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Donnerstag. 26. 6pril 1917. Nr. 210. . 65. Jahrgang.
Dank und Treugelöbnir de§ deutschen Volkes sür die Helden an der Front.
Der Reichstagstmushaltsirrrsschutz an Hindenburg.
W. T.-B. Berlin. 25. April. (Drohtberrcht.) Der Reichs, tagshaushaltsausschusi beschloß folgende Erklärung, die an Generalfeldmarschall v. Hindrnburg telegraphiert wurde- Dir Unterzeichneten Mitglieder des Reichstagshaushalts- !ansschusses danken den unvergleichlichen tapferen :b rutschen Held en von Arras, an der A i s n e, in der Champagne und wo immer sie für deö Volkes Heil und des Vaterlandes Wohl kämpfen und bluten, für ihre in der Weltgeschichte einzig dastehe'den Leistungen. Sir legen für das deutsche Volk das Gelöbnis ab, mit ganzer K r a f r unerschütterlich für seine ovfermntige Verteidigung bis zum baldigen Frieden zv sorgen.
Berlin, 25. April.
Dr. Spahn. BehrenS. v Borhu. Davibsohn. Erzberger. Giesbert. Gotting. Gothein v Graefe «Güstrow). Groebcr. Dr. HaaS (Baden). Dr. Haegv. Hoch. Merlin. Nacken. Nehbel. Roske. Dr. Pfleger. Schirmer. Schöpflin. Schulz (Erfurt!. Dr. Strrsrmann. Stückle«, v. Tramprzynski. Weinhausr.r.
WelS.
Neue englische Massenangriffe zusammengebrochen.
wrederum ungewöhnlich hohe Verluste der
Engländer an Toten und verwundeten.
Am 23. und 24. April 38 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon vernichtet.
Oer Kbendbericht vom 23. 9ptzl.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 25. April. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Aus dem Schlachtfeldc wird seit aestern früh um das Dorf G a v e I l e gekämpft; nördlich der S c a r p e Hat der Feind seine Angriffe sonst nicht wiederholt.
Südlich der Scarpe - Niederung entbrannte Nachmittags beiderseits der Straße Arras-Cambrai der Kamps von neuem. Aus breiter Front griffen Englische Divisionen, in dichten Staffeln heran- !geführt, über Monchv-Wancourt an. Im Feuer 'und scharfem Nahkamps brach der englische Sturm 'überall unter schwersten Verlusten zusammen. _
Grabenbesatzungen und Infanterieflieger melden über den 23. Äpril, daß die Zahl der vor der Front liegenden toten und verwundeten Engländer eine u n- gewühnlich hohe ist. Bei den Gegenstößen sind durch unsere Infanterie 660 Gefangene gemacht worden. Mehrere Panzerwagen wurden zerstört. Nahe der K ü st e brachen am 23. April nach wirkungsvoller Vorbereitung unsere Sturmtrupps in die feindlichen Stellungen und brachten 21 französische Gcfan- gene und 4 Maschinengewehre als Beute zurück.
Am 23. und 24. April kam es im Vorfeld unserer Kampflinie nordwestlich von St. Quentin zu mehreren Gefechten, bei denen der Gegner neben bluti- gen Verluste« auch Gefangene einbüßte.
Heeresgruppe deutscher Kronprinz.
In einigen Abschnitten der A t s n e- und Cham, pagnefrout verstärkte sich der Fcuerkampf wieder. Französische Vorstöße bei Hurtebise-Fe., am B r i m o n t und westlich der S u r p p e blieben erfolg, los. Hinter den feindlichen Linien wurde reger Verkehr beobachtet und von uns wirksam beschossen.
Heeresgruppe des Generalf-ldmarschalls Herzog Albrecht von Württemberg.
Die Lage ist unverändert.
Am 23. April verloren Engländer und Franzosen durch Lustangriff 20 Flugzeuge und 1 Fessel- b a l l o n. Der 24. April kostete sic 10 Flugzeuge, von denen 16 in Luftkämpfen, 3 durch Abwehrfeuer von der Erde zum Absturz gebracht wurden. Leutnant Berncrt schoß seinen 20., 21. und 22. Gegner ab.
