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Verlag Langgasse 21

„Tagtlatttzaus".

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»e»u,s-Vrr>r sür beide Ausgaben: Mt 1.— monatlich, Mt 8.— vierteljährlich durch den Verlag Langgasse 21. ohne Sri erlobn. Ml ».05 vierteljährlich dtzrch alle deutschen Poftanstalten, auSichlievlich Bestellgeld — Bezug-.' - Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in «icSdaden die Zweigstelle BiS- marikrmg IS, sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Aus-

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Fernruf:

„Tagblatthaus" Nr. 6658-53.

Bon » Uhr morgen» bi» 7 Ilhr abends, außer Sonntag»,

Oie Lage im Westen.

Der Kbendbericht vom 12. Juni.

W. T.-B. Berlin, 12. Juni, abends. (Amtlich. Drahtbe- richt.) In Flandern zeitweilig lebhafter Artillerie­kampf. Südwestlich von Lens sind englische An­griffe im Nahkampf gescheitert.

Im übrigen nichts Wesentliches.

*

Das englische Massenfeuer bei Ypern.

W. T.-B. Rotterdam, 12. Juni. (Drahtbericht.) Der „Nieuwe Rotterd. Courant" meldet aus London: Der Kriegsberichterstatter G i b b s meldet aus dem englischen Hauptquartier: Während der Offensive von Ypern seien von der Arttllerie einer Division allem 180 000 Granaten aus Fcldbatterien und über 46 000 Granaten aus schweren Geschützen abgefeuert worden.

Die englischen Verluste.

Nr. Hamburg, 12. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) Das „Hamburger Fremdenblatt" meldet aus Rotterdam: Die eng­lischen Verluste bettugen nach den in englischen Blättern er­schienenen Verlustlisten im Dezember 1916 963 Offiziere und 39 711 Mann, im Januar 1917 953 Offiziere und 32 489 Mann, im Februar 1216 Offiziere und 16 277 Mann, im März 1766 Offiziere und 28 709 Mann, >.m April 4831 Offiziere und 31 629 Mann und im M a i 6919 Offi-iere und 107 075 Manu. Zu den Zahlen im Monat Mai. gesellen sich noch die der Flotte mit 177 Offizieren und 2347 Man«.

Französische Besorgnisse um die Stimmung im Heer.

W. T.-B. Bern, 12. Juni. (Drahtbericht.) „Dir- toire" und „Humanits" fordern, daß die französische Regierung alles daran setze, um die Stimmuyg im Heere zu erhalten. „V i c t o i r e" .erklärt, es handelt sich zu allererst darum, die ständig in den Schutzen' grüben umaehenden Nachrichten zu entkräften. „Humanits" verlanqt. daß man den Soldaten be­weise, daß man ihr Leben nicht unnötigerweise der- schleudere, daß man sie als Menschen behandele, die aus Achtung und Erkenntlichkeit Anrecht haben und daß man ihre Gesundheit durch gute und reichliche Nahrung erhalte. Dies seien die Vorbedingungen für ihre Widerstandskraft und den Sieg. m

Eine neue französische Barbarei.

W. T.-B. Berlin» 11. Juni. Über eine neue Barbarei der Franzosen sagt ein bei Betheny gefangener Angehöriger des 403. Infanterie-Regiments aus: Einige Tage vor dem allgemeinen Angriff in der Champagne erhielten die Führer der Maschinengewehrkompagnien einen vom Korpsführer Un­terzeichneten Befehl, bei Teilen der Maschinengewehr- munitton die Kugeln umgekehrt in die Patronenhülsen zu stecken, um eine größere Geschoßwirkung zu erzielen. Die Konchagnieführer äußerten Bedenken in bezug auf zu große Ladehemmungen. Daraufhin wurden Versuche ange- ftellt, die ein befriedigendes Ergebnis hatten. Von 80 000 Patronen seien daraufhin 6000 umgeändert worden.

