s-tte 4> ateggfae, 1. Mar Mg, _
Überschreitungen des Voranschlags wurden nach dem Bericht des Rechnuuqsprüfungsausschuffes ci-nstimm.ig erteilt. Die Abzüge am Krankengeld bei Pflege in der Wolderhalungs- jtättc wurden wie int Vorjahr auf ein Viertel des Ärmrken- geldes bei Verheirateten und solchen ledigen Mitgliedern, die Angehörige zu unterhalten haben, und auf die HÄfte bei anderen ledigen Mitgliedern festgesetzt.
- Wer hat überflüssiges Sauerkraut? In den nreisten ländlichen Haushaltungen wird alljährlich so viel Sauerkraut eir^geuncht, daß im Iruchahr nicht unbedeutende tNengen übrig bleiben, die dann mangels anderer Verwendung auf den Misthaufen geworfen werden. Diese Mengen würden jetzt bei der allgemeinen Knappheit an Lebensmitteln für den Bedarf der Städte, speziell der Industriearbeiter, eine sehr wünschenswerte Beihilfe sein. Die KrisgsMsellschaft für Sauerkraut m. b. H. in Berlin richtet daher an alle d.Lsemaen, welche noch Sauerkraut übrig haben, das Ersuchen, die überflüssigen Mengen ihr anzuzeigen, da- mit sie die Mengen gegen Bezahlung der ortsüblichen Preise abholen und zur zweckmäßlyen Verteilung sammeln lassen kann. Ta das Sauerkraut in den meisten ^ Haushaltungen jetzt nicht mehr vor dem Verderben geschützt werden kann, so ' ist baldige Anmeldung geboten, und diese ist zu richten an die Krtegsgesell schuft sür Sauerkraut m. b. H., Berlin W. o7, Potsdnn er Strctze 47.
— Änderung der Eierverordnnng vom 12. August 191(5.
(Sine Verordnung des Stellvertre^rs des Reichskanzlers vom 24. April 1917 bringt zwei Änderungen der Eievberorditurrg vom 12. August 1916. Einmal kommt die Bestimmung, wonach sich die Regelmig des Berkchrs und Verbrauchs von Eiern nicht auch auf den Verbrauch der ^oelb st trefft arger, der Geflügelhalter und deren Wirtschaftsangehöri- gen beziehen soll, in Wegfall. Die Streichung dieser Bc- ! stimmung isl durch den Umstand beranlatzt, daß eitrige Bun- ^desstaateri es für angezeigt erachten zwecks besserer Erfassung der Eiererzeugung ihres Gebiets auch gewisse, mäßig Aechal- - lene Liefermengen für den Geflügelhalter festzusetzen- Den . Lande sbehörden soll in ihren Maßnahmen zur Erfassung der Eiererzeugüng, die sie nach den örtlichen Verhältnissen für an- nezeigt erachten, möglichste Bewegungsfreiheit belassen werden. Sodann sind die Strafbestimmungen der Verordnung dahin ergänzt ivorden, dcrh neben der Strafe auch auf Einziehung der Eier oder verbotswidrig hergestellter Erze: gnifse erkannt werden kann, auf die sich die strafbare .Handlung bezieht, ohne Unterschied ob sie dem Verurteilten gehören oder nicht. Diele Ergänzung soll die Möglichkeit schaffen, dem Schleichhandel mit Eiern wirksamer zu begegnen. als es seither der Kall war; die Polizerorgane erhalten damit das Recht, widerrechtlich in den Verkehr gebrachte Erer in vorläufiger Weise zu beschlagnahmen.
