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Verlag Langgasse 21

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13 Ausgaben.

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„Tagblatihaus" Nr. 6650-53.

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Bei wiederholter Aufnahme unoerönderter Anzeigen in kurzen Zwi chenräumen entchrechender lliachlaß.

mniags^fü^die Mmgen-'Allsg.'lüs's Uhr^nachmittag^ Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin >V.» Potsdamer Str.lLI L. Feruspr.: Amt Lützow6202 u.6203. Tagen undP°ä"en°imr^käue Gewahr^umrnommen!

Mittwoch, 24. Ianuar 1917.

Nlorgen-klusgabe.

Nr. 42. * 65. Jahrgang.

(Eine neue Zrie-enrbotfchast Wilsons.

Die Donau bei Tuleea überschritten.

9er südliche Mündungsarm der Donau bei Tulcra überschritten.

Das Nordufcr gegen russischen Angriff behauptet.

ver Tagesbericht vom 25. Januar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier» 23. Jan. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Nmdöstlich vv» Armentieres drangen Erkundmms- abteilungen bayerischer Regimenter in dir feindlichen Grüben »nd kehrten mit einigen Gefangenen und Maschinengewehren zurück.

Gegen unsere Stellung nordwestlich Fro melles vor­gehende englische Truppen wurden abgewiesen.

Im übrigen behinderte nur zeitweilig nachlaffendrr Dunst die Artillerie- und Fliegiertätigkeit.

östlicher 5triegsschanplatz.

Front des Generalseldmarschalls Prinz Leopold von Bavern.

Längs der Düna und nordiistlich von L u ck steigerte sich vorübergehend das Artillcriefeuer.

Westlich von Dünaburg vertrieb unsere Grabenbr- satzung eine russische Streifabteilung, die im Morgengrauen in die vorderste Linie riugedrungen war.

Front des Generalobersten Erzherzog Joseph.

An einigen Stellen der Waldkarpatben und des Grenzgebirges zur Moldau kam cs bei sichtigem Wetter zu regeren Artillcriekämpsen.

Bei Borfeldgefechten nahmen deutsche und öster- reichisch-ungarische Truppen dem Gegner zwischen Slanic- und P u t n a t a l Ist» Gefangene ab und schlugen südlich dcS CasinutaleS stärkere feindliche Borstiiße zurück.

Herresgruppk des Generalseldmarschalls v. Mackensen.

Am unteren Putnalauf hatten Vorpostengefechte ein für uns günstiges Ergebnis.

In der Dobrudscha überschritten bulgari­sche Truppen bei Tulrea den südlichen Mündungs­arm der Donau und hielten sein Rordufer gegen russischen Angriff.

Mazedonische Front.

Keine besonderen Ereignifle.

Der erste Generalquartircmeister: Ludendorff.

Eine erhebende Ansprache im Herrenhaus.

(Eigener Drahtbe nicht des „Wiesbadener Tagblatts".)

$ Berlin» 23. Januar.

Am Regierungstisch: Frhr. v. Schorlemer.

Präsident Graf v. Arnim-Boitzenburg eröffnet die Sitzung mit einer Ansprache, die die Mitglieder stehend anhören: Es ist möglich, dah das Jahr 1917 trotz des enttäuschenden An­fangs doch noch ein Friedensjahr wird. (Zustimmung.) Nur wenige Tage trennen uns von dem Geburtstag des Kaisers. Wenn an diesem Tuge schon sonst alle deutschen Herzen höher schlugen in echter Mannestreue, so braust dies­mal ein Ruf wie Donnerhall dupch alle deut­schen Gaue, der Drang kür des Kaisers und Königs Thron, der Ruf ist fester und ernster geworden. Seit dem Abend der Kriegserklärung, als das Bell sich um das Kaiserschlotz scharte» sind 80 Kriegsmonate nerflesien, in denen wir Krieg mit zehn Feinden führen. Nicht allein mit dem Schwert, sondern auch mit dem gleichen Schreckgespenst de« Hungers und der Lüge. Noch niemals rang das deutsche Voll mit gröherem Einsatz seiner höchsten Güter so hart um seine Existenz. Woh! lasten Opfer. Sorgen und Beschwerden schwer auf dem Vaterlande Und dem Volk.

Zwingender Siegrtzwillr hilft, den Feind und die Be­schwerden überwinden.

Die innere Kraft schuf den starken äußeren Erfolg. Die Feinde steckten ihre Ziele immer weiter. Da leuchtete ein lichter Fricdensstrahl froher Hoffnung wie junges Morgen­rot von des Kaisers Thron, der, wie er so schön sagte, den moralischen Mut besaß, das befreiende Wort zu sprechen, um des Gewissens der Verantwortlichkeit vor de: Menschheit willen. Voll Spott uub frecher üoterjttlluq, und

voll unaufrichtiger Motive war des Feindes Antwort auf die edle Tat de «Menschlichkeit. Mit Überhrbung Feil­ten sie in ihren Ländern, in denen über zwei Jahre unsere Heere siegreich stehen, die F r i e d e n s b e d i n g u n g uni Ziele auf, mit deren Schmählichkeit nur noch. der Mangel an Augenmaß wetteifert.

