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Verlag Langgasse 31

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13 Ausgaben.

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„Tagblatihans" Rr. öKLO-53.

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Mittags: für die Morgen-Lusg. dis 3 Uhr nachmittag». Berlmkr .iolciluuff de» Wtesvadeuer Tllgblatts. Berlin W ., Potsdamer Etr.121 ü. Fkruspr», Amt Lutzow »202 u. 620». Tagen und Plätzen wird keine Gewahr übernommen.

Samstag, 10. Zebruar 1917.

Kbend-klusgabe.

Nr. 75. ♦ 65. Jahrgang.

Der uneingeschränkte U-Sootskrieo.

Der Reichskanzler über den Untersreboots- krieg.

Der Reichskanzler hat an die Fortschrittliche Voiksparlei in Minden-Lübbecke folgendes Telegramm gerichtet:

„Für die mir sreundlichst übermittelte vaterländische Kundgebung der Verte rnensmänner des Wahlkreises Minden-Lübbecke sage ich verbindlichen Dank. Sie ist mir ein weiteres wertvolles Zeugnis für die unbeirrbare Ent­schlossenheit. mit der das deutsche Volk den Weg verfolgen wird, der in ruhiger Überlegung beschritten und jetzt am schnellsten dem siegreichen Frieden entgegenzuführen ver­mag. v. Vethmann Hollweg."

Die Erfolge unserer Tauchboote.

W. T.-B. Berlin, 9. Febr. Eines unserer in See befind­lichen Tauchboote meldet seine bisherigen Erfolge mit. 1 6000 Tonnen versenkten Schiffsraums; ein anderes hat bisher sieben Dampfer und drei Segelschiffe versenkt.

Br. Rotterdam, 10. Febr. (Eig. Drahtberichit. zb.) Laut Lloyds und Reuter ist die Zahl der am 8. Februar ver­senkten Schiffe 12, davon 10 mit 26749 Bruttoregistec- tonne«.

Sr. Rotterdam, 10. Febr. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der „Neue Rotterd. Courant" meldet: Ein deutsches Tauchboot versenkte im Sperrgebiet den holländischen Dampf­trawler „Derika". Der Tauchbootskommandant ließ die Pro­teste des Trawlerkapitäns nickt gelten, der vor der Blockadeerklärung ausgefahren war und nichts von dem Sperrgebiet wußte.

W. T.-B. Dmuidrn, 9. Febr. Der Segelloggcr „Holland" meldet, daß am 8. Februar 11 Uhr vormittags, etwa 38 Meilen nordwestlich arn Dmuiden ein niederländischer Fischdampfer oon einem deutschen U-Boot mit Bomben versenkt wuvde. Die Besatzung wurde von dem U-Bonr einem anderen Segellogger übergeben.

W. T.-B. Christ'ania, 8. Febr. Einer Drahtung ans B i g o zufolge sind dort 6 6 Mann des versenkten Dampfers „Regel" und der Segelschiffe „Seng dal" und „H a s - d a l e" eingetroffen, die von einem holländischen Dampfer ausgenommen worden waren. — Nach einer Meldung aus Sandesyovd ist das Segelschiff „Thor 2", van Südyeorgia nach England mit 13 9 00 Fässern Walfischöl unter­wegs, versenkt worden. Die Mannschaft wurde in Irland ge­landet.

IV. T.-B. London» 10. Febr. (Drahtbericht.) An Bord eines hier eingetroffenen Dampfers befanden sich der zweite Offizier und 1 Matrose der norwegischen Bark „Storskog" 12191 Tonnen), die von einem deutschen U-Boot versenkt worden 'st. Nach einer Madrider Depesche landeten in Gijon 19 Mernn des norwegischen Schiffes „Solbatten" (2613 Tonnen), das auf der Höhe ton Cap Finisterre versenkt worden ist. Es kam von Buenos-Aires mit einer Getreideladung von Cherbourg, 1 Mann war erfroren, ein anderer ertrunken. Ein Boot mit dem Kapitän und 14 Mann der Besatzung wird vermißt.

Zur Torpedierung der „California".

