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Montag,2 9. Januar 1917.
Kbend-klüsgabe.
Nr. 52. ♦ 65. Jahrgang.
Neue hocherfreuliche Erfolge unserer Unterseeboote!
Lin großer englischer Hilfskreuzer versenkt.
W. T.-B. London, 29. Jan. (Drahtbericht.) Amtliche englische Meldung: Der Hilfskreuzer „Laurenti" (14 892 Tonnen) ist am 25. Januar an der syrischen Küste von einem deutschen Unterseeboot oder einer Mine versenkt worden. 12 Offizrere, 109 Mann sind gerettet.
wieder 32 Schiffe mit wertvoller Ladung von drei U-Vooten versenkt.
Drei Fischdampfer aufgebracht.
W. T.-B. Berlin, 29. Jan. (Drahtbericht.) Ein dieser Tage von einer Unternehmung zuruckgckehrtes Unterseeboot hat 11 Fahrzeuge mit 32409 Tonnen, ein anderes hat 8 Schisse mit 32 244 Tonnen versenkt. Unter den 19 Schiffen befanden sich 7 Kohlen» dampfer mit Kohlcnladungen nach feindlichen Ländern, 2 Dampfer mit 13 200 Tonnen Weizen nach Frankreich und England, 1 Dampfer mit Bleierzladung nach England. Der Rest der verseuktrn Schiffe hatte u. a. Gruden Holz, Fische «nd sonstige Bann- Ware geladen. Von de« ersten Unterseeboot wurde außerdem rin 8 - Zentimeter - Geschütz erbeutet, durch das zweite Unterseeboot 9 Gefangene ringe» bracht.
Ein drittes Unterseeboot hat in den Tagen vom 12. bis 22. Januar insgesamt 13 Fahrzeuge versenkt, von zusammen zirka 12 000 Tonnen: unter ihnen befanden sich 4 Schiffe mit Kohlen, 0 mit Grubenholz, 1 mit E r z, 1 mit Pech und 1 mit gemischter Bannware.
Schließlich hat eines unserer Unterseeboote drei englische Fischdampsrr nahe der englischen Küste ans- und in dir heimischen Gewässer cingcbrachtz Die drei Dampfer werden der deutschen Seefis ch e re i zur Verfügung gestellt werden.
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W. T.-B. Kapstadt, 29. Jan. (Drahtbericht. Reuter.) Der Kapitän und die ganz« Besatzung der von einem deutschen U-Boot am 4. Januar versenkten russischen Bark , Rübe ' ist hier gelandet.
Noch 19 Dampfer vom Dezember vermißt.
Sr. Haag, 29. Jan. (zb.) Aus London wird mitgeteilt, daß nach privaten Mitteilungen von Lloyds im Monat Dezember noch 19 Dampfer als vermißt angegeben werden, über die bisher keine Mitteilungen veröffentlicht werden. Vierzehn davon sind englisch.
Zum letzten Torpcdobootsgefrcht.
Die B e st ä t i g u n g der englischen Verluste von holländischer Seite.
W. T.-B. Rotterdam, 27. Jan. Holländischen Schiffahrtskreisen zufolge ist -n dem Seegefecht an der flandrischen Küste ein englischer Zerstörer gesunken und ein zweiter so schwer beschädigt worden, daß auch er als verloren gelten muß.
Lebhafte Gefechtrtätigkeit an der wesifcont.
Die feindlichen Angriffe überall restlos zusammengebrochen.
Der Tagesbericht vom 29. Januar.
W. Tl-B. Grohes Hauptquartier, 29. Jan. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Nördlich von Armentieres griffen die E n g l ü n - der in drei Wellen die Stellungen des bayrischen Jnfant.- Regiments Nr. 23 an, bas den Feind verlustreich zurückwies. Westlich von Fro m elles, östlich von Neuville, St. Baast, auk dem Rvrdufer der Anrre und nördlich vom Bic sur Ais ne blieben Unternehmungen feindlicher Streifabteilungen ohne Erfolg.
Südwestlich von le Transloy wurde ein englischer Posten aufgehoben.
Heeresgruppe Kronprinz.
Auf dem Wrltufer der Maar herrschte tagsüber rege Kamvftätigkeit. Morgens versuchten die Franzosen ohne Feurrvorbrreitnng überraschend gegen dir om 25. Januar gewonnenen Stellungen auf Höhe 30 4 rorzubrechen. In unserem sofort einsetzenden Feuer fluteten sie zurück. Bon Mittag an lag starke Ar-
tilleriewirtung auf unseren Grästkn. Es erfolgten noch heftigen Feuerwellen noch drei französische Angriffe, die sämtlich restlos zusammenbrachen.
Die braven westfälischen Infanterie-Regimenter Rr. 13 und 15 und das badische Infanterie Regiment Nr. 169 hielten in zäher Verteidigung den eroberten Boden, von dem trotz hohen Einsatzes von Munition kein F u st breit »on den Franzosen zurückgewonnen werden konnte.
In den Vogesen brachte ein Erkundungsvorstoß neue Gefangene ein.