Bei einem unserer Gegenstöße bei G a v r e l l e flog Hauptmann Z o r e r, Führer einer Schutzstaffel, der stürmenden Infanterie in 150 Meter Höhe voran und beschoß aus seinem Flugzeug die englischen Linien mit dem Maschinengewehr.
östlicher Kriegsschauplatz.
Unsere Artillerie beantwortete kräftig das Feuer ruffischer Batterien, die vornehmlich bei Jakob- st a d t, P o st a v i und an der Bahn Zlöczow- T a r n o p o l tätig waren.
Mazedonische Front.
Der seit Tagen gegen unsere Stellungen zwischen W a r d a r und D o i r a n stark wirkenden englischen Artillerie folgten gestern Angriffe, die von den bulgarischen Truppen sämtlich abgewiescn wurden.
Der erste Generalauartrermcister: Ludeudorjf.
Der deutsche Abeudbericht vom 25. April.
W. T -B Berlin, 25. April abends.. (Amtlich. Drahtbericht.) Bei A r r a s griffen die Engländer nur auf dem Siidnfer der S c a r p e nördlich von M o u ch y dreimal an. Dreimal sind sie dort vertu st reich znrückgc- schlagen.
An Aisne- und Champagnefront Lage unverändert. Vom Osten nichts Neues.
österreichisch-ungarischer Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 25. April. (Trahtbericht.) Amtlich verlautet vom 25. April, mittags:
Die Lage ist überall unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Hofer, Feldinarschalleutnant.
Ein furchtbarer Stotz gegen Englands Macht.
Die zweite englische Niederlage bei Arras.
Über den furchtbaren Zusammenbruch de2 englischen Angriffes im Raume von Arras wird uns geschrieben' Englands Macht hat zwischen Arras und Lens einen furchtbaren Schlag erhalten. Der Traum Englands, zu Lande einen großen Sieg über die deutsche Wehrmacht zu erringen, ist auf den Leichenfeldern zwischen Lens und Arras in einem furchtbaren Bl.itbade erstickt.
Nach dem Scheitern des französischen Durchbruchsversuches im Süden -inierer Siegsried-Srellunz setzten die Engländer am 23. d. M. aufs neue an der Nordflanke bei Arras zu einem ungeheuren Stege auf einer Front von 30 Kilometer ein. Zwei Brennpunkte der Schlacht lassen sich deutlicl unterscheiden, nämlich im Neiden die westlichen Vororte ton Lens, Ao>on Opptz. Gavrelle, Reeux und Gue- mappes, und auf dem südlichen Kampfabschnitt Arras- CarrMrai auf beiden Ufern der Sccrpe. Wieder wurden d-e englischen Linien von Panzerkraftwagen geführt. Die Feuecvorbere'tung zu den Schlackten im Westen hat :n den letzten Monaten einen immer gewaltigeren Umfang angenommen, da. die Engländer ,rnd Franzosen von dem Gedanken ausgchen, daß die Artillerievorbereitung für die Entscheidung der Schlacht maßgebend sei. Aber noch niemals batte sie einen so gewaltigen Un.fang angenommen, wie bei dieser Schlacht, wo nach unserem Genernlstabsbecicht aus schwersten Kalibern ein t a g e l a n g e s Trommelfeuer gegen unsere Linien eröffnet wurde. Der englische Stoß wurde mit einer Wucht geführt, der fast wie Verzweiflung ausiah
