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Verlag Langgasse 31

Tagtl-nh-os".

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13 Ausgaben.

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Tagdlatlhauv" Nr. 6650-53.

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Mittwoch. 21. März 1917.

CnZlandz begründete Angst vor den Taten unserer U-Voote.

Englische Marine-Geheimerlasse.

Berlin, 19. März. Unseren Unterseebooten sind , zahlreiche Dokumente und Verfügungen der englischen kAömiralität in die Hände gefallen, aus denen hervor­geht, welche Bedeutung man trotz aller zur Lchau ge­tragenen Geringschätzung unserer Unterseebovts- kriegführung dort tatsächlich beimißt, und wie nervös d»ie Stimmung in den leitenden Marinekweisen allmählich geworden ist.. Nach­stehend werden einige Instruktionen f:ir die Führer der britischen Handelsschiffe mitgeteilt:

Die Admiralität weist die Führer der englischen Handelsschisfe, besonders derjenigen, welche zu Defen- sivnvecken bewamet sind darauf hin. daß imFalle eines Angriffs auf ihre Schiffe die äußerste Fürsorge ge­troffen werden muß, daß nicht irgend etwas über solche Angriffe bei Ankunft des Schiffes in den Hafen r n die Zeitungen gelangt. Unter keinen Um­ständen darf der Name von Schiff oder Führer oder von Mannschaften der SchiffSbesatznng veröffentlicht wer­den Ebensowenig dürfen Maßregeln mitgeteilt wer­den, die zur Abwehr oder zur Vermeidung des Angriffs getroffen wurden. Ein offizieller Bericht darf nur den britischen oder verbündeten Marinebehörden oder den britischen Konftrlatsbeamt-n erstattet werden. Die Admiralität wird entscheiden, was darüber in die eng­lische Presse gelangen darf. Diese Warnung wird rm Interesse der Schiffsbesatzungen erlassen. Ihre versön- liche Sicherheit kann davon abhängen, ob-sie rnistande sind/ ihren Mund zu halten," (ll'Ueii- per-zonul safr?ty mav depend ou 1 heir Holding theit- tongue.)

Eine andere Verfügung beschäftigt sich jriit dem Zickzackfahren innerhalb des Sperr­gebiets.Neuerdings ist ini Mittelländischen Meer vorgekornmen, daß ein Dampfschiff mit 12V» Knoten Geschwindigkeit bei Tage nicht Zrckzackknrs fuhr, worauf es trotz seiner Bewaffnung mit einem 12« Zentimetec-Geschütz ohne Warnung torpediert wurde. Tie Wichtigkeit de,J Zickzackfahrens bei Tage beim Passieren des Kriegsgebietes kann den Schiffs MH rern gar nicht dringend genug ans Herz gelegt werden.

Ein weiterer Erlaß behandelt die o olle A u s

n u tz u n g d e r Ge s ch w i n d i g k e i t d e r Da ni v,f e r Es ist von äußerster Wichrgkük, daß die englischen Handelsfahrzeuge mit ihrer äußersten Geschwindigkeit das Sperrgebiet passieren. Vor deni Auslaufen inuß ein Vorrat der allerbesten Kohle in einem geeigneten Bunker klargestellt werden zur Benutzung im Sperrgebiet, Vor dem Eintritt in dieses muß eine größere Menge sorgfältig mit der Hand ausgewählter Kohl- auf den Fuhrplatten vor den Kesseln bereit liegen, zwecks Verwendung bei Sichtung eines Unter feBootes. >Zchiff", welche von außerhalb nach Groß britannien zurückkehren. inilsicn eine Überholung und Reinigung der Kessel vornehmen, bevor sie in das Sperrgebiet einfahren. Für den Fall, daß infolge minderwertiger Kahle sich Schwierigkeiten ergeben beim Halten der Hsizmannschaften vor den Feuern, müssen die Deckmannschaften zur Hilfe berangezogen werden." (Schluß tolgt.)

Morgen-Ausgabe.

