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Sonntag» 25. Scbruar 1917.
Der Tauchboolkrieg.
Versenkung von 6 großen holländischen Dampfern» darunter 5 Getreideschiffen, Bei den Scillyinseln!
Br. Haag, 24. Febr. (Eig. Drahtbericht. zb.) Holländische Blätter melden: Bon den gestern aus England abgefahrenen holländischen Dampfern wurden die Dampfer „E e m l a n d" <377» Tonnen), ,G a a st e r l a n d" <3900 Tonnen), „Z a a n- d y d" (4189 Tonnen), „Noordy ck" <3241 Tonne»), „Banda eng" <5851 Tonnen) und „Jazatra" <5373 Tonnen) bei den Scillyinseln versenkt, über das Los der Besatzungen ist noch nichts bekannt. Wie verlautet, haben die „Zaandyck", „Noordyck" und „Jazatra" Getreide an Bord, „Bandoeng" Stückgüter ans Niederländlsch-nJndten, „Eemland" und „Gaasterland" befanden sich aus dem Weg nach Südamerika, um Getreide für die Regierung zu holen.
Mitteilungen des holländischen Ministeriums des Äußern.
Br. Rotterdam, 24. Febr. (Eig. Drahtbericht, zb.) Das -holländische Ministerium des Äußern erhielt von dem Gesandten in London die Bestätigung der Meldung, wonach 6 holländische Schiffe in der Nabe der Scillyinseln torpediert wurden. Die Versenkung fand am 22. Februar, nachmittags 5 Uhr, statt. Der Minister erkundigte sich sofort nach dem Sch'.ck'al der Besatzungen. Die Holland-Amerikalinie erhielt die Meldung, daß die Mannschaften der „Noordyck" und „Zaandyck" gerettet und aus den Scillyinseln gelandet wurden. Der Dampfer „Menado", oer am gleichen Tage aus Falmouth abgefahren war, entkam der Gefahr, da das Schiff wegen Havarie zurückkehren mutzte. Einer anderen Meldung zufolge wurden von den Besatzungen der 8 Schiffe 200 Personen von dem „K e n s a m" gerettet.
Eine amtliche deutsche Erklärung.
W. T.-B. Berlin, 24. Febr. (Amtlich. Drahlberichi.) Nach Telegrammen, die aus Holland hier eingegangen sind, sind am 22. Februar, 5 Uhr nachmittags, mehrere holländische Schiffe, die mit deutschem Einverständnis aus Falmouth und Dartmouch in westlicher Richtung das Sperrgebiet verlasien wollten, vernichtet worden.
Von amtlicher Stelle erfahren wir hierzu, daß nach der Sperrgebietserkläruny holländische Reedereien darunt gebeten haben, 33 in Falmouth und Darttnouty liegende Dampfer, von denen 20 mit Getreide und Futtermitteln für die holländische Regierung beladen waren, noch nach Ablauf der.auf den 15. Februar festgesetzten Auslaufsrcist aus dem Sperrgebiet herausbringen zu dürfen. Deutscherseits wurde, um der holländischen Regierung die 20 Ladungen von Getreide zukommen zu lassen, ausnahmsweise das Einverständnis gegeben, aber die Bedingung voran geknüpft, daß das Auslaufen nicht später als Mitternacht vom 10. zum 11. Februar geschehen dürfe. Auf diese Meise konnten die Schiffe in der allen U-Booten bekannten Schon fräst, die in der Nacht vom 12. zum 13. Februar ablief das Sperrgebiet in vcller Sicherheit verlasien. Die holländischen Reedereien nahmen mit Dank an, waren aber aus unbekannten Gründen avtzerstande, ihre Schiffe rechtzeitig aus England herouszubrir.gen. Sie erneuerten ihre Brite unr Gewährung einer Aussahrtsmöglichkeit zu einem spateren Termin. Darauf ist ihnen mitgeteilt worden, ihre Schisse könr ten ercktreder in voller Sicherheit am 17. März oder rn relativer Sicherheit am 22. Februar auf einem bestimmten Weqe Dartmcutb und Falmouth verlasien. Von diesem Angebot haben 18 Schiffe am 22. Februar Gebrauch gemacht, um den Weg in bestimmter Fahrt zusammen zuruckzulegen. -^iese Nachricht traf am 16. Februar in Berlin ein. Den Reedern dieser 18 Schiffe wurde darauf nochmals ausdrücklich mitgeteilt, daß für den 22. Februar keine unbedingte Sicherheit gewährleistet werden könne, da es ungewiß sei, cb alle in dem zu passierenden Gebiet arbeitenden Unterseebi ote den funkevtelegraphischen Befehl erhalten würden Dabei wurde auch betont, daß gegen Minengefahr antzerholb der angegebenen Kvrslinie überhaupt keine Ge währ übernommen werden könne.
