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iieilamea. Ganze, halbe, drittel uud oierlel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung, Lei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwilchenräumen entiprechender Nachlaß.

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Samstag, 10. März 1917.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 125. . 65. Jahrgang.

Der Heimgang des Grafen Zeppelin.

Der Kaiser an dir Gräfin Zeppelin.

W. T.-B. Berlin, 9. März. (Drahtbericht.) Der Kaiser richtete anläßlich des Ablebens des Grafen Zeppelin folgendes Beileidstelegramm an die Gräfin Zeppelin:

Berlin. Schloß Bellevue, 9. März.

Mit tiefer Betrübnis erfahre ich soeben das Ableben Ihres Gatten, des Generals der Kavallerie Grafen von Zeppelin. Wie ich persönlich das Hinscheiden dieses mit seltenen Gaben des Geistes und Herzens ausgezeichneten Mannes aufs schmerzlichste empfinde, so steht mit mir das ganze deutsche Volk trauernd an der Bahre eines der größten Söhne deö Vaterlandes. In zähem unermüdlichem Ringen um die Beherrschung der Luft durfte er Erfolge erleben, die seinen Namen weit über die Grenzen des Reiches auf dem ganzen Erdball unver­geßlich gemacht haben. Mitten in diesem gewaltigen Kriege abberufen, an dem er so tatkräftig und so erfolgreich Mit­wirken konnte, ist es ihm leider nicht mehr vergönnt, an dem Ende des Kampfes persönlich teilzunehmen Sein Werk wird aber von Armee und Marine in seinem Geiste fori geführt werden. Der Allmächtige tröste Sie und die Ihrigen in dem große» Schmerz um den Heimgegangenen, deffen Ruhm unver­gänglich ist. Sein Andenken wird mir stets hoch und teuer bleiben. Wilhelm I. R.

Der König von Bayern an die Gräfin Zeppelin und an den König von Württemberg.

V7. T.-B. München, 9. März. lTrahtbericht.) Anläßlich des Hinscheidens des Grafen Zeppelin richtete der K ö n: q an die Gräfin Zeppelin und an den König von Württemberg nachstehende Telegramme:

An die Gräfin v. Zeppelin, Stuttgart.

Die Trauerkunde des unerwarieten Hinscheidens Ihres von mir hochgeschätzten Gemahls den ich jüngst bei der Tagung des Deutschen Museums in vollster Frische zu sehe» die Freude hatte, betrübt mich aufs tiefite. Mit dem ganzen deutschen Volke trauere ich an der Bahre dieses seltenen Mannes, dessen geniale Erfindergabe und unbeugsame Zähigkeit den Luftweg für die Menschheit er­schlossen hat und in dem lenkbaren Luftschiff dem Deutschen Reiche eine wertvolle Waffe schmiedete. Von Herzen sprechen di? Königin und 'ch Ihnen, Frau Gräfin, und allen Ihren unter tiefempfundenes wärmstes Beileid aus.

Ludwig.

An Seine Majestät den König von Württemberg, Stuttgart.

Mit schmerzlichem Bedauern erfahre ich, daß Gras Zeppelin unerwartet aus dem Leben geschieden ist. Ich nehme innigen Anteil an Deiner und Deines Landes Trauer um diesen hervorragenden Mann, dessen Name der Geschichte Württembergs angehört und aus dessen mit vorbildlicher Energie geschaffenes Lebenswerk das ganze deutsche Volk mit Stelz und Bewunderung Mich.

Ludwig.

Der Reichskanzler an den Grafen Branden stein- Zeppelin.

W. T.-B. Berlin, 9. März. (Drahtbericht.) Der Reichs­kanzler sandte anläßlich des Ablebens des Grafen Zeppelin felgendes Beileidstelegramm an den Grafen v. Branden- steiu-Zeppelin hier:

Mit tiefster Bewegung erhielt ich die Trauerbotschaft von dem Heimgang des Grafen Zeppelin. Ihnen und Ihrer Familie bitte ich, mein tiefgefühltes Beileid für den per­sönlichen Verlust sagen zu dürfen, der Sie betroffen hat. Das ganze deutsche Volk vereint sich mit Ihnen ,n der Klage uin den alten Helden, in dem es einen der edelsten und größten Söhne Deutsch­lands verehrte. Ihm, dem es bestimmt war, den uralten Menschheitstraum von der Beherrschung der Lüfte zu ver­wirklichen. dem es vergönnt war, dem Vaterland in dem Kampf ums Daseni eine gewaltige Waffe darzubieten, die keineni unserer Feinde zur Verfügung steht, dem genialen Erfinder und streitbaren Kämpfer folgt ewrges Gedenken."

Der Nachruf des preußischen Kriegs- minifters.

