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Verlag Lauggasse 21

„Tagbl-lthLus".

tzchatter-Halle geöffnet von 8 Udr morgens bis 7 Uhr abend«.

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marckrmg 19. sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der «ladt; in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und in de» benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblart-Träger.

13 Ausgaben.

Bon

Fernruf;

„Tagblatihaus" Nr. 6650-53.

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e^en im „Arbeitsmarkt" und „Kleiner Anzeiger" sowie für alle übrigen örtlichen

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Berliner Abteilung des Wiesbaden» Tagilatts: Berlin < Potsdamer Str.121 L. Fernspr.: Amt Lütz-w 8202 u. 6203.

Dienstag» 13. Zebeuar 1917.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 79. . 63. Jahrgang.

Nn unsere Leser!

Die von der Stadt Wiesbaden mit dem heutigen Tage in Kraft gesetzte Beschränkung der Gaslieserung zwingt uns zu unserem Bedauern, bis auf weiteres, d. h. bis zur Behebung der ver­ursachten technischen Erschwernisse in der Zeitungs- Herstellung, die

wkm-AnWtt «es Dlesdi«em AWills

Wegfällen zu lassen.

Die Abend-Ausgabe erscheint während dieses Ausnahmezustandes im doppelten Umfang.

Der Verlag.

Ereignisse zur See.

Die bisherigen Gesamtkriegsschiffs- verluste unserer Gegner.

IVO OVO Tonnen mehr als die gesamte französische Kriegsflotte!

Berlin, 12. Febr. (Eig. Drahtbericht, zb.). Die Gr-

samtverluste Mtserer Gegner an Kriegsschiffen seit Kriegs- beginn belief sich bisher auf 825 535 Tonne«, nicht einge­rechnet sind dabei Hilfskreuzer und HilfSschiffe. Diese Tonnenzahl übersteigt die der gesamten französischen Flotte zu Beginn des Krieges» die die drittgrößte Seekriegsmacht war, um 100 000 Tonnen.

Nene große Erfolge unserer U-Boote.

(Bon unserer Berliner Abteilung.)

I-. Berlin, 12. Febr. lEig. Drahtbericht, zb.) Neue große Erfolge unseres Nntcrseebootskriegs werden uns berichtet: Ein Tauchboot meldet, daß es vier feindliche Segelschiffe und zwei Damvfer, darunter den russischen Dampfer „Getter a“ mit 5000 Tonnen Kohlen für die französische Admiralität beladen, versenkt hat. Ein anderes U-Boot ver­senkte sieben Dampfer und drei Segler mit zu­sammen 22 000 Tonnen. Schließlich erfohren wir zur Mel­dung einer U-Bootsbeute von 10 Dampfern, daß sich dar­unter zwei bewaffnete große Frachtdampfer und ein englischer Getreidedampfcr von 7500 Brnttoregistertonnen befanden.

Das im letzten Seegefecht beschädigte deutsche Torpedoboot „v 09" aus ymuiden glücklich zurückgetzehrt.

Ein französisches Marinekampfflugzeug von einem deutschen U-Boot vernichtet.

IV. 1.-8. Berlin, 12. Febr. (Drahtbericht. Amtlich.) Das deutsche Torpedoboot „V 69" ist, nachdem es mit eigenen Mitteln die Seefähigkeit «iederhergesteüt hatte, in der vergangenen Nacht aus Ymniden ausgelaufen und heute früh wohlbehalten in einem unserer Stütz­punkte eingetroffeu. '

Eines unserer Unterseeboote hat am 10. Februar in den Hovfden ein französisches Marinekampfflug­zeug abgeschoffen, zerstört und die beiden Insassen gefangen genommen.

ü°

250000 versenkte Tonnen.

