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KbeNd-KU§g(lbE. Nr. 253. . 65. Jahrgang.

Samstag, 19. Mai 1917.

Der Tauchbootkrieg.

weitere 21000 Tonnen tut Atlantischen Ozean!

W. T.-B. Berlin, 19. Mai. (Amtlich.) Neue Unter­seebootserfolge im Atlantischen Ozean. Acht Dampfer mit 21 000 Bruttoregistertonnen. Unter den versenk­te» Schiffen befanden sich u. a. der portugiesische DampferBanreir 0 ", der frühere deutsche DampferLübeck", mit Wein und Kakao nach Rouen.

Von den übrigen versenkten Schiffen hatten geladen: drei Dampfer 9000 Tonnen Kohlen kür die englische Marine nach Gibraltar, zwei Dampfer 8400 Tonnen Erz nach England, ein Dampfer mit 4900 Tonnen Roheisen nach England und ein Dampfer mit 7800 Launen Weizen von Amerika nach Frankreich.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Weitere Versenkungen.

XV. 1.-8. Rotterdam, 18. Mai.Maasbode" meldet folgende Schiffe als gesunken:Treklieve" (englisch, 8027 Bruttoregistertönren);Orsa" (englisch, 2040 Bruttoregister- tour.en); ,H. Petersen" (192 Bruttoregistertonnen), aus Marftal, wurden auf der Fahrt von England nach Dänemark mit Kohlen versenkt;Borowdale" aus Marienhamm (1268 Brutoregistertonnen), wurde am 1. Mai an der englischen Küste, und .Lindisfaino" (1703 Bruttoregistertonnen), aus Rhstod, an der irischen Küste versenkt.

XV. T.-B. Haag. 18. Mai. In Scheveningen wurden drei Mann der Besatzung des holländischen SeglersHendrika Johanna" gelandet, der auf der Fahrt von Gotenburg nach Rotterdam von einem Unterseeboot versenkt wurde.

XV. T.-B. Madrid, 18. Mai. (Funkspruch vom Vertreter des Wiener Korrespondenz-Bureaus.)Jmparcial" teilt mit: In Ferrel sind Schiffbrüchige des ehemals griechischen DampfersJohannes Gaerliandis" (4900 Tonnen) einge­troffen, der mit einer Erzladung von Afrika nach England unterwegs war und von einem Unterseeboot in der Nähe der spanischen Küste versenkt worden ist. Weiter wurden ver­denkt' Der norwegische DampferTramp" und der italie­nische DampferJob". In der Nähe von Santander wurde der portugiesische Dampfer , Barraile" (1900 Tonnen), mit einer Ladung Wein und Kakao von Lissabon nach Rouen unterwegs, von einem Unterseeboot versenkt. Der Dampfer ist der beschlagnahmte frühere deutsche DampferLübeck". In Sijon sind Schiffbrüchige der norwegischen Dampfer Gurrtn" undVoß" gelandet. In der Nähe von Bilbao ver­senkte ein Unterseeboot den norwegischen DampferTieger'' (5000 Bruttoregistertonnen), mit einer Erzladung von .Almeria nach Glasgow unterwegs; den norwegischen DampferLcikanate" (6500 Tonnen), mit einer Ladung Weizen von Bal inwre nach Nizza, sowie einen englischen Dampfer.Tea/te" meldet: In der Nähe der englischen Küste ging der spanische DampferAllumenet" (3280 Tonnen), mit einer Erzladung von Bilbao für Glasgow unterwegs, unter. Die Mannschaft wurde gerettet. Tie Ursache des SchiffsuntcrgangeL ist noch nicht festgcstellt. Die Zeitung .Pueblo Vasso" meldet aus Bilbao' 25 Meilen vom Kap Oxtegol versenkte ein Unterseeboot den ehemals griechischen DampferMariaß" und den norwegischen DampferPoel- stadt". Wie die ZeitungJndependencia" aus Almeria meldet, ist der japanische DampferTasu Maru", mit einer Erzladung von Almeria nach England unterwegs, vpn einem Unterseeboot in der Nähe der Meerenge von Gibraltar versenkt worden.

Eine deutsche Antwort auf Tarsons letzte Schimpfrede.