100 Milliarden an Kriegskrediten bisher in Frankreich bewilligt.

W. T.-B. Paris, 12. Juni. (Agence Harms.) 'Der Be­richt des Haushaltsausschusses der Kammer über die vor­läufigen Kredite für das dritte Vierteljahr 1917 ist fertiggestellt. Der Ausschuß berechnet die Kredite auf 9 071 330 000 Franken, während die Regierung 9 843 272 000 forderte. So wird die Deputiertenkammer seit dem Be­ginn des Kriegs 93 Milliarden und mit Einschluß der Vorschüsse an die Alliierten 100 Milliarden bew:lligt haben.

Oer Tauchbootkrieg.

Versenkt.

W.T.-B. Amsterdam, 12. Juni. (Drahtbericht.) Laut „Grooninger Courant" ist der niederländische Schoner „Cornelia" auf der Reise von Havre nach Lissabon in. Kanal versenkt worden. Kapitän und Be­satzungen wurden gelandet.

Weitere verlorene Schiffe.

W.T.-B. Rotterdam, 12. Juni. (Drahtbericht.) Der „Maasbode" meldet: Der japanische Dampfer

»Kokai Maru" (498 Nettotonnen) ist aus einen Felsen gelaufen und gilt als verloren. Der japanische Dampfer „Hamakua" (341 Nettotonnen) wurde durch Feuer vollständig zerstört. Der Schoner „Henry S. Lawson" aus Baltimore wurde von einem norwegischen^Dampfer gerammt und ist gesunken. Der Segler „Standard' aus San Francisco (1535 Bruttotonnen) ist gesunken. Der französische Schoner „Gtaneuje" (134 Brutto­

tonnen) und der englische Dampfer „Great Aston (3395 Bruttotonnen) werden vermißt. Der damscha Dampfer „Harald Klitgaard" (1799 Bruttotonnen) ist auf der Fahrt von England nach Dänemark mit Kohlen in der Nordsee versenkt worden. Der griechische Dampfer „Agragas" (1850 Bruttoionnen) und der englische Dampfer „Rosebank" (3857 Bruttotonnen) wurden un Mittelmeer versenkt. Der englische Segler „St. Mrrren (1956 Bruttotonnen) ist auf der Fahrt, von England nach Brasilien mit einer Ladung Briketts versenkt worden.

Keine Erfolge» gegen die U-Boote.

Die „Times" enthält einen Aufsatz ihres Marinemit­arbeiters, der unter Zusammenstellung der Admiralitäts- listen der Versenkungen und der mißlungenen Angriffe auf brttische Schifte vom 18. Februar bis zum 3. Juni das vor- lieaende Material in drei Abschnitte von je 5 Wochen zer­legt und bespricht und dabei zu dem Schluffe kommt, daß die Eigebuisse in dem dritten Fünfwochenab­schnitt ziemlich die gleichen gewesen sind, als in dem eisten; er schreibt: Das dergestalt analysierte Ziffernmaterial erbringt keinen Beweis für die Annahme, daß wir der Tauchte ctgefahr erfolgreich zuleibe gehen.

Hsterreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 12. Juni. (Drahtbericht.). Amtlich verlautet vom 12. Juni, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

In Ostgalizien neuerliches Anwachsen der feindlichen Ärtillerie- und Min-ntiitigkeit.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Kämpfe in den Sieben Gemeinden dauern fort. Die italienischen Angriffe rich­teten sich hauptsächlich gegen de» Monte üorno, den Monte Chiesa und die Grenzhöhe nördlich davon. Im südlichen Teil dieses Raumes scheiter­ten sie in den Nachmittagsstunden schon in unserem Geschützseuer. Auf dem Grenzkamm fingen unsere Truppen starke feindliche Vorstöße im Bajonett- und Handgranatenkampf auf. Um Mitternacht brach der Gegner zwischen dem Monte Forno und dem Grenz­rücken abermals mit erheblichen Kräften vor. Sein Be­ginnen blieb wieder erfolglos.

