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entfprechender Nachlaß.
Berlin« ABtettmq des Wiesbadener TaMattS: Berlin Vf., P,tsd««rr Str.lLI L. Fernspr.: Amt Lütz«» 6202 u. 6203.
Samstag, 9. Juni 1917.
klbend-klusgabe.
Nr. 289. - SS. Jahrgang.
Oer Tauchbootkrieg.
Wieder 21500 Tonne«!
W. T.-B. Berlin, 9. Juni. (Drahtbericht. Amtlich.) Im englischen Kanal und in der Biscaya sind durch U-Boote 21560 Bruttoregistrrtouuen verseukt worden. Mit den Fahrzeugen wurden u. a. vernichtet 12 000 Gewichtstonuvn Eisenerz, 1000 Gewichtstonnen Kupfererz, 4000 Gewichtstonnen Kohlen und 5200 Gewichtstonue« Stückgut.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Das «och nicht gefundene Mittel gegen die U-Boote.
W. T.-B. Bern, 8. Juni. „Journal" fordert eine interalliierte Stelle, in der das ganze U-Bootswesen, sowohl die Frage der Bekämpfung als auch die Organisation zur Verteidigung, zusammengefaßt werden solle. Nur dadurch könnten die Maßnahmen, die die Entente ergreifen könnte, wirksam sein.
Der französische Marineminister über die Unterscebootsabwehr.
W. T.-B. Paris, 8. Juni. (Meldung der Agence Havas.) Dir Kammer setzte die Besprechung des Unterseebootskrieaes fort. Der Minister Lacaze huldigte dem Heldenmut der französischen Flotte und beantwortete dann die Interpellationen über den Vertust von „Drnton" und „Modiersa". Der Minister sagte: Seit Kriegsbeginn wurden mehr aTS 1800 Reisen zwischen Algier und Frankreich von Kreuzern ausgeführt, und nur die „Mvdjerda" wurde versenkt. Der Befehlshaber ist für die Wahl des Weges verantwortlich. Der Fall wird weiter rmtersmA werden. Ebenso wurden euch vor, den Fischerfahrzeugen nur fünf, die sich ans dec unter Schutz stehenden Zone herausgewagt hatten, versenkt. Lacaze setzte weiter die Organisation der Bekämpfung der llnterseet<>ote auseinander. Die bei se iner Übernahme des Ministeriums eingerichtete Überwachung der Küsten geschehe in Übereinstimmung mit den Alliierten. Es seien drei Schutzzonen eingerichtet. Das Mittelrueer unterstehe einer einzigen Kontrolle. Das Ergebnis sei, daß die Zahl der versenkten Unterseeboote in der letzten Zeit füblbor zunehme. Unser Material ist sehr wirksam. Wir werten es noch vermehren. Gegenwärtig sind alle Handelsschiffe b « w a,ffn e t. Der Minister schloß, indem er erklärte, wenn di: Kammer ihm nicht das Vertrauen aussprechen zu wüsten glaube, so verlange er inchts Besseres, cks zu seinen Waffengenossen, an deren Verteidigung ihm lag, znrückzukehren.
Oie Lage im westen.
Die neue grotz« Schlacht in Flandern.
Die erste Phase abgeschlossen.
W. T.-B. Berlin, 8. Juni. Das vieltägige unausgesetzte englische Vorbereitungs- und Zerstörungsfeuer hatte die vordersten Stellungen zertrümmert; die Minensprengungen vor den Angriffen sollten den letzten Widerstand beseitigen. Allein die schwachen deutschen Sicherungen, die in dieser vorgeschobenen Zone ausgeharrt hatten, bereiteten den englischen Sturmkvlonnen einen blutigen Empfang, um sich dann vor der Übermacht der zwischen Apern und dem Ploegfteert-Wald aus den Gräben auellenden farbigen und weißen Engländern planmäßig kämpfend zuruckzuziehen, so daß die weiter rückwärts außerhalb des Zerstörungsbereichs der englischen Geschütze aufgestellten Reserven Zeit hatten, zum Gegenstoß Herawz»kommen.
Die bei Armentidres sichenden englischen Batterien, die durch flankierendes Feuer den Angriff unterstützen sollten, wurden durch die deutsche Ar- tillerie westlich Lille niedergehalten, die durch Sperrfeuer wirksam in den Kampf eingriff. Während die englischen Sturmkolonnen sich mühsam über den niederen Douve-Rücken vorarbeiteten, auf dem die Trümmer der Ortschaften und Gehölze ein einziges staubbedecktes und rauchverqualmtes Chaos bilden, faßten sie die schweren Granaten der langen Flachfeuerkanonen in der Flanke und richteten furchtbare Verheerungen unter ihnen an. Vor dieser Front ließen die sich zäh verteidigenden Besatzungen der vorderen deutschen Gräben, die nur lang- sam zurückgingen, den Feind jeden Schritt vorwärts mit Blut bezahlen. Der wirksame Gegenstoß der Garde und Bayern, der bis zum Ostrand von Mess in es vorftieß, kostete die Engländer neue schwere Opfer und gab der deutschen Verteidigung Zeit zur planmäßigen Besetzung der im Heeresbericht genannten Sehnen st ellung. Vor dieser entbrannten am Nachmittag neue schwere Kämpfe, die bis in die Nacht hinein dauerten. Die Stellung wurde gehalten.
