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Berlag Langgasse 21

„Tagülalthans".

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«Wfw?^°M7^-K^bi^-NaWW Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W., Patsdamer Skr. 121K. Feruspr.: Amt Lütz.w 6202 u.

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Dienstag, 22. Mai 1917.

Kbend-Kusgabe.

Nr. 258. . 65. Jahrgang.

Der Tauchbootkrieg.

Wieder 18 000 Tonnen im Atlantischen Ozean versenkt.

W.T.-B. Berlin, 22. Mai. (Amtlich. Drahtbericht.) Neue Uuterseebootserfolge im Atlantischen Ozean: 18 000 Bruttoregistertonnen. Unter der Ladung der versenkten Fahrzeuge befanden sich 10 000 Tonnen Eisen nach Italien und Getreide nach Frankreich.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Weitere Versenkungen.

IV. T.-B. Rotterdam, 21: Mai. Der »Maasbode" meldet, daß der Dampfer „Jomnis T. Gonlandriß" (3153 Br.-R.-T.), mit Erz auf dem Wege von Afrika nach England, versenkt wurde. Fern.er meldet „Maasbode" als torpediert: „Sowwell" ans London (3781 Br.-R.-T.), den Dampfer „Boomhill" aus Newcastle (1395 Br.-R.-T.), den Dampfer „Helen" aus Bel­fast (322 Br.-R.-T.), den Dampfer „Derrymore" aus Tralec (485 Br.-R.-T.), den englischen Dampfer „Athole", den eng­lischen Dampfer „Burrowa", den englischen Dampftrawler „City", den französischen Dampfer „Nelly" (1868 Br.-R.-T.), das Schiff „Srrig" mit Ballast von Belfast nach Amerika unterwegs, und „Hudson" (817 Br.-R.-T.) aus Christianfand und schließlich den norwegischen Dampftrawler „Roald" (158 Tonnen).

Der White Star-Riesendampser „Baltic" versenkt.

W. T.-B. Rotterdam, 21. Mai. Der „Maasbode" meldet, daß nach.der Erklärung der Besatzung des versenkten schwedi­schen Schisses „Covdelia" dasselbe U-Boot einige Tage später den White Stardampfer .Aaltic" (23 876 Tonnen) angrrfi. Das Schiff erhielt schwere Treffer und hatte bald darauf : schwere Schlagseite. Englische Torpedojäger eilten sofort zur Hilfe. Später horte man, daß ein anderes U-Boot den „Baltic" zum Stuken gekracht hat.

Weitere Schifssverlustc der Feinde.

W.T.-B. Madrid, 18. Mai. (Funkspruch des Der- treters des Wiener k. und k. Korr.-Bureaus. Verspätet eingetroffen.) Am 15. Mai hat ein Unterseeboot 12 Seemeilen von Denia nach mehr als einstündi- dem Kampf, wobei über 200 Kanonenschüsse gewechselt wurden, den bewaffneten englischen Dampfer „Tungshan" mit 6000 Tonnen Kohlen von Newcastle nach Genua unterwegs, versenkt. Der Kapitän, der erste Artillerist und ein Maschinist wurden von der Be­satzung des U-Bootes gefangen genommen.

Nach Mitteilungen des „Jmvarcial" ist der Name des bei Tortosa versenkten englischen 6000-Tonnen- Dampfers „Janone" (Heimatort London) und nicht „Jzanoni", wie irctümlichweis? verlautete. '

Auf der Flucht vor U-Booten ist in der Nähe von Denia der von der italienischen Regierung beschlag­nahmte deutsche 6000-Tonnen-Dainpfer „Amphitrite", von Argentinien mit Weizen ladung kommend, g e - strandet. Er batte mit dem versenkten englischen Dampfer „Tnngsban" einen Geleitzug gebildet. In der Nähe von Almeria ist der Dampfer „Tamas" (4436 Bruttoregistertonnen) aut dem Wege nach Genua mit 4000 Tonnen Kohlen sowie Medikamenten für Verwundete gescheitert. Mehrere französi­sche und englische Kriegsschiffe sowie der Schlepper „Walkyria" sind mit der Flottmachung des Dainpfers beschäftigt.

Ein neuer Bluff gegen die U-Boote.

