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Wiesbadener Tsgbutt.

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Donnerstag» 31. Mai 1917.

klbend-klusgabe.

Nr. 273. . 65. Jahrgang.

Der Tagesbericht vom 31. Mai.

W.T.-B. SraßeS Hauptquartier, 31. Mai. (Amtlich.)

Weltlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Die lebhafte Artillerictätigkeit im Dp er«- und Wytschaete-Bogeu dauert au.

Dicht südlich der Searpe »nrdrn mehrere englische Kompagnien, die abends überraschend gegen unsere Gräben vorstieße», verlustreich adgewiesen.

' Rach kurzer Fenerfteigerung erfolgten nachts anch zwischen M onchy und Gue mappe Angriffe der Eng­länder. In zähem Rahkampf warfen westpreußische Regimenter den mehrmals anlanfcnden Feind. -

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Längs des Chemin des Dames-Rückeus erreichte der Artilleriekamps wieder große Stärke. Auf dem südlichen Aisne-Ufer stürmten nach umfangreicher Sprengung west- rheinische Truppen mehrere französische Gräben und brachten 40 Gefangene und einige Maschinengewehre zurück.

Oestlich von Auberive führten Teile eiues ober­rheinischen Reaiments ein Erkundungsnuteruchmen durch, bei dem 50 Gefangene in unsere Hand fiele«.

Während de, Nacht kam es auch auf dem Wrstufer der Maas zu lebhafter Feuertätigkeit.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Nichts neues.

Auf dem

Oestlichen Kriegsschauplatz hat sich die Gesamtlage nicht geändert. , Mazedonische Front.

Erfolgreiche Vorfeldgefechtr brachten deutschen und bulgarischen SircifabteUungeu im Cernabogen und anr westlichen Wardarufer eine Anzahl Gefangener ein.

Der Erste Generalqnartiermeifter: Ludendorff.

#

Die Lage an den Fronten.

Der deutsche Ergänzungsbericht.

W. T.-B. Berlin, 30. Mai. An der Arrassront war das Störungsseuer nuc in einzelnen Abschnitten, wie bei Avien und Roeux, lebhafter. Mchrfach wurden englische Patrouillen abgeivlesen. Ebenso s ch e i t e r t e - der Vorstoß eu«r starken englischen Abteilung, die nach kräftiger Artillerievorbereitung gegen die Kiesgrube nord­westlich von Hulluch vorging, verlustreich im deutschen Ab­wehrfeuer und Hcmdgranatenkampf.

An der Aisnefront nuc gegenseitiges Stöcungs- feuer durch Artillerie- und Minenwerfer sowie Patrouillen­kämpfe. Ein französischer Angriffsversuch von mehreren Sturmwellen in Bataillonsbreite in der Gegend von Craonne am 2g. Mai, abends, brach unter blutigen fran­zösischen Verlusten zusammen. Das feindliche Feuer steigerte sich gegen Abend in der Gegend des Winterberges.

Im Höhengelände der Champagne nahm ebenfalls gegen Abend die Artillerietätigkeit zu. Das feind­liche Störungsfeuer schlug bis weit ins Hintergelände unserer .Stellungen. Unsere Batterien antworteten kräftig und mrt Erfolg. '

An der Ostfront gesteigerte fEndliche Flug- t ä t i g k e i t. Als Vergeltung für feindliche Bombenwürfe wurde ein Munitionslager bei Pedhaicc mit Bomben belegt. Lebhafteres feindliches, von uns beantwortetes Artillerie- stürungsfeuer am Snetrec und im Mestecanesci-Abschnitt. sNachts wurde südlich der Bistritza eine 40 Mann starke vor- gehrnde feindliche Patrouille durch eigene Patrouillen ver­jagt und nördlich der Valevutnastraße ein feindlicher Hand- granctenangriff gegen eine Feldwache abgewiesen.

Die ungeheuren französischen Verluste.

