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Nr. 87. GamStag, IV. Februar 1917.

hing eine ton einem Jnfanterie-Sanitälstinmister abgetreimtr Scheibe, die aus weißem Grunde da; rote Kreuz zeimc. I » d e n U ii i e r st a n d, aus dem heraus keinerlei Widerstand geletste: wurde, wurden etwa sechs Handgranaten gewvrseu, und es wurde uni Gewehr und Pistole h in e i n g e s ch o s s e u. Durch eine Handgranate wurde der Hilsskrankentrager K. schwer der- wunder und soll nach Aussage des Sanitätsgesrenen spater gestorben sein. Stach der Explosion der Handgranaten amq ich sofort hinaus und teilte dem draußen stehenden englischen Offizier mit, daß der Unterstand e,n Sanitätsunterstand sei. Meine Bitte, ve, den Verwundeten bleiben und weiter arbeiten zu dürfen, wurde ebenso schloss abgeschlagen wie die Bitte, die im Unterstand befind- lichen Verwundeten und Krankenträger mitnchmen zn dürfen, -ver meinem Abtransport wurde ich, obwohl ich durch die Rote-Kreuz- Binde als Arzt kenntlich war, wiederholt beschimpft und mit Erschießen und Erstechen bedroht. Ein erhöht stehender englischer Soldat riß mir von hinten das rechte Awletstucr aus dem Stoff heraus. Als ich mich nach ihm umdrehte, riß ein zweiter englischer Soldat mir das andere Achselstück auch iwch herunter Einige Schritte weiter wurden mir unter Be,chimp)uu8 und Bedrohung Uhr und Geldbeutel von emem «"ldatrn aus der Tasche herausgeholt. Aus dem Verbandplatz nordöstlich von Carnoy wurden mir von einem englischen woldaEn Brieftasche mit Geldinhalt abgenomnren. Als i-y dagegen bei einem englischen Offizier unter Vorzeigung meines Neutralitätsabzeichens Einspruch erhob, wurde mir der Bescheid, baß ich die Sachen abgeben müsse, aber später zuruckerhalten ,olle

Meine später aus dem englischen Gefangenenlager durch den Kommandanten an das englische Kriegsmimster,um gerichteten Ge- -uche, mir die geraubten Sachen, zuruckzuerstatten oder M ersetze« hatten keinen Erfolg. Aus das er,te Ge,uch kam der B-schew, daß ich die Sachen vielleicht wiederbekommen würde. D.e beiden

folgenden Gesuche blieben unbeantwortet. _

0 Ans dem Verbandplatz bei Carnoy habe ich gesehen. wie unsere Berwundeten der Wertsachen, wie Uhren, Ringe,. Geldi e, raubt wurden. Auf demselben Platze -iß ein englischer SE einem Schwerverwundeten wiederholt an der Uhrkette svdaßdteser aufstöhnte Um den Berwundeten von seinen schmerzen zu befreien, löste ich Ubr und Kette und warf sie dem Engländer hin

Dies sind meine eigenen Wahrnehmungen. Nach Aussage des Sanitätsgefreiten H. wurde m den eingangs erwähnten Saniiatsunterstand nach meinem Abtransport noch wiederholt hmein

^Die"L e u t n ° n t s 8.. K. und M. der 2 die glei^

«itig mit mir gefangen genommen wurden, haben den größten bet Übergriffe aus dem Verbandplatz mitangesehen.

Deutsches Reich.

Eine eindringliche Mahnung Des Reichskanzlers an die Landwirte.

Die Lebensmittelbestandserhebungen.