Damit endete die erste Phase des neuen großen Angriffs, die dem Angreifer erfahrungsgemäß Geländegewinn und Tefangenenbercke einbringt. Vor der neuen Basis des tief gestaffelten deutschen Berteiüi- gungssyftems werden neue Kämpfe entbrennen, die indessen den Engländern und Franzosen ebensowenig das cmgeftrebte Ziel des strategischen Durchbruchs eintragen werden wie die eben erst unter schwersten Opfern zusammengebrochenen Angriffe bei A r r a s, an der A i s n e und in der Champagne.
Unsere Krönt bei wytschaete absolut fest!
Die außerordentlichen Verluste der Engländer.
W. T.-B. Berlin, 8. Juni. Wie nachträglich ergänzend gemeldet wird, sind die Verluste der Engländer in den Kämpfen um den Wytschaete-Bogen ganz außerordentlich hoch und kommen den Verlusten der Franzosen am 16. und 17. April gleich. Ohne Zweifel sind sie höher als unsere Verluste einschließlich der Gefangeneneinbuße. Der englisch An- sturm ist bereits zum Stehen gekommen. Unsere Front steht absolut f e st. Starke Reserven stehen dahinter. Der Kampf bei Wytschaete kann als erste für uns günstig abgelaufene Episode der großen erwarteten Generaloffensive der Entente angesehen werden.
Der ein volles Jahr vorbereitete Minrn- Angriff bei Wytschaete.
W. T.-B. Rotterdam, 8. Juni. Nach dem „Nieuwe Rotterd. Courant" meldet der Kriegsberichterstatter Gibbs ans dem britischen Hauptquartier, man könne ohne Übertreibrmg sagen, daß knit der Vorbereitung der Offensive bei Ipern schon vor einem Jahre begonnen lvorden sei. Damals hätten Mineure cmgefan- gen, unter den Hügelrücken von Wytschaete und Messines Minenstollen cmzulegen. Ein Jahr lang hätten General Plnmer und »ein Stab ihre Pläne für diesen Angriff vorbereitet. Wahrend die anderen Armsen im Somme-Gebiet kämpften, habe sich die zweite Armes ruhig und rein defensiv verhalten, bis für sie der Augenblick der Offensive gekommen fei.
Messines und Wytschaete dem Erdboden «leich.
N». Basel, 8. Juni. (Mg. Dvahtbericht. zb.) Der beso«- bax Berichterstatter des „Tetsgraaf' im britischen Haupt» qautier meldet: Durch die Explosion, die die Jnftutterwan- griffe der Engländer im Whtfchoetebogen einleiteten, sind d:e Dörfer Melsines und Wytschaete vMg von der Bildfläche verschwunden.
Auch eine neue Groß offensive der Franzosen im Werk?
Nr. Bafel, 9. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Die Schweizer Blätter schreiben von der französischen Grenze: Alle
Kennzeichen hinter der französischen Front lasten mit Bestimmtheit darauf schließen daß auch au der französischen Front die Wiederaufnahme der großen Offensive begonnen Hobe. Die französischen Bahnen sind seit dem 4. Juni wieder gesperrt, mutmaßlich wegen der Truppen- tevnspcrbe.
Lyoner Blätter über die erfolgreichen deutschen Luftangriffe.
W. T.-B. Bern, 7. Juni. Wie Lyoner Blätter aus Paris melden, hat der Lnftüberfall deutscher Flugzeuge auf Calais in der Nacht des letzten Donnerstag auf Freitag bedeutenden Sachschaden angerichtet. In der Nacht zum Montag belegten deutsche Flieger Dünkirchen und die Umgebung mit 150 Bomben. Ein mit Brandbomben beworfenes Warenlager wurde mit mehreren benachbarten Gebäuden eingeäschert. Die Luftangriffe auf das Marne- Departement häufen sich. In der Nacht zum Montag wurde Epernay dreimal mit zahlreiche Bomben eingedeckt. Am Montagabend erfolgte kurz vor 11 Uhr ein äußerst heftiger vierter Angriff, wobei sehr bedeutender Sachschaden angerichtet wurde. In den letzten Tagen wurden auch Chalon-sur-Marne und Chateau-Thterry bombardiert.
Die amerikanische Hilfe für die Westfront.
