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wöchentlich

Verlag Langgaffe 21

Eldalter-Halle gfSffnet von o UOr morgen« bit 7 Uhr a&tnSä.

v-,ugs.Prcissiir beide Ausgabe»: Sit. l._ monatlich, ms— vietteljährlich durch den Berlaa «ebe^aeld^ ° --5iL 4 Ob ">erleljSdr,ich durch alle deurjchen Boftanftalten, -u«ichl,eßli-8

- ^ezngs.«eitellii»gei> nehmen aunerdem entgegen^ in «>ie»baden die Zweigstelle BiS- ™Ä 'nnn °in’Ln 6t L™ U i2°i!. f Iefl o” !" En Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Au«, gabeftellen nnd in den denachvanen Landonen und im Rdeingau die betreffenden Tagdiatt-Troger,

Anzeigen-Annahme: stur die Äbend-Äu«g. diitSUHr m .. .

imnag«; sur die Morgen-Ausg, di« d Uhr nachmittags, Berliner Abteilung des Wiesb adener Tagblatts

Dienstag, 30. Januar 1917.

13 Ausgaben.

Fernruf:

«r. ssso-sz.

8»n 8 Uhr morgen« bi» 7 llbr abend», außer Sonntag«.

SfUfi J 5 ? t8 ' ^ Etliche Anzeigen im „»rbei!«m-rkt» und „Kleiner «lueiaer- m kuiheitttMkr S«tzform. Ä)Pfg. tn davon abrveichendt'p Satzausfübruna, sowie für alle übriaen ßrtfirfvn 2325« "Ä iuralle ausw.rtigen Anzei^ l äHtffr örtliche KÄlKÄ meuamen. Gan-e, halbe, dnitel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer I^ereckuuna — Be, mederdolrer Ausnadme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwi chcnräumen entsprechender Na^il-st

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LustkSmpse am 27. Januar.

Berlin, 29. Jan. (Drahtbericht.) Bei klarem Froste Wetter herrschte am 27. Januar auf der ganzen Westfront rege deutsche Fliegertätigkeit. Die feindlichen Flieger hielten sich auffallend zurück und beschränkten sich in der Hauptsache auf Flüge hinter ihren Linien. Dir Fern­aufklärung wurde bis an das Meer durchgeführt. Bon ihren Flügen brachten die Beobachter wichtige Mel­dungen über den Berkehr hinter der feindlichen Front zu­rück. Die wertvollen Ermittlungsergebnisse wurden in zahl­reichen Lichtbildern festgrhalten. Calais, B-ul-gnc, Etaples, Amiens, To ul, Luxenil und Mont­pell i e r sind dabei erneut von uns photographiert worden. Der Bahnhof von F r o n a r d wurde unter Flieger- beobachtung mit schwerstem Geschütz beschossen. Feinde liche Batterien und Unterkunftsräume westlich P e r o n a r, der Bahnhof von Rost eres und feindliche Lager bei Cappy Bray wurden in den zwei aufeinanderfolgenden nächsten Nächten ausgiebig mit Bomben beworfen. Das eine unserer Kampfgeschwader belegte mit beobachtetem Erfolg Neuves Maisou südlich Nancy mit 190 0 Kilo­gramm und Domdales mit 550 Kilogramm Bomben. Das französische Truppenlager in Foret d e H a y e bei Toul wurde aus geringer Höhe mit M a f ch i - »engewehrfeuer angegriffen. Eine besonders kühne Tat vollbrachte ein Flugzeug, indem es die Eisenbahn­brücke über die Authie, 20 Kilometer südlich Etaples. aus 30 Meter Höhe mit 4 0 P a ck S p r c n g l a d u n g e n be­warf. Der Erfolg war der beabsichtigte. Die Explosion zerstörte den ganzen Bahnkörper. Das gleiche Flugzeug griff sofort nach der Sprengung einen feind­lichen Eisen bahnzu, nördlich der Brücke mit Maschinengewehrfeuer an, brachte ihn zum Stehen und schoß einen Wagen inmitten des Zuges in Brand.

Im Luftkampf und durch Abwehrfeuer holten wir fünf feindliche Lustzeugr herunter. Im Osten wurde rin russisches Flugzeug brennend zum Absturz gebracht.

Die neue englische Blockade- verjchärjUng.

(VonunfererBerlinerAbteilung.)