Der -Reichskanzler hat an alle Bundes- pm oterannen nachstehendes Schreiben gerichtet:

Aus Anlaß der am 15. Februar stottfindenden Erhebung der Bestände von gedroschenem und ungedroschenem Getreide und der für den 1. März angeordneten Aufnahme der Bich- bestände und der Kartoffelvorräte gestatte ich mit, auf dre große Bedeutung hinzuweisen, die eine Aufklärung aller landwirtschaftlichen Kreise über die Tragweite dieser Maß­nahmen besitzt. Diese Bestandsaufnahmen stellen erneute Anforderungen an die Zeit und Arbeitskraft der Landwirte und der zum größten Teil mit Amtsgeschäften wie mit eigenen landwirtschaftlichen Arbeiten überlasteten ländlichen Ortsbehörden. Äußerste Sorgfalt und Gewissen- Hastigkeit aller Beteiligten bei ihrer Durchführung ist aber vaterländische Pflicht. Es gilt die Versorgung unseres Heeres und der zum großen Teil mrt Arbeiten für die Rüstung des Heeres beschäftigten städtischen Bevölkerung zu sichern. Ihre Arbe?°'-'ft muß durch richtige Einteilung und geregelte Zuführung der notwendigen Lebensmittel weiter erhalten werden, damit unsere tapferen Truppen mit allem verseben werden, was zum Siege nötig ist. Vorbe- dingnng für das Gelingen des Werkes der Sicherung unserer Voltberr.ährung ist eine möglichst genaue und zu- treffende Übersicht über alle jetzt vorhandenen Vor­räte Millionen von landwirtschaftlichen Betrieben müssen an der Ablieferung des Notwendigen Mitwirken. Auf jeden einzelnen Betrieb, mag er noch so klein sein, kommt es an. Die deutschen Lank wirte und Lcmdwirtsfrauen werden auch in diesem Falle ihre Pflicht gegen das Vaterland erfüllen. Sie werden sorgen, daß ihre Bestände so genau als möglich ausgenommen werden, daß sodann die obliegenden Abliefe­rungen voll und rechtzeitig geschehen und daß auch dre Be­stellung zur neuen Ernte trotz aller Schwierigkeiten so gut und sorgsam wie irgend möglich erfolgt. Kein Soldat, kein Rüstmigsarheiter. keine Kriegecfamilie darf Mangel leiden durch das Versäumnis des LandmanneS. Er hat die hohe und heilige Pflicht, dem deutschen Volke sein tägliches Brot zu liefern und es dadurch unüberwindlich zu machen gegenüber dem AuShungerungSplan nuferer Feinde, der sich jetzt cm ihnen selber rächt.

Oberbürgermeister Wcrmntch zur Beseitigung der Arreststrafe für Beamte.

\V. T.-B. Berlin, 15. gebt, (ab.) Im „18. T." tritt ber Oberbürgermeister von Berlin Wermuth warm dafür ein, daß die Regierung der jetzt von beiden Häusern des Land- tags angenommenen Beseitigung der Arreststrafe für Beamte bald zusttmme. Die Verwaltung der Reichs- Hauptstadt habe seit Jahren diese Arreststrafe nicht mehr an- gewaibt. Die Unterbeamtenschast habe ihre Pflichten im Felde glänzend erfüllt. Dieser Stein des Anstoßes müsse be­seitigt werden. _

» Auszahlung einbehaltener Geldbeträge an deutsche Ge­fangene in Frankreich. Amtlich wird mitgeteilt: Von den Geldsendungen cm Kriegsgefangene und Zivilinternierte in Frankreich wurden bis zum 1. Dezember 1916 von der fran­zösischen Regierung 20 Prozent einbehalten. Von diesem Tage an werden die Geldsendungen überall wieder zum Postkurse voll ausbezahlt. Die eingehaltenen Beträge werden den Empfängern, wie die französische Regierung amt- lich mitgeteilt hat. nachträglich vergütet.

* Die Kommission zur Prüfung von Beriräge« über «riegsliese- rtntgen trat am 13. Februar unter dem Versitz des Untersiaats- stkretärs Dr. Richter in Vertretung des dienstlich verhinderten Stell- vertrelers des Reichskanzlers, Staatsminister Dr. Helfferich, wieder- um zu einer Sitzung zusammen. Gestern fand eine Besichtigung der Betriebe der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschast (Brunnenstraße) durch die Somwission statt, die heute ihre Berhanvlungen weiter jortst-tzt.

Heer und Slotte.

