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Samstag, 17. Zebruar 1917. lllvrgeN-KUSgabe. Nr. 87. . 65. Jahrgang.
Rekordleistung einer deutschen U-vooter.
51800Tonnen an einem Tag versenkt!
W. T.-B. Berlin, 16. Febr. (Drahtbericht.) Innerhalb 24 Stunden wurden von einem unserer Unterseeboote neuerdings versenkt:
ei» Hilfskreuzer von 20 000 Bruttoregister- tonnen,
zwei Hilfskreuzer oder Transport- dumpfer von je 13 600 Bruttoregister- tonncn,
ein Transportdampfer von 4600 Bruttv- repistertonnen,
insgrffmt 51800 Bruttorepistertonnen.
Von den am 13. Februar als versenkt gemeldete« sechs Dampfern und 1 Segelschiff von insgesamt 25 000 Bruttoregistertonnen führte ein Dampfer 1000 Tonnen Heu, 1500 Tonnen Weizen, 2000 Tonnen Haffr und ein Dampfer von 5000 Brutto- register tonnen Petroleum nach England.
Als Gefangene wurden eingebracht: drei
Kapitäne, zwei Ingenieure, ein Funken- teleqravhist. Zwei von den Dampfern waren bewaffnet.
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Versenkung von zwei großen englischen Weizendampfern.
Mistbrauch englischer Lazarettschiffe.
W. T.-B. Barcelona, 16. Febr, (Drahtbericht.) Aus Alexandrien eingetroffcne Schiffsmannschaften berichten, datz in den Tagen vom 20. bis 29. Januar '2 mit Weizen beladene englische Dampfer von 11000 und 10 000 Tonnen vor dem Hafen durch U-Boote versenkt wnrdin. Hafenarbeiter von Alexandrien erklärten, dast die von dort verkehrenden englischen Lazarettschiffe ausschließlich zum Transport von Truppen «nd Kriegsmaterial nach Saloniki benutzt würden.
Weitere Versenkungen.
W. T.-B. Stockhalm, 16. Febr. (Drabtbericht.) Es verlautet, datz fünf schwedische, von England mit Kohlen nach schwedischen Häfen ansgelaufene Dampfer, in dem Nordseesperrgebiet versenkt worden seien.
Ern vanklelegramm des Kaisers an die Kronprinzen-Krmee.
W. T.-R. Berlin, 16. Febr. (Amtlich. Drahtbericht.) Se. Majestät der K r i f e r sandte anlästlich des Erfolgs bei Ri po t dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Kronprinz, Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Kronprinzen des Deutschen Reiches, folgendes Telegramm:
„Führer und Truppen, die bei dem gestrigen A n° griff in der E b a m p a g n e sich durch planvolle Vorbereitungsarbeit und schneidige Durch- f ü h r u n g ausnczeichnct und bewährt haben, spreche ich meine Anerkennung und meinen Dank aus. JnZusam menwirkung aller zu d e m- sclben Ziele lag dieser, liegt jeder Erfolg. W i l h e I m I. li .
Der deutsche Abendbericht vom 18. Februar.
W. T.-B. Berlin, 16. Febr., abends. (Drahtbericht. Amtlich.) Bon keiner Front sind besondere Ereignisse gemeldet.
Ein neuer erfolgreicher Luftangriff auf feindliche Flugplätze.
W. T.-B. Berlin, 16. Febr. (Drahtbericht. Amtlich.)
Deutsche Marineflugzeuge griffen am 14. Februar, abends, wieder den Flugplatz St. Pol bei Dünkirchen erfolgreich mit Bomben an. Einschläge auf die Flugzeugschuppen und, ein Brand wurden beobachtet. Beim Rückflug war bei Dünkirchen noch starker Feuerschein sichtbar. Sämtliche Flugzeuge sind unbeschädigt zurückgekehrt.
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Glücklicher Handstreich der Sturmtruppen eines deutschen Bataillons in Rußland.
