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Verlag Langgasse 21

„TagblatlhauS".

Echolter-Halle gröffntt »na 8 Uhr morgens dir 7 Uhr a&titb*.

wöchentlich

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marckring IS. sowie vie Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.

13 Ausgaben.

Fernruf:

„TagblatlhauS" Nr. 6650-53.

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Anrciorn-Breis für »ie Heile: SO Big. für örtliche Anzeigen im „Ardeüsmarkt" und „Kleiner Anzeiger" m -m?eilli»er Satziorm! 2 S Pfg. in davon abweichender SatzauSsührung. wwie mr alle ud»«n örtlichen Anzeigen: ljzPsg. sür alle auswärtigen Anzeigen! 1,2ö Mr sur örtliche Reklamen,-,M Mk. sur ausivarilgk Reklamen. — Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen IN kurzen Zwiichciiraumen

entsprechender Nachlaß.

... Kür die Ausnahme von Anzeige» an vorgeschriebenen

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MiIia^s^ür^ie^Mor^en-«us^

Samstag» 1b. Juni 1917.

Morgen-Kusgabe-

Nr. 301. . 65. Jahrgang.

vie Lage im Westen.

Der deutsche Nbendbericht vom 15. Juni.

W. T.-B. Berlin, 15. Juni, abends. (Amtlich. Draht- bericht.) In Flandern Feuertätigkeit wechselnder Stärke. Im Artois sind morgens bei Lens und Bullecourt englische Angriffe gescheitert.

Sonst keine besonderen Ereignisse.

• •

Die Zahl der Feinde Deutschlands.

W. T.-B. London, 15. Juni. (Drahtbericht.) Unter­haus: In Beantwortung einer Anträge sagte Lord Robert C e c i l: Die folgenden Staaten haben die diplomatischen Be Ziehungen mit Deutsch- land abgebrochen: Rußland, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Serbien, Montenegro, Japan, Portu­gal, Italien, Rumänien, Vereinigte Staaten von Nord­amerika, Kuba, Panama, China, Brasilien, Bolivia, Guatemala, Honduras, Nicaragua. Liberia, Haiti und San Domingo. Von den genannten Ländern befinden sich die ersten 13, von Rußland bis Panama, im Kriegszustand mit Deutschland und müssen in der Hinsicht als im Bundesverhältnis angesehen werden.

Die Aufmunterung der kriegsmüden Ententevölker durch Amerika.

W. T.-B. Berlin, 15. Juni. Der Funkdienst der Entente bringt in letzter Zeit auffallend häufig detail­lierte Angaben über die seitens der Vereinigten Staaten zu erwartende Hilfe unter genauer Auf­zählung der Stärke, Ausrüstung und Zusammensetzung der einzelnen Truppenteile. Da es im allgeineinen nicht üblich ist, seine Kriegsgliederung dem Feinde zu verraten, scheint es sich hierbei in erster Linie um eine Aufmunterung der kriegsmüden Ententevölker zu han­deln, die sich an den stattlichen amerikani­schen Zahlen berauschen 'ollen.

Ein neuer Kriegsrüt in London.

Br. Karlsruhe, 15. Juni. (Grig. Drnhtbericht. zb.) Der schweizerische allgemeine Pressedienst meldet aus London: W:e im Kriegsmimsterium verlautet, treffen nächster Tage fran­zösische Mini st er in London ein, um die zunehmen­den 'Schwierigkeiten zu besprechen, welche der Il-B o o t k r i e z mit Frankreich mit sich bringt. Weiter soll die Lage des russischen Heeres besprochen werden. In militärischen Kreisen heißt es, daß die Entente von werteren Offensiven in diesem Jahre ab-seihen müsse, wenn das russische Heer nicht seine Kampffähigkeit wiedererlangt.

Di« Ereignisse in Griechenland.

Aufenthaltsbeschränkung für König Konstantin?