Beruhigungsvorträge in England notwendig:

— Berlin, 22. Mai. Um der zunehmenden Unzu­friedenheit über den Nahrungsniittelmangel und der Teuerung zu steuern, greift die englische Regierung zu dem Mittel, von Regierungsvertretern Beruhigungs- Vorträge im Lande abhalten zu lassen. Der Admirali­tät sei es gelungen, so wird verbreitet, eine neue Art der Bekämpfung der Unterseeboote ausfin­dig zu machen, so daß Deutschland nach einigen Monaten merken würde, daß es sich v ertechnete und daß die Aushungerung Englands unniözlich sei.

Frankreichs Grimm über das Versagen der englischen Kriegsflotte.

IV. T.-B. Bern, 2l. Dtai. Znm Tauchbootkrreg schreibt die „Information": Nach und- nach komme man zu der Ansicht, daß die durch den Untecseebootskrieg geschaffene Lage einen beträchtlichen Einflaß auf die Kriegsdauer haben werde. Noch niemals habe man mit solcher Offenheit sprechen dürfen; und wenn man das jetzt gestatte, so sei es, weil man sich vermutlich endlich davon überzeugt habe, daß man das Notwendige zur planmäßigen Bekämpfung der Untersee- bootsgefahe tun müsse. In England gewinne der Gedanke Anhänger, daß ein Angriff auf die deutschen Küsten notwendig sei. Man müsse in Frankreich sich immer wiederholen, daß es nicht zulässig sei, daß die erste jMarine der Welt, die von der französischen und amerikanischen (unterstützt werde, ohnmächtig vor den deutschen Küsten (bleibe, so gut sie.auch geschützt sein mögen. — Der „Figaro"

schreibt zu der Ankunft der amerikanischen Flotte, sie werde hoffentlich zusammen mit der japanisch«: eine ver­schärfte Unterseebootsjagd ermöglichen.

Oie englische „Gegenoffensive auf der U-Sootfronl".

Zu den Vorgängen von Zeebrügge wird uns geschrieben:

Die Engländer haben in der letzten Zeit erstaunliche An­strengungen gemacht, um auf den Stützpunkt der deutschen U-Boote Zeebrügge einen nachhaltigen Angriff zu unterneh­men. Von einem neutralen Kritiker ist daraufhin bereits die Frage aufgeworfen worden, ob nunmehr durch unseren U-Bootkrieg die „S e e f l a n k e" in den Vordergrund des In­teresses gerückt ist. Unser U-Bootkrieg hat nämlich für Eng­land zweierlei Wirkungen. Durch die Gefährdung der rück­wärtigen Verbindung des englischen Landheeres kann er als eine Art Flankenangriff zu der Schlacht in Frankreich gelten. Die englische Marineleitung scheint mit allen ihr verfügvaren Machtmitteln Vorgehen zu wollen, um der Schrecken der U-Boote Herr zu werden. Nur dadurch allein wird sie die ewigen Vorwürfe wegen ihrer Untätigkeit zur Verstummung bringen können. In englischen Zeitungen war in der letzten .Zeit mehrfach von einem systematischen Feldzug gegen die U-B o o i e zu lesen. Siegemann betrachtet be­reits den Angriff auf Zeebrügge als den ersten Abschnitt die­ses Feldzugs, der unsere U-Voote der Stützpunkte berauben will, die in der Nähe Englands liegen. Mit der Vernichtung dieser Stützpunkte an der flandrischen Küste glaubt und hofft England, die U-Bootgefahr aüwenden zu können. Bisher Hai England allerdings mit feinen Kriegsschiffunternehmungen noch >ehr wenig Glück gehabt, da unsere wachsame Flotte der abgedarikten Herrscherin der Meere einen schweren Schlag nach dem anderen zufügte. Aber selbst, wenn wir einmal das Unwahrscheinliche annehmen, daß es den Engländern gelingen sollte, wirklich unsere U-B ootstützpunkte an der flandrischen Küste zu zerstören, auch dann kann keine Rede davon sein, daß England ein Gegenmittel gegen unseren U-Bootkrieg gefunden haben würde. Bei dem heuti­gen Stand der U-Boote ist es überhaupt nicht einmal sicher, ob an der flandrischen Küste Stützpunkte nötig sind. Der nroße Aktionsradius, über den unsere U-Boote vec- figen. macht sie jedenfalls völlig davon unabhängig. Die heimatlichen Häfen können durchaus als U-Bootstütz- pnnkte betrachtet werden, zumal die Entfernung keine Rolle mebr spielt. Die Manövrierfähigkeit unserer U-Boote tut -das Ihre dazu, um allen Absperrungsmatzregcln der Engländer Trotz bieten zu können.

