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„Tagblatihaus" Nr. 6650-53.
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Zreitag» 16. Februar 1917.
Oer Unterseebootkrieg.
Weitere Versenkungen.
W. T.-B. London, 15. Febr. Lloyds meldet: Dm eng
lischen Dampfer „Ciliria" und „Ferga" wurden versenkt. Die Besatzung: x sind gerettet.
Reuter meldet, daß der englische Fischdampfer „ft i »t g Alfred" voll einem deutschen Unterseeboot versenkt wurde. Neun Mann der Besatzung wurden gerettet, der Kaprtän gefangen genommen. t „ , ,,
VV.T.-B. London, 15. Febr. (Meldung des Reutersche.l Bure out.) Der Dampfer „Jnishowen Ho ad" rst versenkt worden. ^
IV. 1., 8. London, 16. Febr. (Drabtbericht. Lloydsmeldun- gen.l Der Dampfer „Margarita" (2728 Tonnen) und die Sckialuvpen „A sh woIl" (129 Tonnen) und „I relan ö' (152 Tonnen) sind versenkt worden, Die Besatzung ist m Irland gelandet, nachdem sie 90 Stunden auf offenem Meere gewesen ist.
Reuter über die Versenkung der „Saxonia".
W. T.-B. London, 15. gebt. (Meldung der Reuter scheu Bureaus.) Rach den zuletzt eingetroffenen Nachrichten über den Untergang des Dampfers „Saxonian", der, wie schon gemeldet, versenkt wurde, ergibt sich, daß 2 5 Granaten auf das Schiff abgefeuect wurden. Bevor es sank, wurde der Kapitän gefangen genommen. Ein Bootsmann ist an den Verletzungen gestorben. Unter den vier Mann der Besatzung, die verwundet wurden, befand sich der amerikanische Staatsangehörige Woygard. Obwohl es 250 Meilen bis zur nächsten Küste waren, wurde die Besatzung gezwungen, das Schiss.in zwei Booten zu verlassen, ^die das Land erreichten, nachdem das eine 69, das aildere 25 'stunden auf See waren. Zwei andere amerikanische Staatsangehörige, Ellwood More und John Suffand, befinden sich unter den Überlebenden, die sämtlich schwer zu leiden hatten, ehe sie gerettet wurden.
Bon einem österreichisch-ungarische» U-Boot versenkt.
IV. T.-B. Washington. 15. Febr. (Melopng des Reuter- schon Bureaus.) Nach hier eingetroffenen Nachrichten ist das vor Cagliari verrenkte Schiff „LY m a n Law" nur ei-i Schoner/ Es wurde durch eine Bombe eines österreichisch-ungarischen Unterseebootes in Brano gesetzt, das keine Flagge hatte. Menschenverluste sind keine zu beklagen.
40 v. H. Zunahme der Versenkungen im Februar gegen den Januar?
Völlige Ausschaltung der Lebensmittelzufuhr für
England aus Holland und Skandinavien.
Br. Bern, 16. Febr. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die „New York Tribüne" berichtet, daß in den ersten Februartagen 81 Schiffe versenkt worden seien. Auf Grund dieser Zahl berechnet das Blatt die Zunahmc der Versenkungen gegenüber dem Monat Januar auf 40 Prozent. — Die „Neue Züricher Zeitung" meldet ans dem Haag: Notterdamer Reederkreise behaupten allen Ernstes, jede Lebensmrttelzufuhr für England aus Holland und Skandinavien habe tot 8 Tagen vollkommen aufqehört. In den letzten drer Tagen wurden 41 Schiffe mit 75 000 Tonnen versenkt.
Ei« weiterer Erfolg unserer neuen Seesperre.
Lebensmittelausfuhr aus Dänemark statt nach England nach Deutschland!
Br. Kopenhagen, 16. Febr. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Frage der Ausfuhr landwirtschaftlicher Er-;euonisse aus Dänenkark nach England tritt mög- üchecweise in ein neues Stadium. Direktor Andersen von der Ostasiatilchen Kompaanie und Direktor Cols von den Vereinigten dänischen Dampfschiffahntsgesell- swafter sind heute aus Berlin, wo über diese Frage mit den deutschen Regierungsstellen verhandelt wurde, zurückgekehrt. Es verlautet, datz das Ergebnis der Verhandlungen hier als zufriedenstellend am gesehen wird.
