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Zreilag, 13. April 1917,
Dos MSrzergebnis des Tauchbootkrieges.
W. T.-B.-Serltn, 13. April. (Amtlich. Drahtöerrcht.) Nach neu eingegangenen Meldungen sind weitere 61090 Brnttoregisiertonne« feindlicher und neutraler Hanorlsschifse versenkt worden.
Damit 'tellt sich das Mürzergebnrs der kriegerischen Maßnahmen der Mittelmächte schon letzt ,aus 435 Handelsschiffe mit 861000 Bruttoregistertonnen. In dieser Zahl sind von der Beute S. M. S. Hilfskreuzer „Möwe n o ch 11 Schiffe mit 49000 Bruttoreqistertonnen entha. tcn. Die übrigen Erfolge dieses Schlsfes sind dererts früher in Anrechnung gebracht worden.
Das endgültige Ergebnis des Monat. März, das erst im letzten Drittel des April über,ehe« werden kann, wird sich noch etwas höher stellen,
als eingangs angegeben. .
Gegenüber den in der feindlichen wre auch der neutralen Presse erschienenen phantastischen Behauptung gen über unsere U-Bootsverluste wird ausdrücklich sest gestellt: In den beiden ersten Monaten der Seesperre sind 6 U-Boote verloren gegangen; eine Zahl, die durch den .Zuwachs während des gleichen Zeitraum um ein Mehrfaches übertroffcn wird und die im Verhältnis zur Gesamtzahl unserer U-Boote überhaupt nicht ins Gewicht fällt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Da; herannahende Verhängnis für England.
W. T.-B. Berlin, 13. April. (Drahtbericht.) Nachdem im Monat Februar, seit dem Beginn des uneingeschränkten Unterseebootskrieges, 781000 BruttEgrster lonnen Schiffsraum versenkt werden waren, hat der M o n a t Mä r z nach der vorläusigen Bekanntmachung des Udmrral- stabes einschließlich der unseren Kreuzern zum Opfer gefallenen, rund 80 000 Tcvnen eine Ausbeute von 861 000 Tonnen erbracht. Damit ist, wenn man von len noch ausftehenden Meldungen aus dem Ende des Monats März absieht, der Weltfrachtenraum um rund 1 640 000 Tonnen vermindert worden; mindesten^
1 Million Tonnen entfällt davon auf die englische Han -
Um sich klar zu machen, tvas diese Ziffern bedeute:r. muß man berücksichtigen, daß den Erglärdern für ihren Güterverkehr nach Abzug des immer noch steigenden militärischen Be darfs an Schiffen nur noch wenig inehr als 7 Millionen Tonnen am 1. Februar zur Verfügung standen. Davon haben sie alle in den beiden ersten Moneten des uneingeschränkten Untersecbcotskrieges bereits ein rundes Siebentel «ingebüßt. Der Frachtraum, der den englrschen Seeverkehr im Monat Januar besorgte, kann auf Grund der eng tischen statistischen Zahlen mit kr.cpp f>y 2 Million«: Tonnen angenommen werden. Davon macht die Gesamtausbeute de. Monate Februar und März etwa l 7 V 2 Prozent aus. Rechner man dazu den A asfall an neutralem Schiffsraum, der dem Sperrgebiet aas begreiflichen Gründen fern bleibt, auch nur mit einer weiteren Million Tennen und damit nicht unerheblich unterhalb der Grenze des wahrs.cheinüchen, >'o begreift sich die verhängnisvolle Wirkung auf d«: englischen Seever skehr und damit auf d:e englische Wirtschaft.
