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'?^'w?»"-M7ramÄu^^^ Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W., Potsdamer Str.121L. Fer»sPr.:Amt Lütz»w620 u. . -ge» und Platzen wird Inner r »«
Samstag» 23. Juni 1917.
Morgen-klusgabe.
Nr. 314. . 65. Jahrgang.
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Erfolgreicher vorstoh an der Airne.
Der deutsche Kbendbericht vom 22. Juni.
■ W. T.-B. Berlin, 22. Juni, abends. (Amtlich. Draht- bericht.) Im Westen bei Regrnfällen nur geringe Feuertätigkeit. Erfolgreicher Lorstost südlich Filuine, nördlich der Aisne.
Aus Furcht vor den U-Booten.
W. T.-B. Madrid, 22. Juni. (Drahtbericht.) Der Mitte Juni in Coruna aus Havanna eingetroffen« frcmMrfche Dampfer „Benez u n a" der Campagne Generale Tran.-- atlantique brachte nur 8 Fahrgäste mit. 200 waren «»gemeldet, aber 192 weigerten sich in letzter Stunde, mitzufad- rem aus Furcht vor der U-Wootsgefahr. Während der letzten fünf Nächte mutzten Besatzung und Fahrgäste entkleioet neben den Rettungsbooten schlafen.
Oer Tauchbootkrieg.
Die anhaltend ernsten Verluste der englischen Schiffahrt.
Rußland.
W. T.-B. Bern, 22. Juni. (Drahtbericht.) B a t h u r st ! versicherte in einer Aufstellung für eine sparsame
verpcyerre rn einer reune«»»»» i« 1 - .Ir oJ—• t Lebensmittelwirtschaft in Choltenham am 1b. >mnr: ^Deutschland kann uns nicht aushungern. Daran
Der Rücktritt de; Kobinetts Llam-Martinitz.
Aus dem österreichischen Abgeordnetenhaus.
W. T.-B. Wien, 22. Juni. (Drahtbericht.) In der
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schloß er aber die folgenden Ausführungen: Man solle nicht in die Fehler verhallen. anzunehmen, daß die Tätigkeit der Tauchboote abnehme. Letztere suchten sich jetzt die Schiffe von g r ö ß c r e m Raumgehalt aus, was in der amtlichen Statistik der Verluste nicht zum Ausdruck komme. Wiewohl die Handelsschiffe jetzt fast lfl J - alle bewaffnet seien und häufig - imstande seien, ine IZ | Tauchbootsangriffe abzuwehren, seien die Verluste an- m haltend ernst und es sei keineswegs unwahrscheinlich, daß der Juni eine schlimmere Zahl auswersen werde als der Mai. Wenn England den Krieg gewinnen wolle, seien drei Dinge nötig: Eine vergrößerte Er- zeugung und ein verminderter Verbrauch von Lebensmitteln, vor allem aber ein sparsames Haushalten. Der Redner führte weiter aus: Dir von der Admiralität zu- gestandene Bevorzugung der Getreideverschifsungen erreiche demnächst ihr Ende. Selbst Speziatschiffe für den Transport von Gefrierfleisch wären letzthin für den Getreidetransport herangezogen worden, was, beiläuftS bemerkt, einer der Gründe für die hohen Rindfleisch- preise sei. Die Regierung kaufte während der letzten Wochen Weizen und Zucker zu höheren Preisen, als wie sie im Kleinhandel daftir verlangt wurden. Eine Besserung des Zuckermarktes lei nicht zu erwar- ten Vor zwei Monaten seien innerhalb zehn Tagen 40000 Tonnen Zucker versenkt worden. Bathurst betonte, während des weiteren Verlaufs des Krieges werde England mehr und mehr auf die tn der Heimat erzeugten Nahrungsmittel angewiesen . sein. Keinerlei Körnerfrucht werde während des Winters für Futterzwecke verfügbar sein und nur die Hälfte der üblichen Rationen für die Arbeitspferde.
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Der englische Arbeiterminister Barnes über die Kriegsmüdigkeit der Völker.