Die Unbrauchbarmachung unserer geräumten Stellungen im Westen.

Er. Genf, 20. März. (Eig. Drahtbericht, zb.) Stach Pariser Ergänzungsdepeschen fanden die Verbündeten Bapaume, Pe rönne und Barleux fast völlig z e r st ö r t. Die Fühlung zwischen den Vor­trupps der Franzosen und der Engländer wurde dem gleichfalls ausgebrannten Nestle erreicht.

rn

Der Bergcner DampferOrion" wahrscheinlich nnter- gegangcn.

W. T.-B. Bergen, 20. März, (Drähtbericht. Bergener Telegrapben-Bureau.) Der seit längerer Zeit befürchtete Untergang des Bergener DampfersOrio n" (1950 Tonnen) in der Nordsee mit der gesamten Besatzung scheint sich zu bestätigen, da seit der Abreise des Schiffes keine Nachricht von ihm cingr treffen dt. DerOrion" war mit Zink von Norwik nach Middleborough unterwegs. Die Besatzung be­trug 17 Mann, Das Schiff war mit 1 150 000 Kronen kriegsversichert. __

Die Lage im Westen.

Unsere neugewonnene Initiative an der Westfront.

kr. Haag, 20. März. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der Berichterstatter desNienwe Roiterd. Courant" in B-rlin hat von militärischer Leite Mitteilungen über die Lage an der Westfront gehört. Die schwierigen Kämpf- des vorigen Jabres dienten dazu, die ver­einigten Franzosen und Engländer mit einem Dl rü­de staufwand von Kraft zu schlagen. Nachdem diese Aufgabe erfüllt und außerdem Rnchänien nied er gerungen ist, erhebt sich eine neue Auf­gabe. Die bisherige Schlachtenlinie ist plangemäß preisaegeben worden. Dadurch werden die Nach­teile einer unbeweglichen Front b e hoben. Wir gewinnen cperative Freiheit und de- stimmen an der Westfront die Initiative.

Der deutsche Abendbericht vom 20. März.

W.T. B. Berlin, 20. März, abends. (Amtlich. Draht­bericht.) Im Westen bei Regen einige Gefechte rm Gebiet beiderseits der Oise, Im Osten bei Tau­wetter keine besonderen Ereignisse.

Die LandtagSersatzwähl in Berlin.

IV. T.-B. Berlin, 20. März. (Drahtbericht.) Bei der heutigen Ersatzwahl eines Landtagsabgeordneten im 11. Berliner Landtagswahlkreise an Stelle des frühe­ren Abgeordneten Dr. Karl Liebknecht erhielt Schrift- steller Dr. Franz M e h r i n g (S. A.-G.) 341, In­genieur Franz Handberg (lib) 44 und Eisenbahn- arbeiter Brunner (Soz.) 42 Stimmen: mithin ist Dr. Mehring gewählt.

Ein blutiger englandseindlicher Aufstand in Ostasrika.

Br. Berlin, 20/ März. (Eig. Drahtbecichi. zb ) Die Pariser ZeitnnaL Tvenement" vom 13. Februar meldet aus Kapstadt, daß eine Expedition gegen den gefürchteten Häuptling M a n d u rn e im Nord- westeir Deutsch-Ostafritas ausgerüstet inerden mußte, der zahlreiche Plünderungen und Überfälle ausgefühct habe. Am 6. Februar sei es zu einem Ge­fecht gekommen, bei dem es auf englischer Seite neun Tote, auf der gegnerischen Seite zirka 40 Tote, unter ihnen Mandume, gegeben hätte. Die Korrespondenz Deutsch-Übersee bemerkt zu dieser, kaum anzuzweiseln- den Nachricht, daß es sich vermutlich um einen Auf­stand in der großen Landschaft Un y a n w e s i handelt.

Lhiiras Abbruch mit Deutschland.