Angesichts dieser nüchternen Zahlen zerfallt der Trost, den die Engländer sich sellst mit ihren wöch«rtlichen Vergleichen und Zahlen der versenkten Schffse und des Seeverkehrs spenden, in nichts. So nennt eine der größten englischen Zeitschriften diese Zifferangaben zwar nicht falsch, aber einigermaßen irreführend. Man fühlt in England das Verhängnis herannahen. Eine der führenden englischen Schiffahrtszeiffchriften schreibt: ..Wir können nicht ernstlich genug die Ansicht beton«:, daß die Untersee- bootsdrohnng «ne solche von schwerwiegender Bedeutung ist, nicht eNva bloß für unsere Kriegsflotte und urckore .Handelsmarine, sondern für d : e N a ti on : m ganzen. Was auf See voigeht, ist kein sich in der Ent- fernung abspielendes Drama, das die Kritiker im Lehnsessel in den Norgenblättern ltsen, es ist eine Frage, die an das Leben des ganzen Volkes rührt.' Ein anderes englisches Blatt schreibt: Es ist kein Zwestel an dem schweren Ernst des Erfolges des Unterseebcotstrieges möglich und so weit man sehen kann, ist zurzeit keine Spur einer vernünftigen Gegenmatzregel zu entdecken.
Was England noch im Januar dieses Jahres an Schiffsraum zur Verfügung stand, deckte schon nicht mehr hinreichend 'den Bedarf des Landes. Die Verminderungen des Schrsfs- raums, die sich von Monat zu 3Mcnat in einem derartigen Verhältnis steigern, zeigen die schiefe Ebene, auf der jtat euKli sche Wirtschaftsleben nach unten rollt.
Kbend-klusgabe.
in immer steilerem Winkel. Die sich überstürzenden und unsicher hin- und hertastenden Anordnungen des englrschen Kriegsernährungsamtes sprechen eine beredte Sprache. Eng- land ist nicht wie wir in der Lage, rn Zeiten de„ zunehmenden Mangels auf heimische Vorräte zurück z u g r e i f e n. E:n Land, das zu Dreiviertel bis Vrer- sür.ftel vom Ausland lebt, erschöpft seine Vorräte, über deren Geringfügigkeit der Premierminister Lloyd George in ernsten Worten geklagt bot, mit einer unvergleichlich größeren Schnelligkeit als ein Land, das in der Haupffache sich selbst ernährt. Noch mag sich der Anschein des Auskommens aufrecht erhalten lassen; nach einigen weiteren Monaten aber wird den Leitern der englischen Pclitit die Rechnung für die Verblendung vorgelegt werden, mit der sie im Dezember 1916 das deutsche Friedensangebot zurnckae- stoßen hoben
*
Versenkt?
W. T.-B. Madrid, 13 April. (Drahtbericht. Funkspruch des Wiener Korrefporüwnzbureaus.) In der Nähe von Mmeria wurde das ameritanische Segelschiff „EdwinR. Hun d" (1005 Tonnen), ohne Ladung von Cette nach New Dort unterwegs, von einem Unterseeboot verserckt. — Das Matt „ABC" meldet: Bei Granada landete die Besatzung des französischen Seglers „Eidele", der von einem Unterseeboot torpediert worden ist. — Die Zeitung „Jmparcial" meldet aus Barcelona, daß dort die Schiffbrüchigen des von einem Unterseeboot torpedierten italienischen Dampfers „Alvagua" gelandet worden seien.
Vie neue Sera in Rußland.
Entschiedenes Eingreifen des Arbeiterrates in die Regierungsgeschäfte zum Zv'kcke der Anbahnung direkter Friedensverhandlungcn.
(Drahtbericht unseres L.-Sonderberichterstatters.)
8. Stockholm, 13. April, (zb,) Aus Mitteilungen deS Arbeitcrrats geht hevvor, daß er ein S ch r e i b e n an die pro- vffcrische Regierung gerichtet hat, in dem es heißt' Die auswärtige Politik wrrd 'von der provisorischen Regierung in dom volksfe-ndlrchen Geist des alten Regimes fort- geführt; da sie dem Krieg lern Ende zu machen gedenkt, beschloß der Avbesterrat, der die Macht in Petersburg besitzt, der provisorischen Regierung die Verfügung über die russische Außenpolitik zu entziehen. Der Arbeiterrat setzte ein eigenes Komitee für die auswärtigen Angelegenheiten ein, welches allein das Vertrauen des Voltes besitzt. Das Komitee wird sofort da rette Friedensverba ndlun gen mit dem Feind aufnehmen. Eine spezielle Kommission reist nach Stockholm zur sofortigen Anbah- nurrg von Verhandlungen ab.