XV. T.-B. Berlin, 18. Mai. Gegenüber der neuesten Frühstücksrede des englischen Marinesekretärs Carson, in der er erneute Beschimpfungen gegen die deutsche Kriegführung vorbringt und' die Behauptung 'aufstellt, die englische Flotte kämpfe mit der amerikani­schen im Interesse der Zivilisation und Mensch­lichkeit für die Aufrechterhaltung der Freiheit der Meere, muß daran erinnert werden, daß auf An­regung der Vereinigten Staaten von August 1914, die Kriegführenden sollten sich auf den Boden der Londoner Deklaration stellen, Deutschland sogleich seine Z u- st i m m u n g erteilte, während England dies ablehnte. Nach fortgesetzten Mißachtungen der Grundsätze der Londoner Deklaration hat England sie schließlich in Übereinstimmung mit seinen Verbündeten auch formell außer Kraft gesetzt. Ebenso hat England die Regeln des Haager Abkommens als nicht bindend ange­sehen und gegen sie dauernd verstoßen, während die gel­tende deutsche Prisenordnung auf den Bestimmungen des 13. Haager Abkommens beruht. Wenn Carson die 'deutsche Methode als solche von Wilden bezeichnet, so dürsten ihm die Worte für die superlative Bezeich- inpng 'des engtijchen Verhaltens fehlen. Es genügt der

Hinweis darauf, daß die Antwort auf die eng­lische Methode von der deutschen Kriegs­leitung erst dann gegeben wurde, nachdem feststand, daß England durch keinerlei Ansprüche der verletzten Neutralen zur Anwendung des bisher geltenden Völ­kerrechts zurückgebracht werden konnte. Dies gilt so­wohl von der Aufstellung des Begriffes eines für die Schiffahrt gesperrten Seekriegsgebietes als auch von der rücksichtslosen Führung des Wirt­schaftskrieges, die die Aushungerung eines ganzen Volkes zum Ziele hatte. Deutsch­lands Maßnahmen sind insoweit lediglich Gegen­maßregeln, die durch vollkommene entsprechende Anwendung der englischen Methoden getroffen werden. Wenn Carson annimmt, daß die Flotte der Vereinigten Staaten mit der englischen für die Auf­rechterhaltung des bisherigen Zustandes zur See kämpfe, so würde dieser Kampf nicht der Freiheit der Meere, sondern der Aufrechterhaltung der englischen Zwangsherrschaft zur See dienen, durch die alle Nationen, auch die Neutralen, bisher gerade­zu terrorisiert wurden. Der Befreiung der Welt von dieser englischen Seetyranci dient der deutsche Unterseebootskrieg, den Carson in richtiger Ein­schätzung als wirkliche Gefahr für die englische Seewillkür betrachtet, die begründete Furcht, daß der U-Bootskrieg, gegen den die große englische Flotte bis­her machtlos war, auch trotz der a m e r i k a n i s ch e n Hilfe sein Ziel erreichen wird, dürfte den eigentlichen Anlaß für diese neueste Rede Carsons darstellen.

Kein Mittel gegen die Unterseeboote.

Bern, 18. Mai. (zb.) Der Marinemitarbeiter des Messaggero" schreibt, er habe zunächst nach gar kein Ver­trauen zu den aus Amerika angekündigten Erfindungen gegen die Unterseeboote. Der Unterseebootskrieg stelle sich für rhu als ein Wettrennen zwischen den deutschen Tauch­booten und den Werften der Alliierten dar.

Durchsichtige englische Machenschaften gegenüber neutralen Dampfern.