Br. Basel, 15. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Basl-r Blätter melden: Der Verband weigert sich, König Konstantin nach 'der Schweiz reisen zu lassen. Der Verband könne ihm nur gestatten, vor Beendigung des Kriegs in Ländern innerhalb des Hoheitsbereichs der Verbün­deten Aufenthalt zu nehmen.

Die Vorgänge in 2lthen am 11. Juni.

W. T.-B. Amsterdam, 15. Juni. (Drahtbericht.) Nach einem Athener Matt erhielt die „Times" über die Vorgänge in Atben eine Reihe von Telegrammen, die durch die Zensur aufgehalten worden sind. Darnach wurden am 11. Juni, vor­mittags, der gesamte Reiseverkehr nach dem Peloponnes plötz­lich eingestellt. Der Zug nach Korinth siel aus. Fran­zösische Truppen wurden dort gelandet. Sie be­setzten die Kanalbrücke von Korinth. Sie war stark genug, um jede Unternehmung der nach dem Peloponnes abgeschobe­nen griechischen Truppen zu unterdrücken. König Kon­stantin entsagte am 11. Juni, 3 Uhr mittags, dem Thxon bedingungslos und hielt um 6 Uhr den letzten Kabinetts­rat ab.

Die Pariser Presse noch nicht zufrieden!

— Berlin, 15. Juni. Die Pariser Blaker scheinen, wie es im „V. T." heißt, von den bisherigen Ergebnissen des Systems Jonnart-Sarrail in Grieche ul mb noch nicht be­friedigt zu sein. Sie verlangen ungestüm Gewaltanwe >dung gegen alle Personen, die verdächtig erscheinen, den jungen König gegen die Entente einnebmeu zu wollen. In erster Linie gelte dies von dem älteren B r ir d e r des Königs, dem General Dnsmanis und den als deutschfreundlich gel­te, den Staatsmännern. Man verlrnge deren Ein­schließung weitab von de: Hauptstadt..

Ein Stockholmer Blatt will ersah een haben, es sei >ebr wahrscheinlich, daß König Konstantin mit der Königin und dem Krerwrinzen seinen Wohnsitz in Kopenhagen auf- Mlagen werde.

Die Besetzung Thessaliens durch die Franzosen.

W. T.-B. Amsterdam, 15. Juni. (Drahtbericht.) Nach einem hiesigen Blatt meldet der englische Kriegsberichterstatter Ward Priie aus Elassona- Die französischen Truppen rückien in Thessalien ein. Sie e,reichten die kleine Stadt Serfidze an dem Südrand der neutralen Zone schon um 11 Uhr mor­gens. Es war nur eine der vielen Kolonnen, die auf verschiedenen Wegen in Tbessalien einrückten. Sie war von Panzerautomobilen mit Maschinengewebren begleitet. Man stieß nicht auf den g e r i ngst e n W i de r st a n d. Um 41/2 Uhr morgens erreichten unsere Kolonnen Elassona. Eine Stunde später kamen fünf venizelist:sche Abgeordnete in Thessalien an.

Ein österreichischer Protest gegen die Vergewaltigung Griechenlands.

Vl . T.-B. Wien, 15. Juni. (Drahtbericht.) In der gestri- gen Sitzung des Abgeordnetenhauses stellte der Abgeordnete Wilhelm Neumann folgenden R e s 0 1 u t i 0 ns an t r a g: Das österreichische Abgeordnetenhaus, in welchem die Vertre­ter aller Völker des Reichs zar verfassungsmäßigen Arbeit vereint sind, erhebt Protest gegen die Vergewaltigung der Rechte eines Volkes, die unter Führung der britischen Tyrannis auf der griechiscken Halbinsel vor sich geht. Die schmachvolle und planmäßige Erniedrigung des hellenischen Volkes, die in der erzwungenen Abdankung seines heldenhaften konstitutionellen Führers den krassesten Ans- druck fand, steht - in einem offenkundigen Widerspruch mit -dein von England unter seinen Verbündeten so oft proklamierten Eintreten sür das S e l b st b e st i m ,n u n g ■->= recht bet Völker. Das österreichische Abgeordnetenhaus spricht seine t i e f st e E n trüstung über die Unterdrückung der verfassungsmäßigen Rechte des hellenischen Volkes durch die imperialistischen Pläne Englands und seiner Verbündeten aus und erklärt, daß die Gegner der Mittelmächte infolge des Vorgehens gegen die Hellenen, ein Volk, dessen einstige Be­freiungskämpfe die Begeisterung Europas weckten, nicht be­rufen sind, sich weiterhin irgendwie als Anwälte der Freiheit und Demokratie aufzuspielen.

Hstevreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 15. Juni. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 15. Juni, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz. .

In Ostgalizien und in Wolhynien hält die vermehrte russische Gefechtstätizkett an rnehreren Stellen an.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Bei der Jsonzo-Armee keine Ereignisse von

*8» Kärnten steigerte sich das feindliche Ar- tilleriefeuer um Ploecken und Mischer zu großer Hef- tigkeit. Ein gegen unsere Stellung am Rombon ge- führtet Angriff wurde abgewiesen. Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden steigerte sich der Ar- tilleriekampf.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine Ereignisse.

Der Chef des Generalstabs.

Der Uriegrzuftand mit Amerika.

Wilson über die deutsche „Friedensintrige".

Br. Rotterdam, 15/ Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) Wilson hielt gestern bei einer demokrattschen Kund- gebung eine Rede, worin er wieder betonte, daß Ame­rika nicht der Feind des deutschen Volkes, sondern nur der deutschen militärischen Führer sti. Ferner sagte Witson, daß die Militärherren Deutschlands jetzt mehr besorgt seien um ihre Macht innerhalb als außerhalb Deutschlands. Sie sprechen jetzt vom Frie- den, weil sie jetzt in dem Augenblick, wo sie noch einen großen Vorsprung vor den Allierten haben, einen Frieden zustande bringen können, der sie in den Augen des deutschen Volkes rechffertigen könnte. Sie würden dann eine durch Gewalt erlangte Aus- dehnung der deutschen Macht und des deutschen Absatz- gebietes gewonnen haben. Wenn sie damit scherlern, wird das deutsche Volk sie beseitigen. wenn sie Erfolg haben, so wird Deutschland und di? ganze Welt dadurch zugrunde gerichtet. Wenn ste keinen Erfolg haben, ist aber Deutschland gerettet und -wird die Welt den Frieden finden können. Die Völker werden sich dann zugunsten des Friedens vereinigen und Deutschland wird sich daran beteiligen können. Versteht man jetzt, so sagte Wilson, die neue Friedens- intrisie? Die deutsche Regierung hat in Amerika viel hoch- und niedriggestellte Wortführer: sie gingen umsichttg vor. Sie halten sich innerhalb der Grenzen der Gesetze, verkündigen angeblich liberale Ansichten

ihrer Herren und erklären, daß es sich um einen Krieg im Ausland handele, wobei weder amerikanisches Ge­biet noch amerikanische Interessen auf dem Spiele ständen. Die alle anderen Tatsachen überragende ist aber, daß der Krieg ein Krieg des Volkes, der Freiheit, der Gerechtigkeit und Selbsterhaltung für alle Völker ist. Für uns war nur ein Weg offen: Wir haben ihn eingeschlagen und wehe dem einzelnen oder der Volks­menge, die uns den Weg versperren wollte. Wtr sind bereit, uns vor dem Gericht der Geschichte zu verantworten. Tie amerikanische Flagge wird neue Lorbeeren ernten.

Oer Krieg gegen England.'

*Dcr deutsche Fliegerangriff auf London.

