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Montag, 7. Mai 1917. Kbenö-Kusgabe. Nr. 231. . 65. Jahrgang.

Der für uns erfolgreiche Ausgang des neuen Großkampftages an der Aisne.

Der Tagesbericht vom 7. Mai.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 7. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Bei Lens und Arras erreichte der Artilleriekampf ^abends wieder größere Heftigkeit. Er dehnt sich über Bullecourt nach Osten auS.

Der Feind setzte die Beschießung von St. Quentin fort, die in der Stadt Brände und an der Kathedrale ernste Beschädigungen hervorrief.

Heeresgruppe deutscher Kronprinz.

Nach den schweren Verlusten, die der 5. Mai den Franzosen gebracht hat, ließen sie gestern zunächst von der Fortführung ihres Angriffs ab. Er st nachmittags stießen starke Kräfte zwischen Fort de Malmaison und Br aye vor. Sie wurden restlos ab gewiesen. Am Abend und in der Nacht setzten heftige Angriffe nördlich von L a f f a u x und zwischen der Straße Soissons-Laon und Ailles ein. Nach harten Kämpfen» bei denen wir örtliche Er­folge erzielten und dem Feind schwere Verluste zufügten, wurde» alle Stell»tTflctt von unseren tapferen Truppen gehalten.

Zwischen Ailles und Craonne scheiterten heftige Teilangrisfe der Franzosen.

Am Winterberg wogten die Kämpfe deiz ganzen Tag über hin und her. In flottem Anlauf haben wir den Nordhang zurückerobert und gegen mehrfach feindliche Anstürme gehalten.' Der Franzose mußte ans den Südhang zurück weichen. Die Hochfläche blieb von beiden Seiten unbesetzt. Chevreux ist wieder in unserem Besitz.

Auch dieser Großkampftag der Aisueschlacht war er­folgreich für uns.

Seit dem 5. Mai sind zwischen Soiffons und Reims au Gefangenen 9 Offiziere, 726 Mann, an Beute 41 Maschinen­gewehre und Schuelladegewehre eingebracht.

14 feindliche Flugzeuge wurden gestern abgeschoffen.

iTttliÄier Kriegsschauplatz.

Abgesehen von vermagettem Fener herrscht an der Front Rrche.

Mazedonische Front.

Im Cernabogen wuchs das Artilleriefener zeitweise zu erheblicher Heftigkeit an. Schwächere feindliche In­fanterie-Abteilungen, die gegen unsere Stellungen vorsühlten, wurden leicht abgewiesen. Westlich des Wardar scheiterten Borstößr des Gegners gegen bulgarische Feldwachen.

Der erste Grueralguartiermeistcr: Ludendorff.

Die Riesenschlacht im westen.

(BonunsererBerlinerAbteilung.)

Xu Berliu, 7. Mai. (Eig. Meldung, zb.) Der zweite große DurchbruchSversuch der Franzcsen bei den Aisnehöhen kann als abgeschlagen gelten- Der Winterberg, de: das einzige wesentliche Frontstück war, wo der französische Massenverbrauch von Munifton und Menschen örtlichen Ec- fclg brachte, ist von unseren Truppen wiederge-nommen trardeu. Der Feind halt sich nur noch am Südhang, während die Hochfläche von beiden Seiten rrvesetzt bleibt. Hier uvlltztLN die neuen Stellungen gegen sechsmaligen Ansturm, mich wähLnd der Nocht, gehalten werden, wobei die Franzosen außer schweren Verlusten auch 1 Offizier und 124 Mmrn als Gefangene eftibüßten. Die gestrige G c - samtgesangenenzisfer erreichte 9 Offiziere und TA Mann. Bei Cerny und Ailles und westlich von Craonne wurden am Sonntag zwei Teilangriffe in der Hauptsache abgeschlagen. Nur noch an "einigen Stellen unserer vo-rdercu Linie Witt» noch gekämpft. Am gestrigen Abend hatte ein starker Angriff bei L a m o 1t c und gegen die Linie Laffaux-Tourteson eingesetzt. Hier hatte der Gegner besonders harte Verluste zu verzeichnen und uns auch 89 Gefangene zurücklcfsen müssen.

