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13 Ausgaben.

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Siefiaraen. Ganze, halbe, drittel und oiertel Seiten, durchlautend, nach betouderer Äerrchnuno — Bei loiedrrdolter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Aivtlcheuräumen entioretender 7f»chl»T

verltuer AdteUaug de» Wiesbadener TaztlettS: Verl» W., P,tSd««rr Gtr.1211. KernsPr.: Amt Lützo» 6202 a.6203. §ngen und Pl«ö'n wir"'«»?«en!aht?teenomm^

Sonntag» l. Kpril 1917.

Morgen-kkusgabe.

Nr. 167. . 65. Jahrgang.

Des Kaisers Dank.

• W. T.-B. Berlin, 31 März. (Drahttzericht.) Der Kaiser bat dem Reichskanzler folgendes Telegramm gesandt:

Mein lieberBethmann!

Ich danke Ihnen für die Meldung von der An­nahme der neuen Steuern durch den Reichstag, 0er sich damit im Ginternehmcn der Verbündeten Regie­rungen von neuem zu dem Grundsatz bekennt, daß für dauernde Ausgaben lausende Einnahmen zu schaffen sind. Sc bleiben die soliden Grundlagen unserer f Finanzen auch wahrend des Kriegs erhalten. Insbe­sondere werden di« Mehrausgaben für die Verzinsung der Kriegsanleihen durch neue Einnahmequellen sicher gestellt. Durch die Bewilligung der ireuen Steuer hat der Reichstag wiederum aller Welt kund- gegeben, daß das deutsche Volk alle Lasten willig aus sich nimmt, die erforderlich sind, um un­seren Daseinskampf siegreich zu beenden. Eine glückliche und sichere Zukunft unseres geliebten Vater­landes wird alle Tpfer lohnen. Das ist meine uner­schütterliche Zuversicht. Gott mit uns!

Wilhelm I. R.

Gleichzeitig sprach der Kaiser dem Staatssekretär des Reichs»,lmtzamts Graser R ordern Dank und wärmsten >Giü«kwunsch zu dem schonen Erfolg aus.

Sur Kriegslage.

O Berlin, 30. Mär».

Viels werden sich gefragt haben, weshalb unser Vor» u. rsch in Rumänien sa plötzlich zum Stehen kam, wes-. »)a!d wir über Braila nicht hinuusgingen und das nur oenige Kilometer entfernte Galatz nicht einmal ernst­lich angriffen. Heute kann ruhig gesagt werden, daß auch die Vorgänge in Rumänien mit dem verschärften Unterseebootskrieg Zusammenhängen. Eines der wesentlichsten Elemente unserer Überlegenheit über die Feinds -st es. daß unsere Oberste Heeresleitung die einheitliche Front immer im Auge gehabt und durch- geführi hat. Bei den Gegnern ist kerne Foroerung häufiger gestellt, keine bisher weniger erfüllt worden ■als gerade die dieser einheitlichen Front. Man kennt ! bie betreffenden Erörterungen aus den Lierverbands- blättern während der ganzen Kriegsdaner. Kein Zwei- !fel, daß das Dardanellenunternehmen wesentlich am Fehlen dieser einheitlichen Front scheitern mußte Die Expedition war an See- wie an Landkräftcir io schwach ansgestattet, weil Admiral Jelliroe seine Schiffe in der Nordsee zufammenhielt und weil Kitckener die Ent- sisieidung an der Westfront suchte. Wo ist nun aber der Zusammenhang zwischen unserem Feldzug in Rumänien und dem Grundsatz der einheitlichen Front, wie er bei uns bisher so erfolgreich dnrchgeführt wor- wn ist? Darauf gibt Professor Hans Delbrück (im demnächst erscheinenden Apnlheft der „Preußischen Jahrbücher", das uns schon jetzt zngegangen ist) eine bemerkenswerte Auskunft Er erinnert daran, daß die Verlangsamung der Anqnftsbewegung in Rumä- i'nien znfammentraf mit der Erklärung des Feld- ^marschnlls H i n d e n b u r g, daß kstt alle möglichen Kiirkschläge die Reserven bereit ständen, wenn der iverschärfte Unterseebootskiieo einsetzte. Delbrück weint, das ist eigentlich etwas Neues, dis sehr beachtet gern mutz, es habe ja auch außer den Vereinigten Staaten noch Neutrale gegeben, die sich mögliche» weise zu aktivem Widerstände hätten gereizt fllblen können. Die Vorsicht habe sich glänzend be­währt, die bereitgestellten Reserven hätten von vornherein jeden 'Gedanken aktiver Feindseligkeit erstickt, wo auch immer sie hätten auftancken können. Dian denke diesen Andeutungen nach, und nran wird zu .Vermutungen gelangen, die hier ans begreiflichen Dründen nicht weiter ansgesponnen werden können, ans die der Betrachter aber auch von selbst kommen lwird. Noch aut ein anderes, sehr wichtiges Moment in den letzten Krieg sereignisten macht Delbrück in seinem beachtenswerten Anffatz aufmerksam. Er schätzt, wie sich objektiverweise gebührt, die Einnahme von Bagdad durch die Engländer hoch ein. Warum jedoch konnten die Engländer dort siegen? Sie kann- ten es. weit sie den l e i ft u n a 8 f ä b i g e n Strom* lauf des Tigris für die Heranfsibrnng ihrer starken indischen Armee und ftir die Verpflegung dieser großen Truppenmasien zrrr Verfügung hatten. Ferner ließen sie sich, nach der Niederlage von Kat-el-Amara, dies. ,Mal Zeit, durch den Bau einer Eisenbahn im Anschluß an den Tigris eine breite und gesickerte Grundlage ihrer Operationen zu schaffen. Umgekehrt batten die Türken, denen es m an Mannschaften nicht teblt, ein «ritzen» Leer »ach v »gd a h «ert» ünatn; fte tarn­