Nr. Berlin, 9. Juni, (zb.) Der „Petit Paristen" bringt die Nochricht, daß 200 amerikanische freiwillige Krankenpfleger und -Pflegerinnen, darunter Miß Morgan, an der Westfront eingctroffen seien. Hierzu erfahren wir an wohlunterrichteter Stelle, das wäre alles, was die Amerikaner jetzt zu leisten vermöchten. Die weitere Nachricht des „Petit Pacisten", daß die Ankunft von fünf amerikanischen Drvi- sicnen in Stärke von zusammen 125000 Mann im Herbst zu erwarten sei, verdiene nicht den min-' besten Glauben. Es wäre einfach undenkbar, Latz Liest
Divisionen bis dahin ausgebildet und herüber gebracht werden könnten. Für die Übeffahrt dieser Divisionen wäre eine zweimalige Fahrt von Dampfern mit 75 000 Tonnen Raum- verträngung nötig. _
Der Tagesbericht vom 9. Imri.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 9. Jmii. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Längs der User unr streckenweise lebhafte Artillerietätigkeit.
Gegen unsere Stellungen östlich Wytschaete und Messines richtete sich von Mittag ab wieder starkes Zer- störungsfener. Die großen Angriffe ernenerte der Feind unter dem Eindruck der schweren Verluste, welche, wie auch Gefangene bestätigen, die zehn Augriffsdivisionen erlitten hatten, tagsüber nicht. Nur australische Truppe« schütte er zu vergeblichen Borstöße« östlich von Messines ms Feuer.
In den Abendstunde« entwickelte sich ans beiden Ufern des Kanals Ipern-Comincs und in der Donve- Niederung neue Kämpfe, bei denen der Feind keine Bortelle erringen konnte.
Bom La Baffer-Kaual bi» Sensee-Bach war die Kampstätigkeit abends gleichfalls gesteigert.
Nächttiche Borstöße nordöstlich von BermelleS, südlfth von Loos und östlich von Croisilles wurden zurückgewiese«. Starke Kräfte sichte der Feind zu wiederholte» Angriffen südwestlich und südlich vo« LooS ein. I« erbitterte« Nachtkämpfeu schlugen dort ans beiden Ufer« des Sonchez- Baches, sowie zwischen dem von Givenchy und Avion und von Bimy aus Mericonrt führenden Weg hessische und schlesische Regimenter den stellenweise in unsere Gräben emgedrnngeuen Feind durch ttästige Gegenstöße zurück. Die Stellnnge» sind voll in unserer Hand.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Rach starker Fenervorbereittmg stießen nachts am Chemin des Dames bei Braye und Cerny frauzöMche Stnrmtrnppeu vor. Sie wurden abgeschlage».
Das auf den anderen Abschuttten der AiSne- und Champagne-Front abends starke Feuer ließ um Mitternacht nach.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Die Lage ist unvrräudrtt.
Boa dem
östlichen Kriegsschauplatz
«ad an der
mazedonischen Front
sind außer der übliche» Gefechtstätigkeit keine besonder« Borkommuiffe gemeldet.
Der Erste Generalqnartiermeister: Ludeudorff.
Var neue Rußland.
Der Beschlust über die russische Offensive vorläufig znrürkgestellt.
# Basel, 8. Juni, (zb.) „Daily Chrorricle" meldet aus Petersburg eine vorläufige Rückstellnug der Beschlüße der provisorischen Regierung über die rujfisthe Offensive.
-st- Sofia, 8. Juni, (zb.) Die ma^ebenden bulgarischen Kreise sind überzeugt, daß die Verbandsmachte zum «rüge- meinen Angriff an allen «fffischeu Fronten am Sereth schreiten werden. Es wird nicht bezweifett, daß die Engländer und Franzosen, die dort die Artillerie in Händen haben, den nötigen Druck auf die Russen ausübcn werden, andererseits aber asch nicht, daß ein solcher Versuch g äng-- lich scheitern und der Fchlschla« den Zersetzungsprozeß im russischen Heer unt Beschleumgung herbeiführen wird.
Kerenski an der Nordfront.
W. T.-B. Petersburg, 7. Juni. (Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Bei der Besichtigung der Nordstcut ging Kriegsminister Kecenski durch die ganze Linie vorgeschobener Gräben, di« 200 Schritt vom Feinde eutferrtt liegen. An demselben Tage nahm Kevenski eine Parade über die Besätzungen der Osteseeflotte ab und war Gegenstand großer Huldigungen.
Der bevorstehende allrussische Kongreß.
— Berlin, 10. Juni. In Petersburg bereitet man den Empfang ton 1200 bis 1600 Abgeordneten für den bevor- stehenden allrussischen Kongreß vor. Alle Petersburger Mit- glitter der einstweiligen Regierung find zur Teilnahme eingeladen worden.
Eine Lersariimlung der Arbeiterabteilung des Rats und der extremen Sozialisten in Petersburg soll einen Antrag
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