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Verlag Langgasse 21

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Samstag, 12. Mai 1917.

Morgen-klusgabe.

Nr. 240. » 6S. Jahrgang.

Ereignisse zur See.

Der Untergang eines russischen Linienschiffes

Br. Kopenhagen, 11. Mai. (Elg. Drahtbericht, zb.) Die am 7 . März gebrachte Meldung, daß anfangs Januar 1917 bei P o r t S a i d cin großer russischer Kreuzer auf eine Mine gclaufeu und gesunken wäre, wird nunmehr dahin bestätigt, daß es sich um das russi- sche Linienschiff „P e r e s v j e t" handelt, das am 3. Januar 1917 56 Seemeilen vom Sueskanal im Mittelmeer durch Minen gesunken ist.

Das russische Linienschiff „Peresöjet" hatte 11900 Tonnen Wasserverdrängung und 19 Seemeilen Ge­schwindigkeit. Es war im Jahre 1898 vom Stapel ge­laufen, im russisch-japanischen Krieg von den Russen in Port Arthur versenkt, später von den Japanern ge­hoben und unter dem Namen „Sagami" ihrer Flotte einverleibt, dann aber an Rußland zurückgegeben worden.

Bevfenkt!

W. T.-B : . Amsterdam, 11. Mai. Der Amnidener Bericht­erstatter des „Amsterdamer Handelsblads" meldet, daß ein als Fischerfahrzeug verkleidetes deutsches U-Boot vorige Woche in einen schottischen Hafen an der Ost­küste eingedrungen sei, dort den norwegischen Dampfer „Gerda" versenkt und ein anderes Schiff be­schädigt habe.

Der Krieg gegen England.

Aus bet Geheimsitzung des englischen Unterhauses.

Br. Rotterdam, 11. Mai. (Eig. Drahtbericht, zb.) Über ine Geheimsitzung des englischen Unterbauses wird folgender Bericht verbreitet: Die Beratungen wurden von Churchill eröffnet. Er besprach die Verluste an Material und Personen, die allgemeine diplomatische Lage und machte Vorschläge, um der U-Bootgefahr zu begegnen. Er verlangte nähere Informationen über die Lage zur See und die NährüngS- mittelzufuhr. Lloyd George behandelte die verschiedenen Punkte, die Churchill, erörtert hatte, der Reihe nach und machte Bemerkungen über die, innere Lage Österreichs, die Stellung Deutschlands hinsichtlich seiner Reserven, die er für ungünstig gegenüber der Lage Englands hielt. Hin­sichtlich der Forderungen des Kriegsministers nach neuen Reserven setzte Lloyd George auseinander, wie man diese Forderung zu erfüllen gedenke. Über den Stand des UÄoot- kriegs teilte. er die Ziffern des zer st orten britischen Schiffsraums seit August 1916 von Dionat zu Monat mit und gab weiter einen ermutigenden Bericht über die Methode, die zur Bekämpfung des U-Bootkriegs angewandt werde. Auch die Ziffer des in den nächsten 12 Monaten zu bauenden Schiffsraums wurde mitgeteilt.

: Über die Nahrungsmittelfrage sagte Lloyd George, daß bei kluger Sparsamkeit im Verbrauch und bei der ver­mehrten Erzeugung von Lebensmitteln im Inland kein Mangel in England zu befürchten sei, und. daß England 1918 sich selbst ernähren könne. Lloyd George hält es nicht für notwendig, die Kriegsziele der Alliierten wieder aufzuzählen, diese Ziele seien h i n - reichen d bekannt, sie seien in den letzten zwei Jahren -wiederholt mitgeteilt Warden. Asguith äußerte seine volle Zustimmung zu -der Erklärung von Lloyd George, miß- billigte aber, daß die Ni tz u n g geheim geführt wurde. Er sagte, daß kaum etwas gesprochen worden lei, was man nicht auch hätte öffentlich sagen können.

Lord Curzon als Schönfärber hinsichtlich der englischen Schiffsraumfrage/

W. T.-B'. London, 11. Mai. (Drahtbericht.) Im Ober­haus sührte Lord Curzon aus: England besaß am 13. Juni 1916etwa 3900 Schiffe von über 1600 Bruttoregister­tonnen mit einer Gesamtonnage von 16 Millionen 900 000 Tonnen; Engla ch besaß rm März 1917 3500 Schiffe mit einer Gesamtonnage von 16 Millionen Tonnen. Die neutralen Länder erlitten große Verluste, sind aber außer Japan und den Vereinigten Staaten außerstande, ihren Schiffsraum wesentlich zu vermehren. Nach dem Pro­gramm des englischen Schiffahrtsministers werden etwa 3 Millionen Tonnen Schiffsraum jährlich ge­baut werden. Dazu müssen 100 000 weitere Arbeiter ange­stellt und die wöchentliche Stahleinfuhc mutz verdoppelt wer­den. Die Regierung ergreift drastische Maßregeln, um den Schiffsraum zu beschaffen, aber der Gedanke, daß die englische Handelsflotte nach dem Krieg größer sein wird, als die Flotte sämtlicher Nationen, ist ein Ideal, das vor dem Krieg nicht verwirklicht wurde, und es ist töricht, anzuneh­men, daß es jetzt oder künftig verwirklicht werden könnte.