Über tue bisherigen großen Erfolg? des ungehemm­ten U-Bootskcieges wird uns geschrieben:

Bei der Darstellung der Furchtbarkeit unseres U-Bootskrieges ist die bemerkenswerte Tatsache zu ver­zeichnen, daß die Meldungen unserer Feinde über die versenkte Tonnenzahl viel größer sind, als unsere eigenen. Der Grund hierfür ist ganz erklärlich, da unsere U-Boote bei ihrer angestrengten Tätig­keit nur gelegentlich Bericht erstatten können, während unsere Feinde sehr schnell von jedem versenk­ten Schiss Kenntnis erhalten. Es kommt dazu, daß die Zahl der versenkten Tonnen von unseren U-Boots- kommandanten jetzt des öfteren auch nicht mehr genau angegeben werden können, da ja alle Schisse in dem Sperrgebiet nach dem 5. Februar ohne Warnung ver­senkt werden. So komnit es, daß rn unseren Meldun­gen über versenkte Schiffe des öfteren nicht einmal die Namen der unseren U-Booten zum Opfer gefallenen Schiffe angegeben werden können, und wir lesen hin und wieder von „unbekannten englischen Schissen von etwa so und so viel 1000 Tonnen". Der U-Boots- kommandant kann eben den Fassungsraum der feind­lichen Schiffe, die oft keinen Namen tragen, nur nach

( einer allgemeinen und oberflächlichen Schätzung feststellen. Frühe-' konnte bei jedem ver­senkten Schiff der Name und Tonnengehalt genau be­zeichnet werden. Wenn man die Gesamtbeute seit der Sperrgebiets-Erklärung betrachtet, dann dürste man nicht die in den ersten Tagen des Februar gemeldeten Versenkungen mitzählen, da diese meist noch ans dem Ende des vorigen Monats stammen. Die e n g l r sch e n, französischen und italienischen Blätter geben aber die Möglichkeit, den Umfang der bisher ver­senkten feindlichen Tonnen ziemlich genau sest- zustellen, da sie mit einer aus der Besorgnis ge­borenen Genauigkeit über jede neue Tatz, der deutschen Unterseeboote berichten. Hin und wieder finden sich allerdings in den einzelnen Blättern Wiederholungen, die aber festgestellt werden können. Insgesamt dürften bisher rund 250 080 feindliche Tonnen seit dem 1. Februar d. I. versenkt worden sein. Unsere eigenen Meldungen geben von ungefähr 76 000 versenkten Tonnen Kenntnis. Das größte versenkte Schiff hatte mehr als 8000 Tonnen, die meisten faßten weniger. Am 6. Februar wurden von englischen und französischen Blättern nicht weniger als 26 Schiffe als versenkt ge- ineldet, die einen Tonnengehalt von ungefähr 75 000 aufwiesen. An einem anderen Tage wurden 60 000 und an einem anderen 62 000 versenkte Tonnen fest­gestellt. Zu diesem im Sperrgebiet vernichteten feind­lichen Handelsschiffen kommt noch eine' Anzahl von Schiffen, die im Atlantischen Ozean unserer Marine zum Opfer gefallen sind. Man kann' annehmen, daß es sich um die Beute der „M ö w e II" handelt. Wenn man die gesamten feindlichen Verluste aus 250 000 Tonnen festsetzt, so ist diese Zahl eher zu niedrig als zu hoch gegriffen. Falls sich eine genaue Feststellung ermöglichen lasten wird, wird man erkennen, daß unsere Feinde ihre eigenen Verluste nicht vergrößert haben. Aus dieser Zusammenstellung er­gibt sich, daß der uneingeschränkte U-Bootskrieg eine gewal t i g'e Steige''ung der feindlichen Verluste gebracht hat, wie ste bei seiner Erklärung erwartet werden durste. Bisber war die Beute unserer U-Boote viel kleiner. Jni Januar und Februar vorigen Jahre? betrug, die Gesamtbeute für beide Monate nur 238 000 Tonnen, im Sevt-mrber 264 000 Tonnen und erst im November und Dezember überstieg sie die Zahl von 400 000 Tonnen. Wir haben bisher nur ein Drittel der Monats tätigtest unserer

