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Verlag Lauggafse 21 ]3 HUSCtCtbCtt« „T«g»lat,i,aus" Nr. «sso-rz.

„Tagblatthaus - . ., vUOU^Ctltllw] ” Bon 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonntag»,

x^üer-Halle -«öffnet t>on 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abend».

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„Tagblatthaus" Nr. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonntag»,

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Berliner Abteilung des Wiesbadener T-gblatts: Berlin » P-tsdamer Str.121 K. Fernspr.: Amt Lütz-« 6202 «. 6203. Tagen und Plätzen wird kein. Gewähr übernommen,

Nr. 321. ♦ 65. Jahrgang.

Mittwoch, 27. Juni 1917.

Morgen-Ausgabe.

Hiterreichifch-ungarischer Tagesbericht.

W. j.-B. Wien, 26. Juni. (Drahtbecicht.) Amtlich ver­lautet vom 26. Juni, mittags:

östlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Am 25. Juni haben Kaiserschützrn und Teile des west- galizischrn Jnfanterie-RegimentS Nr. 57 nach gründlicher Borbercitung und mit wirksamer Aetillerirunteestiitzimg die auf dem Grenzrücken südlich des Suganertales noch in Feindeshand verbliebr.rea Stelluagsteile in tapferem zähem Kampfe voll wieder genommen. Alle Gegen­angriffe des Feindes scheiterten an der tapferen Haltung unserer Besatzungen. Bisher wurden hier an 186V Mann an Gefangenen, darunter 44 Offiziere, cingebracht.

Der Chef des Generalstabes.

Der deutsche Abendbericht vom 2b. Juni.

V/. T.-B. Berlin, 26. Juni, abends (Amtlich. Drahtbe­richt.) Bon den Fronten sind keine größeren Kamvf- handlungen gemeldet.

*

Eine bittere englische Kritik.

W. T.-B. Berlin» 25. Juni. Die englische Zeitschrift „Statist" erklärt in einer Kritik der englischen Regierung: Wir müssen unsere Lester daran erinnern, daß wir von un­tätigen reichen und professionellen Persönlichkeiten regier werden, die vom der Kriegführung nicht mehr wissen als kleine Kinder. Selbst jetzt erwartet man von uns Freuden­rufe, weil diese oder jene Anhöhe gestürmt wird. Aber es ist verdächtig, dass man uns so wen'g sagt über, die Opfer, ntü denen wir unsere Gewinne bezahlt baden. Als brave Bürger sollen wir uns jedoch freuen und erklären, dass selbst Wellington es nicht hätte besser machen können. Wir müssen behaupten, daß, wenn wir einen Napoleon gehabt Mitten, w:r uns nach nunmehr drei Jcchren nicbt mit der Säuberung von kleinen Anhöhen in ungemütlicher Nähe von Calais hätten beschäftigen müssen.

Die Ereignisse in Griechenland.

Der „Vormarsch" der Franzosen in Griechenland.

W. T.-B. Amsterdam, 26. Juni. (Drah-bericht,) Die „Times" berichtet aus A t h e n, dass die Fr.mzoien Sonntag­früh die Umgebung des Stadions und des Zappeions und verschiede ne Punkte der Stadt besetzt haben. Auf den Rat Jonnarts soll die vorläufige Regie­rung von Saloniki nach dem Piräus übersiedeln. Eme starke Abteilung Gendarmen verließ am Sonntag Saloniki, um sich nach Athen zu begeben, das sie zusammen mit franzö- M,en Truppen besetzen sollen. In Treveia landeten r-elen einer französischen Abteilung auch Truppen der vor­läufigen Regierung.

„Einschränkung" der Besetzung des Epirus durch Italien?

Kr. Genf, 26. Juni, (zb.) „Progres de Lyon" ermhrt, Italien treroe demnächst die Besetz:ng des Epirus ein- schränken, vm einen Konflikt mit Griechenland zu vermeiden. (Es ist kaum anzanehmen, daß diese „Ein­schränkung" freiwillig erfolgt ist. Die scharfe Note der vcni- zelistischen Regierung in Saloniki dürste das Ihrige getan haben, um den Druck der Verbündeten auf Italien noch zu verstärken.)

Venizelos' Programm.

W. T.-B. London, 26. Juni. (Drahtüericht.) Die „Times" berichtet aus Athen: Sobald das Parlament Zusammentritt, wird Venizelos den Abgeordneten sein Programm vorlegen. Er wird möglicherweise Vorschlägen, daß Griechenland sich den Alliierten anschließen soll, beabsichtigt aber ncht, die Griechen gegen ihren eigenen Wunsch zu moürli- fteren. ______________

Rußland.

Die Auflösung der Duma und des Staatsrats

Kr. Genf, 26. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) „Progrss de Lyon" meldet: Die Auslösung der Duma und des Staatsrats sei bereits am 22. Juni trotz des heftigsten Widerstands Rodziankos beschlossen worden. Ministerpräsident Fürst Lwow verbot aber die. Ab­sendüng dieser Depesche. Die Mandate der Abgeord­neten sind als ungültig erklärt und alle Zahlungen und Kredite der Duma und des Staats rattz gesperrt worden. „Gaulols" erfährt, die Anarchie in Petersburg wäre unbeschreiblich. Die Anarchisten sind vortrefflich bewaffnet und die Regierung wagt nicht einzuschreiten.

