Einzelbild herunterladen
 

eb.

>d.

It«

■n=

108

Verlag Laaggaffe M

«»-«-»Halle geöffnet »»» « Mi m»tgtn« 6» 7 llhr abend«.

wöchentlich

^!bÄnUn> *m>d in den benachbarten Landorten und im Rhetagau die detreffendrn Tagdlatt- Troger.

13 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagblatthand" Nr.S6SS-S3.

Bon 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abend«, außer SsmrtBg*.

eigen-Prcis für die Zeile: 1b Psg. sür örtliche Anzeigen im ..Arbeitsmarlt- und .Kleiner Auzei^r"

in c'inheirlichcr Satzlorin: 2»P?g. >n davon abweichender Satzaustührung. sowie sür alle übrigen örrlrchen Anzeigen: 80 Psg. sür alle auswärtigen Anzeige»: i Mi. sür örtliche Reklamen; 2 Mk sür auswärtig« Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Zeiten, durchlausend. nach besonderer Berechnnna — Bei wiederholter Ausnahme unoeränderier Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entbrechender Nachlaß.

L^MdLL^L^^LkUmiL BerüuerAt.rituu. *8WiesbadenerT agblatts

Dienstag, 13. März 1917.

' -' ' _ . a, . Für die Ausnahme von Anzeigen an vorgeichriebenen

: Berlin W, Potsdamer Str.121 K. Fernspr.: Amt Lützsw (,202 ». 62VZ. Tagca und Plätzen wird keine Gewähr übernommen.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 131. . 63. Jahrgang.

Oie militärische Lage.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

Z. Berlin, 12. März. (Eng. Drahtbericht, zb.) Gestern hat sich die F e u e r t ä t ig k e i t im Ancregebiet. vor allem bei B u q u o i s, etwa S Kilometer östlich von Go-mme- cimrt und um 12 Kilometer nordwestlich Bapaume, ebenso der Le Transloy, 8 Kilometer südöstlich von Bapaume ver­mehrt. Jnfanterieangriffe fanden dort nicht statt. Zwi­schen Somme und Oise, an einigen Stellen der Aisne- front sowie bei Auberive und Riponts herrschte auch gestern regeres Feuergefecht, vielfach gelette: durch Flieger und Fesselballons. Allein in der Chain» p a g n e fanden kleinere Jnfanteriekömpfe statt. Be: den zahlreichen Luftkämpfen holte gestern Freiherr von Richthofen sein 26.. Baldamus sein 14. Flugzeug her­unter. — Im Osten läßt die Kälte nach. Es geschah mchts f Wesentliches. — Aus Mazedonien meldet man erneut r Feuertätigkeit vom Prespasee.

Auf dem mesopotamischen Kriegsschauplatz haben die Engländer das Ziel erreicht, das ihnen im Verjähr nicht nur nicht versagt blieb, sondern die Nieder- läge von Kut-el-Amara einbrachte. Die Be­setzung von Bagdad gehört vor allem zu den Erfolgen, die man m c r a I i s ch bewertet; sie wird vom Feind zu oerner Propaganda ausyenutzt werden. Die Engländer hatten sebr große Kräfte eingesetzt, vor denen die strategisch- Zurücknahme der türkischen Truppen erfolgte. Mit ihrem Vorstoß nach Norden sind die Briten jetzt weit von ihrer Scebasis abgekommen. Da die klimatischen Vorbe- | diugungen die aktive Kriegsführung nur bis Ende des Montts * März ermöalichen. wird die Kehrseite des Erfolgs sich sür den Feind schon recht bald fühlbar machen. Die Ver­fechtung des türkischen Heeres, die er erstrebte, ist ihm nicht st gelungen.

Der deutsche Abendbericht vom 12. März.

Vf. T.-B. Berlin, 12. März, abends. (Amtlich. Draht- bericht.) Fm Sommegebiet zwischen Ancre und Oise sowie in der Champagne l e b h a f t e Ge f e ch t s t ä t i g k e i t.

Im Oste n war bei klarer Sicht die Artillerie in mchre- ren Abschnitten reger als an den Vortagen.

Beiderseits des Prespasees und im Czerna- bogen nahm gleichfalls das Feuer zu.

Zwischen Stettunqs- und Bewegungskrieg im Westen!

W. T.-B. Paris, i2. März. (Drahtbericht. Agence HavaS.) Die Westfront scheint aus der Erstarrung her- austreten zu wollen. Die Anzeichen künftiger Ereignisse inehren sich, die man mit dem grüßten Vertrauen erwartet. (Na, na! Schristl.)

