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sfür die Aufnahme von Anzeigen an vorgetchrtebeuen Tagen und Plätzen wird keine Gewähr ubernomuie».

Mittwoch« 10. Januar 1917.

morgen» Ausgabe.

Nr. 16. ♦ 65. Jahrgang.

Die Zestung Salatz.

Zu der Beschießung der Festung Golatz durch unsere Truppen wird uns von militär-sachverständiger Seite geschrieben:

Durch die Eroberung von Braila ist der ^köeg auf Galatz von Süden her geöffnet worden, da Bratla als Vorwerk von Galatz den Zugang zu dieser Festung im Süden deckt. Die Bedeutung von Galatz als Festung ist ganz u n g e w ö h n l i ch. Galatz liegt zwischen den Mündungen des S e r e t h- und des P r u t h - Flusses, und Zwar non der Mündung des Sereth aus 7% Kilometer und von der Mündung des Pruth 15% Kilomter. Nördlich von Galatz erstreckt sich der ziemlich bedeutende B r a t is u - S e e bis ungefähr an das rechte User des Prnth-FIusses. Die Festung bildet den südlichen Eckpfeiler der befestigten sereth- Linie und bat auch im Frieden bereits eine st a r k e J Besatzung aufzuweisen. Hier befinden sich der S'ß des kommandierenden Generals des 3. Armeekorps so­wie das Kommando der 5, Territorial-Militär-Division. Außerdem sind hier zwei Regimenter Infanterie und ein Regimen! Kavallerie garnisoniert. Ein Flotien- personal und ein S ch w i m m d o ck gehören zu den weiteren bedeutsamen Ausrüstungen, welche die Bedei'- ! tung des Hafens Galatz erhöhen. Bon den Festungs- % Werken und von der Artillerie-Ausrüstung ist nur wenig ■ Neues zu sagen. Der Festungsgürtel hat eine Länge j von ungefähr 15 Kilometer, ist also kleiner als der von s Focsani. Die Festungswerke selbst werden voraussicht­lich durch Anlage von Feldbefestigungen eine i Verstärkring erfabren haben. Die Bedeutung dieses Platzes kennzeichnet sich am besten durch den groß­zügigen Ausbau des Verkehrsnetzes sowohl zu Lande als auch zu Wasser. Galatz ist an die zweite große * Haupteisenbahn st kecke der Moldau Buzeu- Braila-Barbosi-Tecuciu-Berlad-Jassy durch einen Hauptschienenweg angeschlossen, so daß die Linie Galab-Barbosi-Tecnciu-Berlad-Jassy bergestellt ist.

! Außerdem besteht noch eine zweite Verbindung mit die­ser Hauptstrecke, die von Galatz ans nach Norden an dem Westufer des Bratrsn-Sees entlangführt und wie­derum bei dem bereits genannten Verlad den Anschluß an die große Strecke nach I a s s tz findet. Eine andere Straße führt geradenwegs nach T e c u c t n. Ein wei- i terer Hauptverkehrsweg non Galatz wird von der Donau gebildet, denn Galatz ist, am linken Ufer der Donau gelegen, der Haupt st apelplatz und H a u p t h a f e n » der unteren Donau-Länder für den gesamten überseeischen Handel und einer der größten Handelsplätze an der Donau überhaupt Besonders für Rumänien hat dieser Handelsplatz eine Beoentung, der die aller anderen Handelsplätze um ein Bedeutendes übertrifft Jin Frieden sind von bicr aus Verbindun­gen nach Konstantinopel Odessa, den deutschen, öster­reichischen, italienischen, englisäien, französischen und belgischen Häfen mit ständigem Verkehr geschaffen. Durch die Lage am Knie der Donau war Galatz von jeher ein heiß begehrter und heiß umstrittener Ort des Balkans, der in der Kriegsgeschichte einen sehr großen Platz einnimmt. In den Kämpfen der Russen ' ' mit den Türken fanden hier im November 1769 und im August 1789 große Schlachten statt, von denen die letztere eine schwere Niederlage der Rasten bedeutete. Am 11. August 1791 wurde hier der Vorfrieden für den am 9. Januar 1792 abgeschlossenen Hanvffrieden von Jassy erledigt. Im Jahre 1821 spielte Galatz eina..be- dentende Rolle in dem Kriege der Griechen mit den Türken, und im Jabre '>828 wiedernn, im Kriege der Türken mit den Rüsten. Don 1848 bis Ml war Galatz von den Russen besetzt, ebenso in den Jahren 1853 und 1854, bis im September 1854 die Österreicher hier ein- rückten wo sie bis 1857 blieben. Auch im russisch­türkischen Kriege 1877 bis 1878 spielte Galatz eine be­deutende Roste, da die Rüsten hier am 22. Juni 1877 die Donau überschritten.

