Verlag Langgafse 21
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13 klusgaben.
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„Tngblatihau«" Nr. KSS0-5Z.
»«n 8 Uhr morgen» bi» 7 Uhr obend», ouher Könning«.
Donnerstag, 31. Mai 1917.
A« miete ^njeigen * ^nftragflebecl
Die andauernde Kriegsteuerung, unter der die Her- stellung einer Zeitung auf allen ihren Entstehungs- gebieten in ganz besonderem Maße zu leiden hat, nötigt uns, den Zeilen-Preis der Anzeigen im „Wiesbadener Tagblatt" vom 1. Iuni d. I. ab wie folgt zu erhöhen:
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Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechenden Nachlaß.
Der Verlag.
Morgen-klusgabe.
»,-..,„»„.»»»10 «t- hi, Soll». 15 Mo. für örtliche Anzeigen im-ArbeitriuarN" und »Sichler Ameiner
allein§eil!lcher Sotzkorm: »<Pfg. in davon abweichender Sasaud^hrmto. fowie für alle übrigen örtlichen
Anzeigen' 8" Pfg. für Olle ouömariigen Anzeigen: 1 MI. für örtliche RcNamenl 2 MI. f ür o uOwtotig Reklamen. SlÄe. halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach befonderer Berechnunu vei wiederholter Aufnahme unverändener Anzeigen in lurzen Zwifchenröumen entirrechender^Nochloß^
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Nr. 272. . 65. Jahrgang.
Die Lage im wetten.
„Umgruppierung" und „neuer Operationsplan" der Franzosen.
Berlin, 29. M-ri. (zb.) über die neue Lage im Westen wird uns geschrieben: Die Übernahme des Oberbefehls un französischen Heere durch Petain hat offenbar Frotze Folgen gezeitigt. Ein Mann wie Petain, der in ganz kurzer Zeit voin Obersten und Regimentskomm indeur unter Ül *-t- flvgelung aller seiner Altersgenossen und Vorgesetzten lns zur höchsten Satte der französischen Offizierslaafbahn gelangt ist, wird mindestens beweisen wollen, daß ec neue (Gedanken in die bereits erstarrte Forun des schützen- arateiikrieges hineinträgt. Petain hat tatsächlich schon mehr- fach bewiesen, daß er an strategischer Phantasie allen anderen französischen Heerführern überlegen ist. Man wird al,o jetzt mit einer Neugestaltung des Kampfes an der Westfront zu rechnen haben. Wir hören auch schon seit Tagen, daß eine Umgruppierung des französischen Heeres vor fick geht. Hinter der französischen Front sollen alwrlei Truppen Verschiebung-« größeren Umfanges statt- finden, und ein französisches Blatt hat schon recht vovorug festnestellt, daß Petain daran arbeite, die deutschen Berter- digr'ngslinien durch großzügige und neue Maßnahmen mit Sichciheit zu zerschmettern. Daß mit der beginnenden Umgruppierung auch ein neuer Operation s plan zu erwarten ist, kann dem französischen Blatte geglaubt werden, fccm, man wird wohl mit Recht annehmen dürfen, daß Petain nicht in die Fußtapfen seines Vorgängers Nrvrlle als bloxer Nachahmer verfehlter Operationen treten wird, sondern daß er den Versuch macken wird, mit neuen Gedanken zu wirken. Petain ist aber vielleicht der einzige ernste Verführer auf der feindlichen Seite, und darum ergeht er sich selbst nicht rn den billigen Prophezeiungen, in denen sich seinerzeit der englische Scharlatan Haig gefiel, sondern er erklärte selbst fungst mebreren iSsitunQSleuten, dasi er die Lage sür ernst und schwierig ansehe. Pötain ist sick somit, wie aus all dieseii Dingen 'hervorgeht, der großen Schwierigkeit bewußt, vor der er stellt. Noch etwas kommt hinzu. Petain hatte schon früher ar einzelnen Abschnitten der Front dea Oberbefehl geführt, j-tzt aber ist er Oberbefehlshaber der gesamten Strcitkräste und steht Hindenburz 'zum erstenmal gegen- ü l e r. Schon als Hindenburz noch an der Ostfront den Oberbefehl hatte, war es für unsere Feinde ein besonderes Ereiguis, wenn ein neuer Oberbefehlshaber Hindciiburg gcgenübergestellt wurde. Man fühlte, daß er ein ganz be- foilerer Wertmesser war. Ähnlich verhält es sich jetzt in Frankreich. Petain hat augenblicklich im französischen Heere den größten Ruhm. Jetzt soll er zeigen, was er gegenüber dem gefürchteten deutschen Heerführer leisten kann. Die Aufregung in Frankreich ist darum sehr groß. Wir sehen aber den künftigen Ereignissen mit größter Ruhe und Sicherheit entaegen, denn Hindenbucgs Karten in dem fast dreijährigen Kriege sprechen eine so beredte Sprache, daß besondere Aufklärungen nicht notwendig erscheinen. Petain hat eine große Aufgabe übernommen und will sie als schöpferischer Geist schöpferisch durchführen. Er wird darum auch mit dem Gegenspieler rechnen, und wird wissen, daß sein Unternehmen nur wenig Ausficht auf Erfolg hat.