Auch wir haben großes Vertrauen!

W. T.-B. Berlin, 12. März. (Amtlich. Drahtbericht.)

Eine amtliche Havasuote kündigte Ereignisse an der West­front an, die in Frankreich „mit größtem Vertrauen" abge­wartet werden. Auch wir sehen diesen Ereignissen mit gro- tzem Vertrauen entgegen.

vie Beisetzung der Grasen Zeppelin.

Vf. T.-B. Stuttgart, 12. März. (Drahtbcricht.) D:e Familienangehörigen des Grafen Zeppelin fanden sich heute vormittag 11 Uhr in dem würdig geschmückten ‘ Ämpfangsramn des Prag-Friedhofs zusammen, um ^dort die Kranzspenden mS Beileidsbezeugun­gen der zahlreichen Abordnungen und festigen Vertreter Mtgegenzunchmen. die von fern und nah hevbeigestt-ömt lwaven. WS Vertreter deS Kaisers war erschienen 'ber hipfige preußische Gesandte Freiherr v. Seckendorß »-gleich auch in Vertretung des Reichskanzlers. Unter den Anwesenden bemerkte man ferner vollzählig die Minister des tvürttembergifchen Staatsministeriums Über der Stadt ischvetTten zwei große Zeppeline und kreuzten meh­rere Fliegergeschwader, so dem Bezwinger der den letzte« Gruß entbietend. Um die Mittagsstunde -»egarrnen die «locken aller Kirchen der Stadt zu läuten. Der König nnd die Königin erschienen mit Mehreren Mitglieder» des königlichen Hauses in der Trauerversammlung, die sich mn 12 Uhr in der d prachtvoll geschmückten FrirdbofSkapelle zusammengefunden hatte. Nachrufe wnrden nicht gesprochen. Nur Hofprediger Dr. Hoffmanu hielt eine längere Trauerrede unter Lugrundeleg-mg der Worte ^)ch mutz wirken, so lange efl Tag , st". Dann wuvd« der Sarg zum E r b b e - erä»,t» der ga»nSe Zepprtrn geckettet. der von der Stadt- »««in»r eine besondere schöne Ausschmückung «hrhren hat. Der König folgte zum Grab nach.

SW»-

terie und «ine Batterie Fcldartillerie den E h r e n s a l n t. Von Friedrichshofen war ein Sonderzug veranstaltet Wauden, der Tausende von Beamten und Ar­beitern der Zeppelin-Werft hierherführte. Ge- wclltig groß war die Teilnahme der Stuttgarter Bevölkerung. Biele Privatgebäude hatten Trauerschmuck angelegt.

vie gesicherte Weiterentwicklung -er „Zeppeline".

