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Verlag Langgafse 21
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Mittwoch, II. Kpril 1417.
Kbend-klusgabe.
Nr. 183. . 63. Jahrgang.
In letzter Stunde!
Mahnworte führender Persönlichkeiten der Heimat zur 6. Rriegranleihe.
, Aus Ersuchen der Schriftleitung de» „Wiesbadener Tagblatts".
Geld ist Macht, das dnrch die Kriegsanleihe beschaffte die Macht Deutschlands zum Siege, zu der nach Kräften bei- zntragen die selbstverständliche Pflicht jedes Deutschen ist.
Dr. A l b e r t i, Stadtverordnetenvorsteher.
*
In dem heißen Kampf um Sein oder Nichtsein unseres Lölkes und Baterlands ist es unser aller heiligste Pflicht, unsere heldenmütigen Truppen, die Tag und Nacht ihr Leben für uns ei «setzen, tatkräftig zu unterstützen. Dazu gehört jetzt vor allem, daß ein jeder seinen Betrag, sei er groß oder klein, zur 6. Kriegsanleihe zeichne.
Dekan Bickel.
Zeichnen sollen — vaterländische Pflicht,
Zeichnen dürfen — deutsches Ehrenrecht,
Zeichnen können — höchste Freude.
Der kleinste Mann kann sich diese Freude gönnen, Das Vaterland ist dankbar für jeden Beitrag.
Dr. Ernst,
KonsistgnnlPrWdent,. Wirkt. Geh. Oberkonsistvrialrat.
•
Auch ihr, Arbeitgeber, Angestellte, Arbeiter unseres Bezirks, die ihr nicht mit der Waffe in der Hand vor dem Feind steht, schützt eure Arbeitsstätte, euren Herd, wenn ihr dem Vaterland die zu einer siegreichen Beendigung des Weltringens unbedingt erforderlichen Drittel gebt.
Deshalb erweist euch der Heldenopfer eurer Väter, Brüder, Söhne würdig.
Zeichnet die 6. Kriegsanleihe!
Ein jeder nach seinen Kräften.
Die Handelskammer zu Wiesbaden:
Kommerzienrat F ehr-Fl ach, Dr. Ott»,
Präsident Syndikus.
*
„Gebet, so wird euch gegeben werden, ein volles, gerütteltes, eingedrücktes, aufgehäuftes Matz wird man euch in den • Schutz legen; denn mit demselben Matze, mit dem ihr metzt, wird euch zugemeffen werden." Lukas 6, 38. Dies Wort des Herrn gilt nicht bloß fürs andere Leben, sondern auch schon auf Erden in unseren irdischen Unternehmungen. — O welch eine überfülle der Vergeltung wartet denen, welche die heilig? Pflicht, dem irdischen Vaterland — auch durch Zeichnung der Kriegsanleihe — zu helfen, in nie ermüdender Beharrlichkeit erfüllen!
Geistl. Rat Grub er, Stadtpsarrer.
*
Heut' gilt nur noch die eisern Pflicht.
Was andres gibt's in Deutschland nicht!
Und glücklich preis sich jedermann,
Der seine Pflicht erfüllen kann.
Drum reiche hin die offne Hand Und leih dein Geld dem Vaterland!
v. H eimburg, König!. Kammerherr und Landrat, M. d. A.
*
Was soll ich zur Empfehlung der 6. Kriegsanleihe noch mchr sagen, als dies schon von berufener Seite geschehen ist. Eine bessere und sicherere Anlage gibt es nicht. Zum Kriegführen gehören bekanntlich Soldaten und Geld. Jedermann sollte durch Zeichnung — selbst der kleinste« Beträge — dazu beitragen» der neuen Anleihe ein Ergebnis zu sichern, das unseren Tapferen die erneute Versicherung gibt, datz die Heimit mit ihrer ganzen Kraft hinter ihnen steht, und das den Feinden unseren eisernen Willen zum siegreichen Enderfolg zeigt.
Hirsch,
1. Direftor des Borschußvereins zu Wiesbaden.
*
Der „Menschenfreund" Wilson hat uns „seinen Krieg" erflärt, nachdem er bereits 2% Jrhre lang gegen uus kämpfte. Vorher hat er das amerikanische Volk getäuscht und gegen uns aufgehetzt. Die heuchlerische Maske ist gefallen. Uns Deutsche, die Gott fürchten ur.d sonst nichts auf der Welt, schrecktdie Militärmacht Amerikas nicht. Militärisch kämpfen wir unsere Feinde nieder. Amerika bringt unseren Gegnern Geld, und zwar Geld aus der Bluternte der Waffe» und Munitionslirferuugen an unsere Feinde. Diesem Blut- geld müffen wir das
deutsche Geld ehrlicher Arbeit entgegeustellen. Wir können es und müssen es. W e h e d e m, »er diese Pflicht jetzt noch versäumt! Wer zur
Kriegsanleihe zeichnet, hüst nicht nurdem Valeria n d, e r h i l f t f i ch s e l b st! Wer ist noch im Zweifel darüber, wie unsere Feinde uns knechten und verelenden würden, falls sie siegten. Sie werden und können nicht siegen, wenn wir unsere Pflicht tun. Unzählige große und Keine Summen sind noch bei uns in Reserve Heraus damit für die Kriegsanleihe, das ist die beste Antwort und übt die beste Wirkung gegen den elften Feind: Amerika.
