9dU 4.
Dte«dStag, 3, April 1917.
Wkesdadener Taablatt.
Mbend-AnSqabe. Erstes Matt. Nr. 171.
Kur Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Kriegsanleihewirtschaft.
Die Lehrerinnen und Lehrer Wiesbadens hatten cwr Eomstrzabend Herrn Geheimen Regicrur grrcit Pwfessoc Dr. Pohle von dem ..Volkswirtschaftlichen Seminar".der Universität Frankfurt a. M. zu einem Bortrag über die Kriegs- sinanzwirtschaft aller kriegführenden Staaten gewonnen. Der große Krieg zwingt, so führte der Redner u. a. aus, jeden Staat zu außerordentlichen Einnahmequellen, die er nicht durch Steuern herbeizuführen vermag. Beim Finanzbedarf in Kriegszeiten tritt die finanzpolitische Frage in den Vordergrund, zu welcher der Staat seine Zuflucht nehmerr mutz. Sucht er in Friedenszeiten nur langfristige Anleihen zu machen, so hat er dies Bestreben auch in Kriegszeiten, um der Sorge einer schnellen Rückzahlung enthoben za fern.
,Solche langfristigen Anleihen, die die gesunde 'finanzielle Grundlage eines Staates bilden, sind aber abhängig von der Sparkraft der Bevölkerung und Opfer- sinn; der letztere ist aber entscheidend, denn nur Staaten mit größter Opferwilligkeit Hal en schon vor dem Kriege langfristige Anleihen zustande gebracht. Und in dieser Beziehung ist Deutschland in diesem Völkerrinaen allen anderen Staaten überlegen. In jedem der drei Krieasjahre erging zweimal um Jahre der Ruf ans deutsche Volk, selche Anleihen zu ^zeichnen. Bei den drei eisten Kriegsanleihen konnte der .Staat 25,6 Milliarden, davon 24,6 Milliarden in langfristigen !Anleihen und nur. eine Milliarde in kurzfiistigen Schrtz- ^cheinen, Herausgebern Und dieses gesunde, erfreuliche Ver- jhältnis ist bei der vierten und fünften Kriegsanleihe dasselbe geblieben. 88 Prozent haben wir bisher in langfiistigen, .und nur 12 Prozent in kurzfristigen Anleihen aufgelegt. DaS .bedeutet etwas Ungeheures für jeden, der in Finanzverhält- !niffe eingeweiht ist. Alle unsere Feinde, auch England, bleiben hierin weit binter uns zurück. Sie sind alle gezwungen, so- jgenannte „schwebende Schulden", die in kurzen Fristen beglichen werten müssen, in starkem Matze auszulegen. Wir lwollen nicht zu einer .stärkeren Ausgabe von Papiergeld .greifen, damit wir unseren Feinden auch unsere innere, finanzielle Kruft rchlagend beweisen, und damit wir dem so er- !folgreich begonnener, Tavchbortkrieg, der den Lebensnerv junferer Feinde entscheidend troffen wird, Zeit zur vollen Äußerui g lasten können. Die klaren und tiefgründigen Ausführungen des Redners fanden lebkaften Beifall. W. Kr.
— Vierzigjähriges Dienstjubiläum. Anläßlich fernes vierzigjährigen Dienstjubiläums sind dem Magistratssekretär Stoll außerordentlich zahlreiche Beglückwünjchungskund- gebungen zugegangen. Der Magistrat sandte ihm ein Schreiben, in dem er ausdrücklich die erfolgreiche Tätigkeit des Jubilars anerkennt. Der Armenvorstand hielt erne besonder« Sitzung ab, in der Beigeordneter Borgmann mit seinen eigenen Glückwünschen auch diejenigen dieser Verwaltung drr- brachte. Der Zentrolvcrband der Gemeindebeamten Preußens, ebenso die Ortsverbände des Bezirks haben dem Jubilar, der Vorstand des Bezirksverbands ist, 'ebenfalls ihre Sympathien durch Glückwunschschreiben znm Ausdruck gebracht, nicht minder erne Anzahl von Armenpflegern. Der .Verband der Gemeindebeamten ließ als Angebinde einen Geweihlüster überreichen. Beigeordneter Dorgmann riber- brachte e>n silbernes Zigarettenetui mit Widmung. Das Bitreau Stolls wer anläßlich des Tages reich mit Blattpflanzen und blühenden Blumen geschmückt.
