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«K Brrlmer Abretluug des Wiesbadener Tagblatts: Berlin »„Potsdamer Str. 1212. Feraspr.: Amt Lützow 6202 u. 6203.

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Samstag, 17. März 1917.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 139. ♦ 65. Jahrgang.

Der TauchLootKrieg.

5 Unsere U-vootsdeuLe im Zebruar.

W. T.-B. Berlin, 16. März. (Amtlich. Drciht- " bericht.) Im Monat Februar sind insgesamt 368 Handelsschiffe mit 7815 00 Brut to­reg i st e r t o n n e n infolge kriegerischer Maßnahmen der Mittelmächte verloren gegangen. Davon sind 292 feinblidje Schisse mit 644000 Bruttorrgistcr- tonnrn und 76 neutrale Schisse mit 137500 Bruttoregistertonnen. Von den neutralen sind 61 Schiffe durch U-Boote versenkt, also 16,5 Prozent des Gesamtrgcbniffes im Februar gegenüber 29 Prozent ieutraler Verluste im Durchschnitt der letzten vier Monate.

Der Chef des Admiralstnbs der Marine.

Eine neue Liste versenkter feindlicher Dampfer.

W. T.-B. Berlin, 16. März. (Drahtbericht. Ausführliche Meldung.) Die englischen Dampfer „Sadamore" <5197 Briittoregistertonnen), „New st and" (2856 Brt.). „Lucy Andersen" <1073 Brt.), der japanische Dampfer „S h i n s e i m a r it" (3060 Brt.), dir italie­nischen Segler „Michele" <583 Brt.), „A d e l i n a" <528 Brt.), „A p e" <301 Brt.), „Albino" <187 Brt.), „Giovanni" <105 Brt.), „K l r n a" <210 Brt.) und „S a l - badore" <129 Brt.), sowie die kleineren italienischen Segler „G i u st i n a", „M a d r r", „Elisabeths C o n. ; e t t i n a" und „C i r o p a l m i e", ferner der Portugie­sische Segler „G u a d i n a" <326 Brt.), die r u g l i - scheu Fischdampfer „B u k e a n a" <219 Brt.), „N a v r n b y" <167 Brt.) und „C i" <289 Brt.) sind durch vn- terseeboote versenkt worden.

Ein französischer Millionenkredit für die Kaperung oder Zerstörung deutscher U-Boote

IV. T.-B. Bern, 16. März. Das „Journal des Dubais" meldet- Die französische Regierung forderte einen Kredit von 2 Millionen für Prämien bei der fiaperung oder rechtmäßig ^estgestellten Zerstörung deutscher U-Boote.

Var Gesicht der russischen Revolutisn.

Das Revolutionskabinett.

W. T.-B. Petersburg, 15. März. (Meldung der Peters­burger Telegraphen-Agentur.) Der Vollzugsausschuß der Retchsduma veröffentlicht die folgende Liste deS neuen nationalen Kabinetts:

Fürst Lwow. Präsident des Semstwoverbandes, wird zum Ministerpräsidenten und Minister des Innern ernannt; der Abgeordnete Mtljukow zum Minister des Aus­wärtigen ;

der Abgeordnete für Saratow Kerenski zum Justiz- minister;

, der Vizepräsident der Reichsduma Uekrasow zum Ver- s, kehrsmiuister;

der Abgeordnete für Kostrowa Konowalew zuni Minister iür Handel und Industrie; der Professor an der Universität Moskau Manuilow zum Minister für den öffentlichen Unterricht;

: bei® Mitglied des Reichsrats und frühere Präsident der dritten Reichsduma sowie Präsident der vereinigten : Auls,Hüffe der mobilisierten Industrie Gutschkow zum Kriegs- und interimistisch zum Marineminister; * der Abgeordnete für Petersburg Schingareff zum Ackerbauminister;

der Abgeordnete für Kiew Terestschenko zum Finanz- minister und

der Abgeordnete von Kasan Godnew zum Staats- kontrolleur.

Der Sckatten einer baldigen neuen Revolutionsregierung.

(Drahtbericht unseres L.-Sonderberichterstatrers.)