W. T.-B. Berlin, 30. Mai. Weitere Feststellungen be­stätigen die ungeheuren Verluste der Franzosen bei dieser Offensive. So schreibt ein Mann des 82. Infanterie-Regi­ments am 22. April: „Unsere Verluste sind ganz enorm. Mein Regiment hat noch nicht einmal am meisten gelitten, und doch ist von meiner Komprgnie nur die Hälfte zu­rückgekommen. Bor allem sind viele Offiziere gefallen."

— Aus Taroies heißt es vom 28. April, daß nicht weniger als 57 Züge mit Verwundeten dort eingeladen seien.

— Ein Mann des 35. Jufantene-Regiments schreibt am 21. April: „Die Verluste in den Kämpfen südlich Cerny waren ganz ungeheuer groß. Wir sind ungefähr mit einem Fünftel mfferer Stärke ans dem Blutbad hec.ausge- lommen."

Der französtschc Verpflegungsnnnister über den Ernst der Lage.

W- T.-B. Bern« 30. Mai. In seiner gestrigen Kammer- «de über die Preistreibereien in Frankreich teilte Werpftezm gtzmstttfter Biole-t-te mit. tag sein Muu-steriam

kürzlich in Marseille Teigwaeaa zu 139 Franken für hundert Kilcgrxnnrn gekauft habe, die später in Paris $11 300 Franken verkauft worden seien. Den Preisunterschied hätten Schieber eingesteckt. Violette führte weiter aus, man düpfe sich nicht verhehlen, daß er verschiedenartige ernste Fragen zu lösen Hobe, daß es zu Schwankungen und zögernden Mah- ttclnren kommen könne. Wer feine« Platz einnehmen wolle, dem werde er ihn gern abtreten. Violette schloß, er brauche unbedingte Autorität. Man müsse ihm anch mildernde Um­stände zrbilligen. Man solle ihm lieber sagen, er sei mcht der rechte Manu am rechten Platze, als versteckt und hinter­rücks gegen ihn vorzugehen. Der Augenblick sei ernst. Das Land müsse kräftige Entschlüsse fassen und kaltes Blut be­halten. __

Ereignisse zur §ee.

Die Kriegsschiffsüerluste der Entente.

W. T.-B. Berlin, 30. Mai. Von Kriegs- beginn bis 31. Mai 1017 sind an Kriegsfahr, zeugen der Entente, ausschließlich der Hilfskreuzer, ins- gesamt vernichtet: 252 Schifte und Fahrzeuge von 890765 Tonnen Wasserverdrängung. Unter diesen 252 Schiffen und Fahrzeugen befanden sich allein 155 englische mit zusammen 651000 Tonnen Wasserverdrängung. Diese setzen sich aus 12 Linien­schiffen, 17 Schlacht, und Panzerkreuzern, 18 geschützten Kreuzern, 67 Torpedobooten, 28 Unterseebooten und 13 sonstigen Kriegsfahrzeugen, wie z. B. den Untersee- bootsjägern der Arabis-Klasie, zusammen. Außer den vorgenannten Kriegsschiffsverlusten büßte die Entente bis zum 31. Mai nicht weniger als 200 900 Brutto­registertonnen an Hilfskreuzern, welche in ganz über- wiegender Zahl der englischen Flagge angchörten, durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte ein.

Skagerrak.

W. T.-B. Berlin, 30. Mai. Anläßlich des Jahrestages der Seeschl rcht tut dem Skagerrak mag daran erinnert wer­den, daß die Engländer, die in der größten aller Seeschlachten, der von Trafalgar, nur 449 Tote hatten, in der Skagerrak-Schlacht am 31. Mai 1916 7104 eng­lische Offiziere und Mannschaften verloren haben. Die Verluste der Spanier und Franzosen bei Tra- falgar betrugen 4522 Tote, die der de itschen Hochseeflotte beim Skagerrak dagegen 2414.