Verstimmung über den französischen Nahrungsmiltelminister.
(Drabtbericht unseres Kr.-SonderberickierstatterS.!
Kr. Genf, 30. Mai. (zb.) Die Lyoner Presse ineldet, daß der Minister sür Verkehr und Nahrungswcsen Violette bei der Fortsetzung seiner Rede nur sehr schwachem
Beifall fand und daß die Verteidigung seiner Arbeitsmechode nicht überzeugend wirkte. Violette hat die P a ris er V e - Völkern ng durch unüberlegte Vorwürfe beleidigt, ats er ihr verschwenderisch« Lebensweise vorwarf. Indessen sei sein Rücktritt jetzt nicht erwünscht.
Besorgnisse wegen der Pariser Streikbewegung.
W.T.-B. Bern, 30. Mai. (Drahtbecicht.) über die Pariser Sti<ikbeir»egung äußern sich die Blätter „jftt£aro , „Gaulcis" und „Action Fran-aise" unter dem 28. Mar sehr besorgt. Es sei zu befürchten, so wird ausgeführt, daß der Streik, der allgemein zu werden scheine» in eine p a z i - fistische Bewegung ausartet. Ein energisches Vorgehen der Regierung wäre dringend erforderlich.
Maßnahmen des Gouverneurs von Paris
(Drahtbericht unseres Ki.-Sonderberichterstatters.)
Kr Genf, 30. Mai. (zb.) General Dubail, der Gouverneur von Paris, erließ eine Pcokl.rmation, in der den Soldaten der Pariser Garnison und Urlaubern verboten wird, sich an Streikkundgebungen zu beteiligen. Er droht mit strengsten Strafen und Entziehung des Urlaubs. Innerhalb Paris ist die Zahl der Streikenden aus 50 000 angewachsen, was sehr bedenklich erscheint. Die Ausstandsbewegung greift auf die ganze Textilbranche über. Durch Propaganda wird auch die P r o v i n z zur Beteiligung an der Bewegung veranlaßt.
Schwere Zusammenstöße mit der Polizei.
W. T.-B. Bern, 29. Mai. „Nouvelliste de Lyon' meldet aus Paris: Am 28. Mai, abends, kam es rn dem volksreichen Viertel des Mont Parnasse, besonders tn der Nähe des Bahnhofs, zu heftigen Zwischenfällen. Em großer Zug, der nach dem Innern her Stadt strebte wurde nach schweren Zusammenstößen, bei denen blank gezogen, Steine geworfen und mehrere Manifestanten und Polizisten verwundet wurden, zerstreut und drei Verhaftungen vorgenommen.
Die Bewegung gegen die Teilnahme an der Stockholmer Konferenz.
(Drabtberickt unseres Kr.-Sonderberichterstatter».)
