Crfte 4» ftttüttg, 20. AHM 1917.
Bus Stadt und Land.
wiesbadenee Nachrichten.
Die Vrotversvrgung.
> Die ockgeä-rderten AusführumgÄbestimmungen M der DKerordirung des Miiqrsirctts über di« Regelung des Verbrauchs von Mehl nnd Brot in Wiesbaden kennt ebenso w re die neue Backovdn-ung neben Zwieback nur ein EinheitS- drot im Gewicht von 1600 Gramm 24 Stunden nach dem Backen. Auf die ganze Brotkarte, einschließlich der bis- iherigen Brötcherckarte, kann ein Laib dieses Brotes entnommen werden. Auf die über 900 Gramm Mehl lautende Brotkarte kann man 1060 Gramni und auf die bisherige Brötchen- ^karte 530 Gramm Brot beziehen. Will jemand Wehl kaufen, so mutz er die über 450 Gramm Mehl lautende Brötchenkarte bergeten; für den Nest der Brotkarte erhält er darrn noch 1060 Gramm Brot. Ist der Bäcker imstande, diese 1060 Gramm genau abzuwieqen? Und was fängt er mit dem ihm verbleibenden Rest von 450 Gramm an? Hier scheint uns die Meinung derjenigen zu Recht zu bestehen, die der Auffassung find, daß die Abänderungen der AusDhrungsbestimmungen >die Herstellung von zwei verschieden schweren Broten bedinge. e>ns im Gewicht von'1600 Gramm nnd eins im Gewickst von 1060 Gramm. Man kann es auch ver- Istehen wenn die Bäcker sagen: „.Ich lasse mich auf die Brot- schnißelei nicht ein. Was soll ich mit den übrigbleibenden Brocken anfangen?"
Für febr zweckmäßig würde es weiter gehalten, wenn die Brote weniger in die Breite und mehr in die Länge ausgedehnt würden. Breiies Brot gibt bei den trappen Por- ltianen äußerst dünne Schnitten, die in der Hand zerbrechen und den Aufstrich durchlassen. Wer Kinder hat, weiß Iden Vorteil des laugen Brotes jetzt besonders zu schätzen. Es trifft zu. was der Einsender der folgenden Zeilen sagt: „Unsere Brotraticnen haben leider gekürzt werden müssen; da gilt es. einteilen und Haushalten. Durch, die setzt gelieferten Brote wird dies eher erfckwert. Wohl jeder ist gewohnt. Sie >Lcheiben in er,»er gewissen Dicke (jetzt besser „Dünne") zu schneiden Run werden die Brote aber dickleibiger und kürzer, anstatt schlanker und länger geformt, die Folge wird sein, daß das Zugeieilte nicht ausreicht und vorzeitig verzehrt ist. Es könnte doch e:ne Wcrschrift erlassen werden, die den Bäckern ernepraktischereForm vorschreibt, und so .den Müttern hilft, mit dem Brot leichter auszukcmmen, da Suggestio n auch bei der täglichen Stulle, 'besonders bei Kindern, hilft'
Erzeugerpreise für Obst.
Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat bereits Erzeugerpreise für Obst festgesetzt. Damit hat sie den Fehler vermieden, der im letzten Jahr mit der viel zu späten Höchst- brsisfestsetzung gemacht worden ist, und dem wir im wesentlichen die ungeheuren Obstpreise zu verdanken haben. Die setzt festgesetzten Erzeugerhüchstpreise verstehen. sich für das Pfund frei Verladeort. Sie betragen für:
Erdbeeren, 1. Wahl 55 Pf., 2. W.ihl 30 Pf., Walderdbeeren 1 M.. Johannisbeeren, weiß« und rote 30 Pf., schwarze 40 Ps., Stachelbeeren, reif und unreif 30 Pf., Himbeere» 50 Pf., Blau- beeren (Heidelbeeren) 25 Pf., Preißelbeeren 35 Pf., saure Kirschen 20 Pf., süße Kirschen, weiche 25 Pf., große harte 35 Pf., Schatten- morellen 40 Pf.. Glaskirschen 45 Pf., Rcineelauden, große grüne 30 Pf., Pflaumen 25 Pf., Mirabellen 40 Pf. und Zwischen l0 Ps.