Die Bauernünruhen in Rußland.

Berlin, 26. Juni. (Drahtberichi.) Dem „L.-A." wird aus Wien gemeldet: Wie die „Rundschau" beruh­et, wurde über die Stadt I e n i s s e i s k, die an zahl­reichen Punkten in Flammen steht, der Belage­rung s z u st a n d verhängt. In H o m e l besetzten die Bauern alle Grundstücke. In Minsk kommt es unausgesetzt zu heftigenAgrarunruhen. In denEiseubahn- tativnen unweit Kiew liegen 700 000 Pud Getreide, die nicht befördert werden können, loeil die Soldaten es nicht erlauben, daß man Güterwagen benutzt.

Die flauen Zeichnungen ans die Freiheits­anleihe.

W. T.-B. Petersburg, 25. Juni. Die Zeichnungen auf die Freihcitsar.leihe betragen annähernd IV. Milliarden Rubel.

Steuervorschläge des russischen Finanzministers.

W. T.-B. London, 26. Juni. (Drahtbericht.) Nach einer Neutermeldung aus Petersburg unterbreitete der Finanz- minister der vorläufigen Regierung Gesetzentwürfe, vetr. E"- böhung der abgestuften Einkommensteuer, bis auf 30 Prozent der Einkommen, die 400 000 Rubel übersteigen, sowie betr. Einftlhrung einer Kriegsgewinnisteuer von 70 bis 90 Prozent,

»

Japan zur organisatorischen Mitwirkung in Rußland bereit.

tDrabtbericht unseres Kr.-SonderberichrerstatterS.'.

Kr. Genf, 20. Juni, (zb.) Die gesamte französische Presse bc'-bästigt sich mit einem Angebot Japans an Rußland, unter japanischer Beihilfe die Organisation der Demokratie in Rußland sofort durchzuführen und auch das Heer umzu- fujreu. Die sozialistischen Blätter bezweifeln die Annahme des japanischen Angebots, da man dadurch die Extremisten zum größten Widerstand reizen würde.

Oer ttrieg gegen England.

Die skrupellose englische Propaganda gegen Deutschland.

8. Stockholm, 26. Juni. (Eig. Drahtberrcht. zb.) Detektive der Polizei entlarvten laut „Aftonbladed" einen im englischen Dienst stehenden Lockspitzel, den schwedischen Steuermann Wennerholni. der der politi- scheu Polizei die Anzeige erstattet hatte, er habe heim­lich beobachtet, wie angeblich deutsche Svione auf dem englischen Dampfer „Symeurn" eine Höllen- Maschine versteckt hätten. Die von der Staats- anwaltschaft eingeleitete Untersuchung ergab, , daß Wennerholm im Aufträge des englischen Kapitäns diese Anzeige erstattet hatte und daß der englische Kapitän selbst 'die Höllenmaschine an Bord seines Schiffes ver- steckt hatte, um in Schweden Agltationsstoff gegen Deutschland zu jchafsen. Man glaubt, einer ganzen Bande Lockspitzel auf der Spur zu sein.

Der Nrieg gegen Italien.

Neuerliche Friedenskundgebungen in Italien.

(Drahtbericht unseres Ki.-Sonderberichterstatters.)

Ni. Wien, 26. Juni, (zb.) In Mailand, Turin und Rom fanden neuerlich Friedenskundgebungen statt. — Der Ärenzverkehr nach der Schweiz über den Lötschberg und den Simplen hat fast ganz aufgehört.

Oer ttrieg der Türkei.

Die Bündnistreue der Türkei.

W. T.-B. Konstantinopel, 25. Juni. (Meldung der Agentur Milli.) In Besprechung des Artikels Hervss über die Geheimverträge schreibt der „Tanin": Weder das Abstehen von allen Absichten aus Konstantinopel noch die förmliche Versicherung, daß im Irak und in Syrien keinerlei Intrigen mehr gesponnen würden, werden die Türken zu einem Sonderfrieden ge­neigt machen können. Die Türken betrachten Frank- reich und England als ihre schlimmsten Feinde und setzen ihren Stolz darein, wie sie es auch als eine in ihrem Lebensinteresse gelegene Pflicht an- sehen, sie bis zum äußersten zu bekänipfen. Wir sind an der Seite unserer Verbündeten in den Krieg einge­treten und legen folgerecht mit ihnen auch die Waffen nieder. _

Die Stockholmer Sozialisten-ttonferenz.

Thomas und die Aktenstücke der deutschen Mehrheits-Sozialisten.