— Der „Volksbildungsverein Wiesbaden" hielt am 27. April seine ordentliche Mitgli e d er - B n s amm- lung im Vorstandszimmer der Volkslesehalle ab. Aus dem von bem Vorsitzenden Herrn R. Hützel erstatteten Bericht ast-ei dw Tätigtet des Vereins im abgelaufenen Jahre Heven wir das Nachstehende hervor. Im Lauf des Winters wurden 10 Kriegsabenöe veranstaltet, m ganzen bisher 42. «:« brachten den außerordentlich zahlreichen Besuchern Stunden erhebender Sammlung. Die Volkslesehalle bezog im -September die neuen Räume im städtischen Schulgebäude am iBoseplatz. Der Lesefaal ist 25 Meter lang und 6 Meter breit; !er bietet über 100 Personen bequeme Sitzplätze. 45 Tager- lzertungen, Unterhaltunqszeitschristen und zählreiche technische und gewerbliche Zeitschriften liegen aus. Die Zahl der Leser betrag L3166 gegen 31 782 nn Vorjahr. Bon den fünf -Vol k s b üch ere i e n des Vereins konnten die 1., 4. und 5. ^während des ganzen Jahres und die 3. (jetzt tu der Schule avl Boseplatz untergebracht) vom November ab benutzt wer- >den. In dieser Bücherei werden auch Musikalien aus- gegeben. Die Gesamtzahl der ausgeliehenen Bände betrug 79 617. Von den Wiesbadener Volksbüchern cr^ schienen bis jetzt 189 Bändchen im Preis von je 10 bis 50 Pf. An unsere Soldaten im Feld und auf der See. in Lazaretten und in Gefangenenlagern sandte der Verein seit Beginn des Kriegs in 506 Sendungen 8637 Bändchen unberechnet. Verkauft wurden im Berichtsjahr 1322 286 Bändchen, seit Erscheinen (1800) 8 545 815. Bielen Taufenden unserer braven 'Truppen haben die Wiesbadener Volksbücher, wie zahlreiche Dankschreiben aus dem Feld bezeugen, höchst willkommene Unterhaltung und Belehrung gebracht. Die drei Kinder- Lesehallen erfreuten üch einer durchschnittlichen Befuchs- zohl von 70. In der Flick- und Nähschule wurden 7 Lehrgänge abgehalten, die von 190 Schülerinnen, unter denen sich zahlreiche Kriegerfrauen befanden, besucht wurden.
_ Für Hundebesitze:. Das stellvertretende Generalkoin-
mandc des 18. Armeekorps hat auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand im Einvernehmen der Festung Mainz verboten, Hunde außerhalb der geschlossenen Ortschaften frei umherlaufen zu lassen. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr, beim Versiegen mildernder Umstände mit .Haft oder Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft. Hunde, die bei berechtigter Ausübung der Jagd mitgenommen teertet, fallen nicht unter Las Verbot, das auch für Wiesbaden Gültigkeit hat. Die hohe Strafe wird die Huvdebesitzer zur besonders peinlichen Beachtung der Bekanntmachung 'veranlassen.
— Feststellung d>c Kriegswichtigküt. Das „Kriezsamt" vom ?7 StimI bringt folgende Artikel: Nachdem die Feststellungsailsschüsse nunmehr in Tätigkeit getreten sino, sind Anträge von Betrieben mw Dro.au'sationen, sie als VMerländifchen .Hilfsdienst im Sinne der tz 2 des yilssdicnstgesctzes zu bezeichnen, den Feststellungsausschüsscu zur Entscheidung zuzuleiten. Es wird jedoch dabei zu veacht-m sein, daß die Feststellung^ausscküsse nach Z 27 der B-rsabrensanweiiunz vom 99 Januar 1917 nur auf Veranlassung des Kriegsamtes oder auf den schriftlichen Antrag eines Berelligten tätig Werve». Bernttgt ist nur, wer an der von. Ausschüsse zutreffenden Feststellung ein unmittelbare- berechtigtes Interesse hat. Ein solches witv nur vanir orizunehmen sein, wenn bestimmte Tatsachen oormbr.icht sind, wie z B. die deretts erfolgte Heranstehung von Angehdclz:» des Be- Hiebes oder eines dbnlichen Betriebes, die gegenwärtige begiündcte Besorgnis der Abwanderung von Arbitern oder Angestellten, aus denen sich ein gegenwärtiges wirtschaftliches Interesse des Antragstellers an der alsbald gen Entscheidung des Ausschusses er gibt. Der nein tbernettsche Wunsch des Unternehmers oder eines Airgesteüten, ■über die Rriegswichtlgkeit ihres Betriebes K'rrbeft zu erhalten, reicht nicht aus. Diejenigen Anträge, tn deinn bestimm:? Tatsachen der lezcichneten Art überhaupt nicht vorgebracht sind, werden daher Mit einem Hinweis aaP§ 27 der Berfahrensanweisung an die Antragsteller zürückzitgeten sein.