Sr-. Amsterdam, 20. März. (Eig. Drahtbericht, zb.) Aus Schanghai meldet dieMorning Post", daß der deutsche Ge­sandte v. Hi ntze und sein Stab 48 Stunden Zeit erhielten, Peking zu verlassen; sie seien jetzt auf dem Weg nach Schanghai, von wo ans sie ein holländischer Dampfer nach Java bringen soll. Allen deutschen Konsuln sollen die Pässe zugestellt werden. Es heißt, daß der deutsche Generalkonsul in Schanghai Knipp in g sich weigert, hie Stadt zu verlassen. In diesem Fall würden bedeutende Fragen wegen der Exterritorialität auftauchen. Der Be- r'chterstatter derMorning Post" meldet aus Tientsin, daß der technische Stab der deutschen Sektio,: des Eisenbahnbaues Tientsin-Pukau entlassen sei. China überlege jetzt, welche Haltung es gegen Österreich-Ungarn einnehmen solle.

Die preise der landwirtschaftlichen Lneugnisse aus der Ernte W7 und für Schlachtvieh.

Am Donnerstag, ben 15. März 1017 fand unt-r Leitung des Präsidenten des Kriegsernährungscmites eine Beratung der Miniiter der Bundesstaaten über Fragen der Kriegswirtschaft statt. Den Gegenstand der Beratnngen bildete neben der Sicherung der Volksernährung fiir die nächsten Monate bis zur neuen Ernte der Preis- und W i r t s ch a f t tz- plan für das kommende Erntejahr. Die Grnndzüge für die Organisation Zusammenfassung der Bewirt­schaftung deS gesiimten Getreides und der Hiilsenfrüchte in der Reichsgetreidesielle: Beschlagnalune aller Frncht- arten sür die Kommunalverbände, deren Selbstwirt- schast im allgemeinen in demd bisherigen Umfange auf­rechterhalten werden soll: r erantwortliche Mithecan-

ziehung der Gemeinden zur besseren Sicherung der Er­fassung deS Abzuliefernden: schärfere Überwachung der WirMaft der Kommunalverbände und der Mühlen, weiterer Ausbau der Sammel- und Ablieferungsstellen für Butter, Eier, Gen'.iise u'w.- fanden die Zustiui- mung der Vermmmelten. Die nötigen Verordnungen werden auf Grund der Beratungen nunmehr so vor­bereitet werden, daß sie rechtzeitig vor Beginn der neuen Ernte in-Kraft treten.

Auch die neuen Preisvorschläge des .Kriegs­ernährungsamtes fandeir grundsätzliche Zustimmung Die Beschlüsse des Reichstagsansfchllfscs tür Volks­ernährung wurden der Beratung mit zugrunde gelegt Hinsichtlich der genauen P re sie für Getreide, Hülsen- srüchte, Kartoffeln, Rüben und Schlachtvieh verweisen wir auf die Mitteilungen an der Spitze unseres heuti­gen Handelsteils,

Nr. 14b. . 65. Jahrgang.

Die neue Aera in Rußland.

Die Selbständigkeit Zinnlands proklamiert.

Br. Zürich, 20. März. (Eig. Drcchtbericht. zb.) Aus

Karlskroua lvird gemeldet: Das finnische Unabhängrg- teitskomitee in Wasa hat die Selbständigkeit Finn­lands proklamiert. In Helsingsors sind Anschlüge dcr Petersbnrger Regierung zu lesen, wonach die Zaren­manifeste, betreffend Finnland, vom 18. Juli 1898 und vom 15. Februar 1899 aufgehoben wurden.

*

Wachsender Ernst der Lage in Petersburg.

Anwachsen der nnarchistischen Bewegung.

Br. Rotterdam, 20. März. (Eig. Drähtbericht. zb.) Die Times" meldet aus Petersburg: Die Depeschen vom

Tovuerstag bis Samstag zeigen den wachsenden Ernst der Lage, weil die sogenannten Anarchisten gegen die Dnma- regierung agitieren und die Republik ausrusen wollen. Die Studenten schließen sich der anarchistischen Bewegung an. Als da§ Zarenmanifest bekannt wurde, ritz das Volk im Frcudentaumil überall die Kaiseradler von den öffent­lichen Gebäuden her-unter. Der Vertreter derTimes" be­tont, die erste Aufgabe der Regierung sei, die Anarchie nieder- znringen.