Ein großer französischer Pvstdampfer torpediert!
Köln, 24. Febr. Die „Köln. Ztg." meldet aus Amsterdam: Der französische Marlncmrmster gibt dre
Versenkung des französischen Postdampfers „Athos' (12 000 Tonnen) bekannt. Er wurde im Mittelmeer torpediert. An Bord besaüden sich s e n e c, a l r s ch e Schützen, die nach Frankreich gebracht werden sollten.
Versenkt!
(Drahtbericht unseres Ö.-Sonderberiöbterstatters.s
U Rotterdam, 24. Febr. (Cig. Drahtbericht. ;b.) Der „Neue Rcttcrdamsche Courant" meldet: Der holländische Dampfer „Ambon" wur^e au) der .Heimreise torpediert oder ist auf eine Mine gestoßen. 'SS wird versucht, das Schiss nach Plymouth zu schleppen.
IDrahtbericht unseres ^.-Sonderberichterstatters.)
U Rotterdam, 24. Febr. (Eig. Drahtbericht. zb.) Der „Neue Rotterdamich« Courant" erhielt ein« prwate Meldung, derzufolge die
Niorgen-klusyabe
norwegische Bark „Falls of Aston" (2539 Tonnen) mit einer Lcinsaatladung im Kanal versenkt wurde. Die Ladung ist in Rrtterbanl versichert.
W. T.-B. Berlin, 24. Febr. (Erg. Drahtbericht.) Die Ber- senkt-ng des schwedischen Dampfers „Ella", über welche am 16. Februar berichlet wurde, ist, wie die Untersuchung ergeben hat, zu Unrecht erfolgt. Cs ist anzunehmen, daß die Eigentümer von Schiff und Ladung für ihren SSemtjt schadlos gehalten werden.
Der verschärfte Tauchbootkrieg — ein schwerer Schlag für Sie Armee Sarrails.
W. T.-B. Sofia, 24. Febr. (Drahtbericht.) Die offiziöse „Echo de Bulgare" schreibt: Durch den Tauchboot krreg tritt der abenteuerliche Charakter der Salonikis r Ententeexpedition deutlich hervor. Nach allen bisherigen Mißerfolgen Sarrails wird die Lage seiner Truppen um so ungünstiger, als sie aus dem ausgesogenen Mazedonien keine Lebensmittel beziehen können, also bloß auf den Seeweg angewiesen sind, der jetzt abgefperrt ist. Anstatt einen Machtfaktcr zu bilden, wird die Armee Sarrails für die Regierungen der Entente zu einer Quelle neuer Verleg enb eit. Zu einer ernsten Aktion unfähig, wird dic Aru ee Sarrails, wenn es den Tauchbooten gelingt, sie von ihrer Bosis gänzlich abzvschneiden, dem sicheren Untergang geweiht sein. Die neue Bewegung der Entente- diplomotie in Athen scheint bereits Bangigkeit zu verraten, die sich Briand, dem berühmten Urheber der Balkanexpe- dit'cn, llemächligt hat. Jedenfalls hat der Tauchbootkricg Sarrails Armee einen schweren Schlag versetzt, indem er die von der Entente ersehnte Einheit der Fronten zerstörte.
Die schwedische Kammer zum ungehemmten Tauchbootkrieg.