Weitere Zurückhaltung holländischer Schiffe.
^caoroericht unseres 17-Sonderberlchterstalters.-
17. Rotterdam, 15. Febr. (zb.) Nach einer Meldung aus Vlaardingen werden die dortigen Schiffe wegen des Unterseebootskrieges nicht mehr ausfahren.
Die Proteste der skandinavischen Regierungen.
W. T.-B. Kopenhagen, 15. Febr. (Meldung des Ritzau schen Bureaus.) Die dänische, norwegische und schwedische Regierung sind übereingekommen, folgend- Mitteilung zu veröffenrlichen:
Die dänische, norwegische und schwedische Regierung haben am Dienstag dem deutschen und dem österreichisch- ungarischen Gesandten Noten gleichen Wortlauts übcrinittelt, welche gegen die von Deutschland und Österreich-Ungarn geplante Sperre gewisser Seegebicte Einspruch erheben. Die Note beginnt damit, an die Tatsache zu erinnern, Latz die Regierungen sich während des Krieges zu wiedey-
Kbend-Kusgabe.
holten Malen gezwungen gesehen haben, formellen Einspruch gegen die schweren Beeinträchtigungen der Rechte der Neutralen durch Mahregeln der verschiedenen kriegführenden Mächte zu erheben. Sodann hebt die Note hervor, datz sich die Regierungen bei diesen verschiedenen Ge- legercheiten, wie immer, von dem Geist der vollständigsten und loyalsten Unparteilichkeit leiten liehen und sich daraus beschränkten, die unantastbaren Rechte der Neutralen zu verteidigen. Die Regierungen erklären, dah ihre Besorgirisse über die angekündigten Maßnahmen durck die Tatsache erhöht werden, dah die Gefahrenzone ausschliehlich von Unterseebooten bewacht wird, deren Tätigkeit für Angehörige neutraler Staaten grohe Gefahren mit sich bringt, wie dies durch die im Laufe des Krieges gemachten Erfabrungen dargelegt worden iit. Indem sie sich auf die Grundlage dieser und anderer Erwägungen stellen, protestieren die Regierungen formell gegen die vom Deutschen Reiche und Österreich-Ungarn getroffenen Mah- nahmen und ncachen allen Vorbehalt hinsichtlich der Verlvite an Menschenleben und der materiellen Schäden, die daraus cntstchen.
IV. T.-B. Kopenhagen, 15. gebe. „Berlingske Tldende knüpft an die skandinavische Rote an Deutschland Bemerkungen die folgendermaßen schließen- _
Cs ist naheliegend, dah die neutralen Staaten nicht anders kennten, als mit Besrimmtheit gegen den Eingriff in die Freibeit des Meeres zu protestieren, der in den letzten Mahnahmen in einer für diese Staaten besonders schädlichei- und im ganzen genommen besonders umfangreichen und ernsten Form enthalten ist. Es ist nicht notwendig und n i ch t berechtigt, etwas anderes oder mehr in die Note hinein- legen zu wollen, als sie nach dem amtlichen Bericht enthält Ihre Begründung mit den bisher anerkannten völkerrechtlichen Grundsätzen kommt uns unangreifbar vor. Ihr Ton ist würdig und von unverkennbarer Bestimmtheit.
Die Schifssverlustr Norwegens im Januar.
>V. T.-B. Kopenhagen, 15. Febr. „National Tidende" meldet aus Christiania: Norwegen hat im Januar 44 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 66 484 Tennen verloren.
Dienstverweigerung dänischer Matrosen.
IV. T.-B. Kopenhagen, 15 .Febr. Die Matrosen und Heizer in Kopenhagen und Aarhus verweigern die Anmuste- niiip für Reisen anherhalb Skandinaviens wegen Lebensgefahr. Innerhalb Skandinaviens verlangen sie die doppelte Summe von der Unfallversicherung, und zwar 10 000 Kronen für Matrcstn und Heizer.