— Tie Preußische Verlustliste Nr. 829 liegt mit der Sächsischen >Berfttfftisft Nr, 403 »nd 1«Ü in der: ,Tagblatt"-Schaft<röalle <Aus- cknvj^chatter Luks) stwic in der Zwei^telle Bism-rr-trmg 19 zur
_ Wiesba-kner Tssblatt. __
— Kleine Notizen. Der Fürst cou Tonderabanien zelchnete -wch bli seinen- diesmaligen Kuraufenthalt in Wiesbaden die Firma Gebrüder D ll r n c r, Mauritiusstraße 4, mit üne-n An;trag in >brer bekannten Jopie-Mitit.irklsiduilg aus. - In einer der letzte» Nachte sind aus cmew Garten in der verlängerten Rhemxaucr Straße orer Hühner, ein weißer .Hahn sowie ein'weißer und zwei rotbraun oc- streiftc Stallhasen e nt w e n d et .Warden.
Wiesbadener Vergnügungs-Sühnen unte Lichtspiele.
* ^haliatheater. Das zwn Besten der „Ostpreußenyllfe" von der Eito-Gcsellschaft hergestellte vaterländische Schauspiel „Ostpreußen und sein Hindeuburg" wird in einem besonderen kunstlerlschen Rahmen gehellt. . Biele Szenen sind von gewaltiger Wirkung, so jene der Erhebung von 181-. Daß Professor Ferr. Hummel eine klangvolle Insti umentatron geliefert hot, ist selbstverständlich. Die Musik rni Thaliatheater wird von einem großen Militicarchrster ausgeführt. Der Borumkauf beginnt ab heule an der Theaterkasse, Klrchgnsfe 72,
eins dem vereinsleden.
vorberichte, vereinsserzorntnlungen.
* „Naturschutzpark". In der, letzten Monatsversamm. lung teilte der Vorsitzende zunächst mit, daß der Grundstock einer Bereinsbücherei vorhanden ist; er bat, einen „abgelegten" Bücherschrank zu ftiften. Der Vortrag .Nassaus Bewohner in vorgeschlcht- licher Zeit, ihre Ansiedelungen und ihr Ackerbau, ein Walpnrgts- tramn", fand allseitigen Beifall. Der Bortrag soll aus vielseitigen Wunsch im Verlag der Hofbuchhandlung Staadt im Druck erscheinen. Im Anschluß an ben Vortrag wurde beschlossen, die erste Wanderung des Vereins als halbtägige Wanderung über dre best erhaltenen Hochäckcr usw. zu unternehmen. Unter dem Motto: „Durch graue Vorzeit", soll die Wanderung am 6. Mat slatrsiudcn, und zwar ist der Trestpunkt nicht, wie bereits angekundigr. Bahnhof Dotzgeim, sondern , Uirtcr den Eicken" (2 Uhr nachmittags). Marsch über Geisheck, Fasanerie, Chausseehaus, Forithaus Rheinbirck. Dotzhe-.m, In der nächsten Versammlung, am t. Mai, abends 9 Uhr tnt „Hotel Einhorn", wird eine Dame einen Vortrag, verbunden mit Rezitationen über „Reuters Verhältnis zur Natur in seinen Dichtungen" halten. Gäste smd willkcnlmen.