ten es aber dort nicht ve r p f l e g e n, weil dre B a g- dadbahn an manchen Stellen noch immer nickst ganz fertig ausgebaut ist. Man sieht an dem Beispiel, wie wichtig die Verkehrsmittel im Kriege sind. Das weiß ja jedermann, aber ein bestimmtes Beispiel wie dieses macht die Tatsache besonders. eindringlich. Nun wird es sich freilich fragen, ob die Engländer ihren Erfolg, der ihnen Bagdad in die Hand geliefert hat. werden behaupten können. Zu den Gründen, aus denen sie ihre Überlegenheit gewannen, gehört nämlich noch einer, der jetzt hinfällig geworden zu Win scheint. Engländer und Russen hatten in Mesopotamien tatsäch­lich den Vorteil der einheitlichen Front, indem gleich­zeitig mit den Engländern die Russen durch Persien ebenfalls in der Rick'tnng aus Bagdad vordrnnaen. Wäre das nicht geschehen, so hätte de.- türkische Ober- befehlshaber vielleicht noch nicht die Notwendigkeit des Zurückoehens anzuerkennen brauchen. Diele Einheit­lichkeit war aber, wie sich nunmehr zeigt, innerlich brüchig. Sobald die Nachricht kam, daß die Engländer Bagdad genommen hatten, machte sich bei den Russen eine starke Übellaunigkeit geltend, weil sie den guten Freunden die Beute nickt gönnten, die sie viel lieber selbst erhascht hätten. Inzwischen ist nun noch die Wirkung der Revolution hinznaskammen, die sich auf militärischem Gebiet unfehlbar wird erweisen müssen, und zwar am stärksten gerade in den A u ß e n- bezirken der russischen Kriegführung, wo es selbst für die liberal-demokrati'chen Kriegsschürer nur uni Nebendinge gehen kann. Was unsere neue Tak­tik an der Westfront bedeutet, darüber sind wir seit dem Gelingen der planmäßigen Rückverlegung der Front mannigfach unterrichtet worden. Es lohnt sich aber doch, vielleicht sogar geradezu jetzt, die verschiede­nen Versuche der Gegner wie man mit uns fertig- werden könnte, in ihrem Wechsel und in ihrer zeitlichen Reihenfolge zusammenzustellen. Zuerst versuchten es die Franzosen mit eineni einfachen, gntvorbereiteten Durchbruch an einer einzigen Stelle, dann ver­suchte man es mtt einem Angriff auf einer der brei- ten Fronten, 30 bis 40 Kilometer, dann mit eineni großen Doppelangriff aus die beiden Schen- kel unserer Winkelstellung zugleich; endlich, in der Sommeschlacht, durch die Ausdehnung der Zeit nach, durch die unausgesetzte Erneuerung des Angriffs während fünf voller Monate. Es ivar alles umsonst, und auch die wirklich erreichten Erfolge mußten gewissermaßen in Ermattung übergehen. Denn auch wenn Truppenteile .iberrannt und in nicht geringer Zahl gefangen genommen wur­den, auch wenn erhebliche Geländeaewinne gemacht wurden, so mußte der Angriff endlich erstarren und der entscheidende strategische Erfolg versagen, weil man die Reserven und im besonderen die schwere Artillerie und ihre ungefüge Munition nicht schnell und massenhaft genug weiter nach vorn zu bringen ver­mochte. Delbrück versetzt sich in die angstvoll-wiß­begierige Fragelnst der Gegner, die nicht wissen, was sie aus Hindenburgs Takffk machen sollen. Der Rück­zug hat ja nicht auf der ganzen deuffchen Front statt- gesunden, sondern mir auf den dem Angriff hauptsäch­lich ausgesetzten. weit nach Frankreich hinein vorge­bogenen Strecken. Die derrffcke Front ist also b e- g rodet und dadnrch auch eine große Ersparnis an Trrrppen erreicht worden. Wie. wenn diese g e- sparten Divisionen an irgendeiner Stelle, sei es im Osten sei es im Wessen sei es gegen Italien, p l ö h- lich zu einem überwältigenden Angriff einge­setzt werden? Oder wenn aus d-m säest-,, geräumtcu Gelände selber, ehe die Verbündeten sich recht darauf eingerichtet baden, ein unwidenstehlicker. G - g e n si o ß erfolgte? Oder wenn das Ganze der' Übergang vom Stellungskrieg zum Bewegungskrieg wäre? Ganz systematisch suchen englische und französische Militär- schriftsteller alle Möglichkeiten durckizuprülen. die das Verhalten der Deutschen zu beleg-n scheinen, und es wird als besonders kennzeichnend für die Genial i- tät der Hindenburgschen Kriegführung anzuffh-n sein, daß unsere Gegner in solche Verwirrung v"ffetzt und so ratlos geworden sind, was sie sich dabei den­ken sollen und was sie nunmehr zu erwarten haben.