Br. Berlin, 17. Febr. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der „Kreuzzeitung" wird aus dem Felde von- 14. Februar georah- tet: Am 12. Februar führten starke Sturmtrupps eines Bataillons einen vollkommen geglückten H a u d - streich gegen die bei dem Dorfe Aurwianczh. 8 Kilometer südlich des Vryswiaty-Sees belegene russische Stellung aus. Die erste und zweite russische Linie wurden überrannt, und, während unsere Artillerie ihr Feuer vorverlegte, gelang es den Stürmenden, die in ihr e m V o r- wärtsdrang kaum zu halten waren, noch 400 Meter ahne Befehl über diese Linie hinauszudringeu. Bemerkenswert war dieHeldentateines einzelnen Ma n n e s, der mittels Handgranaten 12 Gefangene zurückbrachte.
Russische Staatsmänner über Amerikas Bruch mit uns.
(Drahtbericht unseres 8.-Sonderberichterstatters.)
8. Stockholm, 16. Febr. (Eig. Drahtbericht. , zb.) Ein Vertreter der Zeitung „Rußko Wollja" interviewte eine Reihe führender Politiker über den deutsch- amerikanischen Konflikt. Der Minister des Äußern Prokowsky bezeichnet die Lage vorläufig als derart unklar, daß man unmöglich, auch nur die geringste Verniutung aussprechen könne, wer einen Vorteil gewonnen habe. Anders sprach sich Ss a s o n o w aus: Er meinte, die deutsche Maßnahme bewiese, daß Deutschland das Spiel für verloren halte. Die amerikanische Kriegserklärung sei wahrscheinlich, die Entwicklung der amerikanischen Politik rufe b e i der Entente ein befreiendes Aufatmen hervor, weil man jetzt sicher vor unfreundlichen Schritten sei, welche Amerika nach dem Ausschlagen des Frie- densvermittlungsversuches hätte unternehmen können. Alles, was Amerika gegen uns unternommen hätte, würde es jetzt gegen die Zentralmächte durchführen. Der Frieden beginnt am Horizont aufzusteigen. Nach einem halben Jabr sei wahrscheinlich Frieden. Kokowzow meint, früher drohte die Gefahr, daß die Vereinigten Staaten aufhören könnten, uns zu versorgen. Diese Befürchtungen sind jetzt v er- s ch w u n d e n. Die Entente kann jetzt sogar Garantien für eine gusreichende amerikanische Versorgung verlangen.
„Frederic vm ." von New York abgegangen.
Graf Bernsiorff mit 262 Bvtschastsaugehörige« aus der Rückreise.
W. T.-B. Kopenhagen, 16. Febr. (Erg. Drahtbericht. zb.) Die „Skandinavien Ainerican-Linie" teilt mir: Unser New Uvrkcr Vertreter meldet, daß der Dampfer „Frederic VIII." am Dienstag, lö. Februar, mit 611 Npisenderi, davon 262 Angehörigen der deutschen Botschaft mit Gefolge, von New Jork abging.
Eine spanische Offiziersabordnung in Berlin.
Empfang bei Hindenbnrg und Ludendorff.
W. T.-B. Berlin, 17. Febr. (Drahtbericht.) Auf Einladung der Obersten Heeresleitung traf eine spanische O f f i z ie rsa b o r d n i n z in Berlin ein. An der Spitze steht General R u i ? d e S a n t i a g o, der als Ehef der Artillerieabteilung im spanischen Kriegsministerinm als bester Kenner des artilleristischen Gebiets großes Ansehen genießt. In seiner 'Begleitung bcr'nden sich Oberst!e:unrnt im Generalstab Carlos Gspinoza de Los Monieres, Artillerie- hauptmann Jose, General und Jngenieurhauptmann Pedros Meinend«. Die spanischen Offiziere wurden von Genecal- feldmarschall v. Hindenbnrg und v. Ludendorff empfangen. Sie begaben iich zunächst nach Belgien und dann auf den westlichen Kriegsschauplatz.