Kus dem Landkreis Wiesbaden.
— Biebria,, 28.. April. In der am Freitagabend stattgefundencn -Sbrltchen Mitgliederversammlung des G e w c r v e v e r e t n s erstattete Lehrer Diehl den RetheuschastsLerrcht für den Verein und die Verwaltung der gewerblichen -Fortbildungsschule. Die Ein- nabmen und Ausgaben der Schulverwaltung bezrfserten üch aus 11181 M. Hierauf berichtete Rektor -Grünewclld über-vie Tätigkeit des Bercms im verflossenen Bereinsjah:-:. Die Mitgliederzahi de- t'ägt 225. Die.gewerbliche Fortbildungsschule bestand aus 11 Abteilungen. Tic Schülcrzahl betmg am Anfang des Schuljahres 451 und am Schluß 399. An einem Kursus für Kriegsbeschädcgte ,cahmen 15 Invaliden teil; die Lebrec ertellten den Unterricht ohne Entgelt Bet der Ersatzwahl für fünf ausscheidcnde Vorstandsmitglieder wurde» gewählt: Stadtbaurat Thiel, 1. Vorsihend«, Stadt- tcrordneiir Adolf Lover, 2- Vor!ih-:nd-:r, Schreinwmnstcr Karl Beer, Tapeztererineisler Adolf Holz, S-hneidermerster ^ Best und Tapezierermcrsier HolliuoShaus Beisitzer, Ter ans Gesundheitsrücksichten aus deai Vorstände ausgeschiedeue seitherige 1. Vorsitzende Cchloheruwister Friedrich Teuser wurde aus Anlaß seiner Verdienste um den Slerein zum Ebrenvocsitzerrden ernannt, Herr Lehrer Roth erstattete Bericht über die an, letzten Sonntag zu Wiesbaden statt- aefnndenc Versammlung zur Gründung eines «rmsverbmides der Gewerbewreine im Landkreise Wiesbaden. Nachdem Herr Archttekt Wolf-Wiesbaden, der stellvertretende Vereinsdirektor des Hauptner- eins für Nalkau die Gründe für den Zusammenschluß der Vereine und btt Richtlinien für ferne Tätigkett dwcqelegt. schritt man zur Gründung und wählte einen ans den Herren Baurat Thiel, Wege- mmsier Becker. Rektor Grunewtüd und Lehrer Rmh bestehenden enrst- welligen Vorstand. Nunmehr hielt Herr Aug. Pessenbach, der Tircktrr des hiesigen Vorschußvereins, einen lehrreichen und von der Bcrsammliiug sehr betsällig aufgenormnenen Dortrag über den b,n„cldlwen Zahlungsverkehr. Schließlich wurden als Abgeordnete für die. am 6. Mai in Limburg stattfmdende Versammlung von Bettretern der nassauischcn Gewerbeoer eine Rektor Grüuewald, Lcbier Rvch Schremermeister Quint und Schlossernteister Butzbach und zu Stcllverttetern Schuhviachermeister Karl Gg. Schmidt und Schornstcinsegerwetster Bogt gewählt.
ei Hochheim, 29. April. Ter 68 Jahre alte Liadm.mn Jakob Weiß stürzte in seiner Scheune ab und starb an den sim dadurch zuoe-ogencn Verletzungen Der Verstorbene war Veteran von c870/77 und wurde heute mit militätischen Ehren zur letzten Ruhe gebrockt. — Der N c b s ch n i' t ist nun soweit bemoet. Das Holz ist durchweg gesund nnd gut ausgereift: gesunde Bogenreben sind ausreichend vorhanden. Man hofft daß bei eintt stendeni wärmerem Wetter die Stöcke kräftig austreiben unt die stetige Entwickelung in, Wachstum nicht gestört wird Das verspätete AnStteiben der Reb- angen hat jedenfalls den Vorteil, daß es die 6wfahr.-n der Frostschäden, die immer anfangs Mai am größten waren, sehr abschwächt
Provinz Hessen-Nassau.
