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S-i-oN-r v-ll» griffin« von s Uöt morgrn« Oil 7 Ubr abrrtb*.

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Freitag, 9. März 1917.

Kbend-Kusgade.

Nr. 123. 65. Jahrgang.

Graf Seppelin +.

Die Überführung der Leiche des Grafen.

W.T.-B, Berlin, 9. März. (Drahtl erichl.) Die Trauer- seier für Graf Z-ppelin findet beute nachmittag 5 Uhr ii.l Westsanotorium statt. Danach wird die Leiche nach S t u t l - lgart übergrsiihrt, wo die Beisetzung im Erbbegräbnis de: gräflichen Familie auf dem Pragfriedhor erfolgt.

Vom Krankenlager.

(von unserer Berliner Abteilung.)

L. Berlin, 9. Mürz. (Eig. Drahtbericht, zb.) Zum Lode des Grasen Zeppelin, dem heute alle Blätter ein- schließlich desVurwärt-" spaltenlange Geüenkartilel .widmen, erfahren wir noch daß sich der Graf vor zwei Wochen in drs W e st - S a n a to r i u m begab und lich "vom Professor Bier eine Darninoeration vor- ^nehmen ließ. Der Graf war von seiner baldigen G e- n e s u ng überzeugt, so daß er rege Pläne begte. Er beschäftigte sich mit den Tagesvor.gingen und mit seinen Luftschiffen. Leider tmi dann eine Entzündung.der Ohrspeicheldrüsen hinzu, dl" zwar ebenfills üb-rwundcn wiird», ihn aber zu längerem Bettslegen verurteilte. Kaiser Wilhelin und der König von Württemberg zogen täglich Erkundi­gungen nach seinem B'finden ein. Auch ließ der Kaiser dem Grafen Pein senden. Am Mittwoch stieg die T"mperati'.r bedenklich und es begann die Krise Der '©rnf war bis fast zuletzt bei klarem Bewußt­sein, umgeb m von seiner Jrap und keinen Jamili-n- angebörigen. bi- er g-stern gegen VA2 Ubr sanft ent­schlief. Jetzt ist er in der Hanskav'll" des West- Sanatoriums inmitten eines Bliimenbüaels aufae- babrt. Ter g<-ei'? Kops rußt friedlich niit g e» glätteten Zügen fast lächelnd. Namens der Kaiserin legte "ine Hofdame einen Kranz nieder. Zahlreich" Telegramnie liefen ein. Die Kondokenzliste bedeckt- sich mit Untersch-'ften.

Gin Tetegrammweckrsel zwischen dem Kaiser und dem König von Württemberg.

W. T.-B. Stuttgart, 9. März. (Drabtbericht.) Aus An- >laß des Ablebens des Grafen Zeppelin bat der Kaiser fol­gendes Telegramm an den König gerichtet:

..Tiefbetrübt über das Ableben des Grafen Zeppelin spreche ich Dir als seinem König, dem der Entschlafene in tiefster Dankbarkeit und Treue ergeben war m^ne herzlich st e Teilnahme aus. In feinem langjährigen unermüdlichen Ringen um die Beherrschung der Lust hast Du ihm stets beigestanden und ihm geholfen, die Erfolge zu erringen, die den Ruhm seines Namens über die ganze Welt derbreiten. Tief danke ich Dir an der Bahre des Entschlafenen, dessen einfaches, offenes Wesen unberührt von äußerem Glanz st e t s vor­bildlich gewesen ist. Daß er das Endedes Kriegs, in dem er so Großes geleistet hat, nicht erlebte, ist ttef- bedauerlich. Sein Werk wird aber in seinem Geist fortgeführt werden. Wilhelm."

Darauf bat der König telegraphisch erwidert: .Die Wort« »er Teilnahme und gnädigen Aner­kennung, die Du aus Anlaß des Hinscheidens des Grafen Zeppelin an mich gerichtet hast, haben mich tief er­griffen. Ich bin stolz d> rauf, daß dieser Sohn des Schwabenlandes durch seine unentwegte Förderung der Beherrschung der Luft, durch sein zähes Festhalten an seiner Überzeugung an seinem Teil dazu beitragen durste, die Erfolge unserer herrlichen Heere vorzubereiten und damit sein LebenSwerk ge­kröntzusehen. Sr hat mir als Mensch und als Er­finder von Jagend an nahegestanden. und ich danke Dir von ganzem Herzen f:ir Deine Teilnahme, insbesondere auch für die Zusicherung, daß auf seiner Bahn fort­igeschritten werden soll. Wilhel m."