Von der englischen Front wird zwilchen LenS und Ou eant beiderseitige lebhaftere Beschießung ohne Ein­greifen der Infanterie gemeldet. Am 7. Mai' steigerte sich bei Arras die feindliche Beschießung zu Trommel­feuer. Unsere Artillerie bekämpft die feindlichen Stell au- gen mit Batterien sehr ersclgveich. Auch die Bahnanlagen von Arras wurden wirkungsvoll beschossen, die von B e th u ne ausgiebig mtt Bomben belegt. Eine bei Landricourt, südwestlich von Laon, cuffahrer.de feindliche Batterie wucd- unter Feuer genommen und mit dem fünften Schuß ver­nichtet. Die Flieger taten trotz Staubs gute Arbeit. Sie belegten im Aisnebil erfolgreich feindliche Lager mit Bomben.

Von einem Augenweiden der letzten Aisueschlacht wird uns zum abermaligen französischen Ducchbrach-versu-h gesagt: Wie bei der ersten Offensive haben die Franzosen nach längerer gctflfcrirtxi b ariüt ae diesmal ans 35 Kilo.

tneter Breite ihre Jllfantcrieangriffe mit großer Wucht ge­führt Teils sind >ie in unsere erste Linie eingedrungen, teils von unserem Sperrfeuer davon abgehalten worden. Wo sie eindrangen, sorgte zumeist schon unser Gegen.rngrisf da­für, sie wieder aus den Stellungen hina-uszuwerfen.

Am Sonntag, dem zweiten Kampftag, konnte der Feind seinen Angriff vormittags nicht wiederholen. Erst gestern abend hatte er sich wieder zu Teil angriffen auf- gerafft, was charakteristisch ist. Seine Kraft hat nachge­lassen. Der Sinn seiner Führung konnte nicht durchdrin- gen. Erst jetzt können wir übersehen, auf welche Ursachen cs zurückzuführen war, daß die erste Offensive der Franzosen nicht gleichzeitig mit der englischen bei Arras einsetzen konnte. Die allmählich gesammelten Meldungen erklären jetzt vollkommen, die außerordentlich lange ausgedehnte französi­sche Artillerievorbereitung von zehn Tagen. Die Gründe waren in unserer eigenen artilleristischen Wider­standskraft zu suchen. Es war das große Verdienst unserer Führung, daß sie rechtzeitig die Offensivabsichten der Fran­zosen au der Aisne erkannt und dafür gesorgt hatte, daß un­sere Geschütze während 10 Tagen die feindliche Artillerie und Infanterie nie derzu halten vermochten. Als am 16. April endlich der französische Angriff losging, war die harr mitgenommene feindliche Artillerie nicht mehr imstande, den Jnfantcriemaffen die erforderliche volle Urfter- stütznng zu leihen. Ja, diese Jnfantcriemaffen waren nicht mehr intakt fir einen entscheidenden Stoß. Immerfort waren unsere Batterien in der Lage, mit Sperrfeuer ans den Hauptteil der Angiffsfläche den feindlichen Divisionen das Näherrcmmen zu verbieten. Aus. unseren vom ffanzösi­schen Trommelfeuer zerfetzten Dorderstellungen schlug dazu das Maschinengewehrfeuer in die Reihe der Stürmenden, weil unsere tapfere Besatzung, wo immer möglich, ausgehalten hatte. Die deutsche Führung ist davon abg ekommen, solche zerschossenen Stellungen zu halten und durch V o r w e r f e » von Berstärkungen ins Gebiet des Trommelfeuers die Verluste unnütz z u v « r g r ö ß e r n. Sie verlangt da­gegen von unseren Truppen den rechtzeitigen ßi egen stoß, der an der Aisne in glänzender Weise durchgeführt wurde. In der ersten Schlacht haften die Franzosen nur an zwei Stellen geringen örtlichen Erfolg; östlich Craonne und bei Aüberive. Auch dort wurde ihrem Vordringen bald ein Ziel gesetzt. Größtenteils wurde das aufgegebene Gebiet von uns inzwischen wieder zurückgewonnen. Daran vermochten auch d'.e zahlreichen Tanks nichts zu ändern. Wir konnten von der Höhe von Craonne ihr Kommen gut beobachten. An zwei Stellen wurden sie in Menge verwandt. An einer fuhren sie nebeneinander in gleichen Zwischenräumen, an einer anderen, vor dem Dorf Judincourt, kamen sie einzeln hintereinander. Es war der Tnnftchlnnge gelungen, sich um das Dorf herumzuwinden und dessen Verteidiger aus dem Rücken unter Feuer zu nehmen. Damit wurde jedoch nichts erreicht, als daß diese Tanks bald selbst v e r n i ch t »t waren, so daß heute dort ein Dutzend vou ihnen hinter unserer Stellung liegt, andere zwischen unserer und der feindlichen Stellung.

