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13 Ausgaben.

Fernruf;

Tagdlanhaus" Nr. «650-53.

Sou » Uhr morgens bis 7 Uhr abend», anher Sonntag«.

Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. oft wtederhoUer Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwilchenräumen entiprechender Nachlah.

! w- di- Ntorgen-Aasg. bi. 2 Uhr -achmi-t-gs. Berliner Abteilu», »es Wiesbaden er TagblattS: Berlin N'.. P.tSdamer Str.121 L. Fernspr.: «»t Lütz«« 6202 «. 6203. M«L"^L^b W'LA?'L?^"

Mittwoch, 25. Kpril 1917.

Morgen-klusgabe.

Nr. 208. -» 65. Jahrgang.

Dieschwere blutigste" Niederlage Englands.

Helden regimenter aus fast allen deutschen Gauen die Lieger in der neuen Schlacht bei Arras.

Ehrenvolle Hervorhebung des Anteils der Hcimarmee

an dem gewaltigen Erfolg der Siegfried-Front.

ver Tagesbericht vom 24. Npril.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 24. April. (Amtlich.)

Weltlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Auf dem Sckilachtselde von Arras führte die auf Frankreichs Boden stehende britische Macht gestern den «zweiten große» Stoß, um die deutschen Lrnien !zu durchbreche».

Seit Tagen schleuderten schwere und schwerste Batterien Massen von Geschossen jeder Art auf unsere ' Stellungen. Am 23. April früh morgens schwoll der «Artilleriekampf zum stärksten Trommelscuev an. Bald darauf brachen hinter der Fcuerwand her auf 3V Kilometer Frontbreite die englischen Sturmtruppen, vielfach von Panzcrkraft- wagen geführt, znm Angriff Vvr. Unser Ver­nichtungsfeuer empfing sie nud zwang sie vielerorts zum verlustreichen Weichen. 4sn anderen Stellen tobte der Kampf hin und her; wo der Feind Boden gewonnen hatte, warf unsere todes­mutige, angriffsfreudige Infanterie rhu in kraftvollem Gegenstoß zurück. Die jwestlichen Vororte von Lens, Avion, Opph. Gavrelle, Roeux und Guemappe waren Brennpunkte des harten Ringens, ihr Name nennt Heldentaten unserer Regimenter aus fast allen deutschen Gauen zwischen Meer und Alpen.

Nach dem Scheitern des ersten setzte über das Leichenfeld vor unseren Linien mit besonderer Wucht auf beiden Scarpe-Ufern gegen Abend ein zweiter g r o ß e r A n g r i f f mit neuen Massen ein. Auch seine Kraft brach sich am Heldenmut unserer Infanterie, teils im Feuer, teils im Nahkampf, und unter der vernichtenden Wir­kung unserer Artillerie. Nur an der Straße Arras-Eambrai gewann der Feind nm wenige hundert Meter Raum. Die Trümmer von Guemappe sind , >ihm geblieben.

Wie an der Aisnc und in der Champagne schon,

- (ist hier bei Arras der feindlich-: D n rch b rn chs v er- such nnter ungeheuren Verlusten qe- is ch e i t e r t.

Englands Macht erlitt durch die Voraussicht deut- \ lscher Führung und dem zähe» Stegcswillen unserer chraven Truppe» eine schwereblutiqsteNieder- !lage.

Die Armee sieht doll Zuversicht neuen Kämpfen entgegen. _

An de« Erfolgen der letzten Schlachten hat seinen !besonderen Anteil jeder Deutsche, Mann oder Frau, Bauer oder Arbeiter, der sich rn den Dienst des Bater- « jlandes stellte, seine Kräfte cinsetzte für die Versorgung ides Heeres.

Der deutsche Mann an der Front weiß, daß ein jeder daheim seine Schuldigkeit tut und rastlos schafft, nm ihnen draußen in der Schwere des Kampfes au» Leben und Tod, um Sein oder Nichtsein, beizustehen.

* -

Bei den anderen Armeen der Westfront und auf de«

. übrigen Kriegsschauplätzen keine größeren Äampfhand- * 5 lunqen.

Der erste Gcneralquartiermeister: Ludendorff.

*

Englischer Heeresbericht vom 24. AprN.

Unsere Truppen griffen in einer ausgedehiucn Front aus beiden Ufern der S c a r p e an uns rnacktcn im Vormarsch befriedigende Fortschritte. Südlich der Straße Bapumne-Camvral defetzten sie den Überrest des Dorfes Tres^rult und im Laufe der Nacht auch den .größten T«l des Waldes von Hrorincourt. .

Oer ttaiser an die Melden.

W.T.-B. Berlin, 24. April, (Amtlich. Drahtbericht.)

Seine Majestät der Kaiser hat an Seine Königliche Hoheit de« Kronprinzen Rupprecht von Bayern, Führer der im Artois stehenden Heeresgruppe, folgendes Tele­gramm gerichtet:

Der neue englische Ansturm auf dem Schlachtfeld von Arras ist durch Deine Truppen gebrochen.