W. T.-B. Berlin, 9. März, (Drahtbericht.) Der Kriegs- minffter widmet dem Grafen Zeppelin folgenden Nachruf:

Am 8. März verschied in Berlin Graf Zeppelin» Königl. WLrttembergischer General der Kavallerie, General

ä la suite des Königs, Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler, des Ordens Pour le mei-ite für Wissenschaft und Künste, des Eisernen Kreuzes 1. Klasse, im 79. Lebensjahre. Mit ihm wurde ein Mann in die Ewigkeit abgerufen, dem das Vaterland und das Heer Gewaltiges ver­danken, und von dessen bahnbrechender Schöpfung auf dem Gebiet der Luftschiffahrt sie in Zu­kunft noch Großes zu erwarten berechtigt schienen. Sein Name wird überall, wo die deutsche Zunge klingt, u n - sterblich sein.

Der Königl. preußische Kriegsministcr v. Stein.

Major Parseval über Sen toten Nationalheldcn.

Berlin, 9. März. (Eig. Drahtberichi.) In derVoss. Zj>g." hebt Major Ä. v. Pa r s e v a l außer der uner­schütterlichen Festigkeit die große Bescheiden­heit und unerhörte Kühnheit des Geschiedenen her­vor. Zeppelin war die Vereinigung eines lauteren, vorneh­men Charakters mit einem unverwüstlichen, oft phantastisch anmutenden Optimismus und einer ganz außerordentlichen Zähigkeit.

Der Zeppelinschrecken in England vor und während des Kriegs.

Deutschlands Helden sterben nicht."

Berlin, 9. März. (Eig. Drahtbericht.) DerB. L.-A." erinnert daran, daß schonJahrevordem Krieg durch die Straßen Londons eines Abends die Zeitungs­jungen ausge'chrien haben: England keine Insel

mehr! Ein Blatt zog mit dieser Zuspitzung die Folgerung ans den damaligen Flugersvlgen des Grafen. Nicht nur London, ganz En,stand hat reiche Gelegenheit bekommen, ach davon zu überzeugen, ob die vorgesehenen Abwehrmaß­nahmen gegen die Zeppelinschrecken wirksam waren, aber überallhin, wohin die deutschen Waffen seit Beginn be« Kriegs gedrungen waren, folgten ihnen die Zeppeline oder schwebten ihnen voran. Der seinem Vaterland diese Waffe schuf, hat erlebt, daß seines Geistes, mehr noch seines Willens Werk durch die Tat den Beweis seines Geistes erbrach:?. Ein von dem rein st en Erfolg Gekrönter durfte Zeppelin die alten scharfen Augen schließen.

Rudolf Herzog sagt imL.-A.": Deutschlands Helden sterben nicht.

Deutschland und Amerika.

Eine Versammlung der Kriegshetzer in New York.

30 Silberlinge für den Senator Stone als Judaslohn'

Br. Genf, 9. März. (Eia. Drahtbericht. zb.) In bxr New Yorker Carnegie Kall fand unter den: Vorsitz des Senators »E ff, des Führers . der ffriegspartsi im Senat, eine Versammlung statt, die beschloß, dem Sena­tor Stone 30 Silberlingc als Judaslohn für seinen Verrat zu überreichen. Als Eck die deutschfreundlrchen Senatoren angriff, erhob sich ein Köllen! i v m. Die Versammlung schrie: Lyncht sie! Lyncht sie!

Eine geharnischte Opposition Bryans.

Br. Haag, 9. Mörz. (Eig. Drahtbericht. zb.) Wilsons Erkrankung hat zur Folge, daß er mehrere Tage sich den staatlichen Angelegenheiten nicht widmen kann, was einen Aufschub der vörgenom- menen Bewaffnung der Handelsschiffe mit sich bringt, da die Meinungen über die Gesetzlichkeit dieser Bewaffnung noch immer weit auseinandergehen Während der Attorney General die Rechtsgültigkeit be­fürwortet, hat Bryan eine geharnischte Oppo­sition anqe^ang"n und öffentlich auf die G-.siabr ge­wiesen. daß, falls die Schiffe einmal bewaffnet wo^en sind, die Entscheid n n g über den K r i e g n n d Frieden nicht mehr in den Händen der Regie­rung liege, wndern in den des e r st e n b e st e n Kanoniers, der, ohne die Konsequenz seiner Tat zn erwägen, losfenert und damit den Casus belli schafft.

*

Keine bulgarische Note an Amerika.

Br. Zürich. 9. März. (Eig. Drahtbericht. zb.) Hiesig? Bulgoreukreife halten die Meldungen über das Eintreffen einer bulgarischen Note in Washington für einen Irrtum, ta Bulgarien keine Flotte habe und mau dem Unterseeboots­krieg ffrnstehe. Von einer Note Wilsons an Bulgarien ist ebenfalls nichts bekannt.