W. T.-B. London, 21. Juni. (Reuter.) Barnes, das dem Kriegskabinett cmlge hörende Mitglied der Arbeiterpartei, sagte in Erwiderung eines Trinkspruchs aus den Sieg der Alliierten u. a.: Wir befinden uns jetzt in einer b e s o n de r s wichtig e n Zeit des Weltkriegs. Die Völker sind müde der Ströme van Blut und suchen einen Ausweg. Der Krieg warf in Tausende von Herzen seine Schatten. Die Zivilbevölkerung ist gezwungen, jeden Nerv anzu- spannen und wegen der Knappheit des zum Leben Notwendigen viele Entbehrungen zu ertragen. Das g-lt in erster Linie von den Mittelmächten, die auf die eigenen dahinschwindenden Hilfsquellen angewiesen sind. Bemerkens- wert ist es, daß zwar von den deutschen Sozialisten und Publizisten viel von den Kriegszielen und möglichen Verhandlungen geredet worden ist, daß aber die deutsche Regierung nichts sagte, was sie daran binden könnte, was in Friedens- zusammenkünsten oder irgend welchen Verhandlungen von ihren Agenten getan worden ist. Was ist die wahre Gefahr der gegenwärtigen Lage? Das Hock sie, was gegenwärtig von der deutschen Regierung zu erreichen ist, wurde die Rückkehr zum Status quo sein. Das ist unmöglich Wir kämpfen nicht gegen das deutsche Volk, sondern für die Befreiung aller Völker. Wir wissen nicht, wann endlich der Zusammenbruch kommt, wir wissen nur, daß er kommen mutz, ganz gleich, wie lange und wie schwere Zeit des Wartens noch vor uns liegt.
Kerenski schwer erkrankt.
Br. Kopenhagen, 22. Juni (Eig. Drabtbericht. zb.) Nack einem Telegramm aus Petersburg ist Kerenski wieder schwer -erkrankt rnrd rnirtz das V-ett hüten. Er I-eidet an Nrerrn- tuberkulöse. Sein Zustand ist diesmal so ernst, datz bereits an einen Nachfolger gedacht wird.
Vom Kofakenkongretz.
W. T.-B. Petersburg, 22. Juni. An der ersten Sitzung der Hauptversammlung der Kosakenvertreter ganz Ruhlanos nahmen u. a. zahlreiche Mitglieder der Duma und des Reichsrats teil. In der Eröffnungsrede forderte der Vorsitzente, Dumamitglied Saratiew, die Kosaken auf, ihre eiserne Disziplin in eine solcke von Stahl zu verwandeln. Er schloh seine Rede mil einem Auftus zum Kampf gegen oer. äußeren und inneren Feind. Die Vertreter des ersten Regiments der Don-Kosaken forderten stärkere Maßnahmen geg,-n Lenin und andere Anarchisten, die sie als Verräter und Mörter der jungen russischen Freiheit v-zeichneten. «e forderten die vorläufige Regierung auf, eine Sonder- arme« aus Kosaken zu bilden, di« bereit sei, auf den Feld der Ehre zu sterben. Rodzianko erklärte rn einer leidenschaftlichen Rede, er wolle den Kosaken nicht die Schmack antun und von einem Sonderfrieden sprechen, denn d:e glühende Vaterlandsliebe der Kosaken kenne nur einen Weg. den Weg des Sieges und eines landeswürdigen Friedens.
Der ehemalige Kriegsminister Gutfchkow sagte, die Zu sammenkunft der Kosaken bedeute erneu Wendepunkt m der GeiKsverfassung aller Klassen der russischen Gesellschaft und aebe ihnen den Entschluß wieder, bis zum Ende zu gehen, bis Rußland den Frieden zusammen mit den Alliierten diktieren könne. - Nach verschiedenen weiteren Rednern hielten die Vertreter Frankreichs, Rumäniens, Serbiens und Belgiens Ansprachen, die die Versammlung warm begrüßte und stehend anbörte.
Thomas auf der Heimreise.
W T.-B. Christiania, 21. Juni. Der stanzöstsche Muni tionsminister Thomas traf aus Stockholm hier ein ,rnd reist morgen über Bergen weiter.