XV. T.-B. Rotterdam, 16. Mai. Der kürzlich hier von Baltimore cingetroffeNe DampferS v i n t a" wurde am 21. April an der Doggerbank von einem englischen Kreuzer angehalten. Nachdem der Kommandant des Kreuzers über Nationalität, Ladung (Phosphat) und Ziel des Dampfers unterrichtet war, forderte er den Kapitän ruf, das Schiff nach H a r w i ch zu bringen. Auf die Einwen­dung des Kapitäns, daß der Dampfer keine Bannware führte und nach Rotterdam dampfen werde, wurde ihm von dem Kemmcndanten bedeutet, daß das Schiff dann mit Ge- walr aufgebracht werden würde. Der Kapitän protestierte energisch aber erfolglos, gegen die Aufbringung des Schiffes nach Harwich. ES kamen sechs Matrosen, mit einem Offi­zier an Brrd, worauf der KurS auf Harwich gesetzt wurde. Der Kreuzer folgte und fuhr dabei öfters in kinem Abstand von 3 bis 4 Seemeilen um das Schiff herunuAls gegen 9 Uhr abends die Küste gesichtet wurde, gab der Kreuzer Befehl zum Stoppen. Ein Boot kam längsseits und holte die Prisenmannschaft von Bord. Es wurde dem Kapitän be­deutet, daß das Schiff nicht aufgebracht werden würde und seine Reise nach Rotterdam foctsetzen könne. Das Gesuch des Kapitäns um Herausbegleituug des Dampfers aus dem Sperrgebiet durch den Kreuzer wurde abgelehnt. Man wollte 'hn also nur in das Sperrgebiet zwingen.

XXX T.-B. Amsterdam, 18. Mai. Unter den aus England kürzlich zurückgekehrten holländischen Dampfern waren ver­schiedene über drei Monate in England zurückbehalten worden. Die Fahrt nach Holland mußte nördlich uni Eng­land herum gemacht werdend Der Proviant für 16 Tage war reserviert und versiegelt. Da jedoch der übrige Proviant zur Neige ging und die Engländer nichts weiter liefern konnten, wurde die eiserne Portion schon während der Liegezeit des Dampfers angebrochen und während der Liegezeit von bestimmten Rationen gelebt. Kartoffeln gab es überhaupt nicht, nur Steckrüben und auch diese nur in bestimmten Mengen. Zucker ist so gut wie nicht zu haben.

Beginnender Benzinmnngcl in England.

XV. T.-B. Rotterdam, 18. Mai. Nach demNieuwe Rotterd. Courant" schreibt dieDaily Mail", daß in Eng­land infolge des U-Bootkriegs ernstlicher Benzin Mangel herrscht. Für Armee und Flotte sind zwar noch genügend große Vorräte vorhanden, aber die Lieferungen an die, Munitionsfabriken sind bereits beschränkt worden.

Die schlechter werdende Kost.

XV. T.-B. Kopenhagen, 18. Mai.Lloyds" berechnet jetzt als Versicherungsprämien für Güter von England nach Dane- mavk 26 Prozent.

Die Nachrichten neutraler Seeleute über die Verpflegung und Lekensmittelverhältnisse in England werden durch däni- sthe Schrffsbesatzungen bestätigt, die unlängst von Grimsby zurückgekehrt find. Die Kost war sehr schlecht. Es wurde nur eine h a l b-e Ration Butter, Zucker und Mehl verabreicht, frisches Ueisch Laächenüich 1 Pprnd, dazu Meirnal Äonserben,

Schwerer Schaden beim letzten Angriff auf Dover.

XV.T.-B. Rotterdam» 18. Mai. Nach zuverlässigen Nach- richte!' aus England wurden durch den letzten Angriff auf Dover schwere Beschädigungen an den verschiedenen Docks veriirsticht. Wo für die Flotte Lebensmittel ausgespeichert waren, wurde der größte Schaden beim Löschen des Brandes verursacht. Die meisten Geschosse fielen zwischen Kearnseh und Dover und vernichteten einen Flugzeug­schuppen mit drei Flugzeugen: Zwei Torpedoboote tvulden zum Sinken gebracht. Eins der Boote hielt sich lauge genug über Wasser, um die Besatzung in Siche'Hert zu bringen. Trotzdem sind die Verluste beträchtlich auch auf anderen Schiffen, die an dem Gefecht beteiligt waren. Man spricht von 150 bis 800 Toten und ebensoviel Verwun­deten, Unter den gefallenen Seeoffizieren war auch Kapitän Steek, dessen Bruder, Leutnant Steek, kürzlich als Flieger ge­fallen ist. Beide sind Neffen Lloyd Georges.

vie Lage Im wetten.

Vom letzten Kampftag im Westen. -

Der deutsche Ergänzungsbcricht.

