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Verlag Laaggaffe 21

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marckrutg 18. sowie die A gabeüellen und in de»

m in allen Teilen der stabt: in Biebrich: die dortigen Au», arten Landorten und im Rhein,au die betreffenden Tagbtatt-Träger.

13 Ausgaben.

Fernraf:

„Ta,blatthauS" Nr. 6650-53.

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Auzeiaeu-Pret» für »ie Zeile: 15 Mg. fiit örtliche Anzeigen im „Arbeilsinarkt" und „Kleiner Anzeiger­in eiicheitlicher Satzsarm: 2» Pfg. ln davon abweichender Sasausführnng, sowie sür alle übrigen örtlichen Anzeigen: 8» Mg. für alle auswärtigen Anzeigen; t Mk. sür örtliche Reklamen; 2 Ml. für auswärtige Reuameu. Wanze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchsausend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unvaränderter Anzeigen in kurze» Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.

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Sonntag» 29. April 1917.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 216. » 65. Jahrgang.

Lloyd George über die U- Boots -Gefahr.

W. T--B. London, 27. April. Premierminister Lloyd George hat gestern in der Guild Hall eine längere Rede gehalten, in der er u. a. einen Vergleich der militärischen Lage von 1916 und jetzt zog und Hervorbob, daß damals die Engländer große Verluste an Geschützen und Gefangeneri ge­habt hätten, während sie jetzt bei geringsten Verlusten mehr Gefangene machten und mehr Geschütze erbeuteten. Das Haupterfordernis sei eine starke Ausrüstung mit militärischen Kriegs Mitteln, durch die un- zählig« Menschenleben erspart würden. Durch diese Aus­rüstung werde nicht nur der Endsieg gesichert, son­dern er werde auch mit geringeren Lasten erkauft. Die Deutschen wissen das. DaS erklärt ihre Verzweif­lung, die sie dazu trieb, aus See Seeräuberei zu be*» gehen.

Wir kommen damit, fuhr Lloyd George fort, zu der zweiten Aufgabe, die wir zu erledigen haben und die wir erledigen wollen.

Die Deutschen wolleu die See für jedes Schiff durchaus unpassierbar machen Es ist für ihren Sieg notwendig, daß sie das tun, und für uns ebenso notwendig, daß ihnen das mißlingt.

Was ist das mindeste, was wir zu tun haben? Wir müssen eine Bevölkerung von 46 Millionen Menschen ernähren, die nicht mit der eigenen Erzeugung auskommt Wir müssen für die nötigen Rohstoffe und Ncchrungsmittel sorgen, um die Armee zu unterhalten. Wir müssen die See sür den Transport von Truppen für vvscre Alliierten sreihalten. All das müssen wir gegen einen Schwarm von See- r ä u b e r durchführen, die unsichtbar unter der wegloseu Se: verborgen sind. Wir wollen die Aufgabe nichi verkleinern. So lange wir nicht voll und ganz ibre Schwere erkennen, werden wie nicht unsere ganze Kraft cuwenden, fie zu lösen. Rach einigen Kritikeim sollte man denken, daß dir Untersee- boote zuerst aus der See erschienen, als Edward C a r s o n Erster Lord der Admiralität wurde. Ich versichere meinen kritischest Freunden, daß dies Problem uns mindestens schon

Jahre quält.

Ich glaube nicht, daß die Deutschen sich anfangs darüber

klar waren, was für eine Macht das Unterseeboot ist.

Während der letzten Monate 1!V6 vereinigten sie ihren Schiff­bau hauptsächlich darauf, die Zahl der Unterseeboote z.i er­höhen. Schisse wurden zu einem Satz von Hunderttausend«.! von Tonnen versenkt.

Seit die Deutschen beschlossen, jedes Fahrzeug ohne Unterschied und ohne Warnung zu versenken, haben sie ohne Zweifel mehr Schisse versenkt, ober sie haben Amerika zum Eintritt in den Krieg gebracht. Mit diesem Ausgleich bin ich durchaus zufrieden. Amerika ist, nacktem es lang? Geduld geübt hatte, zu dem Schluß gekommen, daß es keine., Zweck hat, die neutrale Flagge vor dem Rachen einesHaiszu schwenken. Es ist endgültig auf unsere Seite getreten, um dieser Pest ein- für allemal ein Ende za machen.

Es gibt zwei Wege, um diese Unterseeboote unschädlich zu machen. Di« besten Köpfe hier, n, Amerika und in geringerem Maße auch in Frankreich setzen ihre Kraft für dieses Problem ein. Es wäre nicht klug, jetzt mehr zu sagen. Wenn wie absolut sicher gehen wollen, müssen 'wir unsere Pläne so einrichten, als könnten wir nichts gegen die Unterseeboote ausfindig machen.