Personal - Beräudervnge». Bachmann (Et. Wendel), R ü B I c n (Wiesbaden), Franke (1 Frankfurt a. M.), Offiz.-Asp., etzt im 1. Bat. des Fußart.-Regts. Nr. 3, zu Leuts, der Res. der fußart befördert. * Fr ick (Wiesbaden), * Rigmann (Wies­baden). Offiz.-Asp., zu Leuts, der Res. der Fußart. befördert. * kröller (Limburg a. L.), Weiß, Otto (Mannheim), Merfter, selbst (Oberlcchnstein). Stähl-r (1 Srankjurt «. SRJ, Neu-

_ Meskakeurr Tagklatt.

haus , Emil (Siegen!, Weckerling (Wiesbaden), G a r l (Höchst!, Muth (Friedberg), Bizefeldw. im Füs.-Regt. Nr. 80, zu Lchrts. der Res. des betr. Regts. befördert. * Petmecky, Bizewachim. (Wies­baden), ini Feldart.-Regt. Nr. 33, zum Leut, der Landw.-ykeldart. 1. Aufgeb. befördert. * Bertges (Höchst), Bizewachim., zum Lrui. der Res. befördert. * Crede, Fähnr. im Fußart.-Regt. Nr. o, zum Leut., vorläufig ohne Patent, beiorderi. * Setzer (Wetzlar), S o m m e r (Obcrlahnstein), Bizescldw. im Jns.-Rear. Rr. 87, zn Leuts, des detr. Regts. vesöröert. * Goedecke (l München), von Bleichröder (5 Berlin), K a l t e y e r (Limburg a. L.), Dt II- manns (Solingen), Bizewachim. im Drag.-Regt. Nr. 6, zu Leuts, des betr. Regts. befördert.

Bus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten,

ftus dem Stadtparlament.

Im Mittelpunkt der gestrigen Sitzung der Stadtver­ordneten standen die Mitteilungen des Herrn Oberbürgermeisters über di« Kohlen Ver­sorgung. In groß angelegter Rede schilderte der Ober­bürgermeister die Entstehung der Kohlennot sowie die.Mast ncchmen, die zu ihrer Bekämpfung ergriffen worden find und die noch getroffen werden müssen, falls der jetzige Zustand noch längere Zeit dauert. Ans seinen Ausführungen ging hervor, daß die Situation ungewöhnlich ernst war und lioch ernst ist, nicht nur für Wiesbaden, sondern für alle Städte. Stadtverwaltung und privater Knhlerchandel haben nicht ver­sagt; die Ursache der Kohlennot ist nicht Mangel an Kohlen, sondern Mangel cm BeförderungSgelegenheit. Herr Geherm- rat Glöffing, der mit Herrn Stadtrat Schulte und einem Fachmann das Kohlensyndikat in Esten ausgesucht hat, wurde dort die bestimmt« Zusicherung, daß alles geschehe, was mög­lich sei, um Wiesbaden entgegenzukommen. Auch Herr Bür­germeister Travers, der sich persönlich bei der Kohlenaus­gleichstelle in Berlin um ein Eingreifen zugunsten der Be­lieferung Wiesbadens mit Kohlen bemühte, hat dort Ent­gegenkommen gefunden. Der Oberbürgermeister glaubte ver­sichern zu können, daß wir in vierzehn Tagen über das Schlimmste hinaus seien und halbwegs erträgliche Zu­stände haben werden. Seine Mitteilungen, die wir ihrer Wichtigkeit wegen in einer der nächsten Nummern ausführlich bringen werden, fanden lebhaften Beifall. Die Versamm­lung nahm folgende Resolution an:

Die Stadtverordneten-Versammlung hat mit lebhafter Genugtuung den Bericht des Herrn Oberbürgermeisters iiber di« vom Magistrat vor und nach dem Entstehen der Äohlennot und zu deren Verhütung ergriffenen Maßnah­men Kenntnis genommen. Sie spricht ihm ihren Dank für die Fürsorge aus und sichert ihm auch, in der Zukunft ihr volles Vertrauen zu.