Weiter ergeben die gesammelten Meldungen, daß die Franzosen das Hauptgewicht ihrer Offensive - auf den Ab­schnitt Rove - Nohon zu verlegen gedacht hatten. Die Zurücknahme unserer Front, die Schaffung der Sieg­fried - Stellung zwang sie dann, ihren Sturm an der takftsch ungünsftgen A i s n e h ö h e zu unternehmen, so daß die strategischen Vorkehrungen noch deui bisherigen Ausgang der schweren Kämvftz sich für uns als tatsächlicher Erfolg heransgeftellt haben. Die Meldung, daß Franzosen und Engländer schon über eine Million ins Feuer ge­worfen haben, läßt die örtlichen Erfolge und die Beuteziffer des Feindes als klein erscheinen. Jedenfalls sind dis frarizösischen und englischen Verluste ganz unverhält­nismäßig viel größer als die unsrigen. Wenn man in Paris und London troydcm eine Sieges st immun z dorzutärllchen versucht, so liegt dazu lein Grund vor; die Änderungen im ffanzösischen Kommando zeigen denn auch die wahre Stimmung! Alle, die jetzt von unserer Kampf­front kommen, versichern, daß die deutschen Truppen und Offiziere von ganz erstaunlich fester Siegeszu­versicht erfüllt sind. Regimenter, die an Gegenstößen an der Aisne teilgenommen hotten, sollen bei der Rückkehr <o frisch ausgesehen haben, daß man irrtümlich annahm, sie zögen erst i n die Schlacht. Wo die wahre Siegessftmmwng herrscht, darüber kann kein Zweifel sein. Die höchste Führung und der letzte Mann I erechtigen zu höchstem Vertrauen in den weiteren Verlauf der Riesenschlacht.

Die wieder völlig gescheiterte französische vurchbruchsabsicht.

Noch schwerere französische Verluste als beim erste» Durchbruchsversuch.

W. T.-B. Berlin, 6. Mai. Nach einer mit unge- heurem Munitionsaufwcmd Tage und Nächte lang durchgeführten Artillerievorbereitung, die bis zuletzt zum schwersten alles überbietcnden Zer­malm u n g s f e u e r sich steigerte, warf der Franzose am 6., vormittags, seine Sturmmassen in der Stärke von mehreren Armeekorps gegen den Höhen- zug des Chemin des Dames zum Angriff vor. Eine ungewöhnlich starke Vergasung der deutschen Stel- luug unter stützte das Feuer. Zahlreiche Lank­