Die Wirkung der russischen Revolution auf die Osfensivkrast der Armee.
Das Urteil eines italienischen Generals, sitz Bern, 12. April. In der „Tribuna" vom 5. April erklärt der angesehene italienische Militärkritiker General Corsi, daß die Folgen der russischen Revolution in militärischer Hinsicht keineswegs leicht zu nehmen seien. Aus alle Fälle ist damit zu rechnen, daß die Revolution eine Veränderung in den Anschauungen über Disziplin des russischen Heeres zur Folge hat. die die Offensivkrast der Armee stark beeinträchtigen werde.
— Berlin, 13. April. Im „B. T." wird aus italienischen Blättern mitgeteilt, daß man :n Italien anfange, sich über Rußland keine Illusionen mehr zu machen. Gewiß würden die Rrffen jedem feindlichen Druck widerstehen, aber zu wirksamer Offensive seien sie nicht mehr fähig.
Eine Spaltung in der äußersten Linken?
W. T.-B. Bern, 12. April. Nach einer Petersburger Meldung der Pariser Presse verhehlt« die Zeitung des Arbestec- und Soldatenausschnsses die Spaltung zwischen den Partei«: der äußersten Lirsten nicht, die seit einigen Tagen bemerkbar fft. Die Arbeiter beschuldigten die Soldaten der Teilnahmslosigkeit gegenüber dem Proletariat. Dre Soldaten aber seien mit den Arbeitern unzufrieden, weil sie nur unzureichend für die Landesverteidigung arbeiteten und die Interessen der Bauern und Soldaten vernachlässigten.
Die Absicht der Nichteinmischung in die russischen Dinge seitens der Mittelmächte.
Eine nochmalige Unterstreichung der früheren Wiener Kundgebung.
IV. T.-B. Wien» 12. April. Zu dem neu«: Manifest der provisorischen russischen Regierung schreibt die „Nene Freie Presse": Der Kampf zwischen dem Block und den sozialistischen Gruppen wird jetzt um die Friedens- frage ausgefochten In der Kundgebung spricht die provisorische Regierung nicht von dem Siege, sondern vom Frieden, nicht von der Eroberung, sondern von der Verteidigung. Di« Regierung beteuert, daß sie de«
Nr. 187.
Willen des Volkes ausfühven werde, das Volk aber tvill den Frieden. — Das „Neue Wiener Tagblatt' schreibt:
Uns erscheint die Erklärung des Ministerpräsidenten Fürsten Lwow als ein letztes Kompromiß zwischen rechts und links. Doch unternehme Lwow noch den Versuch, England und seinen Alliierten die Entscheidung zwischen Krieg und Frieden nicht ganz aus den Händen winden zu lassen. Gegenüber der Befürchtung des Fürsten Lwow, daß Rußland in Gefahr se:, errnnern das „Reue Wiener Journal" und „Extrablatt" an die Erklärungen, daß das russische Volk ohne Sorge vor irgendwelcher Einmischung seitens der Mrttelmächte sein könne, und daß dir Mittelmächte nichts aperes wollen als den Frieden, der auf einer für alle Teile ehrenvollen Grundlage aufgebaut ist. — Die „R e i ch s p o ft" ist damit zufrieden, daß die Entwicklung in Rußland einen sehr berührenden, dem Frieden dienlichen Gang gebt. Vielleicht, sogt das Blatt, werden die Verbündeten Rußlands zu klug sein, es auf den letzten Zusammenbruch der Kriegspartei in Rußland nicht mehr ankommen zu taffen und ihr Feuer ein- zustellen, bevor ihre Lage ganz hoffnungslos und verzweifelt geworden ist. Auch in London, Paris und Rom muß mau erkennen, daß die Hilfe Rußlands zu spät kommt. Die „Arbeiterzeitung" erklärt: Wenn Rußlands Zrel
heute kein anderes ist, als seine junge Freiheit vor Anschlägen und Angriffen von außen zu behüten, so stehen auch die Völker der Mittelmächte zu diesem Zrele, wte aus den Erklärungen ihrer vcrantwcrtlrchen «staatsmämrer klar hervor gebt. Es liegt ihnen jede Einmrschung ::r Rußlands innere Berbültniffe und jede Störung des Werde- gangs der russischen Freiheit vollständig fern.