8. Stockholm, 16. März. <zb.) Von der russischen Grenze Erhalte ich eingehende Nachrichten über die gegenwärtige ^age in Petersburg. Darnach beherrscht der revo­lutionäre Ausschuß keineswegs die Lage. Die Stellung, "ahme des Militärs gilt als gänzlich ungewiß, ""gehindert finden in allen Vororten und auch im Stadt­urnern die wilde st en Plünderungen statt. Der Teil "er Bevölkerung, der sich den Unruhen fern hielt, ist gänzlich ^"geschüchtert. Die Lebensmittel sind fast völlig ausge­sucht Unterdeflen berauschen sich die jetzigen Führer des Kolkes an großen Wo-ten. Jede innerpolitische Zen­it " r fft a b g e s ch a f s t. In den Straßen treten Volksredner B»f, welch« die wirrsten politischen Programme verkünden.

Man behauptet mit größter Hartnäckigkeit, daß die Duma gestern zusammengetreten ist, um die Grundlinien der neuen Staatsverfassung aufzustellen, doch kann die gegenwärtige Duma nur als ein Rumpfparlament bezeichnet wer­den, da sämtliche Deputierte der Rechtsparteien verhaftet wurden. Die Beamtenschaft streikt und leistet passi­ven Widerstand. Außerordentliche Unruhe herrscht, weil S-.e Geheimpolizei und die Ochrana spurlos ver­schwunden sind. Die Bevölkerung nimmt an, daß von diesen Geheimorganisationen Wühlereien vorgenommen wer­den. Man befürchtete Attentate gegen daS Dnmagebäude. In der Bevölkerung wird angenommen, daß das Komitee in den nächsten Tagen durch irgend eine andere Revo­lutionsregierung, welche von weit mehr linksstohen- den sozialistischen Elementen gestützt, hinweggefegt wird. Denn das D u m a k o m i t e e ist im wesentlichen eine Kriegsregierung, während die fortgesetzten U n - ruhen immer mehr einen kriegsfeindlichen Charakter annehmen. Bestimmenden Einfluß auf das Militär hat das Komitee nicht gewonnen. Tie Soldaten weigern sich zwar, aas die Bevölkerung zu schießen, schloffen sich jedoch durchaus nicht den Revolutionären an. Ebenso wird die amtliche Angabe daß sämtlich« Minister ver­haftet wurden, als falsch bezeichnet. Di« Angaben über die Ermordung von Ministern werden stark bezwei­felt. Von den Teilen der Arme«, di« in dev entfernteren Provinzen stehen, liegen einstweilen keine Nachrichten vor. Die Telegraphenverbindung Petersburg-Moskau besieht. Da­gegen ließen die Gouverneure der Wolgagouvernements und des Kubanschin-Bezirks und der Schwarzen-Meeresküst« die Telegraphendrähte durch sch neiden. Von außer­ordentlicher Bedeutung dürste die Haltung der Geist- lichkcit sein, ivelcbe notwendig in lebhafte Opposition zu den neuen Machthabern treten mutz. Das Gesamtbild, das man sich jenseits der Grenze von der Gesamtlage macht, ist ungefähr das folgend«: Selbst wenn di« Revolutionär« g«.p:ii- wärtig überraschende Erfolge -haben, rann die Rückwir­kung nicht ausbleibe n, und wird notwendigerweise die russische Macht außerordentlich schwäche:,.

Ein Ententesieq über die selbständigen rein russischen Bestrebungen.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