Zu dem Tode des Grafen Zeppelin, des geistigen Vaters unseres hervorragenden starren Luftkeeuzer, wird uns geschrieben: Neben der Trauer um das Hin­scheiden des deutschen Nationalhelden wird hier und da die bange Frage laut, ob mit dem Tode des Er­finders nicht auch die Weiterentwicklung unterer her­vorragenden Luftwaffe gefährdet ist. Diese Frage wird in ihrer Bedeutung gerade fetzt zur Kriegszeit vom ganzen deutschen Volke erkannt, da die „Zeppe­line" sich als ein allen feindlichen Luftschiffen weit überlegenes Kriigswerkzeug erwiesen haben. Er­freulicherweise kann man aber die feste Zuversicht haben, daß oon irgend einer Beinflusfnng der Entwicklung unserer „Zeppeline" durch den Tod des Grafen nicht die Rede tein kann. Seine ersten Patente waren sein ureigenes Weck, und nur wenige Mitarbeiter hat­ten Anteil daran. Heute aber hat der Luftschiffbau „Zeppelin" einen derartig gewaltigen Umfang genom­men, daß er nicht mehr bei seiner Entivicklung auf zwei Augen gestellt sein kann. Ein ganzer Stab der her­vorragendsten Fachmänner leitet den gan­zen Luftschiffbau. und ist unausgesetzt damit beschäftigt, von Luftschiff zu Luftschiff immer weitere Verbesserun­gen zu ersinnen und aut Gnrnd der praktischen Er­fahrungen zur Durchführung zu bringen. Eine Schule des Luftschiffbaues ist hier gleichsaiu entstanden nnd die Schüler, die hier auSgebildet werden, sind bereits Spezialfachleute geworden, von denen jeder Win Teil zu dem großen Werke beiträgt. Außer dem Luftschiff­bau „Zeppelin", der als G. m. b. H. dein Grafen Zeppelin seinerzeit alles zum Luftschiffbau Nötige ab­gekauft hat, sind noch eine große Anzahl anderer Ge­sellschaften und Werke tätig, die bei der Herstellung und Vervollkommnung unserer Luftschiffe wirksam Mit­arbeiten. Es seien nur die „Delag" erwähnt, wrner die Motorengefellschaft, eine Ballonhüllengefellschaft usw. Man erkennt schon aus diesen kurzen Angaben, daß das Werk des Grafen Zeppelin einen derartigen Umfang angenommen hat. daß eine einzige Persönlich- kcit nicht mehr allein auf allen Gebieten anregend und fördernd .wirken kann. Überall in allen Einzelwerken des grofitn Luftschiffbaues wird ständig eine Summe von Erfahrungen gesammelt, werden ständig an allen Einrichtungen Verbesserungen angebracht, und so er­gibt sich aus dem Arbeiten vieler Spezialkräfte ein Ge- snmtwerk von höchster Vollendung, das tat'ächlich in seinem Bestehen oder in seiner Fortentwicklung von Menschen nicht mehr abhängig genannt werden kann. Ebenso wie seinerfeit das Kruppsche Werk nickst mit dem Tode des Besitzers an Güte und Leistungsfähigkeit einbüßte, sondern ständig an Bedeutung und Tatkraft zunahm, so kann auch beute nicht mehr die Rede davon sein, daß mit dem Tode des Grafen Zeppelin unsere Luftschiffkreuze- in ihrer Entwicklung gehemmt oder gar bedroht wären. Untere Feinde werden zwar sicher­lich diesen unberechtigten Erwartungen Ausdruck geben, daß ein derartiges Wunderwerk der Feinmechanik, wie ein „Zeppelin" in feiner heutigen beherrschenden Form nur das Erzeugnis einer bis ins Höchsts gesteigerten Kunstfertigkeit rmd des Zusammenwirkens der der» schiedenartigstm und vollendetsten Technik sein kann.

vie ernste Lage in Gstasten.

Dr. Lugano, 12. März. (Eiy. Drahtbericht, zb.) Der

„Avanti" veröffentlicht einen eingehenden Brief, datiert Rauling, 20. Januar, in dem die Lage in Ostasien äs sehr ernst dargestrllt wird. Droheadr und schwere Wetterwolken ballen fich über dem Stillen Ozean z«. kommen, heißt es darin, denn der dem javanischen Volk ein- gcimpfte Haß gegen Amerika nehme immer drohendere Gestalt an. Der Berichterstatter führt dabei einen Artikel des bekannten javanischen Publizisten Hirano in der japa­nischen Monatsschrift „Nippon Hyoron" an, worin das u n. bedingte Recht Javans auf die Herrschaft in Ostasirn dargetan nnd der Krieg gegen Amerika alS unvermeidlich bezeichnet wird. Neulich sei zwar der Amerikaner Gary, der Präsident der United States und Steel Comp., auf einer Geschäftsreise in Japan gewesen, und habe die Idee des japanisch-amerikanischen Kriegs absurd genannt. Aber Gary täusche sich oder gebe sich den Anschein, nicht zu wißen, daß zwischen Japan und Amerika »»r dre Waffe« entscheide« könnte«.

Deutschland und Amerika.

Nerre angebliche „Enthüllungen" Wilsons.

Sr. Washington, 12. März. (Eig. Drchtbericht. zb.) Ter

Präsident gab heute seine Absicht kund, „Verschwö­rungen" zu enthüllen» die von Agenten der Deutschen in Amerika angczettelt worden seien. Man sei selbst vor Brandstiftungen und Mord (?) nicht zu­rückgeschreckt. Graf Bernstorff habe Gelder ver­teilt, (?) um Meuchelmörder zu bezahlen, aber die Regierung habe fast alles in Händen, was aus der deut­schen Botschaft herausging, und dementsprechend ihre Pläne gefaßt. Wilson und Lansing seien übereinstimmend der Meinung» daß die Stunde gekommen sei, wo die Staatsraison sie zwingen werde, durch amtliche »nd unzweifelhafte Dokumente (Nur zu! Schristl.) zu enthüllen, welchen G e f a h r r n die amerikanische Regierung ausgcsebt worden sei. Die Dokumente würden wahrscheinlich dem Senat zugehen, damit sie in das steno­graphische Protokoll ausgenommen würden.