L. Berlin, 29. Jan. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die neue englische Blockaderklärung in der Nordsee läßt unsere Marine völlig kalt. Die Absicht der Briten char natürlich vor allem, unsere N o r d s e e st r e i t- kräfte zu verhindern, aus ihren Stützpunkten auszufahren und unseren Untersee- b o o t e n A n g st z u m a ch e n. Es ist aber früher schon wiederholt geschehen, daß England Minen in der Nord- see auslegte, ohne daß diese unsere kleinen und großen Knegsfahrzeuge gestört hätten, aus dem nassen Dreieck herauszukommen. Jin übrigen ist dlese Kriegsgebiets- erklärung nur eine Wiederholung des Nordsee­erlasses vom 3. November 1914. Damals wurde schon einmal erklärt, „daß die gesamte deutsche Nordsee als gefährlich für die Schiffahrt zu gelten hat". Die eng­lische Admiralität begründet ihren Erlaß damit, die deutsche Scekriegführung wäre allzu rücksichtslos. In Wahrheit will sie mit dieser Beschuldigung sich selbst o^ Leben in der Seekriegführunq leicht machen, um die neutralen Schiffe in die Hand und das Recht auf ihre Durchsuchung zu bekommen. Die neu­tralen Regierungen protestieren nicht gegen das wahllose Ausstreuen von Minen, wie es England ein­leitete. Auf die englische Erkläriing erfolgte dann die unsere vom 4. Februar 1915, die die Gewässer rings um England, den Kanal einbegriffen, als Kriegsgebiet bezeichnete und die darauf verwies, welche Gefahr die neutralen Schiffs liefen, die sich dorthin begeben, schon wegen des M i ß b r a u ch s, den die E n g l ä n d e r mit den neutralen Flaggen trieben. Aber wäh. rend dre englische Erklärung ohne Wider- spruch geblieben war, erfolgte gegen unsere deramerikanischeProteft. Mag sich auch die neue Knegsgebietsausmessung der Engländer in be- scherdeneren Grenzen halten al< die frühere so darf man doch gespannt sein, ob die Neutralen sie so ruhig hrnnehmen werden, da zugleich mit den deutschen Häfen auch der holländische Terschelling und der dänische Esbjerg in di? Gefahrenzone einbegriffen wurden. Es handelt sich hier um eine verschärfte wirtschaftliche Blockade der Neutralen denn auf unsere Seekrirgfiibrung hat die englische Drohung natürlich keinen Einfluß. Es darf auch noch­mals ausdrücklich darauf hingewioseri werden, daß wir uns bei dem Minenlegen darauf beschränkten, englische und französisckie Zufuhrstraßen mit Minen abzusverren, daß aber die Engländer j-tzt wieder das Recht für sich beanspruchen, weiteste Gewäsier als Gefahrenzone, somit ob» minenverfeucbt. zu bezeichne».

Morgen-Kusgabe.

Reue hochersteiiliche Erfolge unserer Unterseeboote!

wieder 32 Schiffe mit wertvoller Ladung von drei U-Vooten versenkt. Drei Fischdampfer aufgebracht.

(Wiederholt, da schon in einem Teil der Abend-Ausgabe enthalten.)

.. W. T.-B. Berlin, 29. Jan. (Drahtbericht.) Ein ineser Tage von einer Unternehmung zuruckgckehrtes Unterseeboot hat 11 Fahrzeuge mit 32469 Tonnen, ern anderes hat 8 Schifte mit 32 244 Tonnen versenkt. Unter den 19 Schiften befanden sich 7 Kohleu- dampfer mit Kohlenladungen nach feindlichen Ländern, 2 Dampfer mit 13 200 Tonnen Weizen nach Frankreich und England, 1 Dampfer mit Bleierzladung nach England. Der Rest der versenkten Schiffe hatte u. a. G r n b e n ho l z; Fische und sonstige Bann­ware geladen. Bon dem ersten Unterseeboot wurde außerdem ein _ 6 - Zentimeter -Geschütz erbeutet, durch das zweite Unterseeboot 9 Gefangene einge­bracht.

^ 5 '^s Unterseeboot hat in den Tagen vom 12. brs 22. zanuar insgesamt 13 Fahrzeuge versenkt, von zusammen zirka 12 000 Tonnen; unter ihnen befanden sich 4 Schiffe mit Kohlen, 6 mit Grubenholz,

1 mrt E r z, 1 mit Pech und 1 mit gemischter Bann­ware.

Schließlich hat eines unserer Unterseeboote drei engllsche F r s ch d am p f e r nahe der englischen Küste auf- und in die heimischen Gewäsier eingebracht. D,e drei Dampfer werden der deutschen See- fl scheret zur Verfügung gestellt werden.

Die Rämpse um die Höhe 304.

Eine Meldung des Generals v. Franyois.