Der kubanische Nebrllenführer Gomez gefangen.

W. T.-B. New York, f*. März. (Meldung des Reu- terschen Bureaus.) Nach einem Bericht ans Havana haben die Reqierungstrnpven den Rebellenfiibrer und Exprästdenten G o m e z und seinen ganzen Stab g e- fangen genommen.

Die stark verschanzte Grenzhöhe Magqaror im 5turm genommen.

600 Mann mit 4 Offizieren gefangen genommen. Mehrere Maschinengewehre und Minenwcrrer erbeutet.

österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 9. März. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vorn 9. März, mittags: >

Östlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschallö v. Mackensen.

Keine besonderen Ereignisse.

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph.

Zwischen dem U z- und dein Z s o b a n y o s - Tale bemächtigten sich österreichisch-ungarische Regimenter, verstärkt durch deuffche Abteilungen, der stark ver­schanzten Grenzhöhe Magycrros im Sturm Der Feind ließ 4 Offiziere, 600 Mann, sowie mehrere Maschinengewehre und Minenwerfer in unterer Hand. Besonderes Lob gebührt dem Honoed.Jnfanterieregiment Nr. 10.

Östlich von Gysmes wurde ein russisches Block­haus zerstört.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Nichts zu melden.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer. Feldmarschalleutnant.

*

Dev deutsche Abendbericht vom 9. März.

W. T.-B. Berlin, 9. März, abends. (Amtlich Drahtbe­richt.) Bei wechselnder Sicht an vielen Stellen der West­front die Gefechtstätigkeit rege. Zahlreiche Luftkämpfo. Im Osten nichts Besonderes.

*

Ein Gespräch mit Freiherr» Conrad v- Hötzcndorff.

W. T.-B. Wien, 9. Marz. (Drahtbericht.) DieNeue Freie Presse" veröffentlicht ein Gespräch des Feldmarschaüs Conrad v. H ö tz e n d o r f f mit dem Vertreter derAsso­ciated Preß", Schreiner. Hützendorff erklärte: Die

Entente macht? zwei schwere Fehler: der erste Fehler war der Glaube, doß die Nationen, welche die öster­reichisch-ungarische Monarchie lilden, sich bei Ausbruch des Krieges voneinander los reißen würden, der zweite Fehler, doß die Entente das Friedensangebot der Mittelmächte nicht a n g e n c ni m e n hat, offenbar in denk Glauben, daß sie wirtschaftlich und militärisch vor dem Zu­sammenbruch stehen. Im Bei laufe des Gesprächs erklärte Hötzendorff. der U n t e r s e e b c o t s k r ie g sei ein völlig rechtmäßiges Mittel im Kampfe um die Existenz. Der Krieg wäre schon beendet, wenn der Ilnt-rseebootskrieg früher be­gonnen bäiie. Die Mittelmächte wollten ihn nicht anwenden, ebne es vorher den Feinden zu erniöglichen, zur Besinnung zu kommen. Diese Möglichkeit wiesen sie geringschätzig ab. Sie könnten niemand als sich selber Vorwürfe machen. Hötzendclff besprach sodann das tadellose Zusammen­wirken der österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen. Die Ausnützung der modernen Verkehrsmittcl ermöglichte jederzeit eine einvernehmliche Arbeit der General­stäbe der verbündeten Mittelmächte, welcher ein großer Teil des Erfolges zuzuschreiben sei. Hötzendorff lehnte es ab, auf militärische Erörterungen oder eine Erörterung der durch den Bruch zwischen Washington und Berlin geschaffenen Lage ernzug ehen. _ _

Die Vorgänge in der Mttwochjitzung der Abgeordnetenhäuser

müssen s e h r e r n st genommen werden. Herr v. Schorle- mer hat gewiß das gute Recht, sich gegen Angriffe zu wehren, aber wir können die Art, wie er es tut, nicht für empfehleriswert halten. Es dünkt uns wenig angemeffen, wenn der Land-wirtschaftZminister den Professor EItzbach er rügt, weil diesersich nicht entblödet hat, einen preußischen Minister anzugreifem". Mutz ihm die Ehrfurcht vor den Ministern den Mund versiegeln, wenn er etwas zu sagen und zu klagen, zu fordern und vorzuschlagen hat, was in dieser harten Zeit zum Nutzen de: Gesamtheit ist oder doch, nach ber Meinung des so ieltsam schroff gerüffelten Kritikers, sein soll? Hai die Kritik vor einem Ministersessel Halt zu machen? Verfügt der Minister, der neulich bemerkte, daß es einen Kodex ves Burgfriedens noch nicht gebe, etwa über einen Kodex, der den Ton sachlicher Aus-