*

Hsterreichisch-ungarlscher Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 9. Jan. (Drahtbericht.) Amtlich ver- kantet vom 9. Januar, mitt««s:

Ctftlitfccv Kriegsschaupkrrtz.

Im Raum südöstlich von F »r s a n i wurde der Gegner big ans Ende der Mündung des R j m n i c u l-S a r »t-F l« s s e S zurückgeworfen. Die österreichisch-ungarischen uns deutschen Strritkröfte, denen der Feind in der Schlacht bei Focsani unterlegen ist» gewannen, ihren Sieg aus- nLtzend, die P u t u a. ans deren linkem Ufer sich dir Rüsten erneut zu stellen scheine». Diese haben in den zwei letzten Kampftagen 89 Offiziere und 540V Mann an Ge­fangenen eingebüßt und 3 Geschütze und 10 Maschinen­gewehre verloren.

Am Südflügei der HerreSfront des Generalobersten Erz­herzog Joseph erkämpften die Truppen des Feldmarschall- lentnants »,» »aiz bä W»«e» nab KinUiiit w

schwierigem Gelände und in Schnee und Frost weitere B » rteile. Sonst an der Ostfront bei den österreichisch-un­garischen Streitkräftrn nichts von Belang.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Lage unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

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Die nützliche Hilfe der rumänischen Kornvorräte.

Herr v. Batocki über die Aussichlslosistkcit der feindlichen Hungervläne

Br. Christiauia, 9. Jan. (Eig. Drahbbericht. Ab.) Der Berliner Berichterstatter der „Aston Posten" Professor Holtec- mann hatte eine längere Unterredung mit Herrn v. Batocki. Dieser sagte, er hätte ausführliche Berichte über die K o r n - Vorräte in Rumänien empfangen. Es hätte sich ge­zeigt, daß die rumänischen Kornmengen weit größer sind, als man gedacht habe. Über die Verhältnisse in Österreich-Un­garn sagte Herr v. Batocki: „Die Mitteilungen, welche die „Morning Post" kürzlich über Mangel in >der Doppel­monarchie veröffentlicht hat, sind völlig unwochrscheinlich. Ich bin in der letzten Zeit in Wien urtd Budapest gewesen und habe persönlich die Verhältnisse tns Auge gefaßt. In U n - g a r n sind keine Schwierigkeiten gewesen. Das Land war reichlich mit B r o t k o r n ausgestattet. In Österreich wird die letzte Kornernte vielleicht etwas unzureichend sein. Es war schon ein Abkommen über Ausfuhr von einigen hundert­tausend Tonnen aus Deutschland getroffen. Jetzt aber be­kommt Österreich seinen Anteil fcett den Kornvorräten in Rumänien. Die Behauptungen unserer Feinde, der Frivdensvorschlag der Mittelmächte sei unabwendbar aus der Hungersnot hervorgeqangen, ist ebenso unwahr wie alle anderen Gerüchte. Wir haben keine Ursache dazu, die wahren Verhältnisse unter den Stuhl zu stecken und wir fürchten elenso wenig dre Hungerpläne unserer Feinde als ihre Waffen. ___________

Die Ereignisse in Griechenland.

Ein neues kurzfristiges Ultimatum der Entente?

Br. Haag, 9. Jan. ((Hg. Drahtbericht, zb.) „Times" meldet, daß infolge abweisender Haltung der Regierung des Königs Konstantin eine neue Note der Entente in Athen über­geben werden soll» die ans sofortiger Bewilligung aller Forderungen der Entente bestehen soll und dazu eine Frist von 48 Stunden stellt.