Herr Stadtv. v. Eck brachte die Sprache auf die W i e d e r- eröffuung der Vorstellungen des Hof­theaters, dem, wie es vorgestern mitgeteilt hat, zu diesem Zweck Kohlen von privater Seite zur Verfügung gestellt Wor­den sind. Er bewnte besonders, daß es den denkbar ungün­stigsten Eindruck macben wüste, wenn bei einer so ernsten Notlage die Beschlagnahm« von Kohlen vor der Hofbühnc Halt mache. Das gehe über das Verständnis der ganzen Bür­gerschaft. Daran ändere auch die Taffache nicht?, daß die beiden ersten Vorstellungen Volksvorstellungen seien. Es han­dele sich um 100 Zentner Kohlen pro Tag, die weiß Gott besser verwendet werden könnten als zur Möglichmachung von zwei Theaterstücken. Die Heroen Bauer und Schröder schloffen sich den mit Bestall aufgenommenen Ausführungen des Red- ners an, der empfahl, mit Herrn Intendant v. Mutzenbecher wegen der Freigabe der Kohlen in Verbindung zu treten. Nachdem sich noch die Herren Oberbürgermeister und der stell­vertretende Borfitzende und Leider der Versammlung Herr Justizrat Siebert zu der Sache geäußert hatten, wurde auf Vorschlag des letzteren die folgende Resolution einsttm- mig angenommen:

Die Stadtverordneten-Versammlung ersucht den Herrn Oberbürgermeister, den Herrn Intendanten der Königl. Schauspiele zu Wiesbaden zu bitten, angesichts der be­stehenden KoAennot den Betrieb des Königl. Theaters bis zu deren Behebung einzustellen und die dadurch freiwerden­den Kohlen der Stadt zu überlasten.

Für die Förderung des Kleingartenbaus wurden auf Antrag des Finanzausschuffes, für den Herr Stadtv. Dr. Dreher berichtete, 2000 M. bewilligt. Der Finanzausschuß betonte in seinem Bericht die Notwendigkeit, daß der Bürgerschaft bekannt gegeben wird, wann und wo der vom „Gartenbauverein" beauftragte Fachmann von den Gartenbesitzern um Rat geftagt werden kam,. Herr Stadtv. Becker teilte mit, daß der „Gartenbauverein" eine Be­ratungsstelle fiir den Kleingemüsebau und Klein­gartenbau bei der städtischen Gartenverwaltung Friedrich­strotz« 5 eingerichtet habe.

Herr Stadtv. Glaeser trug den Berühr des Finanz- auSschufles über den Antrag auf Bewilligung eines Beitrags ton 500 M. für den Kolonialkriegerdank in Berlin vor. Der Ausschuß empfahl die Annahme des Antrags, waS geschah.

Die seitherigen Mitglieder der kaufmännischen Fortbildungsschule Glücklich und Hofmann wurde»! wiedewewählt, der Pensionierung zweier städtischer Beamter zugsstimmt und das Witwengeld für die Witwen zweier ver­storbenen Beamten in der üblichen Weise festgesetzt.

Vor Eintritt in die Tagesordnung fragte Herr Stadtv. Glücklich an. was der Magistrat bezüglich der Teue- rungSzulage der Hilfsarbeiter getan habe. Wenn noch nichts geschehen sei, hoffe er, daß der Stadtverordneten-Ve:- sammlnng in ihrer nächsten Sitzung wenigstens über die er­griffenen Maßnahmen berichtet werden könne. Herr Stadtrat Schulte erklärte, die Sozialpolitische Deputation werde zu einer Sitzung eingeladen, in der di« Sache zur Verhandlung gestellt werde.

Herr Beigeordneter Borgmann teilte mit, daß der Magistrat beschloffen habe, die Gültigkeit der Umsatz- stenerordnung mit der Maßnahme zu verlängern, daß von der Erhebung der Steuer ganz oder teilweffe abgesehen wird, wenn ein Grundstück von dem Hhpothekargläubiger zur Vermeidung der Zw^gsriersteigernng freihändig erworben

»irh.

Morgen-Äudgabe. Erstes Matt. Sette 8.