Berlin, 30 Mai. (zb.) Zum Jcchrestag der Schlacht vor dem Skagerrak schreibt die „Post": An der deutschen

Flotte Ehrentag ist der Nimbus von Englands Unbe­siegbarkeit zur See zu Grabe getragen worden. — Persius sagt im „B. T.": Auch heute ist es den ernsten Fachleuten noch nicht möglich, ein abschließendes Urteil über den Gang .der Schlacht auszusprechen. Nur das eine darf heute schon ausgesprochen werden, das Ansehen der britischen Flotte erlitt durch die Schlacht eine erhebliche Einbuße.

21 500 Tonnen!

W. T.-B. Berlin, 30. Mai. (Amtlich.i Neue Untersee- bovtserfvlge in der Nordsee: 21500 Bruttoresistcrtonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich u. a. ein eng­lischer Hilfskreuzer und zwei englische Dampfer.

Der Chef des AdmiralstabeS der Marine.

Weitere Vcrfenknngen.

W. T.-B. Rotterdam, 30. Mai. Der „Maasbode" ver­zeichnet den Untergang folgender Schiffe: „The re" (208 Tonnen) aus Noerkoeping, „E r i k" (257 Tonnen) aus Strense, „Grase Norman" (297 Tonnen) aus Christian»«, „P a u l i n e K j e l l" und „Nanu Smith" (2003 Tonnen) aus Drammen.

Der ttrieg gegen England.

Bathurst über die Verluste der Handelsflotte und die Lebensmittelfragcn.

W. T.-B. Bern, 29. Mai. Der englische Unterstaats, sekretär für das Verpflequngswesen Bathurst führte in einer am 25. Mai in Wampstead abgehaltenen Ver­sammlung aus: Die sehr ernsten Verluste der englischen Handelsflotte durch Tauchboots­angriffe sind seit Ende April etwas zurückgegangen. Es wird gehofft, aber es ist keineswegs sicher, daß die Verlustziffern für Mai weniger ernst ausfallen als im Vormonat. Die Lage gibt Anlaß zu einiger Besorgnis, aber vielleicht nicht zu schwerer Sorge. Hinsichtlich der Lage der Lebensmittel sagt? Bathurst: Die

Weizenvorräte sind beinahe gefährlich knapp ge­wesen, aber die Brauer, die zwei Millionen Quarters ungemalzter Gerste zu lagern hatten, haben die Lage gerettet. Zurzeit stehen die Kornvorräte über dem Gefahrpunkt. Man hofft sie daielbst durch neue Spar­samkeit bis zur neuen Ernte zu erhalten. Die Aus­

schien der Kartoffelernte sind vorzüglich, m« lessen sind hinsichtlich des Gesamtergebnisses der nach­ten Ernte allzu vertrauensselige, auf der zurzeit herr- chenden günstigen Witterung nrid der Vergrößerung der Anbaufläche beruhende Hoffnungen nicht gerecht­fertigt. Die Arbeit eines einzigen Jahres . vermag elbst bei allerbester Kartoffelernte , die heimische Er­zeugung Englands nicht auf die notwendige Höhe zu bringen. Die Regierung beabsichtigt den Einkauf von Brotgetreide in die Hand zu nehmen und unter Gewährung eines angemessenen Satzes für die Müller und Bäcker Höchstpreise festzusetzen, möglicherweise niedriger, als das Brotgetreide^ die Re­gierung kostete. Die Zuckerknappheit läßt etwas nach. Es werden in den nächsten Wochen größere Vor­räte für den Hausbedarf und später auch für die Frucht­konservierung zur Verfügung stehen. Bathurst sprach schließlich die Hoffnung aus, daß die freiwillige Einschränkung des Lebensmittelgenusses die Ein­führung der .Zwangsrationierung unnötig machen möge und appellierte an den Geist der Brüderlichkeit und gegenseitiger Hilfsbereitschaft des Volkes.

Das neue RutzranH.

Unwille des Arbeiter- und Soldatenrates gegen England.