Nach starker Fenervorbereitung drangen auf dem Hartmannsweiler Kopf Sturmtruppen des württem- b e r g i s ch e n Landwehr-Jnfanterie-Negiments Nr. 124 in die französischen Gräben und kehrten mit 35 Gefangenen nnd 1 Maschinengewehr zurück
tätlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalseldmarschalls Prinz Leopold von Bayern»
An der A a schränkten nnsichtiges Wetter und Schneetreiben die. Gefrchtstätigkeit ein.
Die bewährten osmanischen Truppen des 15. KorvS schlugen an der Zlota-Lipa russische Angriffe zurück, die nach heftigem Feuer mit starken Masten einsetztrn. An einer Stelle säuberte schneller Gegenstoß den eigenen Graben. Im NaO»rüngrn wurde dem Gegner eine Anzahl Gefangener abgenommen.
Deutsche Stosttrnpprn holten an der Narajowk« ander russischen Stellung 9 Gefangene.
Front des Generalobersten Erzherzog Joseph.
Westlich des R e st i r a n e s r i - Abschnittes unterhielt der Feind nachts starkes Feuer. Zwei Angriffe der Rüsten schlugen fehl. Bon der
Heeresgruppe des Generalseldmarschalls v. Mackensen und der mazedonischen Front ist nichts besonderes z« berichten.
Der erste Generalauartrermeister:
Lndendorfs.
Englands Angst vor den deutschen U- Booten.
In den täglich sich mehrenden Aufsätzen der englischen Zeitungen und Zeitschriften über die Gefahr des deutschen Kreuzerkrieges mit U-Bcwten konuut die Erkenntnis Englands znm Ausdruck, daß unsere U-Boote stets eine größere Gesabr für England werden. Die englische Zeitschrift „Journal ofCommerce" erklärt, daß nach deutschen Behauptungen bisher 225 U-Boote gebaut feien und 75 Boote der größten Klaffe ihrer Vollendung entgegensetzen. Nach dieser englischen Meldung, die sich angeblich auf deutsche Behauptungen stützt, würde demnach unsere U-Boots-Flotte nach Beendigung der neugebauten die beträchtliche Anzahl von 300 Einheiten umfassen. Wir haben zwar bisher von einer derartigen deutsckzen Behauptung noch nichts gehört, und man kann annehmen, daß es sich vielleicht nur um den Ausdruck der englischen Riesenangst handelt, aus der solche Nachrichten geboren werden. Wir wissen aber, daß die Anzahl der U-Boote nicht ausschlaggebend ist, sondern daß es der Gei st unserer U-Boots-Flotte ist, der die großen Erfolge erzlett hat. die jetzt wieder aufs neue in der englischen Presse mitgeteilt werden. Nach einer Nachricht der „Daily Chronicle' sind im November über 300 GOO und tm Dezember 500 000 Tonnen englischer Schiffsraum oersenkt worden. Die beiden letzten Monate haben demgemäß der englischen Handelsflotte den Verlust von nicht weniger als 800 000 Tonnen Schiffsraum gebracht. Diese Tatsache allein zeugt am besten für den Geist, der unsere U-Boots-Flotte beherrscht. Die englischen Zeitungen weisen, wie wir mitteilten, darauf hin, daß im November und Dezember der dritte Teil des g e s a m- ten Verlustes der vorangegangenen 27 Kriegsmonate zu verzeichnen gewesen ist. In dieser ungeheuren Zunahme der Schiffsversenknngen sieht die englische Zeitung die größte Gefahr für England, da der für den Handel verfügbare Schiffsraum nur sehr gering ist. Von den 16 Millionen Tonnen des gesamten Schiffsraumes wird nämlich mehr als die Hälfte für militari- s ch e Zwecke verwendet, scheidet also demgemäß für den, Handel aus. Auch der Rest ist dem freien Handel nicht verfügbar, sondern nur ein Bruchteil davon kann zu Geschä'ftszwecken verwendet werden. Nun hat England allerdings eine Reihe von Per'onendampfern in Frachtdampfern umgewandelt. Außerdem wurden soeben von oer englischen Regierung neue Vorschriften über die Höhe der zulässigen Deckladung der englischen Handelsschiffe herausgegeben. Auf Mefe Weise soll der Laderaum Englands vergrößert werden. Ferner wird auf englischen, japanischen und amerikanischen Werften mit Hochdruck für die Vergrößerung der englischen Handelsflotte gearbeitet. Angeblich soll der jährliche *
Zuwachs eine Million Tonnen betragen. Wer aber die Schwierigkeiten, mit denen England im Kriege beim Schiffsbau zu kämpfen hat kennt, der weiß, daß diese Zahl bei weitem zu hoch gegriffen ist. Nun kann man trotzdem als richtig unterstellen, daß der Zuwachs an Laderaum jährlich eine Million Tonnen beträgt, ohne daß dadurch die Lage Englands günstiger wird. Wenn man berücksichtigt, daß nach der englischen Mitteilung, allein in zwei Monaten 800 000 Tonnen Schiffsraum verloren ging und dabei die ungeheure Steigerung unserer U-Bootstätigkeit von Monat zu Monat in Rechnung stellt, dann kann man erkennen, welchen geringen Einfluß selbst der Zuwachs von einer Million Tonnen in einem Jahre auf die Lage Englands ausübt. Abgesehen davon, hat jüngst ein neutrales Blatt davon gesprochen, daß auch die neutralen Handelsschiffe es sich immer mehr überlegen werden, ob sie den gefährlichen Handel mit England bei dem ungeheuren Risiko, das durch die deutsche U-Boots-Flotte geschaffen wurde, noch weiter in dem alten lkmfang werden betreiben können.. Aus allen diesen Tatsachen erkennt man, wie berechtigt die englische Angst vor unseren U-Booten ist.