IV. T.-B. London, 9. Febr. „Daily News" meldet, daß der torpedierte Dampfer „Cilifornia" der Anchor-Linie ge­hörte und von New Dork nach Glasgow unterwegs war. Das Schiff wurde am Mittwochfrüb in der Nähe der eng­lischen Küste torpediert. Die geretteten Personen er­zählen, daß der Dampfer durch zwei Torpedos von zwei tersclaedenen Unterseebooten getroffen wurde.

Ein rrbenteter italieniscker Dampfer als Gefangenenschiff.

IV. T.-B. Amsterdam, 9. Febr. „Handelsblad" meldet aus London, daß 55 Mann von den Besatzungen der engli­schen Schiffe „H a l l i n s i d e" und „Turin o" und des norwegischen Dampfers „S enge l" durch das englische Schiff „P e n m o u n t" gelandet wurden. Die drei Kapitäne er­klären, daß, nachdem die Schiffe torpediert waren, die Be­satzungen auf ein italienisches Schiff gebracht wurden, das das deutsche U-Boot begleitete. Das als Gefangeneuschiff dienende italienische Schiff war aus einem englischen Hafen ausgefabren und erbeutet worden. Der Name des italieni­schen Schiffes war übermalt und nicht zu erkennen. Als die „Penmout" in Sickit kam, wurden die Gefangenen an ihren Bord gebracht. Der Kapitän erhielt den Auftrag, sie an Land zu bringen.

Die ungeheure Einbuße der Feinde an Schiffen seit dem 1. Februar.

Nach einer Kopenhagencr Meldung der „Expreß- Korrespondenz" sind bis Donnerstag von den deutschen Il-Bootcn über 85000 Tonnen feindliche Schiffe vernichtet worden, während die B cr luste der Neutralen verhältnismäßig gering sind. Es ist jedoch anznnehmen, daß der versenkte Schiffsraum noch erheblich größer iit, da der deutsche Admiralstab Schiffe als versenkt meldet, die in den Verlustlisten von Llovd nicht erwähnt werde».

Dieser Meldung der „Expreß-Korresp." kommt eine Angabe ziemlich nahe, die der „Nat.-Ztg." aus Lugano zugeht. Darin werden die Londoner Meldungen über die Versenkung von Handelsschiffen während der letzten drei Tage mit etwa 100000 Tonnen zusammcn- gezählt.

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Oer Iwist mit Amerika.

Vereitschaflsmatznahinen in Amerika.

Bewaffnung aller Handelsschiffe am Bug, Stern und an den Breitseiten.

Über die amerikanischen Kriegsvorbereitungeu meldet die „Nat.-Ztg." aus Genf: Die Pariser Ausgabe des „New Uork Hecald" meldet aus New Uork: Die Aufregung der Le- bölkerung hat sich gelegt, aber überall herrscht noch die ernste patriotische Begeisterung. Nach der Besprechung Wilsons mit dem Marineminister Daniels wurde offiziell erklärt, daß die amerikanischen Handelsschiffe ermächtigt werden wür- tkn, sich mit Geschützen am Bug, Stern und an den Breit­seiten zu bewaffnen. Die großen Brücken über den East River in New Dark werden nachts durch Scheinwerfer be­leuchtet. Alle Fuhrwerke und Fußgänger, die die Brücken passieren, werden überwacht und von der Nationalgarde durch­sucht. Rasche bewaffnete Schleppdampfer patrouillieren den Fluß auf und ab. Auf der Untergrundbahn versehen 2000 Polizisten und Detektives den Wachtdienst, desgleichen in den Bahnhöfen. Zahlreiche Fabrikbesitzer stellten ihre Betriebe der Regierung zwecks Munitionsanfertigung zur Verfügung. In ollen größeren Städten werden Lazarette eingerichtet.

Wann ist per Kriegsfall für Wilson gegeben?

Eine Meldung ans der Umgebung des Präsidenten.