— Nationaltag der deutschen Bühnen. Das K ö n i g I. Theater ln Wiesbaden wird in Ausführung des bekannten, 'bereits in der Morgen-Ausgabe des „Wiesbadener Tagblatts" vom 20. März veröffentlichten Beschlusses des Deutschen Bühn-nvereins und der Genossenschaft deutscher Bühnrn- angehöriger am 12. April d. I. bet aufgehobenem Abonnement Webers romantische Feenoper „Oberon" zur Aufführung hringen.
— Auf dem Wochor-markt gingen heute die Äpfelpreise kotz einer verhältnismäßig starken Anfuhr Nester in die Höhe. Die Obstanfuhr im ganzen war schwach. Fische fehlten bei starker Nachfrage vollständig. Dringend würde sich ein Verbot des illerkanfs der F-sche aus dem Bahnhof empfehlen. Lattich galt nach wie vor 2,50 M. das Pfund.
— Wer Schmuggelfleisch hat, sei vorsichtig. Es hat sich nämlich durch amtliche Feststellungen ergeben, daß ein großer Teil des unlängst von unserer Polizei beschlagnahmten ein- aes.bmuMellen Fleisches von stark tuberkulösem Vieh herrührte. Vcu dem Genuß des noch im Verkehr befindlichen ,Teils dieses Fleisches wird daher drnigend gewarnt.
' — Fleischvcrsargung. Nach einer Bekanntmachung des
Magistrats in unserer heutigen Ausgabe ist dem Metzger Jakob R ü ck e r t, Ecke Moritz; und Rheinskatze, der >F l e l s ch v e r t a u f wegen Un z u v e r l L s s i g k e i t e n t- ig o g e n worden. Die Kunden werden für diese Woche der Metzgerei Willms, Moritzsteatze 17, zugewiesen. Für später können sie ebenfalls ohne besondere Umschreibung bei .Willms kaufen oder sich nach der dieswöchigen Fleischverteülung bei dem städtischen Lebensmittelverteilungsamt auf eine andere Metzgerei nach ihrer-Wabt umschreiben lasten. Wie wir von lzustänvrger Serie erfahren, hat Rückert unter Umgehung des städtischen Fleischamts Fleisch von auswärts bezogen und es ohne die vorgeschriebene am.tliche Untersuchung zum Verkauf gestellt. Eine in dem Loden beschlagnahmte Lunge wurde durch den beamteten Schlachthostierarzt als tuberkulös be-. zeichnet.
— Privattelegramme für im Feld stehende Soldaten. Bon amtlicher Seite wird uns geschrieben: Es ist im
Publikum noch nicht genügend bekannt, daß bei.der Aufgabe von Pwivattelegrammen nach dem Feldheer di« Dringlichkeit des Ank.ags und, wenn es sich um Beurlaubung von Heeresongehörig^n handelt, die Richtigkeit des Inhalts der Telegramme durch Vorlegen «der Einsendung von Nachweis-papieren, z. B. bei schweren Erkror.kur.gen und Todesfällen, bewiesen werden muß. Dieser Nachweis gilt dann auch für den Truppenteil im Feld. Nicht in dieser Weise begründete Telegramme müssen ausnahmslos, zurückgewicsen 1 toenben.
• — Frauenarbeit auf dem Lande. Ter Chef des Kriegsamts hat an sämtliche im „Nationalen Ausschuß für Frauenarbeit im Krieg" zusammenyeschlossenen Organisationen ein ,Se-,reiben gerichtet, in welchem er auf die vaterländische MljM. htzaveist, die aus dem Land vorhandenen Arbeits
kräfte zum Verbleib in der Lrndwirtschoft -u bewegen und aus eine Erhöhung ihrer ArbritSkeistsng hinzuorbeiten. Ratschläge für eine dahinzielende Propaganda auf dem Land sowie ein Propagandavortrag sind von der FrauenarbeitS- zentrale des Kriegsamts - ausgearbeitet werden und können von dort in beliebiger Anzahl bezogen werden.