Die Antwort der griechischen Negierung auf die letzte Entente note.

Br. Lugano. 9. Jan. jEig. Drahibericht. zb.) Aus Athen wird gemeldet: Der Ministerrat arbeitet unter dem Vorsitz des Königs eine Antwort auf die Note der Entente aus, die einen Teil der Ententebedingungen annehmen, andere, wie z. B. die Fortschaffung des Heeres aus Thessalien, ablehnen soll.

Aus Athen.

W. T.-B. Bern, 8. Jan. Der „Corriere della Sera" mel­det aus Athen: Di« Stadt ist infolge Kohlenmangels r»ur spärlich beleuchtet. Die Bevölkerung erträgt mit R u h e die von der Blockade hervührenben Störungen. Seit vier Tagen sind auch die Brotmengen für >d>as königliche Haus bemesten. Alle Vertreter der kriegführenden Mächte sind nunmehr mit Ausnahme der Italiener abgereist oder haben sich zum Teil einyeschifft.

Beschlagnahme venizelistischer Gelddepots.

Br. Genf, st. Jan. (Eig. Drahtbericht, zb.) De Athener Regierung ließ in den Geldinstituten Griechenlands alle Depots beschlagnahmen, die Mitgliedern der provisorischen Regierung und deren Freunden ge­hören. — In Atben wurde ein Lebensmittelkommissar er­nannt. der die Regelung der Mehl- und Kohlenvorräte besorgt.

Die englische Abneiaung gegen die Saloniki- Aktion.

Br. Rotterda,n, 9. Jan. (E,g. Drahtbericht, zb.) „Times" sowie .Daily Mail" warnen die Entente vor einer Kräste- zersplitterung durch große Trupoensendungen nach

Saloniki. Die Entscheidung müsse in Frankreich fallen. „Daily Mail" fragt ironisch, was die Balkanexpedition eigent­lich bezwecke und was Sorrail erzielt habe, überdies werde die Versorgung dieser Armee täglich schwie- r i g e r wegen des Schiffsraummangels und die Überwachung der langen Verbindungswege behindere die Flotte bei der Abwehr von Unterseebootsangriffen in anderer Richtung. ES könne schwerlich ein Zufall sein, daß englische sowie französische Militärbehörden Gegner der Balkanexpedition sind.

W. T.-B. London, 7. Jan. Die Wochenschrift „Nation" schreibt: Unser Schiffsraum wurde so beschränkt, daß, wenn

uofcxti: Schljfrchrt noch »kl zugenurtet wird, dre Versorgung

unseres Landes und der Ausfuhrhandel, der nötig ist, um unseren enormen finan z< el l e n Verpflichtungen nachzukommen, w,rd Gefahr laufen, zusammenzubrechen. Unter diesen Umständen kann man sich von der stärkeren Be- teiligung an einer Offensive von Saloniki aus für uns nicht den siegreichen Ausgmg erwarten, den alle wünschen, sondern wir würden nur unsere zahlenmäßige Überlegen, heit einbüßen, _

Ereignisse zur §ee.

Ein italienisch-französisches Nachtgefecht!

Berlin, 9. Jan. Das „B. TH meldet aus Basel: Der „Basler Anz." erfährt nachträglich zuverlässig, daß am 22. Dezember zwischen einem französischen Panzerkreuzer und einem italienischen Hilfskreuzer ein Nachtgefecht stattfand, bei dem es zahlreiche B c r w u n d e t e gab.

Ern ganzer Armeestab mit einem italienischen Zerstörer untergegangen.

Br. Basel, 9. Jan. (Eig. Drahtbericht, zb.) Ter „Baste» Anzeiger" berichtet ans Chiasso, vor Korfu sei dieser Tage ei» italienischer Unterseebootszerstörer mit einem vollständigen Arm ec st ab untergegangen. Der Ber- lust betrug 7 Seeoffiziere nnd 33 Offiziere des Landheeres.