Sonst an der italienischen Front nichts Neues.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Ein italienisches Flugzeuggeschwader belegte Durazzo mit Bomben., Mehrere Albaner wur­den getötet.

Dev Chef des Generalstabs.

Rußland.

Vor der Veröffentlichung der Bündnis­verträge Rußlands?

Br. Berlin, 12. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Die „Nationalzeitung" meldet von der russischen Grenze: Die in diplomatischen Fragen noch immer gut unter- richtete „Rjeffch" meldet, daß die v e r b ü n d e t e n R e- gierungen ihre Zustimmung zur Deröffent- lichung der Bündnisverträge Rußlands mit den alliier- ten Regierungen erteilt hätten, und zwar derart, daß alle Bündnisverträge veröffentlicht werden können, so- weit ihre Veröffentlichung die gegenwärtige Krreg- sührung nicht direkt nachteilig berührt. In erster Linie soll der russisch-französische Vertrag der- Lffentlicht werden. Eine diesbezügliche französische Zu- stimmung liege bereits in Petersburg vor.

Auch eine französische Note an Rußland zur Kriegszielfrage.

W. T.-B. Petersburg, 12. Juni. (Drahtbericht.) Die französische Regierung lieh eine Note übergeben, welche die­selbe Erklärung enthält wie die englische und hinzufügt, daß Frankreich in dem Wunsch nach der Wiede r- eroberung Elsaß-Lothringens, das ihm vormals gewaltsam entrissen worden sei, gemeinsam mit den Alliier­ten bis zum Sieg kämpfen werde, um den Provinzen ihre Rechte auf ein unverkürztes Gebiet und eine wirtschaftliche und politische Selbständigkeit zu sichern.

Steigende Opposition der Sozialistenpresse gegen die gewünschte Offensive.

# Lugano, 11. Juni. Der „Coreiere della Sera" berichtet aus Petersburg, die sozialistischen Blatter be- kämpften mit steigender Erregung den Gedan- ken einer russischen Offensive und kritisierten auffällig heftig die Ansichten der Verbündeten. Das Blatt Gorkis, „Grasanow", dringt hartnäckig auf Revision der Verträge mit den Verbündeten und protestiert gegen jeden Versuch einer Offensive.

Ein neuer heftiger Streit zwischen Arbeiterrat und Regierung im Anzuge.

# Berlin, 11. Juni. Der „Berl. Lokal-Anzeiger" meldet aus Stockholm- Aus Petersburg wird berichtet, daß ein neuer heftiger Streit zwischen Arbeiterrat und Regierrmg sich vorbereitet. Es werden Maßregeln ge­troffen zur Räumung der Fabriken in Peters­burg angeblich wegen Transportschwierigkeiten. Der Arbeiterrat sieht jedoch darin einen politischen Trick und meint die Regierung wolle die Arbeiter aus Petersburg forthaben, um die lästige Kontrolle los zu sein. Die Anregung zu dieser Maßnahme wird besonders Kerenski zugeschrieben. Die sozialisti­schen Minister widersetzen sich ihr ganz entschieden. Tschernow, Skobelew und Tseretellr weigern sich jetzt, mit Kerenski in demselben Kabinett zu arbeiten, falls die Maßnahme nicht zucückqenommen wird. Die ge­samte Arbeiterschaft steht selbstverständlich hinter den Sozialisten. Die Arbeiter veranstalten in Petersburg riesenhafte Demonstrationen gegen die Räumung, wobei schwere Ausschreitungen Vorkommen. Irgend eine Ordnungsmacht besteht gegenwärtig nicht, da die Miliz streikt. Da Kerenski keineswegs gewillt ist, freiwillig zurückzutreten, wird in der neuen Krise hart auf hart gesetzt werden.

Oer Krieg gegen England.