Wiesbaden, den 10. April 1917.
C. Kalkbreuner,
Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervrreins u. Stadtrat.
*
Als die Stiftshütte, das erste Heiligtum in Israels Mitte, aufgerichtet werden sollte, da liefen so viele Spenden ein, daß man im Lager ausrufen mutzte: „Das Volk soll nichts mehr für das Heiligtum bringen". Erst da hörte das Volk zu spenden auf.
Auch heute gilt es, auf dem Altar des uns allen gemeinsamen Heiligtums darzubringen, was in unserer Kraft steht. Muß doch unser ganzes Sinnen und Trachten darauf gerichtet sein, nicht nur das von allen Seiten bedrohte Vaterland vor der Zerstörung durch den Feind zu schützen, sondern auch dafür zu sorgen, datz es aus den Stürmen und Wettern der Zeit sich zu neuer Grötze und Herrlichkeit erhebe. Der Sieg allein schasst die Unterlage für diesen Bau. Wie aber nach der alten Legende aus einer — für alle gleichmäßigen — Spende die Schwellen gebildet wurden, auf denen das Heiligtum ruhte, so haben heute alle in gleicher Weise, ein jeder nach seinem Vermögen, die Pflicht, für den Bedarf des gemeinsamen Baterlands beizutragen. Ein jeder soll sich sagen dürfen: Ich habe mitgeholfen, ich habe mitgebaut. Doch — anders wie in alter Zeit — darf es für die Opferwilligkeit und Opferfreudigkeit heute keine Grenzen geben.
' BezirkSrerbbiner Dr. Kober.
* '
In wenigen Tagen schließt die Zeichnung auf di: 6. deutsche Kriegsanleihe. Wer zeichnen kann, aber noch nicht gezeichnet hat, zögere nicht länger! Zeichnen aber kann jeder, der nicht orts- oder landarm ist. Wer nichr zeichnet, obwohl er kann, wird es später zu bereuen haben. Also, „a u f", ihr Kleinmütigen und Ängstlichen, ehe es zu spät ist!!
Wiesbaden, den 9 April 1917.
Regierungspräsident Dr. v. M e i st e r.
•
Der Erfolg der 6. deutschen Kriegsanleihe mutz sowohl an Gesamthöhe al^an Zahl der Zeichnungen ei» solcher sein, daß unseren Feinden die Augen auf- und übergehen.
H. M e i s,
Direktor der BereinSbank Wiesbaden, E. G. m. b. H.
*
Unsere Brüder und Söhne draußen im Schützengraben und auf hoher See setzen unter den größten Strapazen und Entbehrungen täglich und stündlich freudig Blut und Leben ein für das Vaterland. Diese braven Kämpfer, die uns die Heimat, die Familie und unser Hab und Gut wie eine eiserne Mauer schützen vor der Verwüstung und Zerstörung durch erbarmungslose Feinde, durch wilde Kosakenhorden und farbige Franzosen und Engländer, diese unsere Netter aus unsäglicher Rot und Gefahr, bitten uns:
Helft uns siegen!
Gebt uns Waffen und Munition für den Endkampf!
Zeichnet Kriegsanleihe!
Soll dieser Hilferuf unserer Heldensöhne uud -Brüder ungehört verhallen?
Nimmermehr!
Wir können ihnen unsere Dankbarkeit für ihre geradezu übermenschlichen Leistungen nicht besser beweisen, als daß auch wir, und zwar jeder von uns, unsere vaterländische Pflicht erfüllen bis zum äußersten.
An erstes Stelle dieser Pflicht steht jetzt die Zeichnung der Kriegsanleihe.
Jeder von uns trage sein Scherflein dazu bei, es gilt dem Vaterland, es giltdemSieg, es gilt einem baldigen Frieden.
Wer Kriegsanleihe zeichnet, verkürzt den Krieg!
Wiesbaden, den 1b. April 1917.
Der Generalsekretär der Landwirtschaftskammer für den
Reg.-Brz. Wiesbaden, Landesökonomierat Müller.
Die Gräber unserer in diesem Krieg gefallenen Helden öffnen sich. Der Geist der Toten tritt uns zur Seite, geleitet urs zur ZeichnungSstelle für die Kriegsanleihe und spricht: „Wir haben unser Erdenleben für euch dahingegrbe«. Könnt ihr noch Bedenken tragen, von eurem Hab und Gut dem Vaterland zu leihen, was ihm gebührt?" Darum Eltern, öffnet eure Händel Kinder, schüttet eure Sparbüchsen aus, Dienstmädchen, Arbeiter und Angestellte, die ihr habt sparen können, gebt dem bedrängten Vaterland zum Dank, was cs b^ars: Zeichnet die Kriegsauleihe!