II. Rotterdam, 15. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) Dem „Nieuwe Rotterd. Courant" zufolge erwartet die „Times" bei Wiederholungen der Luftangriffe auf London eine Vergrößerung der Anzahl der deutschen Angriffsgeschwader. Diese erfordern bessere Verteidi- gungsmaßnahmen und eine besseren Warnungsdienst. Das Blatt fordert auf, daß Vergeltung geübt werden müsse. Offenbar sei bis jetzt viel vernach­lässigt worden, das müsse alles gutgemacht werden. Es sei notwendig, daß Maßnahmen getroffen würden, um die Ankunft von Fliegern an der Küste sofort weiter zu melden, um rechtzeitig Angriffe gegen sie vorzubereiten und das Volk warnen zu können. „Daily News" fragt, welchen Erfolg der Feind denn von solchen Angriffen erhoffe? Wenn die deutsche Regierung ihre Hoffnun­gen auf eine auch nur geringe Verständigung mit dem englischen Volke zerstören wolle, sei dies der richtige Weg.

Die Opfer des deutschen Fliegerangriffs «ruf London.

Br. Rotterdam, 15. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) Im englischen Unterhaus teilte der Minister des Äußern mit: Die letzten Ziffern des Luftangriffes auf London stellen sich auf 1 0 4 T 0 t e, 1 5 4 S ch w e r- verletzte und 369 Leichtverletzte. Im ganzen wurden 120 Kinder getötet oder verwundet.

Das heikle Amt des englischen Nahrungskontrolleurs.

W. T.-B. Bern, 15. Juni. (Drahtbericht.) Nach einer Angabe der „Daily Mail" lehnten nicht weniger als 7 Führer von Gewerkschaften und Konsumgenossen­schaften den ihnen von Lord Georges angebotenen Posten eines Nahrungskontrolleurs ab.

Rußland.

Scharfe Maßnahmen gegen militärisch« Vergehen in Rußland.

'.V. T.-B. Petersburg, '16. Juni. (Drahtbericht.) Mel­dung der Petersburger Telegraphenagentur. Die vorläufige Regierung veröffentlicht einen Erlaß, nach welchem alle militärischen Vergehen, wie Ungehorsam, Meuterei,-Fahnen­flucht, die Weigerung zu kämpfen und die Aufreizung zu diesem Vergehen mit Zwangsarbeit und der Ent­ziehung aller Rechte, darunter des Rechtes des Gruiideigon» tums, bestraft wecken.

Russische U-Vootsleute gegen die deutschen „Tyrannen".

W. T.-B. Petersburg. 14. Juni. (Meldung der Petersburger Telegraphen-Aaentur.) Ein am 16. Mai ausgcfahrenes Unterseeboot ist bisher noch nicht zurück­gekehrt. Da alle Nachsuchungen kein Ergebnis gehabt haben, ist das U-Boot vermutlich nnteHlfegangen. In einem Tagesbefehl über diesen Unglücksfall erwähnt der Kriegsminister K e r e n s k i den von der ersten Unterseebootsdivision der Ostsee an den Arbeiter- und Soldatenrat gerichteten flanlmenden Aufruf, in dem es u. a. heißt- Die Pflicht gegenüber dem Varerland erfordert dringend und unverzüglich. Anteil an dem Weltkampf für die Freiheit der Völker» gegen Deutschland zu nehmen, solange dieses nicht auf seine tyrannische und imperialisti. s ch e Politik verzichtet. Die erste Division erklärt ein­mütig, daß sie aus den ersten Befehl bereit ist, aktiv gegen die Deutschen, diese Welttyrannen, vorzugehen für das Glück und die Größe des reoolurionaven Ruß­lands. , '

Weitere Versenkungen.

W. T.-B. Kopenhagen, 15. Juni. (Drahtbericht.) Das Ministerium des Äußern teilt ein Telegranim der dänischen Gesandffchast in London mit, demzufolge der dänische Dampfer „D a n a" auf der Reise von England nach Däne­mark mit einer Kohlenladung in der Nordsee versenkt worden fei. Der Kapitän und 15 Mann sind gerettet und in Grimsty gelandet worden. Vier Mann der Besatzung stutz umgekonlmen.