W. T.-B. Stockholm, 24. Febr. (Drahtbericht.)
,Svens Telegram Byran": In der Zweiten
ammer des Reichstags interpellierte Baron Ädelswaer (lib.) übest Tätigkeit der Kriegsversiche- rungskommission nach der Er Weiterung des deutschen U-Bootskrieges, da die Kommission vom 10. Februar die Versicherung von Schiffen mit nach Frankreich bestimmter Ladung verweigere. Der. Staats minist er erklärte, daß dre Kommission erst eine abwartende Haltung einnahm, bis es möglich war, die Größe des Risikos zu berechnen, zumal die Kommission kein Recht hatte, ohne die Ermächtigung desReichstags die Prämien zu erhöhen. DieKommission bewilligte trotzdem eine große Zahl nach dem 6. Februar einqereichter Versicherungsgesuche, besonders auf die Einfuhr von Waren von vitaler Bedeutung für das Land wie Lebensmittel und Steinkohle. Man tat alles Mögliche, um die Versicherung auch für die Fahrt durch die Gesahrzone zu bewilligen. Es sei klar, daß die Regierung nur auf die Interessen Schwedens und der schwedischen Seeleute Rücksicht nebme. Die ein- setzende Krittk der Außenpolitik der Regierung wurde vonr dem Minister mit der Erklärung beantwortet, daß Schwedens Absichten und Neutralität viel mehr.im eigenen Lande, als im Ausland angegriffen würden.
Der Rekord des Zynismus.
Schwedische Entrüstung über den neuen englischen Koperkrieg.
(Drahtbericht unseres ^.-Sonderberichterstatters.)
8. Stockholm, 24. Febr. (zb.) Für die Entrüstung in Schweden über die neuen englischen B e st immun g e n über den Krperkrieg ist ein Kommentar der „Nya Dagligdt Allehanda" bezeichnend. Es heißt in dem Blatt: England schlug den Rekord des Zynismus, indem es alle Weltmeere als Kriegszone erklärte. England wolle alle neutralen Fahrzeuge nach eigenem Gutdünken behandeln. Die Qeresundsähren sind zwar von der Visitationspflicht frei, aber die Dampferfähre Saßnitz-Trölleborg solle den englischen und rufsiichen Kriegsschiffen preisgegeben werten, ebenso die Verbindung Holland-Jütland. Daß die Reu. tr-llen zu Ententediensten gezwungen werden sollen, eröffnet die iDÜftefte Perspektive.
Die englische Reichskonferenz.
Br. Rotterdam, 24. Febr. (Eig. Drahtbericht. zb.) Aus Lon- dm, wird geimldet: Der politische Mitarbeiter der „Pall Mall
Gazette" erfährt, daß die erste Sitzung der britischen R-ichLloiiferenz n Tagen stattstuden wird. Der Vertreter der Kapkolome, Smuts, wird inuerhaw dieser Frist m London eintreffen. Der australische Vertreter wird vermuilich vor Ende März nicht an "en Beratungen teilnehmeii können.
Völlige Sperrung des russischen Telegraphenverkehrs.
. (Drahtbericht unseres L.-Sonderberichterstatters.)
<r. Stockholm, 24. Febr. (Eig. Drahtbericht. zb.) Das schwedische Telegraphenburcau teilt mit: Seit 20. Februar seien keinerlei Telegramme von Petersburg eingetroffen, nicht einmal die offiziellen Kriegsberichte. Das Telegraphenamt erteilte aus eine Anfrage die Auskunft, der Grund sei nickt in der Unterbrechung der Drabtleitung, sondern in der Tatsache zu suchen, daß alle Telegramme und sogar Nachrichten der amtlicken Telegraphen agentur in Rußland zuruckgehalten würden. Uber dir Gründe verlautet von amtlicher Seite nichts.
Nr. 102. . 65. Jahrgang.
Schwere Unruhen im Hasen von Piräus.
(Drahtbericht unseres Kr.-Sonderberichterstatters.)
Kr. G-us. 24. Febr. (Eig Drahtbericht. zb.) Alle ^Pariser Blätter zeigen r,ne Zensurlücke an Stelle eines Berichts über K u n o - gedungen in, Hafen des Piräus gegen die Ent ent c- blockade. Der Mailänder „Corriere della Sera" meldet hierüber.
Cs sind schwere Unruhen vorgekommm, indes blieb sie Regierung Siegerin. Sie ließ die Rädelsführer verhaften, damit die Entente keinen Borwand zur Besetzung Athens fände.
Deutschland und Amerika.
Dir Mobilisiernngsvollmncht für Wilson von der Senatskommission abgelehnt.