Sitzung des Abgeordnetenhauses gelangte die schriftliche Antwort des Landesverteidrgungs- ministers auf die Interpellationen über die am 25 Mai 1917 in der Munitionsfabrik in Olevec crwlgte Explosion zur Verteilung. Der Ursprung der Ei- plosioii ist danach in der Minenwerferwerkstatte suchen, wahrscheinlich durch eine Unvorsichtigkeit bei c er Hantierung. Die Zahl der Toten betragt 136, doch werden 170 Personen vermißt. Die Zahl der Verwnn- deten beträgt 625, von denen 620 leicht verletzt sind.
Präsident Groß verlas ein Schreiben des Mimster- präsidenten Graf Clam-Martinitz. worin dieser den Rücktritt des gesamten Kabinetts nuttexlt und den Präsidenten ersucht, das Abgeordnetenhaus bis Montag oder Dienstag zu vertagen. Daraus v e r- tagte sich das Haus auf den 26. Juni.
Die Ursache des Scheilerns des Planes Clam-Marlinitz.
W.T.-B. Wien, 22. Juni. Die Morgenblätter führen ziemlich übereinstimmend das Scheftern des Planes des Ministerpräsidenten Clam-Marftmtz für die Bildung eines Konzentrationsministeriums __ daraus zurück, daß dieser nicht die gleiche Aufnahme oei allen Parteien fand und von verschiedenen Merten Bedenke und neue Forderungen auftauchen, die nn Kabinett--- chef die Überzeugung hervorriesen, daß er fernen Auftrag im gegebenen Moment nicht erfüllen komre. Mehr - fach weisSn die Blätter daraufhin, daß Clam-Martrniv vielleicht seine Person als H r n d e rnis für _ die Durchführung seines Programms betrachte, woraus er die Konsequenzen gezogen habe. Überwiegend herrscht die Meinung vor, daß zunächst .e'N Übergangskabinett borusen werde, um dre Staatsnotwendrfj- keiten möglichst rasch von dem Abgeordnetenhause verabschieden'zu lassen und Vorbereitungen für die Durchführung des Planes eines Konzentration--- kabinetts zu treffen.
Das Programm der neuen ungarischen Negierung.
Die Ereignisse in Griechenland.
König Alexander an Zaimis.
- w T -B Athen, 22. Juni. (Drahtüericht. A gerne Havas.) Am 20. Juni hat König Alexander folgenden Brief an den Ministerpräsidenten Zaimis gerichtet: „Ich verfolge mit lebhaftem Interesse die zur Eiaiging Griechenlands und .er damit zusammenhängenden Frrgen unternommenen Bemühungen. Als treuer Hüter der Versa,jungsurkurcke und ^Vertrauen auf das Wohlwellen der Garantiemachte brn ich bereit, aufrichtig mit den Mächten für dre Beruhigung der Gemüter und die Wiederversöhnung zusammen zu wirken.
Eine Friedenskundgebung der englischen Eisenbahner.
W T-B. Bern, 22. Juni. (Drahtbericht.) Der Nationalverband der englischen Eisenbahner veranstaltete am 17. Juni im Hyde-Pack eine große Kundgebung gegen die Aufhebung der Grundsätze der Gewerkfcyaften und gegen die industrielle Dienstpflicht. sowie zugunsten eines dauernden, die heimische Bevölkerung vom Fluch des Militarismus erlösenden Friedens. Der General- sekretär des Verbandes Thomas, fuhrt aus: , Die Lebensmittelverwaltung in England sei ein öffentlicher Skandal.. Die allgemeine Verteuerung sei unvereinbar mft den bedeutenden Gewinnen, welche die Bilanzen der Gesellschaften auf- wiesen.
Venizelos' Dank an die Entente.
W.T.-B. Athen, 22. Juni. (Drahtbericht.) Venizelos t-irHete ein Danktelegramm an den Oberkomrms, rr Jonnart, worin es u. a. heißt: Der erste in die Augen springende Erfolg, den Eure Exzellenz errungen haben, verheißt das volle Gelingen des gcoßrn Weckes der Berriylgung und Einigung Griechenlands, das die großen Schuhmachte in seinem höchsten Interesse unternahmen.
Br. Rotterdam, 22. Juni. (Eig. Drahtberrcht. zb.) Reuter meldet aus Athen: Venizelos ckt im Piräus einge-
trossen. Er wird dort drei Tage lang bleiben, sich aber nicht nach Athen begeben.