Den Helden von Arras und ihrem bewährten Führer, die an Können, Leistung und Erfolg den Kameraden an der Aisne und in der Champagne es gleich taten, sende ich meinen und des Baterlandes Dank. Gott helfe weiter! Wilhelm I. R.

$

®in neutrales Urteil über die elastischere deutsche Kamp sw eise.

W. T.-B. Stockholm, 24. April. Der militärische Mit­arbeiter vanStockholms Dogblad" schreibt über die Kriegs­lage an der Westfront: Die deutsche Verteidigung wird mrt einer neuen, von Hindenburg eingeführten Methode geleitet, die im geschmeidigen Zusammenarbei­ten t«vn zäher Verteidigung, lreinen Rück­zügen und kräftigen Gegenangriffen bestebt. Tos starre und eit unerhört teuer erkaufte' Fischalten an jedem Stück Erde mutzte der elastischeren Kampfv eise weichen, di« aller­dings gewisse Tec:ainverluste notwendig mit sich bringt, aber auf der anderen Seite für den Feind im höchsten Grade die Ausnutzung der artilleristischen Überlegenheit erschwert. Eine gute Stütze farrd die Kampftveisc an dem Umstand, dah die denlsrben Lu ftstr e i t kr äft e jetzt rm Gegensatz zu der Schlacht an der Somme dem Feinde wirklich die Her i schaft in d-r Luft streitig machen konnten. Die Kraftinessang an der Westfront ist noch im ersten Stadium; man muh die Fortsetzung abworteu. bevor man urteilt. Da­bei mutz man sich immer klar darüber sein, dah die Fort­setzung stch ganz anders gestalten kann als die Einleitung, und daß die Initiative, die jetzt zweifellos bei den Westmachten liegt, während der Operationen auf die a n d e r e Seist übergehen kann. Hindenburg ist ja immer d-r Mann der Überraschungen gewesen.

Oer Nbendberichl vom 24. April.

W. T.-B. Berlin, 24. April abends. (Amtlich. Drahtbe- richtü Nordöstlich von Arras winde tagsüber um Gav­relle gekämpft. Links der Straße Arras-Cambrai haben abends neue englische Angriffe eingesetzt.

Truppenmeldungen bestätigen übereinstimmend die gestrigen «erlnste der Engländer alsunerhört h o ch".

An der AiSne und in der Champagne wechselnd starkes Feuer.

Im Oste» nichts Wesentliches.

*

Das volle Hundert der Jagdstaffel v. Richthofen.

w. T.-B. Berlin, 24. April. Die Jagdstaffel des Frei­herrn v. Richthofen hat den hundertsten Gegner abgeschossen. Trotz der wenig günstigen Witterung war die Flieger­tätigkeit am 22. April rege. In zahlreichen Luft- kämpfen verloren die Gegner elf Flugzeuge. Davon befinden sich sechs in unserem Besitz. Während an vielen Stellen unternommene Angriffe der feindlichen Flieger auf unsere Fesselballons erfolgreich abgewiesen wurden, gelang es unseren Fliegern, vier Ballons des Gegners brennend zum Absturz zu bringen. Rittmeister Freiherr v. Richt­hofen schoß seinen 46., Leutnant Wolfs seinen 19. und 20. Gegner ab. Die von dem Frecheren b. Richthofen geführte Staffel setzte damit das hundertste feindliche Flug­zeug außer Gefecht. Zahlreiche Erkundungs-sowohl wie Bembel:flöge führten zu den gewünschten Ergebnissen. Hand in Hand mit der Truppe arbeiteten unsere Infanterie- und Artillerieflieger. Auf dem Balkon belegte wiederum ein bewährtes Geschwader wichtige Anlagen des Gegners mit 3500 Kilogramm Bomben.

Französischer Heeresbericht vom 23. April, nachmittags.

Während der Nacht starke Tätigkeit der beiden Artillerien süd- lich von S t. Q u e n t i n sowie zwischen S o i, j o n 5 und Reims. Östlich von Craonne sehr heftiges Bombarvemenk, das der Bor^ bereitung znm Angriff voronsginz und von uiiserm Batterien kräftig belänlpft wurde. Der feindliche Angriff konnte nicht zur Entwnlc. lung kommen. In der Ch a m p a g n e machten die Deutsche n gestern gegen 6 Uhr abends einen st a r k e n Angriff gegen den vorspringenden Winkn nordöstlich des Hochherges, der aber durch unser Artillerie- und Maschincnzlwehcfeiier zeorow-n wurde. Der Feind erneuert- dies-l B-rsuch aus dem Rücken, den :vtr hal-en. I Heronvillers war der Kamps an einigen Punkten sehr leb­haft. Er endtte überall zu mijereni Borteil. Östlich von St.

M i h i e l und m der Wocvre schlugen wir zwei von starken feind­lichen Abteilungen ausgeführt: Handstreiche ab, den einen im Waide von Aillh und den anderen vor den Gräben von Caivnne. In den Vogesen war em feindlicher Angrisssoersuch südlicy des Passes von Markirch ersolgws.

Französischer Heeresbericht vom 23. April, abends.