W. T.-B. Berlin, 29. Jan. (Drahtbericht. Amtlich.) über, den Verlaus der Kämpfe am 28. Januar auf dem Westufer der Maas meldet der General der Infanterie v. Francois: Um 8 Uhr früh setzten die Franzosen zum Angriff auf unsere neuen Linien auf der Höhe 304 ohne Artillerievorbereitung an. In unserem gut zu beobachtenden Feuer kam der Gegner nur an einzelnen Stellen aus den Gräben und wurde a b g e- wiesen. Um 12 Uhr mittags begann starkes feind- liches Feuer, das sich um 2 Uhr nachmittags zum Trommelfeuer steigerte. Um 3 Uhr 15 Min. nach- mittags brach die feindliche Infanterie ans der ganzen neuen Front zum zweiten Angriff'vor, wurde aber durch Infanterie, Handgranaten und Sperrfeuer zurückgeworfen. Ein dritter Angriff um 3 Uhr 40 Min. nachmittags kam in unserem wirksamen Vernichtungsfeuer nur stellenweise ans den Gräben. Darauf setzte wieder starkes Artilleriefeiler auf unsere vorderen Gräben ein. Um 4 Uhr nachmittags erfolgte der vierte Angriff, der von dem Infanterie- Regiment Nr. 13 und dem Rewrve-Jnfanterie-Regiment Nr. 10 im Handgemenge abgeschlagen wurde. Das Infanterie-Regiment Nr. 15 stürmte dem Gegner aus den eigenen Gräben entgegen und trieb ihn zurück. Alle Stellungen sind restlos gehalten.

Der Gegner erlitt sehr schwere blutige Verluste, während die eigenen gering sind. Die Stimmung der Truppen ist siegesfroh und ausgezeichnet.

Bittere Wahrheiten für Ke Wilsonsche Regierung.

Ein in Washington stark applaudierter Pazifizisten- Vortrag.

Br» Hang» 29» Jan. (Eig. Drahtbericht, zb.) Große« Aussehen macht in Amerika ein B o r t r a g, den der bekannte Pazifist Hermann An gell in Washington vor einem großen Publikum hielt. Ter Grundgedanke ist. daß große Rüstungen nur dann Wert für eine Nation habrn könnten, wenn gleichzeitig dir internationalen, divlomatischen und politischen Beziehn.-igr, „uss genaueste nnd klarste ausge- arbeitet sind. In Beziehung auf Amerika heiße das, daß es sich nicht durch Lieferungen irgendwelcher Art in den europäischen Krieg mischen dürfe, Munition, Lebensmittel, Kredit und Geld möglichst in der Heimat kon­zentrieren müffe. Es müise vollkommen neutral und unparteiisch bleiben und beide kämpfenden Par- teien gleich behandeln, indem eS k e i « e H i l f r leiste. Das P ubl iku m. ß» ttiU kU JbmU* «&**#" »14

Nr. 53. ♦ 65. Jahrgang.

Sollte diesen Sätze» lauten Beifall. Ferner setzte Augell auseinander, daß die F r e i h e i t d e r M e e r e, für die Deutschland ficht, gerade die Sache ist, für die Amerika vor hundert Jahren gegen England kämpfte. Hermann Angell führte weiter aus, daß der Krieg unmöglich gewesen wäre, wenn die Regierenden in Deutschland das Volk nicht, hatten davon überzeugen können, daß es lebensgefähr- lichvonden Alliierten bedroht werde. Er besprach sodann die Sonderabsicht Rußlands und stellte in den Mittel- punkt ferner ganzen Theorien über die Zukunft die Mög­lichkeit eines japanisch - amerikanischen K o n- f l r k t s. Weiter verteidigte er Wilsons Politik. Der Bertcht- erstatter des „Daily Exvreß" muß zum Schluß zugeben, daß Amerika Hermann Angell sehr ernst nimmt. Daß er rn der Tat in Amerika gute» Boden findet, beweist ei» Ge­spräch der „Daily News" mit dem bekannten amerikanische» Journalisten S i m o n d s, dem Herausgeber der durchaus allnertenfreundlichen „R e w Y o r k T r i b u n e", die auch ge­schäftlich in den Northcliff-Kreis gehört. Dieser er­klärte, die Engländer würden einen großen Fehler machen, wenn sie glaubten, daß alle Fricdensgespräche in Amerika ausgerechnet deutsche Propaganda seien. Sehr viele Leute haben die Emvfindung, daß der Krieg bereits durchgefochten ist und daß es sich jetzt darum handelt, sich zu verständigen, aber nicht weiterzukämpfen.