Tie Äpfel sind in Gruppen eingeteilt. Zu der Apfelgruppe 1 gehören: Weißer Winterkaloill, Cox' Orangen, Gravensteiner, Kanada-Renette, Adersleber Kalvill, Gelber Rchard, Sign« Tillisch, v. Zuccalmaglios Renette, Ananas- Renette, Gelber Bellefleur, Schöner von Boskoop, Landsberger Renette, Goldrenette von Flonheim und Cvulons- Renetie. Diese Früchte müssen aber, wenn sie zur Gruppe 1 gerechnet werden sollen, die Beschaffenheit von Edelobst haben, mithin für ibre Sorte über mittelgroß und ohne 'nennenswerte Fehler sein. Als Fehler sind insbesondere an- ^zufehon: Unvollständige Reife, starke Fufikladüim-Flecke,
stacke Druckflecke, Wurmstich, Stippflecke, Verkrüppelungen oder mißgestaltete Formen. Der Preis für Äpfel der Gruppe 1 äst auf 35 Pf. festgesetzt worden. Die Gruppe 2, für die der Erzeugerpreis auf 20 Pf. festgesetzt wurde, umfaßt sämtliche .Apfel, so weit sie nicht urrter Gruppe 1 genannt sind oder infolge ihrer Beschaffenheit nicht zur Gruppe 1 gehören. Die Äpfel müsseil aber gepflückt, gut sortiert und mittlerer Art !umd Güte sein. Zur 3. Gruppe, deren Erzeugerpreis 8 Pf. 'beträgt, gehört alles Schüttelobst, Ausschuß- und Fall- äpsel sowie Mostäpfel. Verkauft ein Erzeuger fein gepflücktes Obst r.niortiert so, wie der Baum es gegeben hat, aber ohne ! Falle bst, so kann er einen Einheitspreis verlangen, der aber iden Betrog von 16 Pf. nicht übersteigen darf.
Auch die Birnen sind nach drei Gruppen geordnet. Die 1. Gruppe — Erzeugerpreis 20 Pf. — bilden: Gute Luise voll iAvrancheS, Köstliche von Eharneu, Birne von Tongre, Böses Flaschenbirne, Dr. Jules Guyot, Williams Christbrrne, Harkenponts Butterbirne, Gellerts .Butterbirne, Clapps Liebling, Diels Butterbirne. Bereins-Dechantsbirne. Diese Früchte müssen aber, wenn sie zur Gruppe 1 gehören sollen, die Beschaffenheit von Edelobst haben, mithin für ihre Sorte über mittelgroß und ohne nennenswerte Fehler fein. Als Fühler sind insbesondere anzusehen: Unvollständige Reife,
starke Fustkladium-Flecke, starke Druckflecke, Wurmstich, Stippflecke, Verkrüppelungen und mißgestaltete Formen. Die Gruppe 2 mit einem Preis von 12 Pf. umfaßt sämtliche Sorten Birnen, so weit sie nicht unter Gruppe 1 genannt sind, j oder insclge ihrer Beschaffenheit nicht zur Gruppe 1 gehören. Die Birnen müsseii gepflückt, gut. sortiert und mittlerer Art und Güte sein. In die 8. Gruppe gehören alles Schüttelvbst. Ausschuß- und Fallbirnen' sowie Mostbrrnen. Der Preis ist auf 3 Ps. festgesetzt.
Das sind Preise, bei denen ider Produzent zweifellos gut bestehen kann, mit denen aber wohl auch, die Konsumenten zufrieden sein könne».