Hier kommt das Publikum an die Reihe.

Unsere Hanptschwierizkeit ist die Ernährung; denn wenn wir Hungertodes sterbe», ist der Krieg z« Ende.

Seit Jahren wurden wir unglücklicherweise immer weniger Selb st verso rger, was die Ernährung an­belangt. Was hat die Regierung gegen diesen Mangel getan? Ich fühle mich verpflichtet. Tatsachen anzuführen. Als wir im letzten Dezenter die Regierung übernahnren, hatte man zugelaffen. daß die Weizenbestellung unseres Landes sich um 16 Prozent verringert hatte. Wir begannen sie mit einem Fchlbetrag. Selbstverständlich gab es im Januar den gleichen Mangel an Arbeitskräften wie rm November, und bedeutend schlechteres Wetter. Wir haben dos Landwirtschafts rmt und all? landwirtschaftlichen Kciegs- avsscküsse im Königreich recrgar.isierr und ibnen neue Kou- trcllvollmachten gegeben. Wir ordneten in Irland, wo Arbeitskräfte vorhanden waren, an, daß die Landwirte min­destens Ist Prozent mek.r Land bebauen müssen. Sie haben es getan. Wir baben im Ausland Pflüge gekauft und jeden Dampfflug in Benutzung ger.ommeil, den wir erreichen konnten Wir haben der Armee 4 0 st 6 9 gelernte Landarbeiter entzogen. Wir feuerten die Landwirt? an, nicht nur durch Reden, sondern auch dadurch, daß wir ihnen di? Sickecbeit gaben, detz sie keine Verluste haben, wenn ste das Weideland umbrechen. Wir gaben auch d-n Loicharbeitern Sicherheiten. Welchen Erfolg hatten wir? Wir brachten in drei bis vier Monaten fieberhafter Anstrengung eine Million Acres neues Land zur Bestellung. Das bede-itet weitere zwei Millionen Tonnen Nahrungsmittel. Mac tau noch mehr als das. Ich will nicht sagen, daß der Krieg hierdurch cufhören wird, aber wir dürfen nicht wieder das Risiko auf uns nehmerr-

Wenn der Deutsche weiß, daß er gewinnen kann, wenn er bis Ende 1918 aushält, und indem er uns aushungert, wird er anshiklten.

Wenn er aber weiß, daß, je länger er nushältz um so schlech­ter der Friede sür chn sein wird, wird er viel eher zum Frieden!ommen. Darum unternehmen wir jetzt Schritte sür die Ernte 1918. Es ist nicht eine Minute zu früh dafür. Nach unseren Plänen werden 3Mill io neu Acres mehr bebaut sein. Ich kann garantieren, daß niemand uns, selbst wenn wir keine Tonne Nahrungsmittel von auswärts bekonimen, aushungern kann. Inzwischen müssen wir sorg­fältig jede Verschwendung vermeiden. Hilf uns, dualtes Land, helft uns, ihr in den Gräben, ihr in der Fabrik, in der Küche und ihr bei der Mahlzeit, helft uns überall im Lande, und wir werden den vollen Triumph erleben. Jetzt will ich nicht sagen, daß wir reichlich Weizen haben, aber wenn wir alle Getreidearten zusaanme.r- nehmen, haben wir reichlich gute Nahrungsmittel.

Lloyd George sprach dann über die Beschränkung der Einfuhr, die noch weiter verringert werden müsse. Die Einfuhr von Holz und Erzen müsse ganz eingestellt werden. Die Erze müsse England selbst liefern. Es müsse so lange Schiffsraum gespart werden, bis die Mittel ausfindig gemacht werden, den U-Bootsbazillus zu vernichten.

Über die Schiffsneubauten sagte Lloyd George, daß dieses Jahr dreimal so viel neue Schiffe ge­baut werden würden als im vergangenen Jahr, vielleicht vier­mal so viel. Zum erstenmal sei auch die ganze Schiff­fahrt unter Kontrolle gestellt, so daß sie jetzt einzig die Transporte oesorgen könne, die für das Land wesentlich seien. Dadurch: — fuhr Lloyd George fort — wird, obgleich wir schwere Schfffsverluste haben, und selbst bei der Annahme, daß diese Verluste in demselben Verhältnis andauern, m Juli doch mehr Ladungstcmnage in unsere Häsen zu bringen seien, als wir im März einbrachten.