U-Boote vor uns, io daß die bisherige Beute sechs­mal so groß ist wie die im gleichen Monat des vorigen Jahres. Es ist fraglich, ob die Beute weiter so wachsen wird wie bisher, denn man kann an nehmen, daß un­sere Feinde allmählich große Angst vor der Schiffahrt in dem Sv'rgebiet b-kommen und ihre Dampfer dem sicheren Untergang preiSgcben werden. In diesem Falle ist aber auch der Zweck des ungehemm- ten U-Bootskrieges völlig erreicht, da unsere Feinds dadurch auf die gleiche Weise von jeder Zufuhr und Versorgung mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen abgeschnitten sind.

Der Tagesbericht vom 12. Februar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 12. Fsbr. (Amtlich.)

Westlicher Kiffeasicl'auplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Östlich von Armentieres und südlich des L a - Bassee-KanalS scheiterten durch lebhaftes Feuer vor­bereitete englische Angriffe.

Tagsüber lag starke Artilleriewirknng auf unseren Stellungen beiderseits der Ancre. Während der Nacht griffen die Engländer sechsmal die zerschossenen Gräben 'von Serie bis zum Flnfie an. Alle Angriffe sind a b so­wie s e n worden. Der Feind, deffen Vortrupven vielfach- Schneehemden trugen, hat in unserem Abwehrfeuer nördlich von Serre schwere Verluste erlitten. Die Räumung einer unbrauchbar gewordenen Grabenlinie südöstlich von Serre war vor Einsehen der englischen An­griffe plangemäß und ohne Störung durchgeführt worden.

tsilicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Vorstöße unserer Sturmtruvpen an der Düna und bei Kiesel in gelangen in vollem Umfang. Bei Kieseli» wurden 2 Offiziere, 40 Mann und ein Maschinengewehr ein­gebracht.

Front des Generalobersten Erzherzog Joseph In den Bergen z» beiden Seiten des Ottos- Tales und in der P u t n a - Niederung vieffach Zusammenstöße von Streifabtcilungen.

Heeresgruppe des Generalseldmarschalls v. Mackensen Am Sereth Postengeplänkel. An der unteren Donan mäßige Artillerietätigkeit.

Mazedonische Front.

Nichts Neues.

Der erste Generalquartiermeister: Lndendorjf.

Oie militärische Lage.

(BonunsererBerlinerAbteilung.)

Berlin, 12. Febr. (Eig. Drahtbericht, zb.) Aus bem Westen meldet man einen sehr starken Nachtangriff, der gestern Avischen A tute und Serre ausgeführt wurde; der Feind verwandte hierbei Schneeheinden. Obschon die Gräben durch bas heftige Wirkungsfeuer, das dem Nachtan­griff vorausyegangen war. sehr gelitten hatten, wurden die feindlichen Vorstöße sämtlich angewiesen. Südlich Serre wurden von uns ein Stellungsabschnitt -der vorder­sten Linie planmäßig geräumt. Der Feind, -der nichts davon gemerkt hatte, belegte den Abschnitt noch weiter mff starkem Ferzer. An der Artois-Front -westlich Lille und südlich des Kanals La Bassee wurden starke feind­liche Angriffe a b g e w i e s e n. Auch im Wyt- schaede-Bogen betät'.gte sich die Artillerie lebhaft. Bei der Heeresgruppe des Kronprinzen herrschte die übliche Grabentötigkeit. Bei sichtigem Wetter waren gestern die Flieger emsig am Werke. Die unseren führten mit Erfolg Streifen auf militärisch wichtigen Punkten aus, und zwar in Amiens; Mnniticmssäbriken südöstlich von Mont Didier sowie in der Gegend von Toul und Nancy. Man konnte die gnt-e Wirkung einwandfrei an einer ganzen Anzahl Brände feststellen.