Bold hinter den furchtbaren Fenergarbev der Artillerie traten nämlich die englischen Strßtrnppen ol,r>e Rücksicht aus die eigenen Verluste zum Angriff an, um in der Verwirrung des Augenblicks den Sieg und Durchbruch zu erzwingen. Dieser Vorstoß sollte unter allen Umständen den englischen Was-en den Erfolg bringen, da England durch unsere erfolgreiche Unterscebootstatiqleit keine Zeit xum Warten hat. Schon vorher wurde in englischen Zeitschriften von fachmännischer Seite nuSgeführt, daß nur ein völliger Sieg an der W e stfr on t zur Lösung aller schwebenden Fragen beitragen könne. Hrnzugefügt wurde, daß der Sieg bald kommen muffe und daß jeder verlorene Tag Folgen von unqeh'irrer Tragweiic haken könne. So ist es auch zu erklären, daß der neue Angriff von einer bisher nicht jV f amuen Wut und Kraft geführt wurde. Aber dem Aufwand der Engländer entsprechend waren unsere Verteidiger auf dec vollen Höhe ibrer Leistungen. Trotz des furchtbarsten Trommelfeuers hielten sie mit eiserner K-ast ihre Limen fest und qibin nicht nach. Wo der Feind irgendwo in Ire Gräben eindringerr konnte, wt.ude er im Gegenstoß sö- forr wieder dirrus vertrieben. Nur so war es möglich, daz trotz der Furchtbarkeit des Kampfes die Engländer nicht nur nicht vorwäris kamen, st-ndein hier eine der schwerste'» Niederlagen erlitten, die jemals einem Heere ziitril würde.
Der Durchbruchsversuch ist -um .pveiten Male aufs kläglichste gescheitert, trotzdem England seine ganze verfügbare. Macht hier eingesetzt hatte Die Tragweite dieser englischen Niederlage dürfte nicht zu unterschätzen sein. Entsprechend der Unkarmherzigkeit des Angriffs waren die
Opfer groß, so daß das englische Heer für die nächste Zeit zu einem ähnlichen Vorstoß kaum geeignet sein dürfte. England hat gesehen, daß die deutsche Freiü nicht zu brechen ist und wird daraus schließlich einmal die Lehre ziehen müssen, Ire es zu seinem eigenen Heil beherzigen mutz. In unserem Heeresbericht wird mit Recht darauf bingewiesen, daß jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau in der Heimat, die an der Versorgung des Heere? Mitwirken, Anteil an diesem großen Siege unserer Truppen haben. Es ist nicht eine Schlackt von einigen Truppenteilen gegen andere, sondern es ist ein gewaltiges Ringen ganzer Völker, ore hier bei Arras in furchtbarem Ungestüm an feinanderprallen. Die Frage, welches Volk das stärkste sei, wurde wiederum Z4 unseren Gunsten entschieden.
Die feindlichen Berichte.
Erster englischer Heresbericht vom 24. April, nachmittags.
Gütern dauerte der harte Kamof am Abend und rnn ‘ Unterbrechungen auch des Nachts an dt» ganzen Front von Cr alle l l e bis nördlich t ott Gavrelle an. Der Feind wiederholte die erfolglosen Gcgenangrisie beständig mit großer Entschlossenheit ohne Rücksicht aus Herinste. Wir hielten die gestern aeminnunen Siellnngen. Weitere Fortichrille wurven östlich von Moncht-lc-Preur und in der Nrchbarichatt een Roeux zc- niacht. Ein besonders heftiger Gegenangriff des Feindes au? da? Dorf Gavrelle wurde erfolgreich zurückgeschlagen. Die Zahl der Gefangenen überschreitet Streits 1500, darunter 30 Offiziere. Südlich der Straße von Bapaume nach Can-brai gewannen wir in der Nacht an emer breiten Front östlich von Epcny Gelände und erreichten den St. Quentin-Kanal in der Nachbarschakt von Jend- h u i l e. Weiter nördlich nahmen wir die Dörfer Villers» Pion ich und Beau camp nebst Gefa.igenen.
Zweiter englischer Heeresbericht vom 21. April.
D r Kamps war beute weniger hestig, aber immer noch beträchtlich. Wir machten weitere Fortschritt: zwischen oem Sens-e-F.'nß und Monchy. über 2 000 Gefangene wurden bereits itnter dir Front geschickt. Andere wurden, eingebracht.