B. Berlin, 16. März. (Gig. Meldung, zb.) Fürst Lwow, Ministerpräsident; Miljukow, Minister des Auswär­tigen; Kerenski, Justizminister; Gutschkow, Kriegs­minister; Schingareff, Landwirtschaftsminister — das ist, wie wir aus einer über Holland übermittelten Londoner Drahtung erfahren, die Zusammensetzung des vom neuen Regenten. Großfürsten Michael Alerandrowitsch, ernannten neuen Ministeriums. Damit klärt sich die Bedeutung des revolutionären Aktes vollkommen auf als ein E n t e n t e s i eg über die selbständigen rein russischen Bestrebungen, die dem Kabinett Galizyn nachgesagt wurden. Den Vorsitz des neuen sogenannten „nationalen Ministeriums" hat man einem dem englischen Botschafter vollkommen er­gebenen Manne, dem Vorsitzenden der Moskauer SemstwoL übertragen. Fürst Lwow war die Seele des Widerstandes, der sich'unter den Provinzen und Gemeinde­vertretungen gegen die autokratische Regierung in wachsendem Maße gelierst» machte. Aus Stockholm berichtete unser früherer Petersburger Berichterstatter oft nach guten In­formationen über die t»-eibenden und geheimen Beratungen, dre unte-- Leitung des Fürsten der Krise zutrieben. Der Dumaabgeordnete Miljukow als Minister des Auswär­tigen ist allein schon ein ganze? Programm. Diesem rede­begabten Mann war Stürmer zum Opfer gefallen; Botschafter B u ch a n a n hatte ihm alles Anklagematerial zur Vcistigung gestellt. Miljukow trat nach seinem Siege über Stürmer, der wegen der Aufdeckung wichtiger diploma­tischer Geheimniffe sich zum wahren Skandal auswuchs, eine Reise nach London und Paris an. wurde vollständig der Sachwalter der Entente und wird mehr noch, als Ssasoniw es tun könnte, jetzt den Weisungen BuchananS ge­ll äß die russische Auslandspolitik leiten Auch Gutschkow als interimistischer Kriegs- und Marineminister wird voll­kommen gefügig sein. Er leitete bisher die Mobilisierung der Jndr.striearbeit als eine Art Kriegsamt. Bedeutsam ist daß man es für nötig hielt, einen gemäßigten Sozialisten, K e r e n S k i, mit dem Ehrenamt eines Fustizministers zu betrauen, das er freilich dahin ausnützte, daß er die politi­schen Sträflinge freiließ. Die Gefängnisse werden für die Diener des alten Regimes benötigt! Wenn er sich vielleicht auch durch das Mimsterporieseuille zähmen ließ, so ist doch seine Berufung ein großes Zugeständnis an die friedende- gehrende Arbeiterschaft. Kerenski selbst hatte in der Duma im Sinne eines baldigen Friedens das Wort geführt. Schingareff ist einer der Kadettenführer. Di? übrigen als Verkehrsminister, Handelsminister, Unterrichtsminister und Finanzminister in der Walfischen Meldung genannten Personen sind alle® Männer, deren politische Etikette weniger bedeutungsvoll ist.

Die vorsichtige Aufnabme, die man schon gestern den Meldungen von der russischen Revolution cm hiesigen verant­wortlichen Stellen beceitet hat, sindet sich durchaus gerecht­fertigt. Nach deutscher Ansicht ist in Petersburg eine Kriegspartei durch eine andere ersetzt worden, ein zu keinem Friederr bereiter Zar durch einen ebenso wenig kriegsmüden Regeulen. Daß die Wahl des Wohlfahrtsaus­

schüsse® auf Michael Alexandrowitsch fiel, bedeutet, wie man hier sagt, daß die revolutionären Männer es nicht wagten, die zaren- und glaubenstreuen Schichten im ruffi- ichen Volke zu reizen. Nikolaus II. hat es offenbar unter seiner Würde befunden, sich in den von unten aufgezwungcnen Staatsstreich zu schicken; da er nicht zugunsten seines jungen kränklichen Sohnes abdanken kannte wurde sein Bruder, der ftüher als Thronerbe galt, vorgeschoben. Das dynastische Gesetz blieb so vollkommen gewahrt. Die in Paris ausge­sprochene Erwartung, Großfücst Nikolai Nikolaje- witsch würde Regent, hat sich somit nicht erfüllt. Entweder war der Onkel des Zaren, der alte Kricgsführer, wirklich zu krank oder aber zu schlau, um eine Rolle zu übernehmen, die er bei der inneren Gesamtlage Rußlands als nicht von Dauer und als gefährlich erkennen mochte. Dre jüngeren Großfürsten, Michael und K y r i l l, die sich dem Revolutirnskomitee zur Verfügung stellten, hatten beide keine innige Anhänglichkeit für den Zaren Nikolaus, der sie ihrer Ehen wegen in die Verbannung gesandt hatte. Der jetzige Regent führte mit seiner sympathischen einfachen Frau, der Tochter eines revolutionären Advokaten, an der Rikiera und rn Paris bis zum Kriegsausbruch ein ange­nehme® Leben. Es beginnt eine neue Ära für Rußland. Sb die revolutionäre Arbeiterschaft damit zufrieden sein wird, ob die inneren Schwierigkeiten gelöst werden können, wird man sehen.