Fm Osten hat -die .Kälte nachgelassen. Zeitweise fällt Schnee. Es wurden von uns an der Düna und westlich von L u ck mit schönem Ergebnis Patrouillen Unter­nehmungen ausgesübrt. In den südlichen ® alb- kar-p athen. wo noch hohe Kälte herrschte, zeigte sich die Artillerie rege. Vom mazedonischen Kriegs­schauplatz wird berichtet, daß der gescheiterte feindliche Angriff voni 10. Februar südwestlich vom D v i ra n s ee nach -Gesaingenenausseogen den Engländern große Ver­luste brachte.

Born italienischen Kriegsschauplatz kommen ergänzende Meldungen, wonach der österreichische Potrvuillen- erfolg i:n Gör zischen und bei To Imein sehr «rfreu- lickie Beute zn der hohen Gefangenentziffer er­brachte.

vie deutsche Seesperre.

Die Probe auf unsere Machtmittel gegen Konvois.

(Von urtserer Berlilier Abteilung.)

L. Berlin, 12. Febr. (Eig. Trahtbericht. zb.) In der ausländischen Presse wird lebhaft die Frage er­örtert, welchen Schutz von neutralen od»r feindlichen Kriegsschiffe konvoyierte Handelsschiffe in der von Deutschland sestgelegton Sperrzone ge­nießen würden. Darauf wird uns von zuständiger Seite geantwortet: Sie genießen keinerlei

Schutz und werden selbstverständlich genau wie an­dere Handelsschiffe, die sich in das Sperrgebiet begeben, versenkt werden. Neutralen Kriegsschiffen kann gewiß nicU verwehrt werden, sich in die Gefahrzone zu be­geben, aber einen Schutz der Handelsschiffe, die sie trotz unserer Specrgebietserklärung geleiten wollten, würden sie nicht bieten können. Feindliche Kriegs­schiffe würden neutralen Handelsschiffen erst recht keinen Schirmer bieten, da ein solcher Konvoi ganz be­sonders unsere Tauchboote _ anziehen müßte. Das ganze System der Konvois wird in diesem Kriege kein Glück haben. Die Engländer selbst gestanden es vor unserer Seekriegsbotschast am 1. Februar. Churchill hatte schon 1915 gesagt, die Handelsschiffe müßten sich grundsätzlich selbst überlassen bleiben, da wegen ihrer großen Anzahl die Anforderungen an die Kriegsmarine zu erheblich sein würden. Die „Tiines" billigte diesen Ansdruck. „Manchester Guardian" ve:zeichnete dcy Wunsch der Baumwollimporteure nach Komwyrerung durch das Mittelmeer, nannte aber den Plan s ch w e r durchführbar. Eine englische Schiffahrtszeitung hatte während des deutsch-amerikanischen Notenwechsels im Jahre 1915 geschrieben' Es wäre unpraktisch, die Handelsschiffe sich ansammeln zu lassen. Wenn die Teurschen es ic auf 100 bis 150 Unterseeboote des neuen Typs bringen sollten, was genügend für die Ablösung wäre, würde di? Konvoyieruna überhaupt unmöglich sein. Dreierlei Gründe sprachen gegen die Konvoyiernng: Wirtschaftliche, seemännische und

militärische! Zunächst müssen die Handelsschiffe auf­einander für die Ah^ab''tsbereitschaft warten, dann müssen alle gleich schnell fahren, wolle" im Bestim­mungshafen sämtliche gleichzeitig ausgeladen werden, führen so eine Verkehrsverstopfung dort herber, wollen wieder gleichzeitig zurück, also aleichzeitig dre Kohlen- und Rückladung ausnehmen, während auch oie beglei­tenden Kriegsschiffe sich mit Kohlen für die Rückfahrr versehen müssen. Seemännisch erfordert das Zn- sammenfahcen große Ermüdung der Mannschaft, die genau darauf achten muß, daß ihre Schisse oie schnelle Fahrt einh.ilten. Hat sich einmal ein Lager heiß ge­laufen, muß die ganze Gesellschaft stoppen und der­gleichen. Militärisch kann nran den Schutz gegen die