XV. T.-B. Berlin, 18. Mai. Bei Regenwetter und schlechter Sicht war die Kampftätlgkeik am Vormittag des 17. Mai gering und nahm erst am Nachmittag mit aufhellender Sicht zu. Gegen Abend des 17. steigerte sich bei Arras das Artilleriefeuer gegen die Front A ch e v i l 1 e - G a v r e l l e zu größter Heftigkeit, um in der Nacht zum 18. Mai uni 1 Uhr 30 Min. morgens zum Trommelfeuer anzuschwellen. Anschließende Angriffe beiderseits der Straße Gavrelle-Fresnes wur­den, wie gemeldet, teils im Abwehrfeuer, teils im Nah­kampf abgewiesen. Die Räumung von Bulle­court vollzog sich gemäß einem vor Tagen gefaßten Entschluß in der Nacht vom 16. zum 17. Mai ohne jede Störung durch den Gegner, nachdem der letzte englische Angriff am 16. Mai verlustreich für den Angreifer ab­geschlagen worden war. Die Aufgabe des zerstörten Dorfes konnte um so leichter erfolgen, als es sich um einen vorgeschobenen Posten des tiefgegliederten Stel­lungssystems handelte, der seine Aufgabe, die erste Wucht des englischen Stoßes zu brechen, mehr als er- füllt hatte.

An der A i s n e - Frnot wurden die erfolgreichen deutschen Vorstöße fortgesetzt. In der Nacht zum 17. Mai gelang ein kühner Vorstoß, der mehrere Kom­pagnien eines aus Berlinern und Brandenburgern be­stehenden Regiments bis an den Südrand einer Schlucht, 700 Meter östlich von La Rohere Ferme, vor­brachte, wo sie sich sestsetzten. Außer 150 Gefangenen, darunter 3 Offizieren, wurden 5 Maschinen- und Schnelladegewehre als Beute eingebcacht. Dieser Vor­stoß ist die dritte erfolgreiche Unternehmung des Regi­ments innerhalb von zwei Tagen, was einen Rück­schluß auf den ungebrochenen Angriffsgeist der deut­schen Truppen erlaubt. Die Beute aus dem Vorswß in der Gegend Vauxaillon-Laffeux erhöhte sich auf 17 Maschinen- und 9 Schnelladegewehre. Durch die deut­schen Unternehmungen der letzten Tage haben die Fran­zosen allein an der Aisncfront an Gefangenen nicht weniger als 735 Mann einqebüßt. Außerdem erlitten sie außerordentlich schwere Verluste vor allem bei ihren vielfach mißglückten und blutig abgewiesenen Gegen­angriffen. 8 Uhr abends erfolgte an der ganzen Aisne- front ein F e u e r ü b e r f a l l, stellenweise in Trommel- feuerstärke. Verschiedene anschließende französische, Angriffe zwischen 9 und ll Uhr abends wurden sämtlich durch Feuer und Handgranaten aogewiesen. Teilweise kamen sie im deutschen. Feuer überhaupt nicht zur Ent­wicklung.

In der Westchampagne lag ans den deutschen HLhenstellnngcn schweres Artillerie- und Minenseuer aller Kaliber. Um 8 Uhr abends wurde starke Be­setzung der französischen Gräben auf dem Cornillet er­kannt und Vernichtungsfeuer daraufgelegt. Unter der Wirkung des deutschen Feuers kam es lediglich zum Vorfühlen von Posten, die überall abgewiesen wurden.

Die sehr schlechte Stimmung der englischen und französischen Soldaten.

XV. T.-B. Berlin, 18. Mai. Die Stimmung der englischen und froi'zösijchen Soldaten ist infolge der ungeheuren Verluste und der mangelhaften Führung, über die alle Leute in höchstem Mißmut klagen, unter den Null­punkt gesunken. Gefangene des 17. stanzöfischen Jäger- bote'llons berichten, daß bei der Angriffsgruppe am 5. Mai ein unglaublicher Durcheinander geherrscht und leglichc Fiihrung gefehlt habe. Auch bei den am Chemin des Dames eingebrachten Gefangenen des 67. Infanterie-Regi­ments und den bei Beaulne gefangenen Mannschaften der Regimenter 37 und 79 war die Stimmung sehr schlecht. Me Leute waren gegen ihre Führer heftig a u f>g e bracht. Mannschaften des Jnsanterie-Regiments.37 exzätztM, daß