vie Lage im westen.
Zum Kammervotum für Briand.
W- T.-B. Paris» 28. Jan. Sfu? der Kamrnerfitzung ist noch nachzutragm: Nach Briand sprachen mehrere Redner. Bedouve von den Geinigten Sozialisten billigte e§, daß die Negierung die Ehre Frankreichs nicht durch die Zerschmetterung einer kleinen Nation befleckt habe, und erklärte, er bringe eine Tagesordnung ein, um eine Politik anzuzeigen, die die Regierung von morgen ab werde befolgen müsien. nämlich keine Geheimdiplomatie mehr und Achtung der griechischen Neutralität. Briand blieb dabei, daß er nur die Tagesordnung Lenoir annehmcn könne und wies die Tagesordnung Bedouce zurück, die nicht glatt das Vertrauen aussprechc. Die Kammer lehnte darauf mit 313 gegen 147 Stimmen die von der Regierung abgelehnte'Tagesordnung Bedouce zugunsten der Tagesordnung Lenoir ao.
Der Arger der rechtsstehenden Presse über die Gehrim- sitzung der französischen Kammer.
W. T.-B. Bern, 27. Jan. Anläßlich der Geheintfitzungen der französischen Kammer erneuert hie rechtsstehende Presse ihre Angriffe gegen das Parlament. „Action Fran- qaise" sagt, es sei ärgerlich, daß man sich mit dem solidarisch erkläre, was jetzt hinter geschlossenen Türen geschehe. Ein Volk, welches arbeite und kämpfe, liebe die Schwäherei nicht. „Gaulois" rät der Kammer, immer in geheimen'Sitzungen zu tagen, und nur ausnahmsweise öffentliche Sitzungen ab- zuhalten, in denen man sich vielleicht zuweilen mit weniger wichtigen, Fragen beschäftigen könnte. Auf diese Weise würde das Parlament jeder Kritik an ihren Handlungen, Reden und Abstimmungen entgehen.
Die Nachmusterung in Frankreich.
W. T.-B. Bern, 29. Jan. (Drahtbericht.) Nach einer Besprechung mit dem Untefftaatsfekretär Besnard und : nt Einvernehmen mit der Regierung hat der Heeresausschuß der Kammer betreffs des Nachmusterungsantrags festgesetzt, daß nur die vor dem Krieg zurückgostellten, für untauglich befundenen Mannschaften nachgemustcrt werden sollen. Die Ausgemusierten sollen die gleiche Zahl von Mannschaften der letzten Jahrgänge an der Front ersetzen, welche im Landes- innern für Landesverteidigungszwecke, beschäftigt werden sollen.
IV. T.-B. Paris, 26. Jan. Der Heeresausschuß der Kammer hat alle bisher geprüften Anträge zum Nachmusterungsgesetz verworfen.
Todessturz eines französischen Fliegerleutnants.
W. T.-B. Bern, 29. Jan. (Drahtbericht.) Der Flieger- leutnant S a m a t stürzte bei einem Nachtflug vorgestern über Paris ab und wurde getötet.
Explosion in einer französischen Sprengstoffabrik.
W. T.-B. Paris, 29. Jan (Drahtbericht. Reuter.) Ju einer Fabrik in Massy bei Paris ereignete sich eine Minilit- explosion. wobei i Person getötet und 15 verwundet wurden.
Die Kohlennot in Paris.
»r. Bern, 29. Jan. (zb.) Der Kohtenmangel in Paris wächst zu einer Katastrophe aus. In Paris und Umgebung ereignen sich zahlreiche Todesfälle infolge der Kälte. In den Straßen stehen vor den Läden der Kohlen, Händler Reihen von Frauen, viele mit ihren Kindern, tzerve deutet bereits auf die öffentliche Gefahr hin, die die Kohlen- srage bedeutet. Die Französin sei ein gutmütiges Wesen, so lange es ihr gut geht; doch müsse man wissen, wessen sie fähig ist, wenn sie in Zorn gerät. Diese Frauen, die ihre Männer an der Front haben, sind offenbar mit ihrer Geduld zu Ende. Die elektrischen Straßenbahirlinien rn der Umgebung von Paris haben zum großen Teil ihren Betrieb eingeschränkt.