Ankündigung einen Erklärung Lloyd Georges in bezug ans die bedrohliche U-Bootgesahr.
IV. T.-B. London. 16. Febr. (Drabtbericht.) Sonar Law teilte im Unterhaus mit, drtz Lloyd George am 19. Febr. eine Erklärung über die Mahn chmen der Regierung hinsichi- lich weiterer Beschränkung der Einfuhr und über die Landwirtschaft mit besonderer Berücksichtigung einer Bedrohung durch den Unterseebootskrieg abgeben werde.
Die Hohlheit der Oberhans-Rede des Lord Lytton über die Erfolge im Vernichten feindlicher U-Boote.
Berlin, 15. Febr. (zb.) Lord Lytton erklärte am 13. Februar im Overbause, daß die Erfolge tm Vernichten feindlicher U-Boote und den: Entwischen angegriffener englischer Schiffe das englische Vertrauen rn die neuen Abwehrmatzregeln rechtfertigen. Dazu erfährt die „Deutsche Tageszeitung" ans zuverlässiger Quelle, datz das Gegenteil der Behauptungen Lord Lyttons der Fall sei. In allen englischen Fachkreisen herrsche große Verwirrung über dre Erfolglosigkeit aller für die Vernichtung der Unterseeboots getroffenen Maßnahmen.
Italienische Ruhmrederci zum U-Bootskriea.
Br. Luganv, 15. Febr. (zb.) Wie „Petit Parisien" berichtet, hat die italienische Flotte in ihren Abwehrmaßregeln gegen die U-Boote alle anderen Ententeflotten'bei weitem überflügelt. Die italienischen Meer- würd-n heute von einer großen Anzahl kleiner Lenkballons und Spezialballons überwacht, so datz die U-Boot- als auch die unsgelegten Minen entdeckt werden könnten. Die Italiener hätten also nicht nur keine Furcht vor dem U Bootskrieg. sondern sie sehnten ihn vielmehr herbei, um endgültig mit den deutschen U-Booten aufzuräumen.
Fahrten in die Gefahrenzone seitens spanischer Reeder?
Konvoyierung durch Krieqsschiffc?
IV. T.-B. Bern. 15. Febr. Lyoner Blättern zufolge haben die Reeder von Barcelona un?> Bilbao den Wunsch uusgedriickt, die Schiffabrt wieder aufzunehmcn. Sic" verlangen jedoch von der Regierung Schadloshaltung ond eine Lebensversicherung für jeden Matrosen. Alle spanffchen Schiffe sollten von spanischen Kriegsschiffen be- aleitet werden, bis sie auf die Kriegsschiffe der Alliierter, stießen, die die Begleiüing bis zunc Bestimmungshafen üoer- rräbmcn.
Nr. 8b. ♦ 65. Jahrgang.
Deutsche Feststellungen zum Untergang des „Lars Kruse".
Ein verhängnisvoller Übersetzungsfehler.
IV. T.-B. Berlin, 15- Febr. Der britische Funkspruch Car- narvon von, 13. Februar meldet u. a.:
Der deutsche Funkspruch vom 11. Februar sagt unter Bezug auf die Versenkung des dänischen Dampfers „Lars Kruffe", der mit Getreide für das belgische Hilfskomitee beladen war: Dieser Unfall ist auf ein deutsches Unterseeboot zurückznfiihren. Die maßgebenden deutschen Behörden melden, dah es geinäß den den deutschen Unterseebooten gegebenen Befehlen außer Frage steht, daß ein deutsches Unterseeboot den dänischen Dampfer ohne Warnung versenkt hoben würde.
Hierzu wird bemerkt, daß der deutsche Text der be- tiessenden Bekanntmachung wörtlich folgendermaßen lautet:
Nach den den deutschen Unterseebocten erteilten Befehlen ist es ausgeschlossen, datz ein dänischer Dampfer oder ein Schiff mit den Abzeichen der belgischen Hilfskommtsfion bisher westlich der Linie Dover-Calais ohne Warnung torpediert wurde. Es ist dabcr mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß „Lars Kruse" auf eine Mine gelaufen ist.
