöße, östlich von Cerny em größeres Unternehmen westfalischer Regimenter vollen Erfolg. Hier wurde die französische Stellung in über 1000 Meter Breite und ein zah verteidigter Tunnel gestürmt und gegen heftige Gegenangriffe gehalten. Im ganzen sind bei diesen Kanrpfen über 15 0 Gefangene und einige Maschinengewehre e,»gebracht
dem W e st u f e r der M a a s kam ein sorgfältig vorbereiteter Angriff am Westbange der Hohe 304 zur Durchführun-, Nach kurzer Feuervorbereitung nahmen Posensche Regimenter m kramgem Anlauf die fränkische Stellung beiderseits der Straße Malan- court-Esnes in 2000 Meter Brette und 500 Meter Tiefe. Bald einfetzende feindliche Angriffe wurden vor den gewonnenen Limen zuruckgefckstagen.
Heute früh stürmte ein wurttembergrfches Regiment im Walde von A v o n c o u r t cmen 300 Meter breiten Stellnnqsteil der französischen Befestigungen.
Bisher sind an beiden Einbruchsstellen über 550 Gefangene gezWt worden; die Bente steht noch
nicht fest. „
Heeresgruppe Herzog Albrecht. .
Keine besonderen Ereignisic.
Auf Kriegsschauplatz
und an der
mazedomschev Fr »nt ist die Lage unverändert.
Der Erste Generalquartiermerster: Ludcndorff.
Der deutsche Kbe»db«tLcht vom 2Y. Iuni.
W. T.-B. Berlin, 29. Juni, abends. (AmKich. Drcchtbe- acht.) Im Westen keine gröberen Kampfhandlungen.
Im Oste » löste gesteigerte A n gri fssst ätigk eit er russischen Artillerie zwischen Stripa uns dnjestr unsere starke Gegenwirkung ans.
Deutsche Bergettungsmastnahmen gegen Belgien.
\V T-B Brüssel, 29. Zum. (Drahibericht.) Während des ostoftrkanifchcn Feldzuges find betgüchen Truppen bei der Besetzung Taboras auch erne große Anzahl deutscher Krane», Kinder und nicht wehrpflichtige männliche ZlvrtpcrjKueiiin die Hand gefallen. Nachdern diese unglück
lichen Opfer des Krieges, die bereits dre Entbehrungen und Anstreligungeii einer langdauernden Kriegszeit rm ungesunden tropischen Afrika hinter sich hatten, einige Zeck tn Tabnra festgehalten worden waren, yat ste die belgische Regierung, die sie über die ostafrikanische Küste nach Hausz bringen hatte, nach und nach auf dem weiteii befchw-rtichen Wege über den Kongo, der mit großen gesundheitlich-N Gefahren verbunden ist, ohne jede R o ck s ich t auf Alter ur, Gesundheit befördert. Selbst kleine Kinder rm zarteüen Atter, und Frauen, die urm-.ittelbar vor ihrer Niederkunft standen, mußten unter der schlechtesten Behandlung die über zeyn Wochen dauernde Reise durch die Sumvfniedermi^en des Krngo zurücklegen. Biele von diesen haben durch dr Strapazen einen dauernden Schaden dadMgetrage und leiten jetzt noch an tropischen und chronischen Krau!- heiten. Tic schnellste Überführung rn die Hermat o2 c wenigstens in ein neutrales Land wäre daher erne s * ; stündliche Pflicht der Menschlichkeit gewesen. Dieser Pfncht ist aber die belgische Regierung, trotz wrederhRter Auftorde <ung. die die deutsche Regierung an sie gerichtet hat. mchl nachgekcmvlen. Sie hat vielmehr die Gefangenen, von denen ein Teil zunächst in England gelandet worden war nr iwr-
schiedenen I n t e r n i e r u n,g s l ° g e r n ,n Frarckrerch
unterbringen lassen. Unter diesen Umstanden hat stch d-e deutscke Regierung gezwungen gesehen, der belgischen Regre- rr-na unter Stellung einer angeurestenen Frist die ^ep- nahme von zunächst 20 Belgiern aus angesehenen Kolonialkreisen für den Fall der Ni^rfüllung desdeut^n Verlangens cmzndrcchen und, da dre belgische Regierung h e auf eine völlig unbefriedigende Antwort ertttlt hat, des Vergeltunasmaßregel nunmehr auszufuhren.