geschwader wurden durch den Schleier von Rauch und Qualm den Angriffswellen vorausgeschickt. Am Vormittag war der Kampf am und auf dem Höhenzug des Chemin des Dames in seiner ganzen Ausdehnung auf einer Breite von 36 Kilometer zwischen Vaüxaillon und Craonne entbrannt. Die Gegend uni Vaüxaillon, wo Kolonialtruppen vorgeschickt wurden, Bascule- Mennejecan-Royere-Fe. auf dem Westflügel der Kampf­front und der Winterberg auf dem Ostjlügel waren Brennpunkte des erbitterten pausenlosen Ringens. Im ersten starken Anprall vermochten die Fran­zosen in unseren vom Granatfeuer zermalmteu v o r- d e r st e n Stellungen Vorteile zu erringen, die ihnen indessen im Verlaufe der Schlacht durch unsere Au Gegenangriffen übergehenden Truppen fast sämtlich wieder in Nahkämpfen größter Er­bitterung entrissen wurden. Die auf dem Höhenzuge dicht am Chemin des Dames gelegene Royere-Fe. und Malval-Fe. waren im hin- und her- wogenden Kampf an die Franzosen verloren gegangen, wurden aber später wieder zurückerobert. Bei der Malval-Fe. wurden die Franzosen in starkem Gegen­stoß mit dem Regimentsführer des dortigen Regiments an der Spitze unter schwersten Verlusten geworfen. Die östlich davon anschließenden Stellungen bei dem Dorfe Courtecon wurden von uns restlos gehakten. Trotz verzweifelten Bemühungen und dem Ein- s atz immer n e u e r R es e rv e n, die an die Stelle der zusammengeschossenen Sturmhaufen traten, ver- mocksten die Franzosen die errungenen Astfan gs- erfolge nur an ganz vereinzelten Stellen zu be­haupten. So blieb die durch das französische Granat­feuer vollkommen zermalmte Kuppe des Wirrtet- b e r g e s in ihrem Besitz, wogegen das Dorf Chevrenx fest in unserer Hand ist. Die Verluste der Franzosen bei dieseni im ganzen erfolglosen Anrennen sind noch schwerer als ihre Verluste bei dem mißglückten ersten Durchbruchsversuch am 16. April. Hunderte von G e- fangenen blieben an vielen Stellen in mrserer Hand. Bei Abwehr und Gegenstößen war die Hal­tung unserer Truppen über jeHes Lob erhaben.

Auf dem nordwärts gebogenen Flügel der Angriffs­front blieb das Feuer am Abend und in der Nacht wei­ter lebhaft. Gegen den Abschnitt Vauxarllou-Bascuil' und gegen die ganze Südfront setzte der Gegner auch nachts seine Angriffe fort. ■ Auch unsere Infanterie war in der Nacht lebhaft tätig und unternahm verschiedene Gegenangriffe.

Die Absicht der Franzosen den Höhenzug des Chemin des Dames mit stürmender Hand zu nehmen und die deuffche Front an dieser Stelle zu zerschmettern und zu durchbrechen ist trotz eines unerhörten Auf- w a n d e s von Munition und dem Einsatz eines Riesenheeres völlig gescheitert.

wachsende Uriessmüöigkert der französischen Infanterie.

W- T.-B. Berlin, 6. Mai. Mannschaften der 862. Division ergaben sich bei dem französischen Angriff am 28. April südwestlich von Loivre ohne jede Gegenwehr, als sie die deutschen Gräben erreicht hatten. Sie sind kriegsmüde und haben alle Zu­versicht verloren. Wohl würden nach ihrer An­sicht die Angriffe fortgesetzt werden. Artillerie und Munitton sei reichlich - vorhanden, aber selbst ihre Offiziere glauben nicht mehr an ihr Ge- lingen. Ihr eigener Kompagnieführer sei bei dem Angriff zurückgeblieben. Zwei andere Kompagrrie- führer hätten sich in den vorhergchenden Lägen ge­weigert, diesen Angriff durchzusühren. Die Be r l u st e seien zu schwer. Allein am ersten Angriffstag hätten die Truppen zwischen Fort Brimont und der Aisne 8000 Verwundete gehabt. Auch bei diesem Angriff hätten die deutschen Ma-schinengewehre alles, was hinter der ersten Welle folgte, einfach nie­dergemäht, Dieser Angabe ist hinzuzufügen, daß die Sttecke zwischen Brimont und Aisne nur knappe 8 Kilometer bettägt. Das französische Infanterie- regiment Nr. 20 der 33 Division, das beim Angriff des 17. April mit einem Bataillon eingesetzt war und ani 25. April mit hundert Mann pro Konipagnie aus der Stellung zurückkehtte^ sollte am 29. April wiederum zum Angriff vorgehM. Indessen drückte sich auf den: Marsche schon die Hälfte der Mannschaft, so daß mir die Hälfte zum Angrfff vorging.

Die englische ^-ront ixnt 5. Mai. äße Einzelvorstöße verlustreich zusnmmengcbrvchen.

T.-B. Berlin, 6. Mai. Im Raume von Arras «nteruahmett die Engländer nach dev schwere» Blut-