Der Nachruf der Luftstreitkräftr.

Deutschlands Graf Z-ppelm ist gestorben. Aus der Welt ist ein schöpferischer Geist mit ihm geschieden. Einen Glauben aus unserer Zeit hat er zum Leben ge­staltet. Bis zum letzten Tage hat er gewirkt für des Deutschen Reiches Lustmacht.

Das Werk ehift den unauslöschlichen Namen, nicht unser Wort!

Der kommandierende General derLiiftstreitkräfte.

Das Beileid des Königs von Württemberg.

W. T.-B. Stuttgart, 8. März. Sein« Majestät der König hat folgendes Beileidstelegramm an die Frau Gräfin vci

sejaudU Exzellenz Frau Gräfin v. Zeppelin,

Berlrn-Charlottenburg. Tief erschüttert durch die Trauerbcü- schatt, die ich eben erhalte, spreche ich Eurer Exzellenz meine innigste und wärmste Te'lnuhme aus. Niemand vermag die Schwere des Verlustes, de» Sie. die Ihrigen, ganz Württem­berg und das gesamte deutsche Vaterland erleiden, bester zu ermessen als ich, war es mir doch vergönn:, die große Lauf­bahn des Dahingeschiedenen vom ersten Anfang an mttzuer- leben und mit lebhaftem Interesse zu begleiten. Von der Zeit an. da der Verewigte mir nahestand. habe ich nie aufge­hört, ihm herzlichste Dankbarkeit und hohe Bewunderung ent- gcgenzubrinaen, und so wird sein Andenken auch nie in meinem Herzen erlöschen. Einer der großen Söhne Schwa­bens hat die Augen geschloffen Sein Name wird unsterblich weiter leben. J.i oieier-großen Zeit hat er die Krönung leines Lebenswerkes noch schauen dürfen. Dies möge Ihr Trost sein in Ihrem unermeßlichen Schmerz. Wilhelm."

Stuttgarts Beileidstelegramm zum Tode seines Ehrenbürgers.

W. T.-B. Stuttgart, 9. März. Anläßlich des Ab- lebens des Greifen Zepvelin telegraphiert? die Stad: Stuttgart an die Witwe Erzellenz Gräiin Zeppelin in Charlottenbur ze- Eurer Erzellenz gestatten wir uns, dic Gefühle -inmütiaer inniasicr Teilnahme der bür­gerlichen Kollegien Stuttgarts zu übermitteln. Mit den nächsten Angehöriaen. mit dem aanzen deutschen Volke trauert Stuttgarts Einwohnerschakt an der Bahr? ihres großen Ehrenbürgers, dem genialen Eroberer der Lüste des unermüdlichen Helfers in des Vaterlandes schwerster Sch'cksalstzunde. Die biirqerlich-n Kollegien bitten namens der Stadt Stuttgart für die bier statt­findende D.'isetzung in allen Teilen besorft sein und eine Ebrengrabstätte auf dem Wald-Friedbof anbieten zu dürfen. Ob-rbüraermeister Lautenschlagec. Der Bürgermeister: Obmann Dr. Wälz.

Der tiefe Eindruck in Wien.

W. T.-B. Wien, 8 März. Die Nachrichr vom Tode des Grafen Zeppelin bat erschütternden Eindruck gemacht. Die Abendblätter, soweit es ihnen noch mög­lich war. bringen L"t'ensntnrisse des Verstorbenen und beben hervor, daß Graf Zevpelin eine'' der aroßen Männer gewesen ist. denen es Deutschland verdankt, daß es diesen Krieg so siegreich bestehe DieWiener Abendpost" erinnert an den Bestich d"s Kraken Zeppelin am 9. Juni 1913 aus einem Luftschiff in Wien. G-af Zepvelin wurde damals auch vom Kaiser Franz Joseph empfangen, der dem erfolgreichen Erfinder das Ehren­kreuz für Kunst und Wissenschaft verlieh.

ver Tauchbootkrieg.