Die Rückwirkung der russischen Revolution auf die Arbeiterschaft Englands.

W. T.-B. Stockholm, 12. Juni. (Drahtbericht.) Da? sozialistische Blatt „Potittken" veröffentlicht eine Unterredung mit dem russischen Sozialdemokraten Kapttain Sergius Eyon, der nach einem zehnjährigen Aüfenthatt in England auf der Heimreise nach Petersburg einige Tage in Stockholm verweilte.' Über die Zustände in England befragt, erttärte er u. a.: In keinem Lande Europas übte die russische Revo­lution einen so tiefgehenden Eindruck aus wie in England. Schon vorher tmrr es an vielen Otten zu ausgedehnten Aus stänken gekommen, besonders in der Munitions­ind u st r i e, die immer mit dem Sieg der Arbeiter endeten. Die russische Revolution bewirkte den völligen Zusammen­schluß der Arbeiter, dessen erstes Zeichen die Versammlung in der Albert-Halle in London zur Feier der Vorgänge in Petersburg war, wo durchaus revolutionäre Reden gehalten wurden. Seitdem fanden riesige Friedensver­sammlungen im ganzen Lande statt, 70000 Ar­beiter in Glasgow beschlossen «ine Aufforderung an alle Völker der Erde, den Kapitalismus zu beseittgen. Auch for­dert man unverzüglich den Weltfrieden. Ähnliche Vorgänge spielten sich in Liverpool und anderen Städten ab. Der zweite Ausstand der Maschinenarbeiter in Clyde-Bezirk, der nach dem Urteil aller Avbetterführer das Land nahe au den Rand der Revolution brachte, war der ernstliche Versuch der englischen Arbeiter, die volle Herrschaft über ihre Industrie zu erreichen. Die Bedingungen, unter denen der Ausstrnd beigelegt wurde, durften damals nicht veröffentlicht werden. DieKonferenzinLeeds führte endgülttg alle Arbeiterorganisationen in England zusammen. Die vier Beschlüsse, tvelche die Presse nicht veröffentlichen durfte, teilt Kapitän Sergius Cyon im Wortlaut mit: Der erste enthält die Begrüßung der russischen Revolution. In dem Zweiten wird versprochen, für einen Frieden ohne Annexionen und Schadenersatz einzutreten. Der dritte ermahnt die englische Regierung, nach dem Muster der russi­schen Regierung die völlige Mirgersreiheit für alle einzufüh­ren. Ter vierte fordert auf, in jeder Stadt und Provinz Arbe-ter - und Soldatenräte einzusetzen, um die Arbeiterklassen zur Tätigkeit für die verlangten Reformen und sur Arbeit für den Frieden zu bringen, den dre einzel­nen Völker miteinander schließen sollen. Zur Errichtung dre­ier Arbeiter- und Soldatenräte soll die Konferenz einstweilen Ausschüsse einsetzen.

Norwegische Klagen über England.

W.T.-B. Christiania, 12. Juni. (Drahtbericht.) „Sjöfahrts Tidende" bespricht eine Zuschrift, die dar- über Klage führt, daß die norwegischen Frachtschiffe aus Amerika gezwungen werden, Lerwt cf anzu- laufen wodurch viele Torpedierungen unvermeidlich wären. Das Blatt gibt zu, daß dre Behandlung Nor­wegens durch England nicht iuimer den großen Diensten und Opfern der norwegischen Handelsflotte entsprochen hat, vielmehr rücksichtsloser war als dre Behandlung anderer Neutralen, besonders Schwedens und Dänemarks. _

Der Krieg gegen Italien.

Unstimmigkeiten innerhalb des italienischen Ministeriums.

W.T.-B. Bern, 12. Juni. (Drahtbericht.) „Agencia Nationale" teilt mit, daß Bisolatti, Bonomi, Cour- m a n d i n i und Canepa ihr Entlassungsgesiich einveichben.