Am Vorabend der amerikanischen

Kongretz-LnLscheidunq über die §rage des Krieges.

»*. Wafbt»gt»n, 31. Marz. «fig. Drabtbrricht. zb.s Reuter meldet: Da« Ka b i n e t t hiev eine letzte Sitzung

vor der Soodersession des Kongresses am Montag ab. Bei Schluß der Sitzung war in gut unterrichteten Kreisen der Eindruck allgemein, daß die Be reinig um Staaten bereit find, in den Krieg gegen Deutschland einzutreten. Es kann zuverlässig mitgeteilt werden, daß die amtlichen Kreise mit Rücksicht auf die letzte Rede des deutschen Reichskanzlers keiuea andere« Weg Dl das Land -tt» ich-»»

Unsere Seeleute in Amerika nach einem Sperrlnger verbracht!

Nr. Genf, 31. März. (Gig. Drahtbericht, zb.) 767

deutsche Offiziere und Mannschafte« der iuter- merten Schiffe sind von Philadelphia nach dem Sperr- lager Atlanta verbracht worden Der Kommandant des Lagers ist Oberst Roy es. Die Internierten weizerlrn fick, ehrenwortlich auf einen Fluchtversuch zu verzichten, weil sie tun würden, was ihre Pflicht sei. Oberst Nryes antwortete: ..Ich kenne euch nun und ihrwerdetmichanch kennen lerne n." '

Mobilmachung in Mexiko.

Nr. Genf, 31. März. (Eia. Drahibericht. zb.) Der Pariser „Herald" meldet aus Mexiko: Carranza befahl die Mobi­lisierung der mexikanischen Milizen.

ver Tauchbootkrieg.

Ein größerer französischer Postdampser versenkt.