Die Deutschen dachten, sie hätten «ns uutergekriegt« aber sie kannten eine Raffe nicht, mit der sie es zu tun hatten. Wenn unser altes Land in Schwierigkeiten gerät, überwindet es sie auf irgend eine Art und Weis«, und wird sie auch dies­mal 'besiegen. Ich stehe nicht an, zu sagen, daß. wenn unser Programm ausgesührt wird, das in sich schließt, daß jedermann in unserem Lande-seine Pflicht tut, der deutsch; U-Bootskrieg abgeschlagen wird. Aber das Publikum muß seine Rationen einhalten. Die Landwirte und Arbeiter müssen das Land bebauen. Die Arbeiter in den Werften und Fabriken müssen ihr W e ft e s tun, mit die Herstellung von Schiffen zu vermehren. Wenn wir all das getreulich erfüllen, können wir dem Schlimmsten standhaften. So viel wollte ich über die U-Voote sagen, denn die Frage hat zweifellos eine große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Wir werden über die Zahlen der Schiffsversenkunzen sehr unruhig, aber wir veröffentlichten sie alle, denn wir wollen, daß das Publikum sie kennen lernt.

*

„Die «ruf einer siegreichen Flotte beruhende Ordnung der Dinge in England besteht nicht mehr."

Bitteres Jammern der „Mornimz Post" über das durch den U-Bootkrieg gestörte Transportwesen.

Bern, 28. April. Du „Morm.tg Post" sagt in chrcm Leitartikel vom 28. Dpiil, der sich mit den Angriffen gegen 7ie Admiralität be­faßt: Der Ernst drr Lag: lirgt in der Tatsache, daß, wie wohl die bfftische Schlachtslotte unbesiegt ist und sie deutsche Schlachtllotte in ihren Häsen liegt, Deutschland durch seine Minen und Tauch- boote beträchtlicheTeiled.sOzeans außer unter schwerer Gefahr u n schiffbar gemacht hat. DaS Publikum, da» Generationen hindurch in dem nnerschntterliiben Vertrauen auf die briffsche Seemacht aufgewichsen und sich bewußt ist, daß die britische Flotte stärker denn je ist, »ersteht es nicht, dag in bezug auf die Tauchbootpiraterie die britische Schlachtflotte n « yl:> s ist. Das Land muß lernrn, k>rß das, was früher .inrer britischer Seemacht verstanden wurde, nicht mehr besieht. Die alte Ordnung der Dunge, bei der unser ganzes wirtschaftliches und politisches System auf einer siegreichen Flotte und eiueni ungehinderten Transport- wese» beruhte, besteht nicht mehr.

Versenkt!

Br. Rotterdam, 28. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der holländische Fffchdampscr „A m st e l d i j k" wurde gestern früh 1 Uhr rördlich des Leuchtschiffes Hing von einem deutschen U-Boot ver­senkt. Die Bemannung wurde in Umurden gelandet.

Kritik an der englischen Schiffsverlustverschleierung im Oberhanse.

W. T.-B. Rotterdam, 28. April. Der „Nieuwe Rotterd. Courant" nieldet aus London: Lord Beres- f o r d hat gestern im Oberhaus an die Regierung eine Frage über die U-Bootsgefahr und die Maßregeln, die zu ihrer Bekämpfung ergriffen worden seien, gerichtet. Er sagte, die wöchentliche Veröffentlichung der Admira­lität über den Schiffsverkehr und die Schiffsverluste sei irreführend. Die eigentliche Schwierigkeit mit den deutschen U-Booten komme daher, daß sie Minen streuten. Die Admiralität habe jetzt aber einen ausgezeichneten Plan, um dagegen aufzutreten. Die Äetzige .Ad miralitä t sin die beste, die Enülcmd Da­

mals gehabt habe. Der Bau von neuen Schiffen sei wichtiger als alles andere. Die Schiffe seien Englands Lebensnerv und ihre Zahl werde von Tag zu Tag kleiner. Lord L y t t o n antwortete im Namen der Admiralität und sagte, daß einige von den Stau- d a r d s ch i f f e n, die im Bau seien, im Juli ferffg sein lverden. Die Fertigstellung der anderen werde rasch folgen. Mit dem Bau von Torvedojägern und der Bewaffnung von Handelsschiffen mache man gute Fortschritte. Bezüglich der Veröffentlichungen der Admiralität gab Lord Lytton zu. daß sie nicht ganz genau seien, da ein und dasselbe Schiff manch­mal zwei- oder dreimal auf der Abfahrt- oder An- kunstsliste gestellt werde. Andererseits iverde in den Listen der Verluste auch von Schiffen ausgenommen, die nicht von oder nach englischen Häfen fahren. Aber die Mttteilungen der Admiralität gäben doch ein- tteues Bild der Lage. Lord Lytton teilte dem Hause schließlich mit, daß es wahrscheinlich notwendig sein werde, die Einfuhr von Übersee noch mehr einzu? schränken.