— Personal-Rachrichte». An Stelle des tu den Ruhest-md tretenden Oberstaatsanwalts Dr. Hupertz wurde der Erste Stac-t>;. anwalt am Landgericht Düsseldorf, Dr. Seel, zum Oberstaatsan- Walt in Frankfurt ernannt. — Zum Oberar st befördert wurde der Assistenz- und Bataillonsarzt Dr. Karl Saarbourz aus Hoch- hein, a. M.
Vorberichte über Xunft. VortrSge und verwandtes.
* Residenz-Theater. Auf das morgen Mittwoch stattfiudeude Gastspiel Albert Steinrück, König!. Bayer. Hofschauspteler und Sptel- leiter, in Strinllbergs „Totentanz" wird hiermit nopmals aufmerksam gemacht. Dre „Alice" spielt die König!. Hofsckauspielcrm Magda Lena, ebenfalls vom König!. Hoftheater in München, und dle Rolle des Quarantaneiuristers Kurt, Fritz Alberti vom Großherzogl. Hof- und Natronal-Theatrr in Mannheim. Das für Katfreitao au- gesetzte Konzert fällt aus, da die Mitwirkenden aus beruflichen Gründen verhindert sind, und so bleibt das Restvcnz-Theater an diesem Tage geschlossen
» kias dem Vereinsleven,
vorberichte, Vereinsverfarnrnlrrngen.
* Der „Evangelische Kirchengc>angserein" veranstaltet eine geistliche Musikaufsübrung am Kartreitag, abends 8 Uhr, in der Marktkirche. Frau L. Lang wird Llever von M. E. Bach singen. Herr K. Vollmer wrrd sich auf der Klarinette hören lassen, Herr Fr. Knöne: bringt verschiedene Orgelstücke zum Vortrag. Der Choc 'ingt a captlla 4 Karrreitagsliescr. Den Schluß des Konzertes bildet eine „Passionskonzone" von Karg-Elert, „Die Grablegung Christi" für Chor, Soli, Klarinette und Orgel.
* Für die sämtlichen „F r a u e n v c r e i n e" findet heute Diens
tag, abends 5% Uhr, im Saale der Turngesellschaft ein vaterländischer Abend statt, dessen Veranstaltung das König!. Gymnasium übernommen hat. „Kriegslieder sonst und jetzt", so lautet das Programm. Es werden Londslnechtslieder, Lieder aus der Zeit Friedrichs des Großen und aus dem Weltkriege zu Gehör gebracht, die teils gesungen, teils deklamiert werden, außerdem noch Vorträge auf zwei Flügeln. _
Nus dem Landkreis Wiesbaden.
— Bierstadt, 2. April. Der „Katholische Männer- verein" diel: im Gafthause „Zum Bären" seine ordentliche
Generalversammlung ab, in welcher der seitherige Vorstand wieder- gewählt wurde.
el. Hochheim, 1. April. Bei der heutigen Einsegnung der evangelischen Konfirmanden fielen, dem Ernste der Zeit entsprechend, die sonst üblichen F e st l i ch k e i t e n , „Traktament" genannt, weg. — Der Königliche Landrat macht bekannt, daß die Geschwister Johann H ü ck wegen Verheimlichung von Kartoffeln bei der Bestandsaufnahme dem Ersten Staatsanwalt zur Bestrafung angezeigt worden sind.
Handelsteil.
Deutsche Bank.
Wieder 12% Proz. Dividende aus 49 95 Müll. M.> (im Vorjahr 49.64 Mill. M.) Reingewinn.
Ganz besonderes Interesse beansprucht der Jahresabschluß der Deutschen Bank für das Geschäftsjahr 1816. Das Institut, das, wie berichtet, kürzlich durch Angliederung des Schlesischen Bankvereins in Breslau und der Norddeutschen Creditanstalt in Königsberg einen bedeutenden Schritt nach dem Osten nahm, indem es sich dort durch diese Fusion auf 30 neue Plätze ausdehnte und sein arbeitendes Kapital — Aktienkapital und Reserven — auf eine halbe Milliarde Mark steigerte, zeigt auch diesmal ein glänzendes Bild der Entwicklung während des Krieges. Sowohl die Erfolge der Banktätigkeit, die in den Gewinnziffern, wie die allgemeine wirtschaftliche Erstarkung, die ln dem Vermögensausweis zutage treten, lassen .dies von neuem deutlich erkennen.