(Drahtbericht unseres I7.-Sonderberlchterstattrrs.)
17. Rotterdam, 24. Febr. (zb.) , Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet, daß die „Central News" aus Washington berichten: Die .luridnme
Senatskommission lehnte die Gesetzesvorlage ab, dre den Präsidenten?rmächtigen sollte, dre Land- und Seestreitkräffe zur Verteidigung der amerikanischen Neutralität anznwenden. Die Kommission sprach die Ansicht aus, die verfassungsmäßige Befugnis des Präsidenten sei ausreichend, um die Nation zu schützen.
Keine Entspannung der Lage zwischen den
Vereinigten Staaten und Deutschland.
(Drahtbericht unseres 17 .-Sonderberick>teritarters.)
TJ Rotterdam, 24. Febr. (Eig. Drahtbericht. zb.) Englische Blätter erfahren aus New York: Das Staatsdepartement erliüne amtlich gegenüber dem Gerücht, daß eine Entspannung emgeiretcn sei, das Terhälmis zu Deutschland könne sich nicht bessern, solange der U - B op t k r i e g in Kraft bleibe.
Die Regierung in Washington beugt sich der neuen englischen Kaperkriegsorder.
Br. Haag. 24 Febr. (Eig. Drahtbericht. zb.) Einer Reutermeldung aus Washington zufolge gibt das Auswärtige Amt den Empfang der neuen englischen Kabinettsorder bekannt und teilt gleichzeitig mit, daß sie keine Grundlage für einen offiziellen Protest seitens der amerikanischen Regierung bilden werde. (!) Damit verläßt Amerika seine bisherige Hal- tung in der Durchsuchungsfrage. Es hatte früher darauf bestanden, daß das Recht der Untersuchung neutraler Schilfe auf hoher See durch Krieg- führende keineswegs das Recht einschließt, das dre englische Übung beansprilcht. nämlich die Schiffe in Hafen der Kriegführenden zur Untersuchung auszubringen.
Der amerikanische Gottversuch,ings- Dampfer.
(Drahtbericht unseres Lr.-SonderberichterstatterS.)
Kr. Genf, 24. Febr. (zb.) „Petit Parisien" meldet ans Washington: Der amerikanische Passagierdampfer „Röchester" sei am 10. Februar aus New chork ab- gefahren und berühre Sonntag die See 1 Perre. Es sei indes ungewiß, ob sich Amerikaner auf dem Sastsf befänden, wenn auch die Schifisliste einige Amerikaner verzeichne. __
Bruch der Vereinigten Staaten mit der Türkei.
(Drahtbericht unseres Lr.-SonderberichterstatterS.)
Kr Genf, 24. Febr. (zb.) Der „Matin" erfährt: Die türkische Regierung erklärte sich hinsichtlich der Seesperre solidarisch mit Deutschland, weshalb die Regierung der Vereinigten Staaten den Abbruch der diplomatuchen Beziehungen anbefahl. ..
Absagen an Wilson von Pcr,,en und Siam.
(Drahtbericht unseres L.-Sonderberichterstatters.)
8. Stockholm, 24. Febr. (zb.) Die persische Regierung gibt offiziell bäannt: Der Gesandte
der Vereinigten Staaten überreichte dem persischen Premierminister eine Aufforderung des Präsidenten Wilson, den Maßnahmen der Vereinigten Staaten gegen Deutschland zu folgen und die diplomatischen Beziehungen mit den Ländern abzubrechen, welche die neutralen Mächte provozierten. Der Ge- sandte fügte hinzu, daß Persien, wenn es der Wilson- schen Friedensinitiative folge, sich auch dessen eajnt:, dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Deutschland, anschließen müsse. Die, persische Regierung antwortete, sie müsse nach allen Richtungen hin die amerikanische Anregung prüfen, t da P e rsren wünsche, bis zum Ende des Krieges strenge Neutralität zu w ah rerm Trotz zahlreicher Kränkungen durch krieaführende Machte wolle Persien den kriegerischen Verwicklungen sernbleiben. Aus dreien Gründen hat der Gesandte der Vereinigten Staaten, obwohl bereits m-hrere Tage seit Überreichung der Note vergangen seien, kerne weitere Antwort erhalten. Der Berichterstatter der Telegraphen-