82900 V Tonnen im Februar!

Die Gesamt-Februar-Bcrluste an feindlichem und neutralrm Tonnengcbalt nach informierter Schätzung.

Kopenhagen, 4. März. Die. Gesamtverluste an fein-, lichem und neutralem Tonnengehalt vom 1. bis 15. Februar werden von informierter Seite auf 520 000 Tonnen, der wertere Verlust bis Ende Februar auf 300 000 Tonnen, so viel bisher bekannt, geschätzt. Solche Riesenziffern hatte man bei der bedeuter!den Verminderung der neutralen Schiffahrt und dem erst mit dem 8. Februar voll eröffneten Unterseebootskrieg nicht für möglich gehalten. Das Unterseeboot beherrscht hier alle Gespräche, mehr noch als Wttson. Kurl Frhr. v. Reden.

Neue Versenkungen.

W.T.-B. Rotterdam, 8. März. Dem ..Maasbode" zufolge geht hier das Gerücht, daß der holländische Dampfer Nstroom" (960 Tonnen) auf der Reise von Amsterdam nach London torpediert wurde. Dasselbe Blatt erfährt, daß der holländische DampferB e u k e l s d i j k" (6749 Tonnen«, oer sich mit 10 000 Tennen Regierungsgetreide nrf der Fahtt von New Dork nach Amsterdam befand, bei Halifax ge- strandet sei.

Dir erfolgreiche Fahrt eines U-Bootes.

Lob und^Anrrkrnnnng gefangener skandinavischer Seeleute von versenkten Schissen.

W.T.-B Kopenhagen, 8. März. Ter norwegische Voll- kchiffStörs kog" wurde ani 7. Februar an der irischen Küste auf der Reise von Südamerika nach Queens» town mit einer Maisladung versenkt. Die Besatzung wurde an Bors des llntcrsceboctes genommen, wo ste drei Wochen verblieb. Erst vor einigen Tagen wurde sie in Helgclond gelandet. Unter der Besatzung befanden sich auch ein Engländer und drei Russen, die in Deutschland als Kriegsgesangcne zurückgebalten werden. Der übrige Teil der Besatzung, fünf Dänen und zehn Norweger, trafen gestern dier ans Deutschland ein.Politiken" veröffentlicht heute einen Bericht über ihren Aufenthalt an Bord des Unter- seebootes Der Kommandant wird einstimmig als eine außer­ordentlich gewurucnde Persüirlichteit geschildert. Auch von

der übrigen Besetzung wurden die fremden Seeleute mit der' größten Liebenswürdigkeit behandelt. Man lebte w r?> Kameraden und teilte alles, was die Speisekammer övtr Vor der Versenkung desStorskcg" ivurden vier große Dampfer, darunter ein englischer Munitionsdampfer, ver­senkt. Während des Aufenthalts dec fremden Seeleute an Bord versenkte das Unterseeboot einen Weizendampfer von 6000 Tonnen, einen Kohlendampfer von 6000 Tonnen, einen anderen Danchfer von 3000 Tonnen und ein Segelschiff. D.rS Unterseeboot wurde oft von englischen Torpedo­jägern verfolgt. Bei einer anderen Gelegenheit wurde ein bewaffneter^ englischer Handelsdamvfer durch wohlgezielten Torvedoschriß zum Sinken gebracht, ehe auf dem Dampfer die Geschütze schrrßbereit gemacht werden konnten. Nachdem ver Trrpktctrrrat erschöpft war, wurde die Heimfahrt nach Helgoland anqetreten. Bon dort kehrten die skandinavischen Seeleute über Bremen zurück.

Ein norwegisches Schiff nngehalten.