Der außerordentliche Botschafter Kaiser Karls bei König Ludwig.
W. T.-B. München, 16. Febr. (Drahtberichr.) Der König empfing beute in feierlicher Audienz den außerordentlichen Botschafter des Kaisers Karl, den ungarischen Ministerpräft- fcentin Grafen K h u e n - H e d e r v a r y, der von dem Legationsrat, Känimerer Graf Bukuwky, begleitet war. Der Aiwirnz wohnte Staatsminister Graf H e r t l i n g bei. Der Botschafter überreichte hierbei ein Handschreiben des Kaisers. Unmittelbar anschließend daran wurde Graf Kyuen von der Königin empfangen.
Aus den verbündeten Staaten.
Eine Vergeltungsmaßregel. Internierung aller rumänischen Staatsangehörigen im Alter von 17 bis 55 Jahren.
Die Wiener Blätter melden: Verläßliche Nachrichten, die unserer Regierung über die völkerrechtswidrige unmenschliche Behandlung unserer Staatsbürger in Rumänien zugekommen sind, hatten die Mitteilung an die rumänische Regierung zur Folge, daß im Falle der Fortdauer dieser Zustände auch bei uns V e r g e'I t u n g s m a tz r e g e l n ergriffen würden. Da bis 6. Februar Nachrichten über eine Besserung des Loses unserer Zivilgefangenen in Rumänien nicht erlangt weroen konnten, wurden alle rumänischen Staatsangehörigen innerhalb unserer Monarchie im Alter von 17 bis So Jahren in dem Internierungslager Katzenaus bei Linz untergebracht.
Unsere Machtmittel.
Bon Dr. Karl Peters, Kaiser!. Reicbskommissar a. D.
Die begeisterte einmütige Zustimmung, die die Der- kündigung des uneingeschränkten Il-Bootskrieqes im ganzen deutschen Volk, bei allen seinen Parteien, gefunden hat, zeigt, daß der unerschütterliche Entschluß auf der ganzen Linie klar und r e st l o s z n siegen, in allen unseren Volkskreisen, von oben bis unten im Wachsen ist. Di? deutliche Einsicht, daß jede schwachmütige Nachgiebigkeit bei uns oft fälschlich „Anstand" oder »Ritterlichkeit" genannt, unseren staatlichen und
völkischen Untergang, ja, mehr oder weniger die Vernichtung jedes einzelnen deutschen Mannes auf dem ganzen Erdenrund zur Folge haben würde, läßt uns alle Gefahren diesis fürchterlichen Völkerringens, jede Entbehrung, welche es uns auflegt, gern und entschlossen ertragen. Es handelt sich nicht um den Verlust oder den Gewinn einer oder der anderen Provinz oder Kolonie, es handelt sich um unser Sein oder Nichtsein.
Wie die meisten Deutschen vor 2^ Jahren durch die Einheit des britischen Reiches gegen uns überrascht wurden — auf welche ich übrigens seit 1896 in mehreren Broichifien und einer Reihe von Zeitungsartikeln imnrer wieder hingewicsen hatte —, so hatten die Engländer nicht mit der deutschen Einigkeit von Norden und Süden, von den rechten Parteien bis zur äußersten Linken gerechnet. Außer ihren vielen Verbündeten auf dem Festland hatten sie wenigstens den geschichtlichen deutschen Partikularismus und die soziale Revolution zu ihren Bundesgenossen gezählt. Daneben wurde in England die wirtschaftliche und militärische Kraft Deutschlands durchaus unterschätzt, ebenso wie diejenige Rußlands dort schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts erheblich überschätzt wurde. Daher das Ge- prahle durch den ganzen Anzust 1914, daß man das Deutsche Reich bis zum Ende September völlig zerschmettern werde und daß sich der König Georg V. mit Zar Nikolaus II. und Poincarä von Frankreich sehr bald in Berlin treffen werde! Aber sie haben sich geirrt. „Die besten Nerven werden diesen Krieg gewinnen". hat Hindenbnrg einmal gesagt — und nicht die letzte Silberkugel, wie man an der Themse vermeinte. Diese letztere würde der naftonale Kredit und unsere Entschlossenheit zur Not immerhin anderweitig ersetzen können.