Das neue Nutzland.

Das geplante russische Koalitionskavinett.

W. T.-B. Petersburg, 11. Mai. (Drahtbericht.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur: Im

Hinblick auf die Aufforderung der einstweiligen Regie­rung an die Vertreter der politischen Parteien, die noch nicht unmittelbar an der Regierung teilnehmen, zum Eintritt in das Kabinett richtete Ministerpräsiöent I w o w an den Vorsitzenden des Arbeiter- und Sol­datenrats T s ch e i d s e und den Dumaprüsidenten R o d z i a n k o ein Schreiben, in welchenl er sie er­sucht, den Arbeiter- und Soldatenrat und die Duma­abgeordneten hiervon in Kenntnis zu setzen, damit der Plan verwirklicht werden könne.

Die Regierung hat die Strafe der Ver­bannung und Verschickung abgeschafft und setzte an deren Stelle Gefängnisstrafen von minde­stens drei Jahren. Die Regierung setzte einen Ausschuß von elf Mitgliedern ein zur Ausarbeitung von Be­stimmungen^ für die Wahlen zur gesetzgeben­den Versammlung.

Selbstverwaltung Litauens.

Br. Genf, 11. Mai. (Elg. Drahtbericht, zb.) Der Litaui­sche Nationalrat in Petersburg ernannte eine 12gliedrige provisorische Regierung Litauens. Die neue Regierung berät die Einberufung einer litauischen kon­stituierenden Versammlung und ernannte bereits Gouverneure für die wichtigsten litauffchen Be­zirke.

Die Nachricht über den Selbstmord SsasonowS widerrufen.

IV. T.-B. Petersburg, 11. Mai. (Drahtbericht.) Die Petersburger Telegraphenagentur meldet: Die im Ausland verbreiteten Meldungen über einen Selbstmord SsasonowS sind f a l s ch

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Rumäniens, die an die Schweiz den Hauptteil des Bedarfes lieferten. Ebenso verhalte es sich mit den anoeren Waren. Bezüglich der amerikanischen Drohung, die Ausfuhr an die Neutralen einzu st eilen, sagte der Bundespräsident, es scheine ihm ganz ausgeschlossen, daß ein gerecht denkender (?) Mann, wie Wilson, zu Mrtzregeln seine Hand bieten würde, die die älteste Rep rblik der Welt in eine höchst kritische Lage versetzen würden. Die Schweizer bean­spruchten das Recht zu leben und zu arbeiten. Sic hätten nichts getan, dieses Recht zu verscherzen. Wer gerecht denke, n:üsse dies zugestehen. Alle Maßregeln, die die Zu­fuhren aus Amerika nach der Schweiz einschränken würden, trafen dre Schweiz in ihren Lebensinteresser: und Existenz­bedingungen.

Oer 5lbendbericht vom 11. Mai.

IV. T.-B. Berlin, 11. Mai, abends. (Amtlich. Draht- bericht.) An den Kampffronten ist die Lage unverändert.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht,

\V. T.-B. Wien, 11. Wal. (Drahtbericht.) Amtlich ver­lautet vom 11. Mai, mittags:

Östlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Wesentliches.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Am unteren Jsonzo beiderseits lebhafte Flieger- tätigkeit. --

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, FÄdmarfchMeatnant.

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Ein enäffisch-japanischer R ü ckve r si ch e r u ngs- vertrng gegen Rußland?

Br. Stockholm, 11. Mai. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der von der „Nowoje Wremja" vor einiger Zeit ge­brachte eigentümliche Hinweis auf die Möglichkeit der Besetz^ung W l a d i w o st o k s und eines Teils von Sibirien durch die Japaner er­hält eine besondere Bedeutung durch den Umstand, daß gleichzeitig, viel von dem Inhalt eines angeblichen eng­lisch-japanischen Rückversicherungsvertrags gesprochen wird. Danach hätte Japan gegen Rußland einzuschrei- ten, falls letzteres im gegebenen Fall versuche, seine poliffschen Verpflichtungen gegenüber England nicht im weitesten Umfange zu erfüllen. Anscheinend hat inan mit dieser „japanischen Bedrohung" auf den Ar beiter- unst Soldaten rat einzn wirken gesucht.

Die rusfisch-nmerikanischen Beziehungen.

W. T.-B. Washington, 11. Mai (Drahtbericht. Reuter.) Amt­lich wird bestätigt, daß ein Ausschuß au» Rußland hierher komm:. Senator R o o t wird den Rang eines außerordent­lichen Botschafters in Rußland erhalten.

ver Uriegzzuftsnd mit Amerika.

Die Rooseveltschen Divisionen für Frankreich

IV. T.-B. Washington, 11. Mai. (Drahtbericht.) Die an­gekündigte Konferenz zur Besprechung der Armeevor- läge faßte den Beschluß, baldmöglichst dem Kongreß einen Zusatzantrag vorzulegen, durch den Roosevelt er­mächtigt wird, Divisionen für Frankreich auszuheben, und der die Altersgrenze von 21 bis 35 Jahren einbegreift, für die die Aushebung mit Auswahl betätigt werden soll.