— Kriegsauszeichnungen. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde verlieben: dem Unteroffizier der Landwehr Gustav Bauer. Sohn des'Eisenbahnsekretärs a. D. G. Bauer in Wiesbaden; dem Metzgermeister und früheren Gastwirt August Gerhardt aus Wiesbaden; dem Wehrmann im Landwchr-Jnf.-Regt. 80 Heinrich Kirschbaum-cms Wiesbaden; dem Krankenträger in einer Sanitätskompagnic im Westen Wilh. Brise aus Wiesbaden; dem Landsturmmana .M. Petri aus Wiesbaden und dem Offizterftellvertreter sbei einer Masthülengewehrkompognie Ludwig Walthe.r,
_ Mesdadener Taabkatt. _
SküM;auf besitzer und Stadtverordneter in. Wiesbaden.- — Dem pralt. Arzt Dr.- L. V a n p e l aus Wiesbaden wurde oaS Meckleiiburgische Verdienstkreuz und' dem Stabsarzt Dr. Rossen aus Wiesbaden das Hamburgische Hanseatenkreuz verliehen. — Der Inhaber- des Eiserneu Kreuzes (und per Hessischen Tapferkeitsmedaille Leutnant d. R. Philipp S t a l; n, Beamter des Borschußvereurs Wiesbaden, zurzeit . Komt aarriefühver' erhielt- das Österreichische Berdienstkreuz mit Kriegsauszeichnung.
— Die wirffchaftlichen Verhältnisse im Regierungsbezirk Wiesbaden nehmen, nach dem vom Landesausschuß erstatte- teu Bericht, mit der längeren Dauer des-Kriegs immer mehr das Gepräge au, das ihnen die gänzlich veränderten Umstände ausdrückeu. Dem Darn>ederliegeu des Baugewerbes, des Gruntstücksmarktes, des Hotel- uiid P-e usions- gewerbes in den Badeorten,' sowie vieler Handels- und Gewerbebelrisbe, stehen große Gewinne in vielen auf die Kriegsverbältniffe umgeftellten Industrien und Gewerbebetrieben, st wie gute Erwerbsmöglichkeiten in der Landwrr t- s cki a f t gegenüber. Bei. der großen Bedeutung, die der letzteren für unseren Bezirk zukommt, und bei der regen industriellen Tätigkeit in anderen Teilen des Bezirks, ist das Gesamtbild der Wirtschaftslage kein ungünstiges. In einer besonders schwierigen Lage besinden sich die Ha u S- b e s i tz e r in-den Großstädten, die unter dem Leerstckhen vieler Wohnungen und Läden und dem Abwander» noch kleineren Wohnungen zu leiden haken. Trotz aller möglichen Nachsicht gehen viele der schwächeren Existenzen unter dem Druck der lange dauernden Kriogsverhältnisse zugrunde. Sehr deutlich prägen sich diese Verhältnisse in der Zunahme der Zinsen- rückstände aus. Die Verhältnisse am G e l d m a r k t unter- scheiden sich nicht wesentlich von - denen des Vorjahres. Charakteristisch.war die im abgelaufenen Jahr sich weiter fest- setzente Geldflüsstgkeit. Die-Spareinlagen hatten, wenn man den Abfluß durch Zeichnungen auf die 4. und 6. Kriegsanleihe außer Betracht läsit, eine Zunahme von 39 Millionen gegenüber 35 Ys Millionen rm Vorjahr zu-verzeichnen. Raben dem langfristigen KommunaKredit war der durch die besonderen - Bedürfn sie des Kriegs ' hervorgerüsene Geldbedarf 'der Kreise und Städte für die Aufwendungen von Familienunter- stützungen und Beschaffung von Nahrungsmitteln zu befriedigen. Die Summe der auf diese Weife den Kreisen und Gemeinden zu ermäßigten.Sähen bereitgestellten Mittel belief sich Ende deS Jahres auf 46 .Millionen.