Br. Haag, 10. Febr. (Eig. Drahtbericht. zb.) „Morning Post" meldet aus der Umgebung des Präsi­denten Wilson: Der Präsident kan" keinen Krieg erklären ans dem Grund, daß ein einziges Menschenleben verloren gegangen ist. Dafür ist es zu spät, weil schon so viele Amerikaner umge- komnicn sind. Nur ein zweiter „L u s i t a n i a"- F a l l könnte den Krieg verursachen. Wenn „St. Louis" oder ein anderes großes Passagierschiff znm Sinken ge­bracht würde, würde das Volk den Krieg for­dern. Eine andere Ursache die zur Erklärung des Kriegs zwingen würde, wäre eine Gewalttat, die an dieser Seite des Atlantischen Ozeans ausgesührt würde, falls ein oder mehrere U-Boote in amerikani­schen Gewässern erscheinen würden und dort nicht allein Kauffahrteischiffe, sondern auch Kriegs­schiffe zu vernichten trachten, dann würde auch das ein Grund znm unnrittelbaren Ausbruch des Krieges sein.

Die Verteidigung von New York.

Br. Rrttcidam, 9. Febr (zb) Nach einer New Uorker Reutermeldung wurden alle verfügbaren sechszölligen Ge­schütze von Westpoint nach New short verschifft. Sie sollen in den Forts, welche die Stobt schützen, aufgestellt werdeu.

Finanzielle Krieqsmaßnahmen der Vereinigten Staaten.

Br. Zürich, 10. Febr. (Eig. Drabtberickt. zb.) Laut Agentur Radi» erwartet man in New Aork die sofortige Aus­gabe v, i "bffgaüonen uv.- >9Latzscheinen, ötc Verdoppelung der Einkommensteuer und der Mehrgewinnsreuer.

Eine Kundgebung des deutsch-amerikanischen Nationalbundes für Wilson?

Br. Haag, 9. Febr. (zb.) Reuter meldet aus Phila- delplia: Die Abgeordneten aus 28 Staaten, die 3 Millionea Mitglieder des deutsch-amerikanischen Nationalbundes ver­treten, haben ibre Treue den Vereinigten Staaten gegen- i-ber beschworen und ihre Zustimmung zu der Politik Wilsons zum Ausdruck gebracht.

Der Tatbestand in Sachen unserer Schiffe in Amerika.

IV. T.-B. Berlin, 9. Febr. Nach einer hier eingegange­nen direkten Meldung der „New Uork Times" haben weder die amerikanischen Militär- noch Marinebehörden die Ver­haftung deutscher Matrosen angeordnet. Die Matrosen, die ihre Schiffe verlassen wollten, wurden aufgefor­dert, sich zur Einwandererftat'on zu begehen und das Land auf diesem gewöbnüchen Wege zu betreten. Den Dampfer „Kronprinzessin C e c i l i e" hat man in Boston rm , Verlauf eines seit langem anhängigen Zivilprozesses mit Beschlag belegt. Diese Maßnahme ist aber nur getroffen worden, um eventuellen Schaden zu verhindern, der den Wert des ^Schiffes als Sickecheit für die Kläger berabminderr, könnte. Was die anderen deutschen Schiffe betrifft, er­klärte die Regierung offiz-ell, daß sie diese nicht beschlagnahmen werde, und daß die Deutschen über die Schiffe nach Belieben verfügen könnten. Die Mannschaf­ten der internierten deutichen Kreuzer wurden aus Sicher­heitsgründen von dort entferiit, sie sind gut aufgehoben. Dies ist der vollständige Tatbestand der dortigen Ereig­nisse im Zusammenhang mir den Deutschen und den deut­schen Schiffen.

Das Recht der Abmontierung von Schiffen.

IV. T.-B. Amsterdam, 9. Febr. Nach einer Meldung aus Washington hat die amerikanische Regierung entschieden, daß Schiffskapitäpc das Recht haben, ihre Schiffe abzumon- rieren, wenn die Schiffahrt dadurch nicht behindert und in Gefahr gebracht wird. Die Tatsache, daß die diplomatischen Beziebungen abgebrochen sind, ändere nichts an diesem Recht.

Massenfriedenspropaganda in den Bereinigten Staaten.

Ausrüstungsbestellungen für eine halbe Million Mann.

Br. Gens, 10. Febr. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Pariser Blätter melden aus New Bork: Seit 48 Stun­den wird das Land mit Propagandablättern über- schwemmt, die dazu auffordern, folgende gleich­lautende Depesche an Wilson zu senden: „Unsere

Ehre steht nicht auf dem Spiel. Wir wollen den Frieden. Wir hoffen, Sie werden Ihr Möglichstes tun, uns den Krieg zu ersparen."