Kr. Genf, 30 Mai. (zb.) Die konservativen Pariser Blätter verlangen, daß den sozialistischen Delegierten die Reisepässe nach Stockholm verweigert werden. Das „Journal des Dubais" sagt, es war bezeichnend, daß die Mehr heit sich unterwarf. Andernfalls wäre d»e Minderheit zur Mehrheit geworden. Die rückschrittlichen Blätter be- uiteilen len Entschluß als eine Gefahr, weil er Frankreich schwächen und den deutschen Widerstand starken werde.
Die englischen Verluste.
W.T.-B. Amsterdam, 3Cy Mai. (Drahtbericht.) Die Verlustlisten in der „Times" vom 21. und 22. Mai enthalten Namen von 561 Offizieren (135 gefallen). Außerdem ver- ösfentlicht die „Times" die Verlustlisten von Mannschaften, die nicht gezählt sind, und eine Verlustliste der Admiralität mjc den Namen von 170 Gefallenen. Ferner berichtet sie von zwei Verlustlisten der Armeeleitung mit ungefähr 11270 Nan en.
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Der deutsche Abendbericht vom 30. Mai.
W.T.-B. Berlin, 30. Mai, abends. (Amtlich. Drahtbericht.) Nichts Besonderes.
Oer Tauchbootkrieg.
Freies deutsches Geleit für norwegische Schisse.
W.T.-B. Ehristiania, 30. Mai. (Drahtbericht.) „Asten- Pollen" und „Sjoefarts Tidninzen" teilen mit, die deutsche Reaierurg wolle den norwegischen Schiffen, welche am 1. I u l i E n g l a n d für die Fahrt nach Norwegen verlassen sollen, ein freies Geleit anbiete i. „Afienposten" fügt hinzu, das Angebot sei im wesentlichen übereinstimmend mit dem Angebot von Ende April, welches die Schisse ivegen der Kürze der Feist nicht hätten benutzen können. Es weide ohne Bedingung gestellt werden.
Amtliche Meldung über englische Schiffs- Verluste.
W.T.-B. London, 30. Mai. (Drahtbericht. Amtliche Meldung.) Das englische Hospitalschiff „Dever Castle" (8271 Tonnen) wurde ohne Warnung am 26. Mai, 6 Uhr abends, im Mittelmcec torpediert. Um 8% Uhr wurde es zum zweiten Mal torpediert und sank. Alle Kranken, das äizüiche Personal des torpedierten Schisses und die Mannschaft wurden gerettet mit Ausnahme von 6 Personen, die vermißt werden. Wahrscheinlich wurden diese durch die Explosion getötet. — Der bewaffnete Handelsdampfer „H i l a r y" wurde in der Nordsee torpediert und ist gesunken. Liier Personen wurden durch die Explosion getötet. — Ein englischer Zerstörer ist infolge eines Zufammcn- strßes gesunken. Menschen sind nicht umgekömmen.
va§ neue Rußland.
Sensationelle Enthüllungen über den Geheimvertrag Italiens mit den Alliierten.
Br. Stockholm, 30. Mai. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die russische Helsingforser Zeitung „Vona" berührt die Frage einer Veröffentlichung der Geheimvetträge Rußlands mit den Alliierten. Obwohl die russische Regierung erklärte, daß man sie nicht veröffentlichen könnte, meint das Blatt, müsse man die Geheimnisse trotzdem offenbaren. Zum Beweise briilgt das Blatt .genaue Angaben über den Vertrag der Alliierten mit Italien. Hierrcich garantieren die Alliierten Italien Südtirol mit Trient, das ganze Küstengebiet, Dalmatien mit Zara und Spalado, Mittelalb rnien mit V rlma, d:e Inseln im Ägäffchen Meer, an der kleim-statischen Küste und außerdem günstige Eiseubahnkonzcssronen in Türkisch- Kleinasien. „Djeu" bemerkt hierz.i, daß diese von den Alliierten angebotenen Gebiete bei weitem die eigenen früheren Forderungen der Italiener übertreffen. Außer den Gebieten mit italienischer Bevölkerung von Südtirol und Triest mit etwa 600 000 Einwohnern würbe Italien gemäß dem Vertvag ein Gebiet mit einer Bevölkerung von einer Million erhalten. In Dalmatien besteht die Bevölkerung nur zu 2 Prozent aus Italienern und zu 97 Prozent aus Serben. ' „Djen" betrachtet es für sicher, daß dieses Abkommen ohne Serbiens Einvernehmen getroffen wurde. Italiens Rolle im Kriege sei verhältnismäßig nicht groß, wenn also trotzdem so große Kompensaticr en ans Italien fallen, wie groß, so fragt das Blatt, müssen die Ansprüche der übrigen mehr am Kriege beteiligten Alliierten sein?