Das Roherträgnis des Jahres 1016 war 87.50 Mill. Mark (i. V. 77.20 Mill. M.), wozu der Gewinnvortrag, abzüglich Wehrbeitrag, mit 11.56 Mill. M. (11.51 Mill. M.) tritt. Im einzelnen brachten Wechsel und Zinsen 56.94 Mill. M. (48.13 Mill. M.), Geldsorten und Zinsscheine 847 815 M. (894 767 M.). Gewinne aus Wertpapieren und Gemeinschaftsgeschäften werden wiederum, zvie im Vorjahr, nicht ausgewiesen, vielmehr ist der über 4 Proz. Zinsen hinaus erzielte Gewinn zu Abschreibungen verwendet worden. Gebühren warfen 25.38 Mill. M. (24.14 Mill. M.) und dauernde Beteiligung für das Jahr 1915 43.80 Mill. M. (40.40 Mill. M.) ab. Dagegen erforderten Gehälter und allgemeine Unkosten 25.85 Mill. M. (23.85 Mill. M.), Kriegsfürsorge für die Beamten 75.44 Mill. M. (52.29 Mill. M.), Wohlfabrtseinrich- tungen für die Barnten 492159 M. (371876 M.), der Beamtenfürsorgeverein 1.61 Mill. M. (157 Mill. M.), Gewinnbeteiligung für den Vorstand usw. in Berlin 1 506 824 M. (1.53 Mill. M.), Abschreibung auf Einrichtung 550 226 M. (733 723 M.), auf Bankgebäude 2.17 Mill. M. (1.35 Mill. M.), eine Sonderabschreibung auf Bankgebäude 4 Mill. M. (0), Steuern und Abgaben 5.20 Mill. M. (4.19 Mill. M.), Rückstellung für Zinsbogensteuer 250 000 M. (250 000 M.).
Die Verwendung des Reingewinns von 49951 780 Mark (49 643 586 M.) wird wie folgt vorgeschlagen: Zuwendung an die Beamten 3 800 000 M. (3 600 000 M.), 121h Proz. Dividende (12%. Proz.) — 31 250 000 M. (31 250 000 M.), Überweisung an die Rücklage B 1500 000 M. (1500 000 M.), Gewinnanteil des Auisichtsrats 1 129 032 M. (1 129 032 M.), Vortrag auf neue Rechnung 12 272 748 M. (12 164 554 M.). Die Verwaltung betont, den mit dem Kriegszustand verbundenen Wagnissen sei durch vorsichtigste Bewertung aller Vermögensbestände Rechnung getragen worden. Insbesondere gelte dies auch für die in Zwangsliquidation befindliche Londoner Zweigstelle, deren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach den letzten bekannt gewordenen Ausweisen eingestellt sind. Die gesamten Umsätze beliefen sich auf 129 Milliarden Mark, das heißt auf 22 Milliarden mehr als im Vorjahr.
Am 31. Dezember 1916 betrugen unter den Vermögenswerten der Barbestand und Guthaben bei Abrechnungsbanken 299 812 580 M. (am Schluß des Vorjahres 302.59 Mill. M.), Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen 1661159 611 M. (1018 639 942 M), Eigenguthaben bei Banken und Bankfirmen 198 368 343 M. (105562 855 M.), in Kost genommene und behobenen Wertpapiere 522 801- 096 M. (329 746 745 M.), deutsche Schatzanweisungen 131 616 445 M. (124 575198 M.), eigene Wertpapiere 33 575 187 M. (43 398 426 M.). Die vorstehend aufgeführten Vermögenswerte von 2 847 341 247 Mark (1 924 514 880 M.) decken von sämtlichen, kurz- und langfristigen Verpachtungen 78.87 Proz. (71.25 Proz.). Einschließlich der Vorschüsse von 207 804 573 M. (166 264 321 Mark) auf Waren und WarenVerschiffungen decken die Vermögensbestäpde alle Verpflichtungen gar mit 84.63 Proz.