Stadtschulrat Dr. A. Müller.
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Unablässige Aufklärung und organisierte Werbetätigkeit von Haus zu Haus bis zur letzten Stunde mutz auch die sechste Kriegslaleihe zur wahrhaften Bolksauleihe stempeln.
Ihr voller Erfolg ist einem glänzenden Sieg gleich zu erachten, der in der angebrochenen Entscheidung des Völker» ringens schwerwiegendste Bedeutung besitzt.
Prtitjean»
Direktor der Genosseuschastsbank für Hessen-Rnssau.
»
Opfern und Entsagen heißt es jetzt für jeden Deutsche«. Leben und Gesundheit setzen unsere Brüder draußen ein, für uns daheim gilt es, Geld und Gut hinzugeben »um endgülü- gen glorreichen Sieg. Darum auf» zur Kriegsanleihe.
Wiesbaden, den 8. April 1917.
Polizeipräsident v. Schrnck, König!. Kamrnerherr. .
*
Bor einigen Tagen betrat ein 75jähriges, von des Lebens Arbeit und Sorge gebeugtes Mütterchen unser Bureau und überbrachte unS ihr Sparkaffenbüchelchen, das etwa 20« M. enthielt, mit dru Worten: „Da habt ihr meinen Notkreuzer, ich will auch Kriegsanleihe dafür nehmen, jetzt muß ein jeder helfen. Wenn ich das Geld wirklich selbst brauchen müßte, so werdet ihr schon Rat schaffen." Eine Anerkennung ihrer pattiotischen Handlungsweise lehnte die brave Frau ab mit den Worten: „Ich habe dem Vaterland schon schwerere Opfer gebracht, mein guter Mann selig ist von den Franzosen im Jahr 7« bei Gravelotte zum Krüppel ge- schrffen worden, mein jüngster Sohn steht beim Landsturm in Belgien, von meinen Enkeln ist einer an der Somme gefallen, der zweite ist in Sibirien gefangen, der dritte» ein frischer Bub, fährt auf einem Unterseeboot. Alle draußen wagen ihr Leben, ich wage nur mein bißchen Geld."
Laßt euch nicht beschämen von dieser wackeren F r a u, ihr alle, die ihr noch mit rüstiger Kraft eurem Erwerb nachgeht, die ihr vielleicht im Krieg höhere Verdienste erzielt, vor allem rhr, dentschr Bauern, die ihr eure landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu guten Preisen auf den Markt bringt, ihr Winzer des gesegneten Rheingaus, denen man den goldenen Saft der Reben wahrhaft mit Gold aufwiegt, ihr alle, bringt euer Geld und zeichnet Kriegsanleihe. Bedenket, was aus euch und eurer Habe werden würde, wenn der Feind kn unser Land käme! Sichert durch eure Hilfe einen guten Ausgang des Kriegs und damit eure Zukunft!
Georg Schleucher,
2. Direktor des Borschußvereins zu Wiesbaden, E. G. m. b. H.
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Der große Krieg ist auf dem Höhepunkt angelangt und die. Entscheidung naht. Es gilt, die höchste und letzte Kraftanstrengung der Gegner auszuhalten und zu brechen, um den Krieg schnell uud siegreich zu beenden. Deshalb müffen wir unserer siegerprobten, herrlichen Wehrmacht die Mittel zu voller Kraftentfaltung bereitstellen. Dazu dient die 8. Kriegsanleihe. Wir müffen sie alle zeichnen, Mann für Manu, ob viel oder wenig, jeder nach seiner Kraft. Dabei darf und will das selbständige Handwerk nicht zurück- st e h e n, das zu allen Zeiten seinen Stolz darein setzte, sich in vaterländischer Gesinnung von keinem anderen Stand üver- treffen zu lassen. Jetzt gilt es noch einmal, diese Gesinnung recht kräftig zu betätigen. Jetzt oder nie! Es geht ums Ganze, um unser aller Sein oder Nichtsein. Unterliegen wir, so haben wir samt unseren Kindern und Kindcskindern auf unabsehbare Zeit die denkbar schwersten Lasten zu tragen. Denn unsere Gegner würden uns nicht schonen, sie würden für die ganze« ungeheuren Schäden dieses furchtbarsten aller Kriege von uns restlos Ersatz fordern. Wir können aber und werden nicht unterliegen, wenn wir nur wirtfchnftlich ebenso durchhalten wie militärisch, und dies werden wir mit HUfe der 8. Kriegßanktihe.
Besonders wende ich mich an die selbst««- digen Handwerker, die im öffenttiche« Leben mir «»