W. T.-B. Paris, 22. Juni. „Temps" meldet, daß Vem- zelos der englischen Regierung seine Politik wsolge der Ereignisse in Athen in großen Linien dargelegt hat. Er erklärte sich bereit, die konssttutionelle Monarchie anzunehmen und zu unterstützen, deren 3!echte durch eine verfass'rng- qebende Vcrsummlung. die sobald es dre Umstande gestatten, nach Athen ernberufen werden soll, genau bestimmt werden sollen Jetzt solle die willkürlich von König Konstantin rm -Xuni "915 aufgelöste Kammer wieder zusammentreteu und der Führer der Mehrheit solle die Regierung nber- pel'vien. Inzwischen würden zwer oder drei tatkräftige Mitglieder der venizeltstischen Partei in das Kabinett ernlreten.
Weitere Vernehmungen in Lugano.
W T.-B. Lugano, 21. Juni. (Meldung der Schweizerischen Dcpeschen-Aaeritur.) In Fortsetzung der Untersuchung uber deu gestrigen Zwischenfall wurden 20 Personen vernommen.
W.T.-B. Budapest, 22. Juni. (Drahtbericht.) In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhaufts ist das neue Miriisterium Esterhazy zuni erstenmal erschienen. Die Abgecrdneten waren fast vollzählig anwesend und die Golerien zum Erl rücken voll. Graf Moritz Esterhazy ^ergriff unter großer Spannung das Wort und sagte, ^re Grundlage des Kabinetts bildet die W a h l r e f o r in, da der Wunsck der vom Wahlrecht ausgeschlossenen Ntassen »nt dem auf dem verfassungsmäßigen Wege kundgegebenen Wunsche des Königs zusammentrifft. Es kcrnn selbst erne wirklich kcnservative Auftastung nicht die Notwendigkeit m« sich auf breiter Schickt des Volke? erstreckenden Wahlreform bestreiten. Die Altersgrenze für das Wahlreckt wird aas 04 Jahre testgesetzt, iedoch wecden Frontkämpfer, dre da? Karl-Kreuz ^besitzen, auch unter dieser Altersgrenze das Wahl- r<cht baken. Die Wähler müssen von Amts wegen in dre WahllrstLn cufgenommen werden. Die Reinheit der Wahl wird durch Verbot der Zahlung der Reisekosten und Verpflegung der Wähler rrnd durch Verbot von Abzerchetr, und Fabnen gesichert werden. Wir hoffen, daß die gegenwartrge formale Melrheit des Abgeordnetenhauses^ dre schaffring dieser unerläßlichen Reform nicht verhindert. Sollten wir uns in dieser Hoffnung täuschen, so würden wir genötigt sein, Neuwahlen anzuordnen.
Bezüalich der auswärtigen Lage sagt« Esterhazy, er befinde sich nach einer Rücksprache mit dem Minister des Äußern mit diesem in vollem Einvernehmen. Auch die nerie Regierung halte an dem lan gb e w äh rt e n, engen D ü n d n i s m i t Deutschland fest sowie an den rm Kriege geschlossenen, aber, wie er hoffe, zu langer 4. auer bestimmten Bündnissen "mit der Türkei und VuIga nen. Er wisse sich dabei der vollen Zustimmung des Hauses ncher. Mit Befriedigung könne er eine günstige mrlitarische La re festst eilen, wie sich bei der jüngsten heldenmütigen Abwehr der italienischen Offensive, bei der auch dre Ungar,- ickeir Truppe-, ihre Tapferkeit oewähcteu, gezeigt stabe. Gerade das Bewu.ßtsein unserer Stärke", schloß der Mmtster- prcsidei'.t, „gestattet uns, ohne schwächlich -u erscheinen, an der von uns und unseren Verbündeten kundqeg:benen Bereitwilligkeit zu einem für uns und -insece Gegner annehmbaren Fri ed en s schl utz festzuhalten." .Allgemeiner lebhafter Beifall.)
Der Mimsterpräsideat behändeste ferner die Ernah- runas frage. Er sagte u. a.: Die künftige Ernte wird es ermöglichen, die Verpflegung unter allen Umstanden zu sichern. Zu diesem Behufs wird dre Regierung bre Ernte sofort beim Drusch beschlagurhmen, um zu vech-.-rdern, daß Spekulanten die Vorräte dem allgemeinen Verbrauch entziehen.