Allerdings ist bei der Übersetzung dieses Wortlautes rns Englische — die deutschen Funksprüche nach Amerika werden in englischer Sprache gegeben — ein bedauerlicher Irrtum unterlaufen, insofern das Wort: ausgeschlossen durch out of questiou (außer Frage) wiedergegeben wurde, wodurch der Sinn der Meldung ins Gegenteil umge- wandelt ist. Daß es sich lediglich um einen Übersetzungsfehler handelte, hat in England natürlich nicht verborgen bleiben können, denn sonst hätte der letzte Satz des deutschen Fuilksprnchs: Es ist daher höchst wahrscheinlich, daß „LarS Kruse" durch eine Mine gesunken ist, keinen Sinn gehabt.
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Der Lruch mit Wilson.
Die Zulassung der Entente kriegsschisse in den Häsen der Union noch nicht beschlossen?
Br. Berlin, 16. Febr. Der „B. L.-A." meldet aus Genf: Nach -iner Meldung des „Petit Parisien" aus Washington wäre es noch zweifelhaft, ob die Regierung deni Anträge des Senatspräsidenten Salisbury zustimm? nach dem bekanntlich den Ententekriegs- schiffen gestattet werden soll, in den amerikanischen Gewässern nach U-Bootsspnren zu forschen.
Die Abreise des deutschen Botschafters.
Die Gründe der Verzögerung.
Berlin, 16. Febr. Graf und Gräfin Bernstorff haben in der Nacht im Sonderzug Washington verlassen. Der Dampf« „Frederik 8" lichtete Mittwochnachmittag 2 Uhr die Anker. Ein Torpedojäger begleitete das dänische Schiff bis auf 15 Meilen tarn der Küste. — Pariser Blättern wird gemeldet, ein als unzurechnungsfähig erkanntes Individuum sei bei der Abreise des Grafen B e r u st o r f f verhaftet worden. Eshabe einen Anschlag gegen ihn g e p l a n t. — Die „Voss. Ztg." berichtet, Graf Bernstorff habe in verschiedenen Interviews erklärt, er hoffe bestimmt, daß d« deutsch- amerikanische Krieg vermieden werde. — Laut „Deutsch« Tagesztg." hätte die Schuld an der Verzögerung der Wreiffe Bernstorffs in dem Verlangen der Dampfergesellschaft gelegen üach Sicherheiten gegen die deutsche Ü-Bootgefahr und irr amerikanischer Unerfahrenheit. Gerüchte über böswillige Zurückhaltung des Botschafters ent- behrten jeder Grundlage.
Ausweisung eines deutschen Zeitungs- Vertreters.
— Bern, 15. Febr. (zb.) Die Agentur Radio meldet aus Washington: Der Korrespondent der '„Kölnischen Zig," in Washington ist a u s g e w i e s e n worden, weil er die amtliche Funkenstation dazu benutzt hat, Pläne einer fremden Regierung zu unterstützen, zu der die Regierniig der Vereinigten Staaten die Beziehungen abgebrochen hat. Wilson hat eine Untersuchung angeordnet, weil die Marineverwaltung in verschiedenen Blättern deswegen angegriffen worden ist.
Der „Vorwärts" über die wahren Absichten Wilsons und Amerikas.
Keine Schwächung des großen Schuldners England.
Berlin, 16. Febr. In einem Artikel über Wilsons Politik im „Vorwärts" wird gesagt: Die Forderungen der drüben politisch maßgebenden Schichten ist baldiger Frieden, aber in keinem Fall eine Niederlage oder auch nur nachhaltige Schwächung Englands. Von diesen: Gesichtspunkt aus ist die ganze am«ikaniffche Regierungspolitik geleitet und erklärt sich die Nachgiebigkeit gegen englische Se erechtsverletzungen, wie das Hin- und Herschwanken zwischen allerlei Friedensforderungen und der Unterstützung der englischen Kriegführung. Stände der ftauvpf so, daß Deutschlands baldige Niederlage gewiß wäre, Herr Wilson würde seine FriedWHnvte, sKw erlich/ verfaßt habe».