— Polizeistunde und Bahnhofsrestwuration. Unzählige Anzeigen sind wider den Restaurateur Krieger im hiesigen Hauptbahnhof erstattet, worden, weil er sich an die Polize:- stunde nrcht kehre, sondern jeden im Bahnhof Erscheinenden, gleichviel, ob er Fahrgast fei oder nicht, nach Belieben -bewirte. Ä. hat einen Vertrag mit der Eifenbahndirsktion, worin ihm die Verpflichtung auferlegt ist, seine Restaurationsräume so lange offen zu halten, als Züge abgehen oder ankommen. Er glaubt, daß die Bundesratsverordnunlg, 'betreffend di« Festlegung einer Polizeistunde, auf seinen Betrieb keinen Bezug hat. Für die hiesige.Bahnhossrestauration ist vom Regierungspräsidenten ausdrücklich die Polizeistunde auf. 11^. Uhr hinausgeschoben worden, auch liegt angeblich eine ausdrückliche Anweisung 'der >Ei-senbahndirektion vor, während der Stunden von 12 bis 3 Uhr nachts unter allen Umständen den Wirffchaftsbetrieb emzustellen, und nach anderen Verfügungen darf er außerhalb der für den freien Verkehr zngelaff-enen Zeit grundsätzlich Spirituosen nicht verabfolgen, andere Getränke und Speisen aber nur an weite Strecken zurück- legende Reisende. K. glaubt, daß auch diese Vorschrift für ihn nicht bindend sein könne, weil von ihni rücht mehr verlangt werden kömie, als daß er die rm Wartesaal erscheinenden Personen fragen lasse, ob sie im Besitz einer Fahrkarte seien. 'Eine Befugnis, sich die Karten zeigen zu hassen, stehe ihm nicht zu. Nach der Ansicht des Schöffengerichts gilt die auf 11 y z Uhr verlängerte Polizeistunde jedoch auch für die Wartesäle des Hauptbahnhofs. K. wurde daher in 30 M. -Geldstrafe genommen.
— Warnung vor Taschendieben. In -der letzten Zeit sind mehrfach bei größeren Men'ckienansammlungen vor LebenS- mittelacfchapten und KartenauSgabestellen die Porternonnaies aus der Tascke gestohlen worden. Die Polizei mahnt daher zur Vorsickst, die vor allem Kindern anzuempf-ehler- ist.
— Deutschland und Ungarn nach dem Weltkrieg. Am Freitagabend hielt 'der Vertreter des König!, ungarischen Handüs- minffteriums Walter Oertel einen Vortrag im Kasinosaal über „Deutßhlanb und Ungarn nach dem Weltkrieg". Der Vortragende gab in kurzen' Umrissen eine Schilderung der echnographffchen Entwicklung dieses Landes und gedachte be- i sonders auch der Bedeutung der'Donau als Wasserstraße, nicht nur allein für Ungarn, sondern für die Weltwirtschaft über- Haupt.. Mit wenigen Sätzen streifte er die Entwicklung der D ö n a u r e g u l i e r u n g, und kam dann auf die Bestrebung zur Schaffung einer durchgehenden Donau-Main-Rheui- Wasserstraße zu sprechen, rvbbei er auch 'besonders auf die Verdienste hinwies, die sich König Ludwig von 'Bayern um die Durchführung dieses Projekts erworben hat. Welche Be- deütuirg die. Donau als Wassenstratze hat, konnte erst, dieser Krieg vollständig zeigen, wo die Donau die Hauptnachschub- Itme für die in der Walachei vorgeheirden Heere Mackensens bildete und der Nachschub ohne die tatkrästyre Hülfe der un- garnchen 'Seeschi-ffahrtsgeiellschaft so glatt nicht nachgekommen wäre, w'-e es -der Fall war. Hierauf kam der Redner auf die Einzelzweige des Gewerbelebens in Ungarn zu sprechen. Der Reicbtrrm der Magyaren beruht auf der Landwtrffch.rst, deren Stellung'durch den Krieg infolge Enffchuldung -wesent- lich gestärkt worden'ist. Aber auch der'Handel ist im Aufblühen, wenn schon der Krieg auf seine weitere Ausdehnung lähmend eingewirkt hat. Nach kurzem Hinweis auf die empor- strebende Industrie Ungarns ging der Redner auf das Vec» kshrswesen und die Finanzen des Staates ein, die er beide qe* furck und leistungsfähig nannte. Zum »Schluß betonte er die , Bereitwillrgkeit des Ungarvolkes, die direkten Wirtschaftsbeziehungen zu dem Deuffchen Reich in wach stärkerem, Moste als bisher auszubauen. Eine Reihe hübscher, gut wiedergegeüener Lichtbilder in Form einer Donau- rcise kegleitete die mit.starkem Beffoll aufgenommenen Aus- füh'rüngen des Redners.' " ll. IV.