W. T.-B. London, 8. MärZ.Daily Chronicle" veröffent­licht erne Unterredung mit dem Kapitän des norwegischen Schiffes , R u g n Der Kapitän erzählte, daß sein Schiff auf »ec Fahrt von Amerika nach Dänemark in stürmisches Wetter geriet und leck wurde. 200 Meilen vor der irischen Küste sichtete er ein deutsches Unterseeboot, das den DampferE a r e sr o n e" versenkte. DieRugna' wurde durchsucht. Der Kommandant des Unterseebootes sagte, daß er derRugna" nicht gestatten würde, einen briti­schen Hafen zur Repavatnr «nzulaufen. So ging die Be­satzung schließlich auf ein anderes Schiff. Vier Tage später wurde dieRugna" in sinkendem Zustand in den Lasen verbracht.

Ein ganz einsicl'ticres norweaisches Urteil über den Blorfadebrnch trotz der Warnung.

W. T.-B. Christiania, 7. März.Astenposten" schreibt zu der Torpedierung des norwegischen DampkeröGurre" u. a.: Obwohl die deutsche Regierung in der amtlichen Warnung vor der Gefahrenzone sagte, daß neutrale Schiff«, die trotzdem das Srwrrgebiet befahren, dies auf eigene Gefahr tun, fuhr ,.G u««" mi t.Kriegsbannware mitten durch di» Gefahrenzone nach England. Die norwegischen Reeder kann­ten also die Sachlage gut. Deshalb war es ein hohes G l ü ck s s p i e l, ein Schiff mit Kriegsbannware und Eng­land als Ziel in die Gef.chrenzone zu senden, da hierbei nicht nur Sachwerte, sondern auch das Leben norwegischer Seeleute den Einsatz gebildet hat. Die Gefahr, in diesem Glückssviel zu verlieren, sei groß, was sich im Falle der Gurre" als unheimlich richtig erwiesen habe. .'

Zwei neue amerikonisebe Blockadebrecher unterwegs.

W. T.-B. Bern, 8. März. Der PariserNew Aor! Herald" erfährt, zwei Dampfer der Globe-Lmie seien von Amerika nach Europa abgefahren.

Zur Haltung Hollands.

W. T.-B.Haaz. 8. März. (Meldung des Korrespondenz- Bureaus.) Minister Posthuna erklärte in der Zweite» Kammer in der Angelegenheit der Versenkung der sieben niedecländrschen Schiffe, die Sache seinochzuwenigauf- geklärt, als daß man sogen könnte, wen die Verantwor- turig dafür trejf.:.

Holländischer Frachldampfervrrkehr auf dem Pmunntt» kaaal.

W.T.-B. Amsterdam, 8. März. Die DcnnvffchiffahctS- gescll'chaften Neederland, Rotterdamscher Lloyd und Ocean teilen mit, daß sie ihre Frachtdampfer von Holland nach Niederländisch-Ostiiidien in Zukunft durch den Panama- Kanal fahren lassen.

Zum Ersatz dersrnkter Schiffe.'

W.T.-B. Amsterdam, 8. März. DasAlgerneen Haa, delsblad" meldet aus London, daß die Cunard-Linie m Amerika achtzehn neue Dampfer mit einem Jnhcüt von 7000 bis 12 000 Tonnen bestellt habe.

Ein großer russifcher Transportdampfer gesunken.

W. T.-B. Kopenhagen, 8. März. Die Blätter melden aus Christiania: Während des gestrigen Orkans an der Mur- manküste wurde ein grcßer russischer Transportdumpfer der in der Kala-Buch! verankert lag, mit voller Ladung auf das Meer Hinausgetrieben, wo er sank. Der Wert der Ladung belauft sich auf l0 Mrllü neu Rubel. Die Besatzung ist gerettet»

Schon wachsende Not in England?

W.T.-B. Rotterdam, 9. März. Nach Stufentngeit ler Mannschaft öes Ende Februar von London in Rotterdam anzekommenen englischen Dampfers e'-hielt oiese für das Bei ä'ren des Sperrgebiets eine wöchent­liche L o b n e r l, ö h u n g von zwei Pfund. Der Steuer­mann jenes Damvfers erhalte z B. zwölf Pfund die Woche. In England herrsche schon empfindliche Not. In den letzten Tagen sei di» tägliche Brob» ration auf zwei Un-en festgesetzt worden. KarHoI»' fein seien fast jas nicht wehr zu hat«».

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