Die rhrabschneidenden und eroberungssüchtigen Plane der Entente

führten die Mittelmächte nur noch enger zusammen. Die Gegbci wollen den ui.bequemen Konkurrenten von dem Weltniarkt ans- schlicßcn, die Gegner wollen den Krieg fortsetzcn, bis wir vollständig verinättet sind. Das ist die nackte Tatsache, vor der wir stehen. E s handelt sich für uns um Leben oder Tod.

Jetzt naht des Deutsche« Reiches Schicksalsstunde.

Zum zweitenmal »st uns nacy dem Willen der Feinde ver Krieg erklärt. Heute steht ein ernsteres und erfahreneres, ein sieggewohntes Voll hinter seinem Herrscher. Stahlhartcr W' l I e soll zur Tat werden. Des reinen Schwertes harter Stohl in unserer Hand soll sich mit grimmem Schlag freie Bahn zur lebensvollen Zukunft schosten

Schwert, Tat und Wille, das gibt einen deutschen Treiklang „Sieg!"

lLebhasrer Beisull.) Durchdrungen von dem tiefen Ernst der Stunde stebl das Volk hinter seinem Kaiser und König. Er lebe hoch! (Das Haus stmimt in den Rus ein. Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

Das Andenken der verstorbenen Mitglieder wird durch Er­heben von den Sitzen geehrt.

Der Entwurf cm-s Sch,ä tzun g s am ts ge setz es und der Gesi yentwurs zur Förderung der S t a d t s ch a f! e n werden einem Ausschuß zur Beratung uberwiesen.

Der Gejetzentwurs an, Abänderung des Gerichtskost en- -gesetzes und der Gebührenordnung für Nctare, Rechtsanwälte und Gerichtsvollzieher wird angenommen.

Hieraus werden die Petitionen erledigt.

Die nächste Sitzung wird von dem Präsidenten festgesetzt werden. Schluß 4 Uhr. _

Wilson an den amerikanischen Senat.

W. T.-B. Wien» 23. Jan. (Wiener K. u. K. Telegr.- Korr.-Bur.) Nach einer Meldung der hiesigen amerikanischen Botschaft richtete Wi I s o n am heutigen Tag« an den Senat der Vereinigten Staaten betreffs der Friedensfrage nachstehende Botschaft:

Räeine Herren vom Senat! Am 18. Dezember v. I. habe ich an die Regierungen der gegenwärtig kriegführenden Staaten eine gleichlautende Note gerichtet, in der sie erfucht werden, die Bedingungen, unter denen sie den Friedensschluss für möglich halten, genauer festzulegen, als dies bis dahin von irgend einer kriegführenden Gruppe geschehen war. Die Mittelmächte antworteten m einer Rote, die ein­fach besagte, daß sie bereit seien, mit ihren Gegnern zu einer Konferenz zusammenzutveten, um die Friedensvorschläge zu erörtern. Die Mächte der Entente hüben viel aus- führlicher geantwortet, und wenn auch nur in allgemeinen Umrissen, so doch mit genügender Bestimmung, um eine Frage einzubeziohrn, die Vereinbavringen, Bürgschaften und Wiederherstellungen angeben, die ihnen für die unumgängliche Bedingung einer befriedigenden Lösung er- scheint.

Wir sind der endgültigen Erörterung des Friedens nähergekommen.

In jeder Erörterung über den Frieden, der diesen Krieg beenden matz, wird es als zweifellos angesehen, daß diesem Krieg irgend ein bestimmtes Einvernebmen der Mächte folgen niuß, welches es wirklicb unmöglich machen wird, datz irgend eine K a t a st r o p h e, wie die gegenwärtige, jemals wieder über uns bereinbricht. Jeder Menschenfreund, jeder vernünftig denkende Monn mutz dies als ausgemacht aniehen.

Bezüglich der Verpflichtungen unserer Regierung in kommenden Tagen, wenn es notwendig sein wird, die Grund­mauern des Friedens unter den Völkern frisch und nach einem neuen Plan zu legen, ist es undenkbar datz das Volk der Vereinigten Staaten bei diesem grchen Unternehmen keine Rolle spielen sollte. Glücklicherweise haben wir über diesen P.inkr sehr ausführliche Versicherungen erhalten.

Die Erklärungen der beiden jetzt gegeneinander aufg:- botenen Völkergrupven stellen in nicht mitzzuvcrstehender Weise fest, datz es n: ch t in ihrer Absicht liege, ihre Geg- ner zu vernichten Ich denke, dah es dienlich sein möchte, wenn ich auseinanderzusetzcn versuche, was nach unserer Meinung in diesen Versicherungen begriffen ist. Es ist darin vor allem begriffen, datz es ein Frieden werden muh ohne Sieg. Der Sieg würde einen Frieden bedeu­ten, der dem Unterliegenden aufgezwungen wird. Das dem Bqjegte« oujeikgie Gesetz de« Siegers würbe als

Demütigung und Härte, als ein unterträglichc s Opfer ange­nommen werden, er würde einen Stachel der Rachsucht und bitteres Gedenken hinterlassen, auf dem das Friedens- gebäude nicht in dauerhafter Weise, sondern nur wie ans Flugs,ind ruhen würde.