Französischer Heeresbericht vom 24. April, abends.
Der Tag war besonders durch Artillerie- umernehmungen an der ganzen Freut gekennwichnc'. Wir setzten das ZerstörungS- scuer äus die feindlichen Batterien und Einrichiungen in der Gegend von St. Quentin, an der Oise, ü-i Coibenn. Iuvmeourt und in der Cbampaan.e fort. Bei einer Anzahl von Batterien wurden Sxplo sionen festgeitellt Wir brachten, vier aeutiche 10.5-,-7enktmeter-Hau bitzen ein, die wir im Lause der letzten Kämpfe aus oer Hochfläche am Chemlii des Dantes erbeuteten und die noch nicht in den frlttlkr angegebenen Zahlen einbegrisken sind. Bei MoronviUecs drangen unsere leichten Abteilungen nach, kurzer Artillerieoordereitmiq in die deutschen Gräben ein und fänden iie mit Leichen angesüitt. Auf der übrigen - Front nichts von Bedeunnig.
Ein amcrii'anisttier Militärflieger nbgefchossen.
ZV. T.-J3. Bern, 25. April. Mäht)wicht.) Lyoner Blätter melden aus Baris: Der amerikanische Militärflieger Ditgan ist laut Aussagen Von Kameraden be: einem Luftkamps über der deutschen Front ah g e s ch o s s e n worden.
Die neuen glänzenden U-Vsolrerfolge.
W. T.-B. Berlin, 25. April. : (Amtlich. Draht- bericht.) Zr>. den bereits veröffentlichten U-Bovts- erfolgen (vergl. Meldunq in der gestrigen Abend-Ausgabe) sind folgende Einzelheiten nachzutragen: Ein
englischer Hilfskreuzer der Äarralong-Klasse (4129 Tonnen), die englischen bewaffneten Dampfer „Vine Brauch" (3442 Tonnen), „Petrlvge" (1712 Tonnen), „Univoit" (2616 Tonnen), „Torrington" (6597 Tonnen), „Torot" (3066 Tonnen); ein 2,6- Zentimeter-Geschütz wurde erbeutet) fünf Kapitäne und drei Mann der Geschütz- bedienung wurden gelangen genommen. Der englische Dampfer „Kittywake" >'1866 Tonnen), der von zwei Zerstörern gesichert loar, wurde aus dem Geleitzug herausgeschoffen; „Marden Sibirien" (3500 Tonnen) mit einer Ladung Holz, der Tankdampfer „Rosalind" (6535 Tonnen) mit Treiböl, „Gairahill" (4981 Tonnen), die englischen Segler „Maria" und „Rochester Castle", die englischer Fischer- fcchrzeuge „Precedent Brothertoft", „C. A. 568", die französischen Segler „La Bunkerquoise" und „Marie Celene", der italienische Dampfer „Sensiero" (2633 Tonnen), der portugiesische Dampfer „Caminha" (2773 Tonnen), die norwegischen Dampfer „Ranvik" mit 10 000 Tonnen Weizen von Buenos Aires für die französische Regierung, „Star" mit Holz und.Papiermasse^ „Gama", „Bokn", „Fjeldi", „Paris", „Vilja", die norwegischen Segler „Sylfiden" mit Bauholz, „Glenlora", „Polcarp" mit Kohlen, der spanische Dampfer „San Fulgenicio" mit Kohlen, der griechische Dampfer „Friros", die dänischen Dampfer „Helga", „K. Fjord", dre dänischen Segler „Union" nnt Kohlen, „H. B. Linneman", „Astracea", die holländischen Schoner, „Neptunns", „Voorwaarts" mit Kohlen, „Dina", „Hendrika", der schwedische Dampfer „Atalanta", der- schwedische Segler „Armanda" mit Grubenholz, ferner acht Dampfer und drei Segler, deren Namen nicht fest-, gestellt werden konnten, darunter ein bewaffneteik Dampfer und drei Dampfer, die aus dem Geleitzug herausgeschossen wurden.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