Br. Kopenhagen, 26. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) „Sozialdemokraten" erklärt, daß der französische

Minister Thomas während seines Stockholmer Besuchs mit der von den deutschen Mehrheitsparteien den: Stockholmer Komitee übergebenen Sammlung von Aktenstücken zur Beleuchtung der Tatsache, _ daß die Partei sür den Frieden seit Kriegsbeginn eingetreten ei, bekannt gemacht wurde. Thomas war der Ansicht, daß auch die französische Sozialistenpartei eine derartige Sammlung vorlegen müsse. Sie habe im Kampf gegen Briands Annexionspolitik große Arbeit ge­leistet und Briands Sturz beruhe gleichfalls auf Ent- hüllungcn der Sozialistenpartei über leine annexwm- tischen Abmachungen mit Rußland.

Oie Neutralen.

Die Wahl Adors zum Nachfolger Hoffmanns

W. T.-B. Bern, 26. Juni. Die Schweizerische Dcpeschen- agentur meldet: Die vereinigte BundesversammliMg wählrc heute mit 168 von 192 gültigen Stimmen zum Bnndesrat an Stelle Hoffmanns den Nationalrat Gustav Ador, den Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Der Neu-Gewählte wurde am 23. Dezember 1845 in Genf geboren. Er studierte dort Jurisprudenz. Er war seit 1874 Großrat, von 1879 bis 1881 Staalsrat und seit 1889 Nationalrat. Seit 1901 ist er Präsident des National­rats.

Die Reform des schweizerischen Bundesrats.

W. T.-B. Bern, 26. Juni. (Drahtbericht. Schweizerische Depeschen agentnr.) Der Bundesrat hat in seiner heutiger Sitzung aus Grund der außer>ordentlichen Vollmachten einer Beschluß gefaßt, durch den bestimmt wird, daß der B u i > desprasident als solcher Vorsteher des politischer Departements ist. Für die Zeit -bis zum -Ende des Jah­res 1917 kann der Bunde-rat auf Grund eines Beschlüsse? einem Mitglied, das nicht Bundespräsident ist, die Leitung des politischen Departements übertragen. Die Handels- abteilung des politischen Departements geht in da? iBolkswirtschastsdepartement über, das durch spätere Verwal­tungsmaßnahmen so gut wie möglich entlastet werden soll. Dieser Beschluß tritt heute in Kraft. Nach der Wahl Adors zum Mitglied des Bundesrats schritt der Bundesrat in der gleichen Sitzung sofort zur Neusormierung de? Departements. Da Bundesrat Schultheß, der Bundes- präsident, auch während des Präsidialjchres im Einverständ­nis mit seinem Kollegen die Leitung des VolkswirtffchaftS- departements beizubehalien wünscht, wurde der neugewählte Ador mit der Leitung des politischen Departements beauf­tragt. Auf Grund des gefaßten Beschlusses geht jedoch dieses Departement mit Beginn des nächsten JahreS an den Bundes­präsidenten über. i

Die offizielle Entschuldigung der Schweiz wegen der Genfer Vorfälle.

— Berlin, 26. Juni, (zb.) Gestern abend empfing der deutsche Gesandte in Bern, Bacon Remberg, wie die „Voss. Ztg." meldet, den Besuch des Ministers Dumaut, der im Auf­trag der schweizerischen Regierung das tiefste Bedauern über die Genfer Zwischenfälle aussprach and zugleich eine strenge Ahndung der gegen Deutschland verübten Be­leidigungen in Aussicht stellte Der deutsche Gesandte nahm von den Erklärungen des Ministers Notiz.

Aushebung der verfassungsmäßigen Garantien in Spanien.

W. T.-B. Madrid, 26.' Juni. Das Reutersche Bureau meldet: Der Ministerrat hat Montagabend die Aufhebung der vei fassungsmäßigen Garantien beschlossen.

Am den verbündeten btaaten.

Die Programmrrde des neuen österreichischen Ministerpräsidenten.

W.T.-B. Wien, 26. Juni. (Drahtbecicht.) Ministers,räch dent Dr. Richard v. Seidler stellte das new Kabinett im Abgeordnetenhaus vor. Er bezeichnete als Aufgavr der Regierung die Erledigung des Badgetpcovisoriums, die Mantatsverlangerung, die DelegationSwahlen ^ und die Kricgsgewinnste: er, und sagte u. er.: ES handelt sich um Volks- und Staats Notwendigkeiten, deren rechtzeitige Erledigung jeden: Staatsbürger, welcher poli­tischen Richtung er immer angehört, am Herzen lregt. Die Regierung wird die lauferrden Verwaltungsgeschäfte im Geiste strenger Uuparteillchreit fortsühreu und sich die eifrigste Für­sorge die die in den schweren Bedrängarffeu 2 er Kriegszeit in einer wahrhaft bewunderungsweetea Standhaftigkeit aus­harrenden Bevölkerung angelegen sein lassen, wobei sie namentlich die Volksernährung und der damit zusammen­hängenden Fragen einschließlich der Kohlende csargung ihre ganze Aufmerksamkeit zuwenden wird, und zwar sowohl der Förderung der Erzeugung als auch der gerechten Vertülung der Vorräte. (Beifall.) " Das gegenwärtige Kabinett trägt einen vorläufiger Charakter. Seine Amtsführung soll die Fortsetzung einer bereits cingele'teten Aktion sei», die auf die Schaffung der politischen Voraussetzung für eine weiter ausgreifeade Tätig keit der Volks wart r etn ng