Kegierungsbeiirst Wiesbaden.
Groß-Höchst.
ht. Höchst a. M., 30. April. Die Eingemeindung der Nachbarorte Zeilsheim, Sindlingen und Un t er!: ed erb a ch zum Stadtbezirk Hockst hat die endgülttge Genchinizimg bei den maßgebenden Justanzeit in Berlin gefunden. Wann vte Einverleibung der Ortschaften vollwacn wttv, unterliegt der Entsch-wimg der Wiesbadener Regierung. t>
sie Ufingen, 29. April, Der Kreistag des Kreises Usingen sttte den KretsbauShaltsPlml für 19T m Einnahmen und Ausgaben auf 722 4-3 M. fest. Zur Deckung der Ausgaben wird einschließlich der Bezirkssteucr von 744 Proz. eine Krcis'teuer von 30 Pro;, erhoben. — Der Nasiauifchen Kriegsbilfrkasse trat der Kreis mit einer Bürgschastssnmme von 32 417 M. bei. — Zur B.strcrtung ver Ausgaben -ür Unterftützimgm Mm Kriegerfamilieu wurde die Aufnahnie eines Darlehens bis zu 600l>üv M beschlossen; zur Gewährung von Kreisznschüffen on Kri^gersansilien wird ein Darlehen von 30 01:0 Mark auigenommen.
Neues aus aller wett.
EmNaubaxsiall. Berlin, 29. April. Im Oste» Berlins wurde heute lormittag ein Raubansall auf den Inhaber der Zigarettenfabrik von Maradolga in der Petersburger Sttaße 52 ausgefühtt. Ter Inhaber, ein Türke, wurde durch Hi-b« mit einem Seitengewehr ichwer verletzt, Dre Verkäuferin erlitt Kratzwunden, konnte aber die Verfolgung der Täter anfnehmen, die sämtlich ergriffen wurden.
Zum Lawiuevanglück bei Davos. W. 1. 8. Bern, 30. April. (Drlchtbericht.) Um 9 Uhr früh wurde zu dem Lawine,n,»gluck von Davos noch gemeldet: Sonntag sturste bei dem Hochwald auf dem. Davosrrsec von Druzatscha her eine gewalt'ge Lawine auf den von Lavnmnatt-Ktost.er eintresienden Zug der Rhätischen Bayn. Der aus einer Lokomotive, drei Personen- und einem Gepäckwagen be- siebende Zug wurde mitten auseinandergerissen. Die beiden legten Waoen wurden etwa 50 Dister weit aus dem Glrte gen orfen. Der übr'ge Teil des Zuges wurde von der Lawine zeitweise 10 dis 15 Meter tief zugcdeckt. Die Lokomotive kam durch den Zusammenstoß mit dem Zug zum Stehen. Die Insasten, namentlich die der letzten Waren konitten zum T>il unverletzt aus dem Zug springen oder aus den nmgeworfenen Wagen steigen. Das Sturmgeläute machte Hilfe mobil. Die Feuerwehr und große Scharen der ich Davos internretten deutschen Soldaten sowie zahlreiche Hilssmannschast-n ivurdra mit e,nem Hllfszuy an die Unalücksstätte gebracht, .yundette von Männern arbeiten an der Bergung der Toten und Lerl-tzstm. Der Zugführer wttd vermißt.
M-rgeu-AllsgaSe. Erste- Matt. Nr. 218-
Handelsteil.
Das endgültige Ergebnis der 6. Kriegsanleihe.
Ih Ij Wartung von über 13 Milliarden Mark.