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Die Stockholmer Verhandlungen.
Doch eine Reise Adlers und Scheidrmanns nach Stockholm?
Br. Wien, 13. April (Eig, Drahtbericht, zb.) Die sozial- demotratischen Führer Dr. Adler, Dr. Renner und Seitz hatten gestern eine dreistündige Konferenz mit dem Minister des Äußern Grafen Czernin. Abgeordneter Dr. Adler begibt sich heute nach Stcckholm, wo sich bereits der polnische Sozialdemotrot Daszenski befindet. In Berlin soll sich ihm der Führer der d e u t s ch e n Sozmldemo- traten, Scheidemann, anschlietzen. (Dos wurde bekanntlich gestern bestritten. Schriftl.)
Der lkriegrznftand mit Amerika.
Das große Kriegspr-qrmnm der Union auf dem Papier.
W. T.-B. Bern, 12. April. „Petit Parisien" :neldet au? New Dort: Die Regierung habe folgendes Kriegsprogramm ausgearbeitet: Verwertung der Kriegsschiffe in gemeinsamer Tätigkeit mit den Alliierten; Munitio n s- lieterung; ein Vorschuß von 3 Milliarden Dollar au die Miierten, deren Verproviantierung gleichfalls gesichert werden soll, E i u e M i l l i o n M a n n soll im ersten Jahr militärisch ausgebildet werden, die zweite Million im z w e i t e n Jahc. Es würden keine Truppen nach Europa geschickt werden, bevor nicht das erste Kontingent von einer Million Mann ausgebildet und die Organisation für ihren Unterhalt auf den Schlachtfeldern gesichert sei.
Lebhaftere Propaganda der Kriegsopposition Unklare Haltung Mexikos.
Der Eindruck des kaiserlichen Ostcrerlasses.
fDrshtbericht unseres Kr.-SonderberichterstatterS.)
Kr. Genf, 13. April, (zb.) Ter Berichterstatter des „Petit Paristen" kabelt aus Washington: Die Opposition
gegen den Krieg beginnt eine lebhafte Propaganda, um Wilsons Kriegsprrgrawm zum Scheitern zu bringen. Ae Oppositionellen stützen sich auf den großen Eindruck, de.: die im Ostererlatz des deutschen Kaisers angekündigte demokratische Reform in Amerika macht. Der erste Erfolg sei die Herabsetzung der Anleihe an die Entente von 25 auf 16 Milliarden. Die Absendung von Truppen nach Europa wäre jetzt ausgeschlossen. Ae Flotte habe mit der Bewachung der eigenen Küsten und Inseln vollauf zu tun und nur wenige Schisse könnt«: der Entente beim Krieg gegen die Tauckchoote helfen.
Große Unruhe verursacht in Washington, wie dem „Lyoner Progrös" gemeldet wird, die verworrene Lage in Mexiko. Sest Sonntag fehlen alle offiziellen Nachrichten. Die Poli- stter seien überzeugt, Carranza suche Anschluß an Deutschland statt an Amerika. — Wilson gestattete den amerikanischen Freiwilligen an dar Westfront, die nationale ameritanische Uniform zu tragen.
Besorgnis über die Beschlüsse des Kongresses ;ur Dienstpslichtfrage.
(Aahtbericht unseres Il.-SonüerberrchterstatterS.)
17. Rotterdam, 13. April, (zb.) „Daily Telegraph" meldet aus New Dort: Die Beratunge:: im Kongreß über die Vorlagen dauern noch fort, namentlich über die Wahl zwischen dem freiwilligen System oder der Dienstpflicht ist die erregst Üb« die entscheidende Abstimmung!