Von der Mitteilung dos Herrn Oberbürger­mei st e r a, daß Herr Otto Henkell anläßlich eines Ge­denktags der Stadt Wiesbaden 5 0 0 00 M. in 5prozentiaer Kriegsanleihe mit der Maßgabe gestiftet hat, daß die Zin­sen zur persönlichen Verfügung des Oberbürgermeisters stehen und im Interesse besonders bedürftiger Einwohner der Stadt verwendet werden, wurde mit Beifall Kenntnis genommen.

Rübenpreise uud CteferungsoertrSge.

In der letzten Zeit find wiederholt in der Press« Äußerun­gen dahin laut geworden, daß die in den LieferungSver» tvägen der ReichZstelle für Gemüse und Obst vorgesehener! Preise von 2 M. für weiße und 2,60 M. für gelbe Kohlrüben zu hoch seien im Vergleich zu dem auf 2 M. bemestenen Preis für Zuckerrüben. Es kann dahingestellt vleiben, ob diese Be­denken berechtigt sind. Trotzdem hat der Herr Präsident des KriegsernährungSamts in einem Rundschreiben an di« Landräte, die Magistrate oder Oberbürgermeister der kreisfreien Städte und die gleichgeordneten Behörden der außerpreußischen Bundesstaaten, nachdem er darin die Liefe- rmigsverträge über Frühgemüse und Herbsigemüse des nähe- ren erläutert hat. noch das Folgende vermerkt:

„In dem Abschluß von Verträgen über Kohlrüben erscheint Vorsicht geboten, da im Falle einer guten Kartrsseler»rte für die menschliche Ernährung K o h l r ü b en n :r r i n b e » schränkte« Umsange in Betrack: kommen werde». DeS weiteren ist darauf zu achten, daß solche Verträge nicht mit An- banerii abgeschlosten werden, die im lausenden Jahre weniger Zuckerrüben anbauen wollen als bisher. Die verhältnismäßig nicht mein inen Kohlrübcnpreisc sind überhaupt nur im Hinb lick darauf festgelegt worden, um deu Anbau von Kohlrüben für Speise- zwecke, mithin in besonders guter Qualität, in der Nähe von Städten zu fördern."

Es erscheint wichtig, daß diese sehr beherzigenswerten Worte auch in den weitesten Kreisen der Anbaner Beachtung finden.

— Kriegsauszeichnungen. Mit dem Efferiien Kreuz 2. Klasse wurden ausgezeichnet: der Landsturmmaim Heinrich Mai und der Gefreite A. Fra und aus Bierstadt; der Wehrmann im Landw.-Jnf.-Regt. 80 Valenffn Moritz aus Wiesbaden; der Sergeant Christian Metzger ans Dotz­heim; der Füsilier im Jnf.-Regt. 80 Karl Schüller, Sohn des Gärtners Karl Schüller in Wiesbaden; der Gefreite bei der Fliegertruppe auf dem Balkan Adolf B e r b c r i ch, Sohn der Witwe Bevberich in Wiesbaden, und der Musketier Karl Link, Sohn des BuchbindermeisterS Joseph Link kt Wies­baden.

— Gruudstücksverkiiufc. Vorgestern wurde vor dem hie- geil Königl. Amtsgericht zunächst das Wohnhaus Keller­straße 31, geschätzt von der Steuerbehörde zu 110 000 M., versteigert, wobei die Eheleute Rentner Louis Pasel in Sonnenberg mit 80 000 M. die Letzt- und Höchstbietenden blieben. Der Zuschlag wurde gleich erteilt. — Weiter wurde zum Ausgebot gebracht das Wohnhaus mit Hof und Hofleller Gneisenaustraße 15. Das Grundsffick hat einen Wert nach der Schätzung des Feldgerichts aus dem Jahre 1904 von 143 000 M., nach derjenigen der Steuerbehörde von 145 000 Mark. Frau Jusffzrat Eckermann, die Inhaberin der zweiten Hypothek, legte mit 112 000 M. das Höchstgebot ein. Hypo­theken' bleiben dabei nicht bestehen. Auch in diesem Falle er­folgte die ZiffchlagSerteilung im Termin.