Serbische Generale von russischen Soldaten verhaftet.
# Stockholm, 29. Mai. Aus Odessa geht die Abschrift folgerten Armeebefehls des ObevkommanldierenLen des Odessaer Militärbezirks zu: Der Soldatenrat der mir unterstellten Truppen hat den gesamten Stab der hiesigen serbischen Division mit dem Kommandeur cm der Spitze verhaftet. Ich mache die Soldaten darauf aufmerksam, daß die serbischen Truppen lediglich in operativer Beziehung dem russischen. Oberbefehlshaber unterstellt sind, und daß die Verhaftung von höheren Vertretern einer verbündeten Armee bedauerlich und unzulässig und den Regeln des Völkerrechts zuwiderlaufend erscheint. Im übrigen mache ich daraus aufmerksam, daß unsere gesetzliche Regierung >der serbffchen Obrigkeit das Verlangen übermittelt hat, die serbische Armee nach deni Muster der freien russischen Armee zu reformieren, und daß dahingehende Reformen mit der Einsetzung von soldatischen Komitees nach unserem Muster bei den verbündeten Serben schon beginnen haben.
Bezeichnend fft, daß der russische Oberbefehlshaber an der iumänischen Front General Schtscherbatow am gleichen Datum einen ähnlich lautenden Tagesbefehl an ihm unterstellte Truppen erlassen mußte mit der strengen Warnung, sich aller Gewalttaten gegen die höheren und niederen Führer der verbündeten rumänischen Armee strengstens zu enthalten.
Soldaten-Raubzüge und Ausruhrszenen im Innern Russlands.
W. T.-B. Amsterdam, 29. Mai. Nach dem „Mgemecn HcmdelSblad" wird der „Daily News" aus Petersburg gemeldet, daß Kerenski eine Proklamation gegen die Raubzüge erlassen hat, die vielfach von Soldaten in den ländlichen Distrikten unternommen werden. In der Proklamation wirb daraus hingöwiesen, daß die junge Freiheit Rußlands, wenn die Zustände fortdauerten, zu Raub, Brandstiftung und Gewalttätigkeiten überzngehen drohe. Dasselbe Blatt berichtet wn gefährlichen Aufruhr- szenen, die die Anhänger der Monarchie in der Hoffnung veranstalteten, daß Rußland auf dem Weg der Anarchie wieder zu einer monarchischen Regiernngssorm gelangen würde.
Teilweise Einstellung der Munitions- crzeugnng.
W. T.-B. Berlin, 30. Mai. (Drahtbericht.) , Das „B. T." mellet aus Lugano: „Corriere della Sera" meldet aus
Petersburg: Der K r i e g s m i n i st e r hat^, in vieieir
Fabriken die Einstellung der Munitionserzengung angeordiret und die sofortige Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen besohlen.
Schwere agrarische Unruhen in Beßarabien.
«Drahtbericht unseres Z.-Sonderberichterltaners.s 8. Stockholm,' 80. Mai. (?b.) Der Odeffaer Verband der Georgsritter meldet nach Petersburg, daß in Beßarabien all- gemein-c agrarische Unruhen entstanden seien, welche das Land vollständig verwüsteten. Ter BerwaltungSkörper ist dort gärrzl-ch gestört.
Maßnahmen gegen die Unabhängigteits- bestrebungen.
W. T.-B. Kopenhagen, 30. Mai. „Berlingske Lidonlm" uipJhpi aus Stockholm: In Finnland sind