In Belgien unternahm der Feind morgens mehrere Angriffe an verschiedenen Frontpunkten. Die Angriffe wurden durch unser Feuer vollständig abgewiejen. Einige feindliche Abtei­lungen, denen es glückte, in unsere vorgeschobenen Gräven cu<zu- dringen, wurden sofort nach einem Kamvs von Mann gegen Mann zurückgewoifen. Die Deutschen ließen Gefangene in unseren Händen. Zwischen Somme und Oise führten unsere Batterien ein wirk­sames Zerstör«,ngsfeuer auf die demschen Anlage,, aus. Zwischen Aisne und Chemin des Dames machten wir tm Laufe des Tages nördlich Sancy einige Fortschritte. Der Artilleriekamps war besonders im Abschnitt des Gehöftes von Hrurtebise lebhaft. An der übrigen Front Artilleriekämpfe mit tlnterbccchungen.

»

Ungeheuerliche Handlungsweise der französischen Regierung.

W.T.-B. Paris. 24. April. (Drahtbericht.) Amt- lich meldet Agence Havas: Entgegen alle«

Regeln des Völkerrechts und der Menschlichkeit haben die Deutschen ihren Entschluß angekrindigt, Hospital- schiffe ohne Warnung zu torpedieren. Unter diesen Umständen hat die französische Regierung zur Kenntnis gebracht, daß sie de u t s ch c Gefan­gene auf diesen Fahrzeugen ein schiffen würden.

(Anmerkung der Schristleitung: Die französisch!'

Behauptung ist unwahr. Es ist lediglich in der Denkschrift vom 31. Januar ein genau festgeleg- t e s Gebiet im englischen Kanal für den Verkehr mit feindlichen Lazarettschiffen verboten, weil nachae- wiesenernratzen Lazarettschiffe der Entente znm Trans­port von Truppen und Kriegsmaterial mißbräuchlich benutzt wurden. Die von der französischen Regierung angekündigte Maßnahme kann daher nur-als ein neuer Beweis der ungeheuerlichen Handlunqsiveise dev Franzosen, wie es sich unseren Gefangenen gegenüber, besonders in Afrika, unzählige Male gezeigt hat. ange­sehen werden.) _

Die spanische Note.

W. T.-B. Berlin, 24. April. (Drahtbericht.) Die von dem spanischen Botschafter am 20. April auf dem Auswärti­gen Amt übergebene Rate lautet iu der Übersetzung wie folgr:

In ihrer Antwortnote vom 6. April 1917 sprach die könig­lich spanische Regierung von einer unabweislichen Pflicht, die sie zwang, das Leben ihrer Untertanen zu schützen und zu be­wirken. daß die^ Lebensadern ihrer nationalen Existenz nicht unterbunden würden angesichts des augekündigten unwan­delbaren Vorsatzes Deutschlands, ein neues Kriegsrecht in einem großen Teil der europäischen Meere in Anwendung zu briugen.

In dem verflossenen Zeitraum hat sich weiter gezeigt, daß die kaiserliche Regierung trotz der freundschaftlichen Gefühle, die beide Länder verbinden, weder Mittel noch Wege gefunden bat. um deu berechtigten Ansprüchen Spanien? nachzukommen, wie sie denn auch nicht geglaubt hat, die seit Beginn des Kriegs eingenommene feste, korrekte neu­trale Haltung Spaniens angesichts der berechtigten Forderungen eines verletzten Völkerrechts berücksichtigen zu können.

Alle wiederholten Versuche der spanischen Regierung, Sie sie in der Ansicht unternommen hat, den Seeverkehr und das Leben ihrer Seeleute sicherzustelleu. find gescheitert an dem un erschütterlichen Bntschlutz der kaiserlichen Re­gierung, derart ungewöhnliche und gewaltsame Kriegsmatznahmen anzuwenden, welche-angeblich die wirtschaftliche Existenz ihrer Gegner unmöglich machen. gleich­zeitig aber diejenigen der befreundeten und rreutralen Mächte großen Gefahren aussetzen.

Die in diesen Tagen ohne Warnung erfolgte Versenkung einiger Schiffe, insbesondere diejenige des

San Fulgencia",

der nc.ch Spanien Kohlen aus England brachte, wobin er vor­her Früchte mit einem deutschen Geleitschein auSgesührt hatte, sowie d:e seitens der Berliner Regierung für die Rückkehr unserer in den englischen Häsen zurückgehaltenen Schiffe aufgestellten Bedingungen, die. wenn sie nicht von der spanischen Regierung verwirklicht worden wären, einen grctzen Teil unserer Handelsmarine zur Untätigkeit ge­zwungen batte, ferner die bereits erhaltene Mitteilung, daß unser S e e h a n d e l mit den im Krieg mit Deutschland be- sindlicheu amer-ka nischen Ländern auf dem Hinweg denselben Bedingungen unterworfen werden wird, welche.in Europa vor deur 1. Februar beklagenswerte Verluste unserer Marine zur Folge hatte, und die schließlich in Anbetracht ses so erweiterten Risikos unserer wirtschaftlichen Existeuzoe-