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17 . Jitlirgang 1917. <§* j & (?*s ®ns <§».® <&* s > «%® <§*§ ®»,® e**®
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§rau (Dargots ßöllenfabrt.
Von Gizslla Gräfin Rieimansegg, Wiesbaden.
(Nachdruck verboten.)
n einem Rlubfessel aus dunkelrotem Leder, mehr liegend als sitzend, rcke.t sich die hübsche, b.onde Frau Margot, einen fran- zö;ischen Roman auf denRnieen, eine Zigarette pvischen den Lippen, und horchte aufmerksam den neuesten Skandal-Rutsch an, den ihr der hyperelcgant angetane, ältliche Anbeter ihrer Reizen Baron Schneider, vortrug. Ats er fertig war, gähnte sie leicht, neste.te sich noch behaglicher in die weichen, seidenen Rissen, streckte den schmalen Fuß vor und wippte damit auf und ab. Das monokelbcwaffnete Auge 'des Barons schielte gebannt auf den seidenen Strumpf, der das fchl mke Bein umspannte und das sich ohne Scheu, zeigen durfte, denn es war fein und klar in der Form.
„Wie gedrechselt. Sie können dem berühmten Aschenbrödel seligen Andenkens Konkurrenz machen, meine Gnädigste," lispelte der verliebte Geck, spitzte die Lippen und warf eine Rußhand in die Lust.
„Ach du lieber Himmel, mein bester Baron, das haben Sie uns schon hundertmal gesagt — meinem Bein und mir — wir sind allmäh.ich abgestumpft dagegen. Was Neues möchte ich hören, sehen, erleben! — Der Neman, den Sie mir gestern brachten, ist genau auf dasselbe Raliber abgestempelt wie seine Vorgänger. Ich mag ihn gar nicht weiter lesen, da haben Sie ihn wieder." Das gelbe Buch flog, gut gezielt, gegen das prominente Bäuchlein des elegant bewesteten Herrn, der e ne leichte Grimasse nicht unterdrücken konnte. Der Magen war eme heikle Stelle bei ihm, das wußte die beshafte Frau Margot ganz genau, und lachte sie auch so holdselig und unbefangen, und frug naiv: „Ich habe Ihnen doch nicht weh getan? Verzeihen Sie, lieber Baron!"
„Ich bitte Sie, meine gnädige Frau, mit dem Händ- chen können Sie garnicht weh tun."
„Mit dem Händchen vielleicht nicktt allzusehr, aber mit dem dicken Buch schon eher."
„Röstlich, köstlich," meckerte er zurück „Wirklich schade, daß Sie das Buch nicht weiter lesen wollen, lauter pikante Liebesabenteuer, die französhche Fantasie ist unerschöpflich darin, man lernt doch immer wieder was Neues."
Frau Margot stand auf, reckte ihre schlanke, geschmeidige Gestalt und zündete sich eine frisckse Zigarette an. Sie sah belustigt auf den kahlwerdenden Scheitel ihres Verehrers herab. „Mein lieber Baron, sollten Sie wirklich noch was zum Lernen haben nach dieser Richtung 71 — Ich meinte, Sie wären der raffinierteste Lebemann, den es überhaupt gibt. Aber nun ist's wohl an der Zeit, daß Sie end.ich anfangen, solider zu werden, man wird ältlich, die Haare werden dünn." Sie tippte
ungeniert mit der rosigen Fingerspitze auf die werdende pmtte.
„Ach was," antwortete er aufspringend, da er die Aussicht seines Hauptes aus der Vogelperspeklive tiicht gern preisgab, „das hat nichts zu sagen, die Haare gehen mir momentan etwas aus, das erholt sich im Handumdrehen, meint mein Friseur, er hat mir ein vorzügliches Mittel gegeben."
„Zu einem vorzüglichen Preis auch," neckte sie, „da braucht man sich aber wieder nicht anfpwegen über den Fall."
„Herr von Lanza," meldete der Diener.
„Ich lasse bitten," in den drei Worten lag aber ein. so freudiger Ton, daß es dem Ghr des eifersüchtigen Barons nicht entgehen konnte.
„Der hätte auch fortbleiben können," brummte er verdrießlich und zog die weiße Weste glatt über den empfindlichen Magen.
„Sind Sie schon wieder unzufrieden?" lachte Frau Margot, „ich kann doch nicht zeitlebens init Ihnen im l'ete-L-tele sitzen bleiben."
„Von mir aus sckson," murmelte er, „wenigstens solange, bis. . ."
Tr kam. nicht weiter in seinen Reflexionen. im Türrahmen erschien eine hoh', a f al.n) vo n hm aussehcnde Männergestalt. Frau Margot eilte ihrem neuen Ga Etc entgegen und streckte ihm die Hand juih Gruße hin. Dem scharf beobachtenden Baron entging es nickst, daß sich die zarten Wangen der reizenden Frau dunkler färbten, und daß sie ihre Hand, seiner Ansicht nach wenigstens, pi lange in der festen Umschließung liegen ließ, der dunkle Ropf Lanzas neigte sich tief über die Fingerspitzen, und die Begrüßung fand durch einen Handkuß ihren Abschluß. Der üppige Haarwuchs des neuen Ankömmlings entging den prüfenden Augen eines Widersachers nickst, denn derselbe fuhr sich unruhig mit der silbernen Taicben- bürsle am Sclsädel umher, ohne natürlich die Lage seiner spärlichen Locken zu verbessern. Bald saß man wieder in den behaglichen Lehnstühlen und das Gespräch kehrte zum beliebten Stadtklatsch zurück.
„Haben Sie gehört, gnädige Frau, daß es mit der armen, kleinen Marianne Berg zu Lnde gehen soll?" erzählte Lanza. Seine Stimme k.ang weich und seine Augen umflorten sich, „so jung, kaum [8 Jahre, und sterben müssen!"
Line Pause entstand, jeder hing seinen Gedanken nach.
„Mein Gott, die kommt ja kerzengerade in den Himmel." schnarrte der Baron, der es haßte, au den Tod erinnert ju werden.
Dhne seine Unterbrechung zu beachten, fuhr Lanza fort, „Marianne war für mich der Inbegriff von dem,
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