Eine amerikanische Anleihe sür Belgien und Frankreich.

IV. T.-B. Washington, 11. Mai. (Drahtbericht.) Das Reutersche Bureau meldet: Die Regierung gewährte Belgien und Frankreich eine gemeinsame Anleihe von 7 5 Millio­nen Dollar. Die Regierung übernimmt die finanziellen Lasten des belgischen Hilfsfonds der amerikanischen Hilss- komnusfion. Die Verwaltung wird Spanien und Holland anvertraut. ' °

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Der schweizerische Bnndespräsident über Wilsons Hungerandrohung gegenüber den ehrlichen Neutralen.

W. T.-B. Bern, 11. Mai. Nach einer Meldung des „Berner Bund" hatte der Schweizer Vertreter der Associated Preß, Powers, eine Unterredung mit dem Bundespräsi­denten Schulthetz, der genaue Erkläranges über die schwierige Wirtschaftslage der Schweiz ab­gab, die zu gleichen Teilen von den beiden feindlichen K>!ächte- blocks abhängig sei. Schultheß setzte den Gerüchten, wonach die Schweiz aus den Ententeländern eingeführtes G etreide nach Deutschland ausführe, ein entschiedenes Dementi entgegen. Die Tatsache, daß die Schweiz be­deutend mehr Getreide als früher aus Südamerika und Nordamerika beziehe, finde ihre natürliche Erklärung in der Verschlossenheit der früheren Getreidemärkte Rußlands und

Die schweren Berluste der itnlienisrhen Armeen im Winter.

IV. T.-B. Bern» 11. Mai (Drahtbericht.i Nach eine: Mitteilung des italienischen Deputierten Arca soll die italrem- sche Armee in -den Wintermonaten monatlich 8 0- bis 9 00k><! Mann, darunter 2000 Offiziere, durch Erfrieren, Lawinen und Krankheit verloren haben.

Oie Neutralen.

Die Friedensbestrebnngen des Papstes.

— Berlin, 11. Mai. (zb.) Die Friedenshoffnuug, h« der Papst in einem Schreiben an den Kardinalstaatssekretä, ausgesprochen hat, wird, so schreibt die „Germania", in weiten Kreisen ffendigen Widerhall erwecken. Die Autorital tes Papstes hebt sich auch in den Errtentekreisen, die ihm voi einigeii Monaten als angeblichen Beschützer und Begünstige, Deutschlands den Prozeß gemacht hätten. Die moralische Macht des Papstes wird um so mehr wachsen, ja- mehr aorij seine Friedensbestrebnngen Anerkennung und Unterstützung finden werden. .

Geheime Rüstungen in Spanien?

ff Genf, 11. Mai. Das Madrider Blatt „El Pais" ver­öffentlicht einen sensationellen Artikel, in dem es heißt: Dir spanische Regierung scheine geheimnisvolle Rüstungen zu be­tätigen.

Br. Genf, 11. Mai. (Eig. Drahtbericht, zb.) Daö 'Madrider Matt „EI Pais" veröffentlicht einen sensationellen Artikel, in dem es heißt: Die spanische Regierung demen­tiert, geheimnisvolle R ü st u n g e n zu betreiben. Die Regierungskreise rechneten damit, daß die spanisch« Mobilisierung in Portugal, Frankreich und England Unruh, und Verdacht erwecke. Vom Verdacht sei aber nur ein Schrin zum Zorn, und von da zu einer Spannung der Beziehungen und schließlich zum Bruch. Mau glaubt in politischen Krei­sen, Prieto werde nicht wagen, eine Entscheidung zu treffen. Dian hat aber bereitseine andere Regie­rung. Villanueva, Camera und Miranda, in Bereit­schaft.

Deutscher Reichstag.

(Fortsetzung des Drahtberichts in der gestrigen Abend-Ausgabe.)

st- Berlin, 11. Mai.

Bei der Beratung der

Ernährungsfragen

gibt bayerischer Ministerialdirektor Dr. Huber Auskunft über die Maßnahmen gcgen die Mai s schi e d c r e i.

Stög. Hoff (Sßpt.i: Mit einer erfreulichen Offenheit hat Präsident v. Batocki zugegeben, daß schwere Fehkea gemacht worden sind. Dieses Zugeständnis wird auf Ver­ständnis stoßen. Wir verlangen, daß in Zukunft daraus gelernt wird und daß die Fehler beseitigt werden.

Bei einer richtigen Verteilung der Ernte auf Mensch und Tier kann Deutschland überhaupt nicht ausge­hungert werden.

Abg. Heck (natl.): Die Schwierigkeiten der Ernäh­rung der Großstädte fühlen wir am eigenen Leibe, aber auch auf dem Lande fehlt cs nicht an Verständnis für die Städte und die Jnduftriegcgenden. Die Schwierr^kelken entstanden durch die Differenz zwischen ErrrlLsttzrtzung mrd