W. T.-B. Lyon, 81. März. (Drahtbericht.) „Prvgrös de Lyon" meldet aus Bordeaux, daß der Pastdampfrr „Mon­treal" (6146 Tonnen) am 23. Mürz im Atlantische» Ozean versenkt wurde.

Unverantwortliches Verhalten eines holländischen Dampfers.

W. T.-B. Berlin, 31 März. (Drahtdericht.) Wrc aus Holland berichtet wird, nabm der kürzlich in Rotterdam äu­ge kommen« Dampfer „S m e t de Naher" der Relieskom- miflion eine Fahrt durch das Sperrgebiet vor. wobei er »cm eineni deuts.Hen Unterseeboot beschossen wurde. Wir möchten nicht verfehlen, auf das unverantwort­liche illerhalteu des Dampfers imckfdcücklichst hinzuwerseu.

50 englistffc Standardschisfe alS Ersatz für die Unterseebootsverlustr im Bau.

\V. T.-B. Amsterdam» 31. März. Im Unterhaus ist seitens der Regierung mitgeteilt worden, daß 60 Standard­schiffe für die englische Handelsftotte im Bau feien. Es ist geplant, im ganzen 100 zu bauen, aber nian könne nocti nicht sagen, wann sie fertig sein werden. Die Rumpfe seren noch nickt fertrg.

Die starke Abnahme des nerrtralerr See­verkehrs — eine schwere englische Sorge.

W. T.-B. Berlin, 31. März (Drahtbericht.) In einer Be- spvechung der Veröffentlichung der englischen Admiralität über die englischen Schiffsverlirste durch die Unterseeboote sagt die ..Nation" vom 17. März: Der ernste Tharakterzug unseres Berichtes ist der scharfe Niedergang der Zahl der Schiffsein- und -ar.sfad.rten. Diese weist auf eine Ab­nahme der rreutralen Schisse aut See hin.

Ernste Lage aus den Kanarischen Inseln.

W. T.-B. Berlin, 31. Diarz. (DcchLericht.) Lyoner Blättern zufolge ist die Loge ach den Kanarisckerr Jockeln In­folge der doutsckren U-Boottätigkeit äußerst ernst gervvr- den. Das Elend sei unsagbar. Es l>errßhte nahezu Hungersnot.

Kein allgemciaes argentinisches Getreideausfuhr- Verbot.

W. T.-B. Amsterdam, 31. März. Das Kommerzral'Tele- gramm-Bureau berichtigt die Reutermeldung über das Ver­bot der Getreideausfubr ans Argentinien und stellt fest, och; es sich nur um ein AuSfuhrverbct für Weizen und Mehl bandelt. __

Graf zu Dohna-Schlo-ien über feine „Zahrt mit der Möwe".

Bt. Berlin, 81. Mär,. (Gig. Drahibericht. zb.) Über seine Fahrt mit der „Möwe" berichtete heute Gras zu Dohna-Schlodien vor Vertretern der Press«:

Auf Grund der eingegangenen AufklürungsNachrichten hatte ich mir für meine Fahrt einen ziemlich genauen Plan genracht. Ich hatte dann auch gleich am ersten Tage das Glück, einen großen Dampfer zu sichten. Es war dies, wre bereits bekannt, der Dampfer „V o l t a i r e“. Es war schwierig, sein« Natirnalilät sestzustellen. weil di« Schifte jetzt keine Flagg« mehr fftbren und die Nattonalttät nur ans der Bemalung des Sckiffes ersichllich wird. Ich ließ deshalb die Nacht vergehen, ehe ich mich an die „Voltaire" heran­machte, richtete es aber so ein, daß ich gegen 1 Uhr früh aus etwa 400 Meter an das Schlff herankommen konnte. Ich gab das Stovpsignal und zerstörte die Signal­station des Dampfers, als er versuchte, sunkentviegraphtM Hilfe berkeiznhol.'n. Später konnte ich dann den Dampfer unschädlich machen. Ich kreuzte dann etwa 10 Tune im nord- atlantischen Ozean konnte aber in den ersten drei Tagen kein netteres Schiff sichten. Später jedoch habe ich jeden Tag etwa einen Dampfer abtun können. Die Schiffe hatten sämtlich wertvolle Ladung, zum Teil Kriegsmaterial. Gum» von ihnen hatte eine Ladung