Die Regierung macht Bestellungen für Ausrüstung von einer halben Million Mann, außer den gegenwärtig verfügbaren Streitkräften.

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Einstellung der neutralen Schiffahrt?

Br. Basel, 10. Febr. (Eig. Drahtbericht, zb.) Den „Basler Nachrichten" zufolge meldet der „Osjervatore Romano": Die Neutralen erwägen die Möglichkeit, durch Einstellung der Schiffahrt das Ende des Weltkonfliktes herbeizuführen.

Der endgültige Wortlaut der schweizerischen Note an Wilson und an Deutschland fest- t , gestellt.

W. T.-B. Bern, 9. Febr. Nachdem der Bundesrat be­reits am vergangenen Montag die vorläufige Antwort auf t'e Note Wilsons erteilte, hat heute der Bundesrat den end­gültigen Wortlaut der Note an Amerika festgrstellt. In ihr werden die Gründe auseinandergesetzt, die der Schweiz verbieten, sich dem amerikanischen Vorgehen anzuschließen und aus der Neutralität herauszutreten. Ferner hat heute der BundeSrot den Wortlaut der Note an Deutschland sistmsetzt, in der zu der ungehemmten Unterseebootssperre die Stellung der Schweiz umschrieben wird. Die Noten wer­den morgen in Berlin und Washington überreicht.

Zur holländischen Absage.

IV. T.-B. Amsterdam, 9. Febr. „Nieuwe van den Dag" schreibt zur gestrigen Erklärung der niederländischen Regie­rung: Wir stimmen mit dem Beschluß vollständig überein, und die übergroße Mehrheit des niederländischen Volkes wird sich durch die Unzweideutigkeit und den Nachdruck dieser Erklärung erleichtert fühlen. Man kann die Regie­rung kaum genug loben, daß sie die ganze Welt warnt, daß die Niederlande nicht die Rolle Griechenlands spielen, ober sich auch nicht wie Griechenland behandeln lassen werden. Die Negierung hält ihr Pulver für die zwei ernsten Fälle einer Souveränitäts- oder einer Gebietsver­letzung trocken. Mehr können wir mit unseren beschränkten Kräften nicht tun. — Der „Nieuwe Courant" schreibt: Die Erklärung der Regierung kann nur dazu beitragen, die Sicherheit des Landes zu stärken, während sie Europa Gewißheit darüber gibt, auf was es von unserer Seite rechnen kann.

Ein holländisches Weißbuch in Sachen der Seesperre.

W. T.-B. Haag, 9. Febr. Das Korrespondenzbureau melket: Dieser Tage viird den Generalstaaten ein Weiß- b u ch mit den Noten Deiitschlands und Österreich-Ungarns über den ungehemmten Unrerseebootskrieg und den Antwort- rwten der niederländischen Regierung vorgelegt werden.

Die Haltung Spaniens.

W. T.-B. Paris, 9. Febr. iMeldung der Agence Havas.) Die Zeitungen melden aus Madrid, daß der Minister des Äußern dem amerikanischen Botschafter als Antwort an Wilkon eine Abschrift der Antwort der spanischen Regierung an Deutschland überreichte Er fügte hinzu, Spanien könne keine andere Haltung einnehrüen, als sie in der Antwort an die Mittelmächte angegeben ist

Laut Blätternieldungen aus Madrid ist Österreich- Ungarn eine mit der Antwort an Deutschland genau über­einstimmende A n t w o r t erteilt worden.

Eine englische Falle sür die skandinavischen Reeder.

Br. Stockholm, 10. Febr (Eig. Drahtbericht. zb.) Den Stockholmer und Götheborger Reedereien ist im Lauf des gestrigen Tages von der engliscken Sckiffsversichcrung Lloy'ds telegraphisch die Versicherung schwedischer nach England und Frankreich abgehender Handelsschiffe zu 5 Prozent des Wertes angeboten worden. Es verlautet- daß Ähnliche für die Reeder außerordentlich vorteilliafte Versicherungsangebote auch norwegischen Reedereien gemacht worden seien. Dies Angebot, hinter dem zweifellos die britische Regierung steht, verfolgt nützlich den Zweck, durch Aufopferung der skandinavischen Handelsschiffahrt den

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