Westamerikanische Blätter über die Croberunaskriegsziele der Entente.

W. T.-B. Washington, 20. Jan. (Durch Funkspruch von, Vertreter des W. T.-B.) Die Zeitunoen des Westens be­urteilen fetzt die Antwortnote der Entente an Wilson sehr drel weniger günstig als die Zeitungen im Osten der Union. Besonders bemerkenswert ist ein Leitartikel des „Cincinnati Enquirer", der sagt: Die neutrale Welt besitzt jetzt die offt- zrelle Mitteilung, daß die Entente den Krieg nicht fiihrt, uni die Zivilisation zu retten rnd um das unerträgliche System einer militärischer Regierung zu stürzen; vielmehr bandelt es sich, wre ehedem, um e i n e n R a u b z u g z u m Erwerb von Land. Die Zeitung erörtert die territorialen Llsp- ratwnen der verschiedenen Ententeländer und weist darauf hin, daß die Entente, indem sie vorgibt, den Frieden Europas aufrecht zu erhalten, danach strebt, die deutschen Armeen zu entwaffnen. Dabei findet inan aber bei der Entente nirgendswo das Versprechen, dost sie ouch ihrecseits zu Wasser oder zu Lande zu deniobilisiereu beab- stchtrgt. Der Artikel schließt: Es ist erfrischend, daß man endlich einmal die langatmigen und sentimentalen Redens­arten über einen Krieg zur Verteidigung des Christentums und über die Opfer der Entente für die Freiheit nicht mehr zu Horen braucht. Was wir sehen, ist der altmodische Krieg um der Eroberung willen. Sonst würde Italien nicht an dem räuberischen Unternehmen terl- i-ehmen, noch würde sonst Rumänien mit Rußland ge­meinsame Sache macken, das wahnsinnig ist vor Freude über die erhoffte Verwirklichung seines jahrelangen Traumes der Kontrolle Konstantinopels.

Eine Warnung des amerikanischen Botschafters in Petersburg.

Br. Stockholm, 29 Jan. (Eig. Drabtbericht. zb.) Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Petersburg, Miiter B r a n d i n, hat vor einigen Tagen anläßlich eines Besuches '"Moskau vor der dortigen ruffisch-amerikanischen Han­delskammer einen Vortrag gehalten, in dem er der Hoffirung Ausdruck gab, daß die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Rußland und Nordamerika in Zukunft weitere Fortschritte machen möchten. Dann sagte er weiter: „Diese Hoffnung dürste jetcch kaum in Erfüllung gehen, wenn die Beschlüffc und Grundsätze der Pa ri ser W i rtschafts kon fe renz der Entente vom Juli 1910 zur vraktllchen Ausführung ge­langen sollten. Mögen diese Beschlüsse auch von dem Wunsche beseelt gewesen sein, eine Hegemonie jener Länder, die jetzt gegen die Ententemächte Krieg führen, ftir die Zukunft un­möglich zu machen, sc enthalten sie doch andererseits eine * Reihe von Punkten, die zweifellos gegen den Handels- verkehrmitdenneutralen Mächten gerichtet find. Man darf nicht vergeffen, daß unter diesen neutralen Mächten auch selche sind, die gerade die Verbündeten mit alle dem vrrseben haben, was ihnen eine Fortsetzung des Krieges mög­lich gewacht hat. Ohne das den Ententemächten gelieferte Kriegsmaterial hätte die bisherige Kriegsfüh­rung wahrscheinlich einen ganz anderen Verlauf genommen." (Sehr richttg bemerkt, Mist-r Brantin! Schristl.)

vie militärische tage.

(Don unserer Berliner Abteilung.)

D. Berlin, 29. Jan. (Eig. Meldung, zb.) Am 27. Januar lag beiderseits der Ancre lebhaftes Geschützfeuer. Der im Heeresbericht vom 28. Januar gemeldete englische Vorstoß bei Le Transloy wurde nach starker Artillerievorbereitung eingeleitet und erfolgte in eii.er Breite von zwei Kompagnien. Unsere Vorposten ivurden zurückgedrängt, die schmale Stelle, die der Feind in erster Linie besetzte, wurde, wie üblich in solchen Fällen, abgeriegelt. Im übrigen zeigte sich die A r t i l l e r i e a rf per Westfront an den beiden letzten Tag« weniger eifrig. Auch die Flieger, die häufig Ge­legenheit zum Aufttieg hatten, erzielten keine besonderen be- merlenöwert-n «zgcbugc. Die Nacht tmn 27. «U den 28. war