Die englische unabhängige Arbeiterpartei gegen das hinterlistige Spiel der Regierung in der Friedenssrage.

— Berlin, 28. April, (zb.) Die englische unabhängige Arbeiterpartei veröffentlicht her «Voss. Ztg." zufolge einen Auftns an das englische Volk, worin der Regierung der schwere Vorwurf gemacht wird, daß sie einen gerechten Frie­den mit den Völkern der Mittelmächte auf jede Weise zu verhindern suche und tue aufrichtigen Anträge deutscher und österreichisch-ungarischer Staatsmänner syste­matisch als Ln genwerk und hinterlistige» Spiel obfertiqe. Gegen diese Schritte einer wahnwitzigen Kriegspartei richtet die Parteileitung- das Gewissen des eng­lischen Volkes auf. Sie verlange, daß das Land vom Joche der Sklaverei befreit werde und sich auf ehrenvolle Art mit Teuffchland einige, dos niemals cm die Vernich­tung des englischen Volkes gedacht habe.

»

Zuversichtliche Darlegungen des Staats­sekretärs Zinnuermann.

W. T.-B. Berlin, 28. April. Der Hauptausschuß drS Reichstags »ahm heute vormittag zunächst längere vertrau­liche Mitteilungen des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts Zimmermann über die auswärtige Politische Lage entgegen. Die für den guten Ausgang des Kriegs zuversichtlichen Darlegungen des Staatssekretärs, die sich diesbezüglich mit den gemeldeten Mitteilungen des Kriegsministers und des Staatssekretärs des Reichsmarine, amts decken, wurden von den zahlreich erschienenen Abgeord­neten und Mitgliedern des Hauptausschuffes mit BeifallS- kur,dgebunge» begrüßt. Sie haben die Auffassung ver- st ä r k t, daß wir in nicht allzu ferner Zeit zu einem guten Ende des Kriegs kommen werden, zumal die letzten Hrffnungen unserer Feinde auf eine innere Zerruüo- bung des deutschen Volkes an dessen festem Siegeswille» scheitiin werden.

Die Lage im wetten.

Die „gute" Miene der „Times" zum bösen Spiel bei Arras.

Langsame Vorbereitung des englischen Publikums auf die Wahrheit.

Br. Amsterdam, 28. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der Sonderberichterstatter des „Times" an der sranzöftschen Front sucht h>ute, sehr im Gegensatz zu der bisher eingenommenen Haltung, die Leser über das Mißglücken der englischen Ofsensive zu trösten. Es habe k e i n e s w e g s in der A b s i ch t oer Engländer- gelegen. an der Q u e a n t - L i n i c einen Durchbruch zu ver­suchen. und wenn das von dcutschec Seite angenommen wird, so sei das nichts als leeres Gerede. Die Tatsache, daß die Engländer auf dem ani w niesten oorgerückten Punkt noch inmrer 6000 Aarbs von der Queant-Lmie stehen, sei, meiM er, der beste Beweis dafür, daß es den Engländern nur um Operationen rein loraler Natuc zu tun war, im übrigen aber gibt er zu, daß die letzten Stunden ruhig verlausen sind und aus der englischen Seile eine Erschöpfungspause eingetreten ist, obgleich die Zer- schmettermig des deutschen Heeres 1er feurigste Wunsch oer englischen Armee bleibe. Daß die Deutschen in den lehren Tagen mit außerordentlicher Energie gekämpft haben, wird besonders unterstrichen. Dian füllt auf englischer Seite ofsenvar das Bedürfnis, jetzt, wo die greifbaren Ersolge au-gevl'.evcn ttnd, einen Dämpfer auf die hochgespannten Erwartungen res eng­lischen Publikums zu setzen, dem man in den letzten Wochen nwner wieder vorgetauscht hat daß die Widerstandskraft des deutsche» Heeres gebrochen und die Stunde des großen Entschewuuzssseges ge- konmien sei.

Die englischen Verluste.

W. T.-B. London, 27. April. (Drahtbericht.) Die von der „Times" am 19. und 20. April veröffentlichten VerluMsben enthalten die Namen von 642 Offizieren, davon 177 gefallen.