Bisher haben wir allerdings nur große Worte von Eng­land gehört denen die großen Taten noch nicht gefolgt sind. Wenn aber wirklich von der englischen Seite beabsichtigt ist, einen großen Feldzug an der Seeflanke zu unternehmen, dann dürfte England gezwungen sein, die bisher ängstlich behütete Flotte e i n z u s e tz e n. Die englische „Gegen­offensive auf der U-Bootftont", wie sie ein englisches Blatt nannte, wird dann den Engländern erneut zeigen, welch eine scharfe Waffe unsere bisher von ihnen geringschätzig behan­delte Flotte darftellt. England ist jedenfalls durch den U-Bootlrieg, den sie auch früher sehr gering einschätzte, in eine verzweifelte Lage gebracht, da es gezwungen ist, entweder untätig zuzusehen, wie der englische Frachtraum immer mehr schwindet und die Hungersnot immer mehr w ä ch st. oder seine Flotte, die einzige Stütze der Macht, in einen Kampf einzusetzen, dessen Ausgang für En->- land durchaus noch dunkel ist. Die englische „Gegenoffensive auf der U-B-ootfront", die jetzt kommen soll, wird jedenfalls von unserer Flotte mit kühler Ruhe und mit großer Be­friedigung ausgenommen werden, falls dadurch einmal d-e englische Flotte genötigt wird, ihre Schlupflöcher zu verlassen und sick noch einmal wie beim Skagerrak unserer Flotte zu stellen, die ja damals nach der Angabe der englischen Admi­rale so sehr geschwächt wurde, daß es wirklich für England keine Gefahr bedeuten sollte, in den Kampf mit rhr einzu­treten.

vre Lage im wetten.

Die Kampfhandlungen am 20. Mai an btt Front im Westen.

Der deutsche Ergänzt,,rgsbericht.

W.T.-B. Berlin, 21. Mri. Südlich der Scarpe w rc- den die am 20. Mai, morgens, gemeldeten A-ngriffe mit st a r k e n Kräften auf der ganzeri Froirt berderseits der Straße Arras-Cambrai unternommen. Sie kamen in unserem Vernichtungsfeuer in der Hauptsache über die ersten Anfänge nicht hinaus. An einzelnen Abschnitten wurden sie schon durch das auf deutlich erkannte feindliche Sturmtruppcn liegeirde deutsche Feuer c r st i ck t. Nur in der Gegend von Croisilles gelang es einer anscheinend frisch eingesetzten englischen Division, sich in Kompagniebreite in unserem vor­dersten Graben festzusetzen. Englische Stürm­te u p p e n, die weiter vorzupcingen versuchten, wurden ver­jagt und vernichtet, 2 Offiziere und 43 Mann gefangen und 3 Maschinengewehre erbeutet. Den morgens errungenen 'Erfolg versuchten die Engländer am Nachmittag auszubauen. Sie griffen mehrfach, an einzelnen Stellen bis zp fünf Malest

in mehreren Wellen in Divifionsbreite an, wurden aber, lvo sie eindrangen, hinausgeworfen. Nur eine südwest­lich von Fontaine nach Westen vorspringende Ecke unserer Grabensrellung von geringer Breite blieb in ihrem Besitz. Ein abendlicher feindlicher Vorstoß aus dem von uns freiwillig aufgegebenen Bullecourt scheiterte.

Starkes Feuer lag wieder auf St. Quentin, dessen Kathedrale 12 Treffer erhielt.

Im Raume der Aisnc-Front scheiterten bereits am Morgen in unserem Infanterie-, Maschinengewehr- und Artilleriesperrfeuer französische Teilangriffe in der Gegend von Laffaux. In der Gegend der Hurtebise- F e. wurde unsere Stellung planmäßig irach kurzer wirksamer Artillerievorbereitung in etwa 200 Meter Breite vorge­schoben, wobei eine Gruppe von Gefangenen und sechs Maschinengewehre in unsere Hand fielen. Am Nachmittag erfolgten drei stärkere feindliche Gegenan­griffe, die ebenso wie wertere heftige abendliche Angriffe mit schwersten Verlusten für die Franzosen teilweise im Handgrc.no tenkampf abgewiesen wurden. Ein im An­schluß an diese Unternehmung nach heftiger Artillerievorbe- reitilng zur Verbesserung unserer Stellung gleichfalls von Bayern unternommener Vorstoß setzte uns auf der Höhe ncrdwestlich des Bevelle-Plateaus in den Besitz feindlicher Gräben. In heftigen Kleingefechten und hartnäckigen Handgranatenkämpfen wurden die eroberten Gräben gegen alle Gegenangriffe gehalten und etwa 50 Ge­fangene und 3 Maschinengewehre eingebracht.