W T.-B. Berlin, 30. April. Nach den nunmehr endgültig vorliegenden Meldungen der ZeieiuiungssteUen beträgt das Gesamtergebnis der Zeichnungen auf die sechste Kriegs- aTile.ihe 12 978 940 700 M., eine Zitier, die erfreulicherweise die erste vorläufige Meldung noch um üoer '200 Mill. M. übersteigt Da die Tätigkeit der FeldzeichnungssteBen noch ni -nt abgeschlossen ist, außerdem auch noch ieich- nungsresultale aus. dem neutralen Ausland ausstehen, kann man mit Sicherheit annehmen, daß das endgültige Ergebnis der secl sten* Kriegsanleihe 13 Milliarden Mark erreichen, wenn nicht überschreiten wird. Nach beinahe 2% Kriegsjaliren, nach all den ungeheuren bisherigen Aufwendungen für die Kriegslührurig — ungeachtet mancher Entbehrungen und persönlichen Nöte — bringt das deutsche Volk einen Betrag auf, der das Ergebnis aller früheren Kriegsanleihen weit in den Schatten stellt. Dieser überwältigende Erfolg hätte nie erreicht wer le i «Innen, wenn nicht" alle Schichten der Bevölkerung, getragen von der unerschütterlichen Zuversicht in die Zukunft Deutschlands ;n der Überzeugung der Notwendigkeit des Durchhaltens bis zum Endsieg einmütig gswetteifert hätten, dem Vaterland«-', die Mittel in dem Kampfe um seine Existenz mr Verfügung zu steilen. In noch weit höherem Maße als die früheren Anleihen trägt die sechste Kriegsanleihe das Gepräge einer Volksanleihe Ferner wurden angemeldet ältere Kriegsanleihen zum Umtausch in 4Vaproz. Schatz- anweisuitgeu der sechsten Kriegsanleihe 4 9 2.7 Mill. Mark. Diese 492.7 Millionen sind in den obigen Summen nicht inbegriffen. Bemerkt sei, daß in erheblich größerem Umfange als bei den vorhergehenden Anleihen auch diesmal von den Schulen, Gemeinden, Arbeitgebern, Verbänden und Vereinen Sammel- Zdic'mungen veranstaltet worden sind, an denen wieder kleine Zeichner auch mit Betrügen unter 100 M. beteilige waren Die ZiSer von 3 844834 Einzelzeichnom für die Zeiihnuigen bis 20) M. (gegen 984 358 Einzelzeichuungen der g.eirhen Kategorie zur 3. Kriegsanleihe) bildet wonl der. schlagendsten Beweis für die Tatsache, daß die Opferfreudigkeit der breiten Massen trotz aller hemmenden Momente sien in der 6. Kriegsanleihe als unversiegbar erwiesen hat. Ebenso ergibt sich, daß auch die finanzielle ILeistungsfähigkeit der kleinen Zei«;hner nicht nachgelassen hat.
Berliner Börse,
K Berlin, 30. April. (Eig. Draht bericht.) Zu Beginn der neuen Woche konnte sich die feste zuversichtliche Grut. dstimmung im freien Börsenverkehr int Zusammenhang mit der günstigen militärischen Lage zwar unverändert behaupten, doch hat die lebhafte geschäftliche Betätigung, die in der letzten Zeit vorherrschte, etwas nachgelassen. Hierfür missen zunächst hörsentechnische Gründe, dann aber auch Befürchtungen, daß eine übermäßig spekulative Betätigung die Neigung zur Eindämmung des Börsengeschäfte bei den Aul sichtsbehörde u mir fördern könne, maßgebend sein. Ziemlich lebhaft ging es trotzdem am Montar.markt bei weiter leichten Kursbesscrungen in den führenden Werten her. Auch für chemische Werte zeigte sich unter dem Eindruck des günstigen Abschlusses der Elberfeldsr Farbenfabriken zeitweilig Kauflust; ebenso für einige Nebeawzrfe, wie Meadaa und Schwerte, Bemberg und Scheidernandei. Sonst waren die Kurse, für Srhiflahrts- und Rüstungsaktien sowie für russische und türkische Werte gut behaupte* oder wenig eerändert. Am Rentenmarkt hat sich nichts geändert, neben 3proz. Reichsanleihe zeigte sich für ungarische Rente Interesse.