Der Anschlutz der Provinzen an die Revolution.

Br. Rotterdam, 20. März. (Eig. Drahtbericht, zb.)Datlv Telegraph" meldet aus Petersburg: Die aas den Provinzen einlaufenden Nachrichten sind für die neue Regierung er­mutigend. In den meisten Provinzstädten hat sich der Umsturz ohne Blutvergießen vollzogen, so in Moskau, Nishnij Nowgorod, Charkotv und Minsk, überall treten die Truppen zu den Revolutionären über.

Die Erbitterung der kriegsmnden russischen Bauernschaft.

Br. Stockholm, 20. März. (Eig, Drähtbericht. zb.) In den Dörfern des Gouvernements Saratow, namentlich in den Kreisen Wosk und SyZra, zirkulieren Ausrufe des Inhalts, der Zar werde von Herschsüchtigen und Kausleuteu gefangen gehalten, die am Mut vou Bauernkindeni auf den Kriegsschauplätzen weitere Millionen verdienen woll­ten. während der Zar wie sein Pater ein Friedensstif­ter werden wollte.

Deutscher Reichstag.

(Eigener Drähtbericht desWiesbadener Tagblatts".)

Berlin, 20. März.

Am Bundesratstisch: Staatssekretär Dr. Helfscrich und Gras Roedern.

Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 1,22 Uhr mit der folgenden Mitteilung, welche die Mitglieder des Hauses stehend anhören: Im Namen des Reichstags habe ich am Sarge des Grasen Zeppelin, des genialen Eroberer» der Lüfte, einen Kranz niederlegen und der Gräfin das herz­liche Mitgefühl des Reichstags bei dem Tode ihres Gemahls aussprechen lassen. (Beifall.)

Das Verzeichnis der neu eingegaugeuen Vorlagen wird verlesen. Aus der Tigesorduung stehen zunächst

drei Anfragen.

Abg. Heckscher (Vpt.) fragt: Bei dem Ausbruch des Krieges haben die französischen Behörden den Marokko-Deut­schen amtlich zugesichert, vaß sie nach dem neutralen Aus­land verbracht werden würden. Dieser Zusicherung zuwider sind die Nürrokko-Deusichen zunächst nach Algier bis in die Oasen der Wüste Sahara verschleppt und nachher imch Frankreich verbracht worden. Sowohl in Afrika wie tu Frank­reich sind unsere Landsleute in einer menschemunwür­digen Art behandelt worden. WaS gedenkt der Herr Reichskmrzler zu tun, um die Erfüllung der amtliche» fran- xösischeu Zusicherung zu erreichen und die Freilassung der heute noch in französischer Gefangenschaft befindlichen, an­nähernd 200 Personen, Marokko-Deutschen durchzusesen^

Direktor Int Auswärtigen Amt Dr. Kriege:

Es ist richtig, daß bei Ausbruch des Krieges den Deut­schen in Marokko vou den dortigen französischen Behörde« versprochen worden ist, sie würden bei ihrer zwangsweise,: Abschiebung nach dem neutralen Ausland verbrackt werden. Dieses Versprechen ist von der französischen Regierung nicht c u s g e 1 ü h r t worden, vielmehr lvurden die Marokko- Deutschen entsprechend den von unseren Gegnern aufge­stellten völkerrechtswidrigen Grundsätzen über die Behand­lung der in ihrer Gewalt befindlichen deutschen Zivilper- sinien interniert, zunächst nach Algier, bis i n d a S I n n e r -- der Sahara verschleppt, später aber nach Frankreich verbracht. Ihre Behandlung in Afrika, besonders bei Her­anziehung zur Arbeit und aus dem Marsche in das Innere, ist in der Anfrage mit Recht als menschenunwürdig bezeichnet worden. Deutscherseits ist gleich zu Beginn des