Kurz vor Mitternacht st ü r m t e n am 20. Mai Truppen der Provinz Posen in der Gegend nordwestlich von Braye die vordere feindliche Grabenlinie in einer Breite von 200 Meter. Auch hier blieb eine Anzahl Gefangener in unserer Hand.

Während sich in der Gegend von Reims das Artillerie­feuer in mäßigen Grenzen hielt, steigerte sich das tagelcmge französische Zerstörungsfeuer gegen unsere Höhenstellungen in der westlichen Champagne am 20., vormittags, zum heftigen Stuvmreiffchießen. Um 4 Uhr nachmittags ging der Feind «:.it starken Kräften gegen unsere Höhenstellungen nördlich von P r o s n e s, vom Cornillet bis zum Poehlberg, zum Angriff vor. Im ersten Anprall gelang es den Franzosen, die Höhen zu besetzen. Der Gegenstoß unserer Reserven, die schon seit langer Zeit unter schwerstem Feuer ausgehalten hatten, entriß dem Feind unter Kämpfen größter Erbitterung einen großen Teil seines Gewinnes. Die anfänglich verloren gegangenen Höhen Hochberg und Pohlberg wurden zurückerobert und gegen mehrere starke Angriffe, bei denen die feindliche Infanterie durch unsere Artillerie schwerste Verluste erlitt, gehalten. Eine größere Anzahl von Gefangenen und einige Maschinengewehre wurden bei dtdsen .Kämpfen eingebracht. Zwei andere Höhen, der Corntllet- und Keilberg, blieben, wie gemeldet, im Besitz des Feindes.

In der Gegend von Verdun verstärkte sich am 20. tagsüber die Artillerietätigkeit und hielt auch stellenweise brs zuni Abend an, um in der Nacht wieder abzuflauen.

Die militärische 5lussichtslosiakeit der Entente nach neutralem Urteil.

W.T.-B. Rotterdam, 21. Mar. „Nisuwe Rotterd. Courant" schreibt in der Übersicht über die Lage: Der Versuch der Alliierten, im Jahre 1917 an der Westfront eine Entscheidung herbeizuführen, kann schon jetzt als mißglückt bezeichnet werden. Niv elle hat als Oberbefehlshaber wenig Genugtuung erlebt. Die einzige wichtige Aktion, die er in dieser Eigenschaft vollbracht hat, hat offenbar infolge des Mißverhältnisses zwischen den Verbündeten und den erreichten Ergeb­nissen so wenig Anklang gefunden, daß sie ihm seine Stellung gekostet hat. Der neue französische Generalissi- mus wird nun wohl mit dem Menschenmaterial vor­sichtiger umgehen müssen, aber große Erfolge sind dann nicht mehr zu erwarten. Auch die große Frage, was der neue Kampf an der italienisch- österreichi­schen Front für eine Wirkung haben werde, ist beant­wortet: für die allgemeine Lage keine. Auch hier besteht keine Aussicht auf eine militärische Ent- scheidung. Von Sarrail ist ebenfalls nichts Beson- deres mehr zu erwarten.

Grape französische Truppenbewegungen?

— Berlin, 22. Mai. Der gesamte Personen-, Telegramm- und Postvcrkchr über die ftanzölisch-schweizerisch,: Grenze ist seit Montag- Vormittag eingestellt. Tie französischen Zeitungen blieben gestern aus. Man glaubt an große französische Truppenbewegungen.

Die Mehrheit des französischen Sozialiften- kon Preises doch für Socklwlm?

— Berlin, 22. Mai. Tie Aussichten der sozialistischen Minder- beit, aus dem an-, nächsten Sonntag in Paris abzuhaNenven Kongreß der französischen Sozialisten die Oberhand zu gewinnen, sind laut „B. T." sebr gestiegen. Man glaubt, daß der Parteitag zu dem Be­schluß gelangen werde, die internationale Sozialistenkonfercnz zu be­schicken.

*

Das Secpefeeht vor der flandrischen Küste.

Ern französischer Bericht.

W. T.-B. Paris, 21. Mai. Das Marineministerium teilt mit: In der Nacht vom 19. zum 20. Mai, gegen 1 Uhr früh, l-egügu^ eine Streifabteilung von 4 französischen Torpedo-