Auch die Versenkung der „Franconi^ eine Heldentat Stenrbaners.

Br. Berlin, 9. Jan. (Eig. Drahtbericht, zb.) Wie die „B. Z." erfährt, war Oberleutnant Steinbauer, dem es, wie gemeldet, gelungen ist, das französische Linienschiff „Gaulois" und den Tcuppentransportdampfer „Jvernia" und am 3. Januar einen bewaffneten Transportdampfer zu ver­senken, Kommandant auch jenes Unterseebootes, das am 5. Oktober v. I. den Cunarddampfer „F r a n c o n i a" (18 750 Tonnen) im Mittelmeer versenkt hat.

Versenkt!

'.V. T.-B. Kopenhagen» 9. Jan. (Drahtbericht.) Der Dampfer „Dammwerke" (1431 Tonnen) mit einer Kohlen - ' lvdung vcn England nach Gibraltar ist im westlichen Kanal- teil von einem deutschen U-Boote versenkt worden, als fünfter dänischer Dampfer seit N e u j a.h r. Die Be­satzung ist in dem französischen Hafen Lannion gelandet. Der dänische Dampfer „Svend" mit einer Hblzladung von Schweden nach England, wurde von einem deutschen .Kriegs­schiff in einen deutschen Hafen angebracht. #

Aufgebrachter Bannwarciidampfer.

W. T.-B. Hamburg, 9. Jan. (Drahtbericht.) Der norwe­gische Dampfer „Lupus" ist am Montag als Prise nach Ham­burg aufgebracht worden. Er hat Barmware für Eng­land an Bord.

Der ttritzg gegen Rutzland.

Stürmers Nnt in den auswärtigen Angelegenheiten.

Br. Budapest, 9. Jan. (Eig. Drahtbericht, zb.) Aus Warschau wird berichtet' Nach Meldungen russischer Blätter wurde Stürmer vom Zaren bestimmt, bei der Person des Zaren in den Angelegenheiten der auswärtigen Politik als Ratgeber zu wirken.

Protopopoffs Besprechungen mit einem deutschen Frnanzmann.

(Drahtbericht unseres L.-Senderber.chterstatrerS.)

8. Stockholm, 9. Jan. (zb.) Zu dem bekannten Streit zwischen Protopopoff und M i l j u k o w über Protn- popoffs Stockholmer Besprechung mit einem deutschen Finanz­mann, die unter Zustimmung der amtlichen russischen Stellen stattgefunden hatte, äußert sich jetzt im „Djen" der russische Gesandte in Stockholm, Nekljudow, er habe selbst das Zusammentreffen Protopopoffs mit dem schwedischen Minister des Auswärtigen Wallenberg zustande gebracht und aller­dings auch die Zusammenkunft mit der deutschen Persönlich­keit gebilligt, obwohl er das Gespräch zugleich für zwecklos gehalten habe. Protopopoff habe ihn über den Inhalt des Gesprächs nur kurz auf dem Bahnhof unterrichtet.

Vom Mörder Rasputins.

(Drahtbericht unseres 8.-Sonderberichterstatters.)

8. Stockholm, 9. Jan. (zb.) Der Mörder RasputmL Fürst Jusupoff, ist nach eener Mitteilung des „Djen^ genötigt, seine Reise nach der Krim aufzuschieben.

Russisclre „Helden" und deutsche „Barbaren".

Die Heeresbefehle feindlicher Truppenfiihrer enthalte» oft gerade dann, wenn sie die Überlegenheit der deutsche« Waffen haben empfindlich spüren müssen, die unglaublichsten Schmähungen gegen das deutsche Heer, um den Mut der kampfesmüden eigenen Truppen anzustacheln und vor deut­scher Gefangenschaft zu warnen. Ein solches Beispiel liegt wieder in einem von uns erbeuteten Befehl an das 5. sibirrsch« Armeekorps vor. Der Korpskommandeur, Generalleutnrmt Woronow, sagt darin u. a.: „Es steht uns wieder bevor, ist den Kampf mit unserem Todfeind zu treten, der unser Vatev» la»d auSplimdert und zerstört, der alle göttlichen und menjch-