— Stellennachweis des Kausmännjschen Vereins Wiesbaden. Im Monat bllir; warm angemetoet.und aus dem Bormunat über- tragen:,90 Bewerber bei 47 osten--: Stellen. Hiervon wurden 21 'Stellen besetzt- Lehrlinge wurden 90 ingemelder bei 67 offenen Stellen; hiervou wurden 23 besetzt. Im vatertändischen Hilfsdienst wurden 226 Personen gemeldet, bei 41 offenen Stellen; letztere wurden sämtlich besetzt. ' Grscunwerkehr: 406 Betverber, 158 offene
_Mvrymr-NnOgak- Erstes Blatt. Rr- 1VS.
Gtelleir mcd 85 besetzte Stellen. D>w Arbeitsmarkt hat sich gegenüber dem Vormonat urchr wesenrüch verändert, geringer war jedoch das Angebot offener Stellen. Bei der Berurittelung von Lehrstellen zeigte sich reg wer Verkehr und liegt weiter starke Nachfrage für junge LeMe mir höherer Schulbildung vor, hei verhältnismäßig nur sehr geringem Angebot. Im 'Hilfsdienst.ist nach wie vor ein starkes Überangebot weiblicher Kräfte für kaufmännische Strien vorhanden, welche mculgels genüg:nd offener Stellen nur zum Teil hier und m Rachbarstädten oder außerhalb B'.schästigüng frnben.
— Besitzwechsel. DäS kannte „Hotel Fürste.»Hof" an der Sonnenberger Straße ging dieser Tage durch Kauf in den Besitz . des Hotelbesitzers Otto Lückert aus Berlin über.
*
Israelitischer Gottesdienst. Israelitische Kulturgemein d e. Synagoge: Pcichelsberg. Gottes bimst in der Haupt- synagogc: Freitag: aoeudS 7 Uhr. Sabbat: morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr, Ausgang 9.20 Uhr. Gottesdimst im Gemeindesaal: Wochentage: morgens 7(4 Uhr, abends 7(4 Uhr. Die Gemeinde- blbliotbek ist geöffnet: Diensiagnachimttags von 3 bis 4hh Uhr.
Alt-Israelitische Kuitusgemeinde. Synagoge: Friedrcchstraße 33. Freitag: abends 7sh Uhr, Sabbat: '.norgcns 8f4 Uhr, Mnflaph und Bortrag 10Pp Uhr, nachmittags 4sh Uhr. abends 9.20 Uhr. Wochentage: morgens 7'4 Uhr, nachmittags
6% Uhr, abends 9.20 Uhr.
vsrberichte über Kunft, vortrüge und verwandtes.
* Wiesbadener Künstler auswärts. Die jugendliche Rezstatorm Fräul-'M Lotte B a e r gab kürzlich tit Aachen, Köln und ..ta-fel -igenr Vortragsabende. Die Kritiken rühmen einmütig rhr wohilament.es Organ, das Lharatterisierungsverniögen, ganz besonders aber das warme herzliche Empsinden sowie ihre anmutige Boctragsweise.