Dir Maßnahmen sür die bewaffneten amerikanischen Handelsschiffe.

W.T.-B. New York, 12. März. (Druhtbericht. Reuter.) Der Berichterstatter der „Associated Pr--ß" meldet, daß nach der Ansicht des Staatsdepartements ein bewaffnetes amerikanisches Handelsschiff berechtigt sein würde, beim bloßen Erscheinen eines deuftchen U-Bootes oder eines Periskops alle Maßregeln zu seiner Verteidigung zu treffen, in der Annahme, daß das deutsche Unterseeboot feindliche Absichten habe. Nach dieser Ansicht könnte ein bewaffnetes amerikani­sches Handelsschiff auf ein deutsches U-Boot sofort feuern sobald es gesihtet würde. Diese Ansicht gründet sich auf die von Deutschland ver­kündete Absicht, auf Sicht in bestimmten Zonen _ alle Schiffe zu versenken, einerlei ob es neutrale oder solche der kriegMwenden Nationen, ob sic Passagierdampser, Frachtdampfer oder Beförderer von Bannwaren sind.

Neue amerikanische Berfuchsfchiffe?

(Drahtbericht unseres Kr.-SonderberichterstatterS.)

Kr. Genf, 12 März, (zb.) „Matin" meldet aus New Aork: Bisher wurden zwei P r i v a t s ch i f fe b-e w a f f w,e t. Das Datum der Abfahrt wird geheim gehalten. Wilson ent- ichied dahin, daß die Kanoniere an Bord der Handelsschiffe nicht unter den von aktiven Matrosen, sondern unter pen­sionierten gesucht werden dürften.

Ein deutscher Protest gegen die Übergriffe ans das deutsche Gesandtschaftsperfonal.

Sr. Christiania, 12. März (Eig. Drahtbericht. zb.) Nach der Heimkehr des Trafen Bernstorff wird die deutsche Regierung in Washington Protest einkegm gegen die Auslegung, die die Engländer dem freien Geleit für den Grasen Bernstorff gegeben baben, und ins­besondere deshalb, weil sie in Halifax mit Ausnahme des Botschafters selbst da? gesamte Diplomatenpersonal körper­lich durchsucht haben.

Amerika macht Front gegen die Schädigung seiner Schiffahrt durch die englischen. Ge- wallmastnahmen.

W. T.-B. New B»rk, 12. März. (Drahtberüht. Funksprnch vom Vertreter des Wolfffchen Bureau?.) Nach Depeschen aus Washington beschäftigt sich das Landesamt für Schiff- fährt mit den Maßregeln, die gegen die englische HandlungS- w«ffe ergriffen werden sollen, amerikanische Schiff« zu zwingen, englische Zufuhren zu beför. dern. Es wurde bekanntgegeben. daß die Erklärungen dev Präsidenten, nach denen es verboten ist, amerikanische Schiffe in fremde Register einzutragrn, ohne die Erlaubnis deS SchiffahrtSamts einzuholen, als ein Mittel benutzt werde, den englischen Maßregeln ein Ende zu setzen. D« Frage ist durch die fortgesetzte .Zurückhaltung des Schoner« Kathies Newman" aus New York akut geworden, d« fett mehreren Monaten in Liverpool festgehalten wird, da er die nötigen Rep>araturen nicht ausführen kan«, weil die Kapitäne nicht einwilligen, Kriegs­material zu befördern. Die amerikcntsrhen Reeder beschwerten sich bitter über die englischen Bemühungen, sie znr Kohlenfahrt zwischen England und Frank- reich zu zwingen, nnd über die Versuche, sie zu nÄigen, Munirion zu befördern. Sw stellen fest, daß die amerikani­schen Schiff«, denen in englischen Häfen die Kohlen ausgehen, gezwungen worden sind, einzuwilligen, Kohlen» ladungen nach Frankreich zu nehmen. Man erfährt auch, daß das Schiffahrtsämt die Absicht hat, sich mit der Kohlenversorgung amerikanischer Sck,.fffe im Stellen Ozean zu befaßen. Schiffe, die. von San Francisco nach Manila fuhren, wurden gezwungen, sich nach den von der englischen Admiraliät frst^- setzten Beschränkungen zu richten, weil sie auf engK schen Kohlenstationen in China Kohlen nehmen mußten, be­vor sie ihren Bestimmungsort erreichten. Man hat erfaho-«» daß der Vorsitzende d-S SchrffahrtSanttS WSlsisn