(77.41 Proz.). Die gedeckten Ausstände machen 710192 203 Mark (765 149 894 M.), die ungedeckten Ausstände In laufender Rechnung machen 710192 203 M. (765 149894 M.), die ungedeckten 168 711806 M. (145 509 378 M.) aus. Weiter betrugen die Beteiligung an Gemeinschaftsgeschälten 41 174 411 M. (49 597 220 M.). die dauernde Beteiligung bei Banken und Bankfirmen 61 514 239 M. (63 763 548 M.). Die Bankgebäude stehen mit 40 000 000 M. (44 500 000 M.) zu Buch. Der sonstige Grundbesitz blieb auf 1 M. abge- echrieben. — Unter den Verbindlichkeiten erscheinen 3 503 385 409 M, (2 541 605 770 M ) Gläubiger in laufender Rechnung, und zwar 42 605 680 M. (21456 947 M.) Eigenverpflichtungen, 16 308197 M. (7 934 694 M.) von Kunden bei Dritten benutzte Kredite, 2 014 818 463 M, (1428 679 527 M.) gebührenfreie Einlagen und 1429 653 069 Mark (1 083 534 602 M.) sonstige Gläubiger. Ferner werden noch nicht eingelöste Schecks mit 10 150 081 M. (9 602 224 Mark), Akzepte mit 59 396 205 M. (113.195 178 M.) und, vor der Linie, Bürgschaften mit 238 Mill. M. (196 Mill. AL) ausgewiesen.
Zu diesem Abschluß wird von maßgebender Stelle he»'- vorgehoben, daß die Deutsche Bank, welche im abgelaufeneo Jahre 1916 also rund 10 Millionen Mark mehr verdient hat als im Vorjahr, dennoch die gleiche Dividende verteilen will. Vom Mehrgewinn wurden 1 Mill. M. für Steuern mehr gezahlt, ferner auf Bankgebäude 4 5 Mill. AL mehr abgeschrieben; für die restlichen mehr als 4 Mill. M. seien den Beamten erhöhte Zuwendungen gemacht worden, Diese habe man über das sonst übliche Maß ausgedehnt Drei Viertel der gesamten alten Beamtenschaft seien zurzeit eingezogen; die Deutsche Bank habe daher mit einem umfangreichen Aushilfspersonal zu arbeiten. Pen einbarufenen Beamten werde, soweit Ledige in Betracht kommen, 30 Proz., Verheirateten etwa 60 Proz. des Gehalts gezahlt Wegen der Einzelheiten der Bilanz sei zu bemerken, daß in den mit 622869 096 M, (gegen 329 745 745 Mark) erscheinenden Vorschüssen gegen in kost genommene und beliehene Wertpapiere diesesmal 433 Mill. M. Vorschüsse an Kommunalverbä.ide und ähnliche Körperschaften gegen mündelsichere Wertpapiere enthalten seien (gegen nur 208 Mill. AL i. V.). Von. den eigenen Wertpapieren, die von 43.3 auf 33.5 Mill. M. zurückgingen, sind im Laufe des Jahres manche verkauft worden; außer Anleihen des Reiches und der Bundesstaaten befinden sich nur noch rund 8 Mill. M. andere Wertpapiere in diesem Bestand. In der Rechnung Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen, die von 166.2 auf 207.8 Mill. M. stieg, sind auch sehr erhebliche Darlehen an die verschiedenen Kriegsorganisationen enthalten. Die Abnahme der Beteiligungen an Gemeinschaftsgeschäften von 49.5 auf !!.l Mill. M. erkläre sich aus gewissen Verkäufen von Schuldverschreibungen gewerblicher Gesellschaften usw. Auf lauernde Beteiligung, die nach der Bilanz von 63.7 auf 61.5 Mill. M. znrücicging, habe man gewisse Abschreibungen vorgenommen. — Unter den Verbindlichkeiten falle die starke Steigerung der Forderungen Fremder in laufender Rechnung, von 2.541 auf 3.503 Milliarden Mark, auf. Bringe mau die Eigenverpflichtungen und die von Kunden bei Dritten benutzten Kredite in Abzug, so ergebe sich noch immer Anwachsen um rund 900 Mill. IvL; dies sei die stärkste Zunanme der Gläubiger in laufender Rechnung, welche die Bank bisher in einem Jahre zu verzeichnen hatte, und ln ihr spiegele sich die große Flüssigkeit der Bank wider. Zu dem Jahresergebnis sei noch zu bemerken, daß man aus Wechseln und Zinsen rund 9 Mill. M. mehr erzielt habe als im Vorjahr. Man könne das vergangene Jahr für die Bank im allgemeinen als ein Zinsenjahr bezeichnen. Der Betrag aus dauernder Beteiligung sei gewachsen, weil eine Anzahl von Gesellschaften, an denen die Barm beteiligt sei, ihre Dividende für das Jahr 1915 (die erst in. «er jetzigen Bilanz der Deutschen Bank zum Ausdruck komme) gegenüber der Dividende von 1914 erhöht hatten.