Wiesbadener Vergnügungs-Sütznen und Lrctzr,pieke.
* Im Theareffaal der „Walhalla" findet auch am Samstagabend und am Sonntagnachullttag und SouMagabend die Barietöror- stellung mit dem bekannten gM>,n Programm ftatt, bas diesmal noch durch das Gastspiel Fritz Schlotthauers vom Mainzer Stadttheater bereiüwrt wird. Int Walhalla - Restaurant spielt die Opelkapeüe. Der Reinertrag der Borst Rungen wird wieder dem Kreiskomitre vom Roten Kreuz zugeführt.
* Monopol-Lichtspiele, Wilhelmstraße. Trotz der vielen Auftagen ist.es der Direktion leider unmöglich, den neuen Schwank „Liebesbrief der- Königin" noch weiter zu oerlängern. Me letzten Borfiihrunaen sind daher heMe Freibig von 3 bis 10 Uhr. Am Samstag louunt abermals ein bedrutenoer Fllm, „Rosa» Doppelspiel", zur. Erstausführung, der schöne Bild« aus der Bledermerer» zeit enthält, mit ler Naiven Ilse Bois aus Berlin.
aus dem verernskeden. Dcrcinsoorträflc,
* (Ohne Gewähr.) Im „F r a u e n k l u b" hielt au« Montag Justizrat Dr. Fleischer einen Vvrrrag über das Nibelungenlied. Nachdem der Redner einen kurzen überblik über die Zeitepochen der Entstehmrg nnd Verbreitung, über den historrichen und sagenhaften Zusanrmenhmig der Dichtung in knappster Kürze gegeben, zog er interessante Parallelen zwischen unseren heMigen Kämpfen und der „Nibelnnge Not", charakterisiert: die Nibelungentreue als uralten deutschen WefenSzug und verstand es durch seine klare, plastisch auf- banende Vortragsweise diese sagenhaften deutschen Kraftgestatten neu erstehen zu lassen. Besonders der großzügige Charakter der KriemhUd, wie er m Wilh. Jordans Nendichtung des Nibelungenliedes mit unmittelbarer Natnrwahrheit geschildert wtrd, wurde vom Redner in fesselnder Vortragsweise geivürdigt nnd den Zuhörer« nahe gebracht. Dankbarer, reicher Beifall löhnte den Redner.
ftus dem Landkreis Wiesbaden.
=■• Dotzheim, 18. April Das- Ergebnis der Kriegsanleihe tfl infolge der regen Werbetätigkeit auch ain diesigen Orte ein geradezu glänzendes. Soweit sich bis jetzt ermitteln ließ, wurden 487 709 Mark gezeichnet, davon 81 500 M. bei der hiellgen Saurmelllelle der Nass. Sparkasse, bei der Mädcheaschulc 1033 M. in AMeilicheuren und 200 M. aus Zeichnungen, bei der Knabcnichule 676 M. in Anteilscheinen nnd 19 600 M. aus Zeichnungen. Die Zeichnungen der Schulen betragen also zusammen 12 509 M. Die 5. Kriegsanleche ergab hier 279 939 M. und die 4. 113 803 M. — Mit dem Eisernen Kreuz wurden ausgezeichnet der Musketier August CI) r-i st m anr« und der Krankenträger Adolf Wagner.
Provinz kjessen-Nassau.
Negterungsbezirk Wiesbaden.