Nur ein Friede unter leichten Bedingungen kann Dauer haben.

Nur eia: Friede, dessen Grundprinzip die Gleichheit Nutzen ist, ist die richtige Geistesverfassung und die und gemeinsame Teilhaberschaft an dem gemeinsamen richtige Gesinnung unter den Nationen. Er ist für einen dauerhaften Frieden ebenso notwendig wie die gerechte Lösung der streitigen Gebietsfragen oder der Fragen über Rassen- und Stammestceue. Die Gleichheit der Nationen, auf die der Friede, wenn er dauerhaft sein soll, gegründet sein soll und gegründet sein muß, mutz die Gleichheit der Rechte sein. Die gegenseitigen Bürgschaften dürfen keinen Unterschied zwischen den grohen und kleinen Nationen, mächtigen und schwachen Völkern in sich be­greifen. Das Recht muß gegründet sein auf die gemeinsame Kraft, nicht auf individuelle Nationen, von deren Zusammen- , wirken der Friede abhängen wird. Eine Gleichheit der Ge­biete oder Hilfsmittel kann es natürlich nicht geben, ebenso­wenig irgend eine andere Art der Gleichheit, die mht in der gewöhnlichen friedlichen gesetzmäßigen Entwicklung der Völker selbst erworben wurde. Kein Friede kann dauern oder ver­dient zu dauern, der nicht anerkennt und annimmt den Grundsatz.

datz die Regierungen alle ihre gerechte Macht von der Zu­stimmung Regierter ableitrn.

Ich halte es z. B., wenn ich ein einzelnes Beispiel wagen soll, für ausgemacht, datz die Staatsmänner überall darin einig sirrd, dah es ein einiges, unabhängiges und selb­ständiges Polen geben sollte, dah weiter die unver­letzliche Sicherheit des Lebens, des Gottes­dien st e s, der individuellen und sozialen Entwicklung allen Völkern gewährleistet werden sollte, die bis jetzt unter der Macht von Regierungen gelebt haben, die einem Glauben und einem Zweck gewidmet war, der ihrem eigenen feind-'' lich ist.

Irgend ein Friede, der diesen Grundsatz nicht anerkennt

und annimmt, wird unvermeidlich umgestoßen werden.

Er wird nichi auf den Neigungen der Überzeugungen der Menschheit fußen.

Sowe-t möglich, sollte jedes große Volk, das letzt nach der vollen Entwicklung seiner Hilfsmittel strebt, eines direkten Ausgangs zu den großen Heere sstraßenderSee versichert sein. Wo dies durch Gebietsabtretungen nicht bewerkstelligt werden kann, wirb cs sicherlich durch Neutralisierung der Z^ugangS- wege unter allgemeiner Garantie erreicht werden können, was an und für sich eine Sicherung des Friedens bedeuten würde. Keine Nation braucht dem Zugang zu den offenen Wegen des Welthandels ferngechalien zu werden. Der Seeweg mutz gleichfalls durch gesetzliche Beftiiraminae.i wie auch tatsächlich frei sein.

Die Freiheit der Meere ist eine unerläßliche Bedingung für den Frieden.

Wiele derzeit in Geltung stehende Regeln internationaler Übung werde,» zweifelsohne einer radikalen Umarbeitung un­terworfen werden müssen, um die Freiheit der Meere tatsäch­lich zu gewährleisten und deren gemeinsame Benützbarkeit fiir die Menschen u n t e r a l l e n U m st ä n d e n zu sichern. Aber der Beweggrund zur Einführung derartiger Änderungen ist überzeugend und zwingend. Ohne diese Änderung kann es kein Vertrauen nnd keine guten Be­ziehungen unter den Völkern geben.

Der ununterbrochene freie, unbcdrohte Verkehr von Bolk z» Volk

ist ein wesentlicher Teil des Friedens und des Entwicklungs­prozesses. Es braucht nicht schwer zu sein, die Freiheit des Meeres zu definieren oder sicherzustellen, wenn die Regi«. rungen der Welt v;n aufrichtigen Willen haben, diesbezüglich zu einer Verständigung zu gelange«. Dies ist ein Problem, welches mit der Begrenzung der maritimen Rüstungen und der Zusammen»

,a r b e i t der Flotten der Welt, um die Meere sowohl frei 8lS 'gesichert zu erhalten, enge verknüpft ist. Und dt« Frage der Begrenzung der maritimen Rüstungen bringt auch die größere und vielleicht schwierigere Frage aufs Tapet, wir die Landarmeen, und jedes Programm militärischer Vockbe- reilungen eine Beschränkung erfahren könnte.

So schwierig »md heikel diese Fragen auch sein möge», st» müssen mit absoluter Unvoreingenommenheit betrachtet und rm Geiste wirküchen Entgegenkommens gelöst werde«»