Die Beschneidung des Einfuhrbedarfs der Neutralen.
V.'. T.-B. London, 20. Juni. (Drahtbecicht.) Me das Reutersche Bureau erfährt, schreiten dre Verhandlungen zwischen der englischen Regierung und den Berermgteli Staaten über dieEinfuhrvonG ute r n, dre bisher au- den Bereiirigten Staaten nach den ticuUalen Land e rn gingeri, fort. Während dre Bereinigten Staaten m der Berga'. genheit nitt den neutralen Ländern uirbeschrmikten Handel trieben ohne Rücklicht aus die letzte Bestimmung der Waren, verlautet jetzt, daß die amerikanische Regierung nunmehr von der englischen Regierung aufgefordert wurde, dre g.eiche Haltung eiuzunehmen, zu der die Alliierten nach deii drei Kriegsjalrren kor en, nämlich, daß dre an Deutschland angrenzenden Länder nur diejenigen Waren empfangen solleii. die für ihren eigenen Gebrauch unbedingt notwendig
* etei U. Rotterdam, 29. Juni, (zb.) „Morning Post" meldet aus Washington: Der Exportausschuß wird die Einricytung von Ausftihrbcwilligungsstelleu einführen und amerikanische Agenten nock- den neutralen Staaten senden, um vorzubeugen, daß AilSstibrarttkel d,n Weg nach den Zentralmachten ftudea.
Nr. Haag. 29. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Das holländische Neue Bureau meldet aus Washington: Das Aussuyr- verbot von Nohrungsmitteln soll, was Skandinavien awbe- trisft, aufgehoben werden, da die skandinavischen Lander ausreichende Garantie:, gegeben haben, daß von den bei ihnen eingesührten Waren nichts nach Deutschland gelangt.
Gfterreichifch-ungarifcher Tagesbericht.
■W.T.-B. Wien, 29. Juni. Amtlich verlautet:
östlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Außer erhöhter Gefechtstätigkeit m Galr- zi en nichts zu melden.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Sütöstlich von Görz und im Plöckenabschnitt war das
feindliche Artillertefeuer lebhafter.
Der Chef des Generalftabes.
Ver amtliche bulgarische Bericht.
bauflächen der Ländereien feststellen, bevor sie von Ge meinden, Gesellschoften und Sen privaten Besitzern besrell werden, während alle übrigen Ländereien Bodenresewe bu den sollen. — Die vorläafige R-gierung hat die Kriegsgerrcht, aufgehoben. Sie ernannte Leutnant Lebdef zum eiusrweit:. gen' Gehilfen des Marinemrnisteriums.
Die Einberufung der Konstituante.
Br. Stockholm, 29. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.s Au- Petersburg wird gemeldet: Die konstituierende Bersammtunk ist auf den 13. Oktober cinberufen worden. Dre Wahter hierzu sind auf Mitte September festgesetzt.
Der Krieg gegen England.
Die Vermehrung des Ackerlandes.
U. Rotterdam, 29. Juni, (zb.) Lord Millner führte :m Oberhaus aus: Die militärischen Behörden haben zwischen 70- und 80 »00 Mann für Landarbeiten hergegeben- Dre Regierung beabsichtigt nicht, das gesamte Wiesengebict Englands unter den Pflug zu bringen. Um die Lebensmrttelvcr- sorgung zu bessern, nw>ß aber ein großer Terl des Landes rn Ackerland verwandelt '.rerden, wenn man die Hafer- und Werzcnerzeugung erweitern will.
Die Baumwollenkrisis.
U. Rotterdam, 29. Juni, (zb.) Die englische Regierung wird zur Behebung der Baumwollerrkrise künftig dre Banm- wollindrstrie unter die kontrollierten Betriebe rechnen.
Die Ereignisse in Griechenland.
Das neue Kabinett Venizelos.
W. T.-B. Paris, 28. Juni. Havas meldet aus Achen, daß Zaimis heute einen Erlaß gegenoezetchnet habe, durch den folgende Minister ernannt werden: Venizelos, Vorschen- der und Krieg; Politis, Äußeres; Repoulis, ^Inneres; Admiral Corrduuiotis, .Marine; Negropontis, Finanzen; Tsirimokcs, Justiz; Papanastafics, Volkswirtschaft; Drugas, öfter tlicher Unterricht; Spiridis, Eisenbahnen und Verkeyr; Eurbirrces, Ernährung.