Industrie und Handel.
W. T.-B Vor der Festsetzung der neuest Kahletipreise. Essen. 30. April. (Drahtbericht) In der heutigen Versammlung der Zechenbesitzer des Rheinisch -Westfälischen Kohlecsyndikuts erfolgte die Zusammensetzung der rückständigen Ausschüsse nach den Vorsdiliigen. Die Versammlung setzte sodann die Beleih gungsanteile für den Monat Mai in der bisherigen Höhe fest. Von der Festsetzung der neuen Richtacelse wurde heute noch abgesehen, da der Vorsitzende des Autslchts- rats in Gemeinschaft mit dem Vorstand noch Verhandlungen über die Preisbildung mit dem preußischen Handelsminister vornehmen soll Das Ergebnis dieser Verhau,Rungen gilt als Beschluß der Zeche nbesitzer und wird unmittelbar nach Abschluß der Verhandlungen bekannt gegeben werden.
* Entdeckung neuer Brauakoiilenlagec. Große Braunkohlenlager sind in der Nähe Zimmersrod? Im Kreise Fritzlar cibohrt worden. Die Proben haben ergeben, daß es sich um Glanzkohle von hohen: Heizwarf handelt Die einzelnen Flöze sind von großer Mächtigkeit.
Marktberichte.
W. T.-B. Berliner Produktenmarkt Berlin, 30. ApriL (Drahtbericht.) Warenmarkt. Die Zufulire.o am hiesigen Markt bleiben klein, da der hohe Wasser- stand die Flußschiffahrt sehr behindert. Immerhin konnte indes der notwendigste Bedarf befriedigt werden. Die Nachfrage nach Saatweizen und Saatroggen nimmt weiter ab, dagegen herrscht für Hafer und Gerste zu Saatzwecken noch starker Begehr. Im Geschält mit lndustriehafer hat sien nichts geändert. Die Ware bleibt aus 1 ekennten Gründen äußerst knapp.
Briefkasten.
(SU SchriMeimm, d-S Wiesbadener TaabaUt« beaniuwttet nur Iibrtft'uye tlnfragen iw Boeftaften und zwar ohne RecktSverbindlichleit. Belprechmig-o können nicht gewäbtt werben.!
M. L. A3 bedeutet vereinzelte, gutartig: HautausschlSge; kleme, durch äußere ckrfach-n entstandene Geschwüre und danach zurückgebliebene derbe Narben, Z 42 Krankheaen des Kehckovfs oder der Lustrrhre.
g>. B. 72. L 62 bedeutet nach Verletzungen zurückgebliebene andauernde Schwäche eines zrößeren Gelenks oder chronische Geleuk- erkrankungen.
Die Morgen-Ausgabe umfaßt 12 Selten
pauptichrtttleiter: kl. He,erh»rft
Ver.ntwottltch sür benttche Politik: fl. Hegerhorst: kür HoManMlwlttH: Di phi! Ä. Sturm; fäi den Unterballungötetl: B v. Naueubors: sür Nachrichten aui Wierbaoe» und den Nachbarbezirlen: 9 B.: H Diesenbach; für Berichrsiaal; H. Dieienbach; iür Spott und Lustsahrt: I. B.: C Loöacker; kür Berwüch.er und den «tteslatzen L. Loöarker: tzir den Handelöteil W. Etz;
sür die Anzeigen und Reklamen: H. D-rnaui; läwtlich in Wiesbaden, »ruck m>» Lerl-g der 8. Schellenderglchen Hof-B-chdruck-rei in SUMa
«chnchstunde der Cfeiftleitiu«: U »iS 1 Uhr.