— Berhaftung eines Heiratsschwindlers. Di« Frank» furter Kriminalpolizei verhaftete einen von bald allen Staats­anwaltschaften gesuchten Heiratsschwindler, der unter dem Namen Kaufmann Bernhard Ehlers fast in jeder größeren Stadt Deuffchland? seine Opfer gesucht und gefunden hat. Ehlers erließ regelmäßig HeiratSirfferate als „Witwer mft einem Kind, der eine Frau auch ohne Vermögen suchte." In Wirklichkeit heißt der Schwindler Jürgen A d o l p h s« n, ge­boren am 24. Februar 1873 in Hadersleben. Zuletzt hielt sich der Mann im westfälischen Industriegebiet und in Bayern auf, wo er unter den Namen Fritz Baumann, Joh. Diering, Fritz Moll, Fritz Walter ustv. austrat.

— Me Preußische »erlustliste Rr. 759 liegt mit der Sächsische« Verlustliste Nr. 384 und der Württembergischen Verlustliste Nr. 538 in der „Tagblatt".Schalterhall- (Aurkunstsschalter linkS) sowie m der Zweigstelle Bismarckring 19 zur Einsichtnahme aus.

— Die SeschästSränme de« Mehl- und Futtermittelamtes, bisher Rathaus, Zimmer 38, sind nach dem Verwaltungsgebäude Frtedrich- straße IS. Erdgeschoß, Zimmer 8 und S. verlegt worden.

Wiesbadener vergnvgungs-vühnen und Lichtsplel«.

* Thalia-Theater. Ab heute gelangt das Lustspiel „Fcitzis toller Einiall" rar Vorführung. Im Beiprogramm erscheint das tragische Lebensbild „Krone und Fessel" und die lustige Komodic „Das Testa­ment der Erbtante". Kriegsbilder au« Rumänien und einen Kestel. transport durch vier Elefanten der Hageabeckschen Menagerie wer- den außerdem gezeigt.

• Die ll.-T->Lichtspiele, Rheinstraße «7, bringen ab heute das

Detektiv-Drama in 4 Akten „Me Nacht" von Cory Däne als Erst» auffübrung für Wiesbaden. Ferner gelangt zur Aufführung „Liebe und List", ein Filmschcrz in 2 Akten, sowie „Adler und Sperling, ein Drama in einem Akt. Naturaustwhmcn vervollständigeu das Programm. _ _

Sport und Luftfahrt.

» Fotzball. Morgen Sonntag steht sich auf dem Sportplatz a» der Waldstroße die Spielvereinigung Wiesbadm und der Sportver­ein Neu-Isenburg im Pcivatwütspi-I gegenüber. Anstotz 3 Uhr, Militär hat fteien Zutritt.

* Jockei Archibald, der als Amerikaner in Gefahr war. für das kommende Rennjahr keine Reiterlmidnis zu erhalten, hat ein NaMraliscmansgesuch eiugereicht.

Handeteteil.

Der Buchhandel und die Valuta.

Es ist Zeit — so schreibt die „Tägliche Rundschau“ —- auf eine Valuta-Schieberei, die so schlimm ist wie Wucher, hinzuweisen. In den neutralen Ländern, wir wollen als Beispiel die Schweiz nehmen, die große Ab­nehmer des deutschen Buchhandels sind, wird mit dem heutigen niedrigen Auslandskurs des deutschen Geldes, ge­linde gesagt, Unfug getrieben. Der deutsche Verleger be­kommt heute für 100 M. (im Frieden 100 M. — 124 Franken durchschnittlich) vom schweizerischen Buchhändler (d. h. von diesen Betrieben, die den hauptsächlichen Handel in Händen haben) von Fall zu Fall den Wechselkurs, also heute für 100 M. 83 Franken. Die Verrechnung bringt eine Ver­schiebung von 41 Franken gegenüber dem Friedenskurs, und zwar zuungunsten der deutscher Buchverleger. Je­doch des Pudels Kern kommt immer noch — besser. Denn

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