Venizelos' Arbeit für Eintritt in den Krieg.
-W. T.-B. Bern, 28. Juni. Ein Sonderbericht des „Matin" aus Athen besagt, sofort nach der Einberufung des Parlaments werde Venizelos sein Programm vorlegen, das zweifellos den Vorschlag an Griechenrqnd enthalte, sich den Alliierten an zu sch ließen. Die gegen die Bulgaren kämpfende Armee solle unter dem Oberbefehl des Staates dort bleiben. Zu freiwilligen Vteldungen für die Armee solle ermutigt werden. Aöan habe Anlaß zu der Vermutung, daß Venizelos einen lebhaften Feldzug unternehmen werde, um darzulegen, das Interesse und, die Würde Griechenlands seren unauflöslich mit der Sache der Alliierten ver. knüpft, deshalb müsse Griechenland sie vorbehaltlos unterstützen.
Zurückziehung der Ententetruppen aus den Pelostonneshäfen.
Berlin, 2*. Juni. (Drahtbericht.) Die „B. Z." mÄdct ans Zürich' Nach einer Nachricht der „Darlh Mail" wurden die in den lPelovonnes-Häfen N a u p l r a und Kalamata ausgetchifsten Truppenabteilungen der Alliierten aus die Transportschiffe zurückgebracht. Man schätzt dre griechischen Truppen, die im Peloponnes unter Führung von auWändr- schen Offizieren Widerstand leisten, auf vier Divisionen.
Die Verwaltung Mazedoniens.
W. T.-B'. Saloniki, 29. Juni. (Drahtbericht.) Die Slgerrce Suvas 'meldet: Der Arbeitsminister Argiyropul os bleibt in Saloniki. Die Generalsekretäre der verschredenon Ministerien werden bis zur Ernennung des Generalgouverneurs dre Verwaltung Mazedoniens übernehmen. General Sarr ar., der sich nach Kalambccka begeben hatte, ist nach Saloniki zu- rückgekchrt.
W. T.-B. Sofia, 29. Juni. (Drahtbericht.) Genrral- stoibsbericht vom 28. :Juni. Mazedonische .Front: Sehr schwache Kcmrpstäüigkeit an der ganzen Front. In der Gegend von Mogle na, aus dem rechten War da ruf er, b-ei Altschak-Rate und an der unteren Struma bei Emko; wurden feindliche GrkundungSabteilungen durch unser Feuer Mrückgeschlagen.—R umänis ch e Front: Bei Mahmud'.n und Tülcea vereinzeltes Artillertefeuer.
Rußland.
Die Einsetzung von Ackerbauausschüffen.
Aushebung der Kriegsgerichte.
W T.-B. Petersburg, 28. Juni. (Drahtbericht. Petersburger Teleyrophenagentur.) Der Ackerbauminister hat einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, nach dem alle Ländereien von landw irt'chaftlrchem Wert bis zur Äsung der Agrarfoag« durch tie verfassunggebende Versammlung nn Interesse -StantL zeitweiligen landwirtschaftlichen Ausschüssen zur Beaufsichtigung der Ausnützung unterstellt werden Men. Zu diesem Zrveck werden örtliche Ackerbauausschuffe die A n -
Eine englisch-französische Intervention in Italien.
Br. Wien, 29. Juni. (Eig. Drahtericht. zb.) „Rußkoje Slowo" meldet, daß die Botschafter Rußlands, Errglands und Frankreichs in Rom angewiesen worden seien, euren ge- meiniamen Schritt bei der italienischen Regierung Mi untW. nehmen und ihr Befremden über dre rtauenrfche Polrt.k. nvmentkch in der albanischen Frage, auszudNucken, die unbedingt nur vor einem internationalen Forum entschieden werden könne.
Der Uriegszuftand mit Amerika.
Für die Bewaffnung der neuen Armee.
W T-B. Washington, 28. Juni. Nach dem „Central News- ' macht das Schc tzanft bekannt, daß rnr «
ltcue Freihcitsanleihe ausgegeben werden ;oll. Sekretär Bake- ftrdcrr einen Kredit von 9,5 Millionen --Älar zum Erlauf' tnt Maschinen zur Gewehrfabrikation. Wenn der Betrag nicht sofort zur Verfügung gestellt wurde, wncke die iccbtzeitige Bewoffnvr.g der neuen Armee unmöglich werden.