Amt’iche Devisenkurse in Deutsehland. W.T.-B. Berlin, 3. April. (Drahtbericht.) Telegraph isc he Au sza hl u ngen für:
New-York. 5.52 O. Mk. 5.54 B. für 1 Dollar
Holland.249.75 0. < 250.25 B. «■ 100 Gulden
Dänemark.171.00 0. « 171.50 B. - 100 Kronen
Schweden. 177.25 0. < 177.75 B. « 100 Kronen
Norwegen. 173.25 0. . 173.25 B. « 100 Kronen
Schweiz. 124.87 0. « 124.52 B. . 100 Francs
Oesterreich-Ungarn 64.20 Q. < 64.30 B. « 100 Kronen
Bulgarien. 79.62 O. . 80.62 B. . 100 Lewa
Konstantinopel . . . 20.70 0. - 20.80 B. « ltürk.Pfd.
Spanien . 125.50 o. « 126.50 B. < 100 Pesetas
Amtlicher Wechsel-Zinsfuß.
Berlin .. - . . 51 Ital. Plätze . 61 Londoüß 1 /* I Petersburg 8 Amsterdam 4l/s Kopenhagen 5 . Madrid i l h I Stockholm 5V» i Lissabon . B 1 /» I Paris .. 5 i ChristianiaäVa
Schweiz Pi. IVi
Wien . i
Ausländische Wechselkurs«.
w. Amsterdam, 2. April. Wechsel auf Berlin 38.62% (zuletzt 38.92%), auf Wien 24 32% (21.52 1 /,), auf die Schweiz 49.00 (49.05), auf Kopenhagen 71.37Vs (71.35), aul Stockholm 74.67% (74.42%). auf New York 246.50 (00.00), auf London 11.76V- (11.76%), aul Paris 42.35 (42.35).
Banken und Geldmarkt.
Die Berliner Handelsgesellschaft veröffentlicht im Anzeigenteil der vorliegenden Nummer ihre Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung. •
= Reklamen» s
mm
Baden-Baden »Koiei jürstenhoj“
VHHVH (Englischer Hof.)
Vorteilhafte Lage an der Lichtentaler Allee. Wieder-Eröffnung: 25. März 1917. r— ■ ■
Wettervoraussage für Mittwoch, 4. April 1917
id«r Meteorologischen Abteilang det> Physika!. Vereins an Frankfurt *. M.
Wolkig, zeitweise Niederschläge, keine Temperaturänderung.
Wasserstand des Rheins
am 3. April
Biebrlak- ?•*•!'■ 1-So * „gen 3>!6 m an» gestrigen Vormittag «aab. » 378 > » 2 35 , » » c.
Maina. » 1,48 » » 116 » » * »
Die ASenö-Ausgabe umfaßt 6 Seiten
Houptlchriftleiter: H. He>erh»rft.
Btrrnitttortlkh für beutk&e Politik: A. Hegcrhorft; für «EandrpolitN- Di phil ff. Sturm: für den Unterijaltunaäteil: B t>. Nauen dort: fih Nachrichten aus Wiesbaoeu und de» Nachdarbezirlen: I 8.: ® Diefenbach: ür Gerichrsiaal: H. Diesenbach: !ür Sport und Lustsahri: I. 8.: C LoSader' Mt Bermiich.es und den Brieskaften C. Losa der; für den HandelSteil W Lti für die «uzeigen und Reklamen: H. Dornaus: sämtlich in Wiesbaden. Druck und Lerla, der L. Sch eilend er g'Icheu Hof-Buchdruckeret in Wie« bade».
Sprechstunde der Schristleitung: 18 bi» 1 Ute.