# Lvndvn, 31. Mai. Der Arbeiter- und Soldatenrat hat auf amtlichem Wege in London mitteilen lassen, die englischen Einmischungen in innere russische Angelegenheiten, insbe­sondere der Angriff der „Times" aus die russische Demokratie in Rußland, habe einen schlechten Eindruck hervorgerusen. Jim englischen llMerhause wurde in diesem Zusammenhänge von Nberaler Sette darauf hingewiesen, daß die „Times" von dem gestürzten russischen Regime erhebliche Zuwenvungen in verschleierter Form bezogen hat.

Die bedenkliche Haltung der Berg- und Metallarbeiter.

IV. T.-B. Bern, 31. Mai. (Drahtbericht.) Der Peters» burger Mitarbeiter des „Journal" drahtet, daß die verfäng­liche Propaganda unter der Arbeiterschaft genau dieselben bedauerlichen Ergebnisse gezeitigt habe, wie an der Front. Die jetzt aufgestellten Forderungen der Berg- und Metall­arbeiter in der Umgegend des Donetz werden tatsächlich binnen kurzem, falls sie aufrecht erhalten werden, zu einer wirtschaftlichen Krise führen. Die Forderungen, die auch von anderen Berg- und Metallarbeiterverbänden aufgestellt worden sind, werden wicht einzig auf beruflichen Erwägungen gestellt. Skobelew, der die Forderungen für anormal erklärt, hofft, daß er zu einer Verständigung mit den Arbeitern gelangen wird. Bereits sollen einige In­dustrielle der Regierung gegenüber versichert haben, daß sie alle Opfer bringen wollen, um die neue ernste Gefahr ftir Rußland zu beschwören.

Ein Deutschen-Kongreft in Odessa.

W.T.-B. Petersburg, 31. Mai. (Drahtbericht. Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) In Odessa wurde in der lutherffchen Harlptkirche der all­gemeine Kongreß russischer Bürger deutscher Abkunft eröffnet, der über 3000 aus allen Gegenden Rußlands herbeigeeilte Vertreter vereinigte.. Der Dumaabgeord­nete Entelas einen Bericht vor, in welchem er hervor­hob, daß es der alten Regierung durch Bestechung eines Teils der Presse gelungen sei, gegen die russischen Bürger deuffcher Abkunst feindselige Gefühle rm Volke zu wecken. Als Verhandlungssprache schlugen einige Vertreter die russffche vor und wollten den Gebrauch der deutschen Sprache nur für diejenigen Vorbehalten wissen, die der russischen Sprache nicht kundig seien. Andere erklärten, daß in »ment freien Land eine solche Einschränkung unzulässig sei. Der Kongreß sprach sich daher.mit Genehmigung des örtlichen Arbeiterrats für den Gebrauch der deutschen Sprache aus.

Drr Xriezzzustand mit Amerika.

Die Bewegung gegen das amerikanische Dienstpflichtgesetz.

W. T.-B. Amsterdam, 30. Mai. Nach einem hiesigen Blatt meldet die „Times" aus WaGington: Die Regierung tritt energisch gegen die tätigen Deutschfreunde, gegen die Pazifisten, die Sozialfficn und aridere, auf, die gegen die Eintragung der Dien st pflichtigen agitieren. Die Einttayung soll in der nächsten Woche ge­schehen. In dem Lande find Vorckehrrmgen gegen den Aus­bruch von Unruhen gettoffeu. Man kam an verschiedenen Orten Bewegungen gegen die Estttragwng auf die Spur, z. B. in Virgknia, Texas, Seattle und Detroit. In Chicago- Cleve­land, Detroit und noch in ein paar anderen Orten tarn cs unter deuffchem Einfluß zu p a z i f i st i s ch e n Kr a w a I l e n. Viele Agitatoren wurden verhaftet. Der Berichterstatter der „Times" erwähnt dann kurz die Streittgkeiten im SchiM- bau. Scharfe Kritik finden die Entwürfe über die Einkvm- mensteuer und über die Zensur. Di e Erixternn«. der