Auch die „Times" fürchtet eine sozialistische Revolutionsregierung.

Br. Haag, 16. März. (Eig. Drrhtberrcht. zb.) Der „Times"-Berichterstatter in Petersburg berichtet: Es liegt die Gefahr nahe, daß die provisorische Regierung durch den Einfluß des Pöbels gezwungen werden wird, die Führung der Angelegenheit den Sozialisten zu überlassen, was zur Gründung einer Republik und da­durch zur größten Anarchie führen müßte.

Die Motive für den Entschluß des Zaren.

Die Thronentsagung des Zaren vom Groß­fürsten Nikolai Nikolajewitsch veranlaßt.

Br. Haag, 16. März. (Eig. Drahtbericht. zb.) Reuter meldet aus Petersburg- Großfürst Nikolai Nikolaje- witsch drahtete an Rodzianko, daß er im Einverständnis mit dem Chef des Stabs den Zaren gebeten habe, un­ter den jetzigen schwierigen Umständen den einzig möglichen Entschluß zu fassen abzudanken, damit Rußland gerettet und der Krieg zu einem glücklichen Ende geführt werde.

Rodzianko und die Garde-Regimenter.

Nr. Berlin, 16. März. (Eig. Drahtbericht. zb.) Dem „L.-A." wird noch aus dem Haag gemeldet: Am Mittwoch hielt Rodzianko eine Ansprache an die Garde-Regi­menter im Taurischen Palast. Regiment nach Regiincnt zog durch die Halle, wo der Dumapcäsident mit den Duma­mitgliedern sie erwartete und ihneit ftir die Hilfe bei der Wiederherstellung der Ordnung dankte. Die neue Negierung, sagte er, ist eingesetzt, um Mütterchen Rußland zu retten und für den Sieg zu sorgen. Di« Truppen arttworteten begeistert. Andere Dumamitglieder hielten Ansprachen vor den Kasernen. 22 Mitglieder des Reichsrats, darunter Fürst Trubetzkoi, Gutschkow und Szakowitsch, telegraphierten an den Zaren, schilderten ihm die augenblickliche Lage und erklärten, daß nur der völlige Bruch mit der Ver­gangenheit, die sofortige Einberufung des Parlaments und die Bildung einer neuen Regierung den vollkommenen Zusammenbruch verhüten könne.

Zar und Zarin.

W. T.-B. Amsterdam, 16. März. (Drahtbericht.) Die hiesige Presseagentur meldet, daß sich der Zar im Hauptquartier befinde Die Zarin und der Zarewitsch sind in Z a r s k o j e Solo,

Br. Stockholm, 16. März. (Eig. Drahtbericht. zb.) Gegen­über dem Gerücht, der Z a r wäre mit dem Hofe nach dem Süden geflohen, wird gemeldet, daß der Zar sich seit dem 3. März im Hauptquartier in Sicherheit befindet. Die Zarin verblieb die ganze Zeit über in Zarskoje Selo und empfing noch am 9. März den japanischen, belgischen, serbischen, dänischen und siamesischen Gesandten.

W T.-B. London, 16. März. (Drahtbericht.) „Daily Cbronicle" meldet aus Petersburg, daß die Zarin bewacht wird.

Der Zar in Gefangenschaft gehalten?

Br. Stockholm, 16. März. (Eig. Drahtbericht. zb.) Im Gegensatz zu anderen Nachrichten verlautet aus einwandfteie! diplomatischer Quelle aus Petersburg, daß sich der Za, nicht an der Frrnt befinde, sondern in P-trrsburg von den Revolutionären im Tau rischen Palast gefan­gen gehalten wird.

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Gerüchte über Ermordung des englischen Botschafters Buchanan.

Br. Stockholm, 16. März. (Eig. Drahtbericht. $6.) So eben trifft aus Haparanda die Meldung ein, dort angelom»