Militärisch sind wir überhaupt nicht zu bezwingen. Wir halten die innere Linie und haben auch darin eine Gewähr für den endgültigen Erfolg. Was aber die Verpflegung anbetrifft, so sind wir — solange wir zur See abgeschnitten sind — für unteren staatlichen und völkischen Weiterbestand auf den Ertrag jedes einzelnen Erntejahres angewiesen, und es ist die heiligste Pflicht jedes einzelnen Beteiligten, diese Grundlage unserer nationalen Existenz nach Möglichkeit zu verstärken. Das vor allem gibt uns Zeit und Svielraurn, die Grube, die England uns bereiten möchte, jetzt gegen es selbst zur Geltung zu bringen. Daher werden wir mehr und mehr dazu schreiten müssen, feindliche Bewohner in den von uns eroberten Grenzgebieten zugunsten unserer eigenen Volksgenossen zurücktreten zu lassen. Auf dem Balkan und oprnehmlich in Rumänien kann unsere Lebensmittelfrage endgültig geregelt werden, wenn wir die richtigen Folgerungen wirtschaftlicher Art aus den: deutschen Siege ziehen. Den Rumänen gegenüber würde, denke ich, auch ein sentimentaler deutscher Staatsmann keine schwächliche Schonung am Platze finden. Wenn die feindlichen Mächte versuchen, uns durch Hungersnot auf die Knie zu zwingen, so ist es nur recht und billig, daß ihre eigenen Volksgenossen und Freunde zunächst unter einer so rohen Kriegführung leiden müssen. Ich muß immer wiederholen, daß Deutschland völkerrechtlich und moralisch völlig befugt ist alles eroberte Ackerland von der Düna bis zur Somme und oberen Maas, besonders aber im Osten an der Donau und der D o b r u d s ch a zunächst für unseren eigenen Bedarf zu bffchlignohmen und die unwillkommenen feindlichen Mitbewerber in die dahinteeliegenden Länder ihrer Freunde ab zuschieben, Dann können wir der Fortdauer des Krieges mit vollem Gleichmut entgegensehen.
Unterer Kriegführung auf wntichnstlichem Gebiet kommt fwner der Mißwuchs der Weizenernte in den Vereinigten Staaten, die Mißernte an Kartoffeln in Großbritannien und besonders in Irland, die Absperrung der russischen Ausfuhr durch die Dardanellen gerade jetzt in erhöhtem Maße zuiute Schon im November ivar in London der Weizenpreis im Durchschnitt nur 78 Schilling für das Quarter, der Preis kackadischen Weizens in Nord-Manitoba auf 8? Schilling (73 Schilling am 1. Oktober) gestiegen. Ende Dezember stand die Forderung für Minitobr-Weizen bereits aut 92 Schilling. Der Fleischpreis soll sich zur selben Zeit in London ans etwa 300 v. H. erhöht haben. Fisch war schon bei Beginn des Krieges erheblich knapper, jetzt holt die U-Bootsgefabr vollends die Fischerboote in den Häfen zurück. Ebenso fehlt es an Eiern, Hühnern und ncrdischem Geflügel.
Übrigens müssen wir uns klar darüber ff in, daß alle solche statistischen Tatsachen, wie die u. a. hier aufgeführten letzten Endes immer auf englischen Angaben beruhen. Wff ich die Engländer kenne, würden sie keineswegs die Kriegslist verschmähen, uns durch falsche Zahlen zu täuschen, wenn dies iraendwie ihren Zwecken entspricht. Di-'-> bezieht sich ebenso sehr auf die Statistik ihrer Einfuhren, ihrer Lebensmittelprerse, wie ihres Frachtraumes. Es könnte sein, daß sie.allsi