Ein rätselhafter Vorfall.
m. Lorch e. Rh., 17. April. Der Streckenwärter Scholl sah, cäS er nachts seine Strecke abschritt, oberhalb des hiesigen Bahnhofes zwei Männer, von denen einer einen Sack Metz! trug. Er ging hinter ihnen her, erhielt aber, als er sie eingeholt batte, von dem eine» einen wuchtigen Schlag, der ihn bewußtlos zu Boden warf. Am Morgen wurde er gefunden. Der Sack Mehl lag auf «hm, auch hatte er schwere Kopfverletzungen. Wenn der Sack nicht von einer anfahrmden Lokruwtive aus gesehen worden wäre, dann wäre er sicher überfahren worden. Der Sack war von den Dieven aus einem Eisenbahnwagen, der hwr beladen worden war, entwendet worden. Der Berletzte wurde nach Birg >.n ins Sospftal gebracht. lMerk- würdig ist nur, daß die Diebe den Sack Mehl vei dem unschädlich gemachten Mann znrückließer.)
hi. Frankfurt a. M., 18. April. Nach schweren Leiden verstarb deute ftüh der Prediger der hiesigen sreneliqwscn Genieinde Wilhclin K l a u k e im Alter von 52 Jahren. Der Verstorbene ' war ursprünglich evangelischer Geistlicher und wirkte seit 1902 in Frankfurt als freireligiöser Prediger.
hl. Bad Hornburg v. d. H., l9. April. Ein MaglstratSantrag auf Tilgung der schwebenden Schulden der Kur- und Badeverwaltung ist von der Behörde dahin üeantworict »wrden, daß die Tilgung erst nach den« Kriege durch Aufuahnie einer besonderen Anleihe zii geschehen bat. Die Stadtverordneien-Versamm'nng erklärte sich mit dem Bescheid einvefftanden. Die Abrechnung der Lebensmittelversorgung vor.« Jahre i916 ergab bei 683 417 M. Einnahmen einen Gewinn von 1016 M. Eine ausaedehme Besdrechung über die neuen Maßnahmen zur Leben-mittelversorgung und über die Umwandlung des Kurbetriebs in eine Aktirngeselllchast machte den Beschluß der Sitzung.
d. Diez, 18. April. Wegen U n zu » e r ' a f 1 i 3 ? t- il im Mühlenbeiriebe wurde deui Inhaber der Arbecker Mühle bei Holz- -beim, Wilhelm Hatzmann. der Mühlenbetrieb geschlossen.
Gerichtssaal.
z. Berhein,lichtes Mehl. Braub ach, 19. Avrtl. Der Müller P l i e s aus Niederbachheim, dessen A.'iible kürzlich geschloffen ward, wurde vom hiesigen Schöifengerillst zu einer Geldstrafe von 100 ÜE. verurteilt. In vielen Fallen hatte er Korn nnd Weizen ;mn Mahlen anaenoinmen und auch heimlich aufbewahrt , } öbwchl er wußte, daß das gewonnene Riehl nicht sür Brot öestimntt war.
Großer KciegSwucher eines bayerischen Kommerzienrats. W. T.-B. Bamberg, 17. Avril. (Drahtbericht.) Tie Strafkammer des Landgerichts verhandelte beute gegen den Inhaber der Karamellen- und Farben-Malzsabrik SBtijcttt jint in Bamberg. Kommerzienrat Johann Baptist Weyerniann, wegen fortgesetzten Vergehens gegen das Reichsgesetz vovr 1. August 1914, betreffend übet* mäßige Preissteigerung, wegen wrtgesepten Vergehens gegen Artikel 4, Ziffer 2-des Kriegsgesetzes über den Verkehr mit Dtalz. kontingenteir, und fortgesetzten Vergehens gegen die Bestimmungen über das Verbot des Malzhandels usw. Weycrnlann hatte 12 331 Zentner Malz an sechs große Brauereien, darunter in Frankfurt n. M. und Frankfurt a. M.-Oberrav. geliefert. Der Staatsarovalt beantragte gegen den Kommerzienrat Weyermann auf Grund der Anklage eine Gefängnisftras: »on 6 Monaten, Ab-
«ckennung der bürgerlichen Ehrenreckite auf 5 Jahre und Ausspruch einer Geldjtraje von 722 980 M. Die llrteilsverlmrdsgung ist asj Dienstag, den 24. d. M., vertagt worden.
