Einzelbild herunterladen
 

Verlag Laaggaffe 21

Tagvl-uhairs-.

tzck-Itrr-HnLe geöffnet von « lldr morgen» bi» 7 Uhr abend».

wöchentlich

mor-knng iS. sowie bie Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen An», gabestellen und m den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.

13 Ausgaben.

Feraraf:

TagblalthauS" Nr.6S50 5Z.

Bon S Uhr morgen» bi» 7 Uhr abends, außer Sonntag».

in einheitlicher Satzform: MPsg. in davon abweichender Satzausführuna, sowie sür alle übrigen örtlichen Anzeigen: 3» «Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen: 1 Mk, snr örtliche Reklamen; 2 m. für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seite«, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. Bei wiederholtcr Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.

Berliner Abteilung des Wiesbadener TagblattS: Berlin VY., Potsdamer Str.121 K. Frrnspr.: Amt Lutzow 6202 u.6203. wu?N«Lh?ELL

Samstag. 6. Ianuar 1917. RkOrgeN-KUSgLlbe. Nr. 9. . 65. Iahrgang.

vraila genommen!

Oie Oobrudscha vollständig vom Feinde gesäubert!

W- T. B- Berlin, 5. Inn., abends. (Amt- lieb. Drahtbericht.) In der Großen Walachei iit Rumäniens Haupthandelsstadt Braila von deutschen und bulgarischen Truppen ge­nommen.

Die Dobrudscha ist vollständig vom Feind gesäubert.

wichtiger Selandegewinn auch bn der Moldaufront.

ver Tagesbericht vom 5. Januar.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 5. Jan. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Die Krmpftätigkeit der Artillerie hielt sich infolge ungünstiger Witterung meist in mäßigen Grenzen. In mehreren Frontabschnitten Verliesen kleinere Patrouillen- unternehmungen erfolgreich. Bei der

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht drangen Abteilungen des Altenburgischen Infanterie- Regiments Nr. 153 heute früh bis in den vierte« feind­lichen Graben von Loscourt, fügten den Engländern bei Aufräumung und Sprengung mehrerer Stollen blutige Berluste zu »nd kehrten mit 51 Gefangenen zurück.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Zwischen der Küste und Friedrichsstadt zeitweilig starker Feuerkampf. Heute in der Morgenstu.lde griffen russische Bataillone Teile unserer Stellungen an. Die Kämpfe sind s noch im Gange.

Außerdem griff der Russe viermal unter hohem Einsatz au Menschen und Munition die ihm entrissene Insel nordwestlich von Dünabnrg vergeblich an.

Front des Generalobersten Erzherzog Joseph.

An der goldenen B i st r i z war das Artilleriefeuer heftig. Borstöße russischer Kompagnien und Streifkommandos zwischen Czokancsti und Dorna Watra scheiterten verlustreich. Die Angriffe der unter dem Befehl des Generals der Infanterie v. G e r o k fechtenden deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen in den zwischen der Ost­grenze Siebenbürgens und der Serethniede- r u n g liegenden Bergen brachten auch gestern wichtigen Geländegewiun. Mehrere hundert Gefangene wurden aus den erkämpften Stellungen eingebracht.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.

Im Gebirgsstock nordwestlich von O d o b e st i erstürmte ein württembergisches Gebirgsbataillon neben hannoverschen, mecklenburgischen und bayeri­schen Jägern mehrere verschanzte Höhenstellungen.

Am Rimnicul-Sarat - Abschnitt nahm das w e st - preußische Deutsch-OrdenS-Regiment Nr. 152 S l o b o z i a und P o t e st i im Sturm.

Südlich des B u d z e u l ist die russische Brückenkopf­stellung von Braila von deutschen Divisionen mit zuge­teilten österreichisch-ungarischen Bataillonen durchbrochen. Gurguets und R i m a n « I sind in hartem Häuserkamvf genommen. 1400 Gefangene und 6 Maschinengewehre blieben in der Hand des Siegers.

Auf dem rechten Donauufer dringe« deutsche uud bul­garische Kräfte auf Braila uud G a l a tz vor.

Mazedonische Front.

Nichts Wesentliches.

Der erste Generalquarti-cmeister: Ludendorff.

Die militärische Lage.

(DonunsererBerlinerAbteilung.,

Berlin, 5. Jan. (Erg. Drahtbericht. zlb.) Das schlechte Wetter an der W r st f r v «t hielt auch am 3. uud 4. Januar an, so daß nirgends wichtige Ereignisse zu verzeichnen waren.

Z« dem Teilerfolg, den dir Russen im Dorna Watrn gebiet hatten, wird ergänzend berichtet, daß die Einbruchsstelle unter starkem russischem Feuer lag, daß die Russen die Nacht über schanzten, aber keine weiteren Angriffe ansführte». In Rumänien machten ine verbündete»

Truppen bei den Kampfbrennpunkten F o c s a n i und Brailia weitere gute Fortschritte, ebenso im Ge- birgsgebiet und am S e r -e t h. Nordwestlich von Stamic «nd in der Richtung auf Fundeni kam man er hie blich gegen den Feind vorwärts. In der Richtung aus Braila dräng­ten von Macin har deutsche und bulgarische Kräfte vor.

In Mazedonien herrschte Geschützkampf bei lebhafter Fliegertätigkeit. Am 4. Januar wurde ein feindlicher Fessel­ballon hernntergeholt.

Ken der italienischen Front wird trotz guten Wette r?, bei größerer Lawinengefahr keine besondere Ge- sechtstätigkeit gemeldet.

Oe§ Kaisers Schlußwort.

W. T.-B. Berlin, 5. Jan. (Drahtbericht. Amtlich.)

An mein Heer und meine Marine!

Im Verein mit den mir verbündeten Herrschern hatte ich unseren Feinden vorgeschlagen, alsbald in Friedensverhaud- lnngen einzutretea. Die Feinde haben meinen Vorschlag ad- gelehnt. Ihr Machthunger will Deutschlands Vernichtung.

Der Krieg nimmt seinen Fortgang!

Bor Gott und der Menschheit fällt de« feindliche» Regie­rungen allein die schwere Verantwortung für alle weiteren furchtbaren Opfer zu, die mein Wille euch hat ersparen wollen.

In der gerechten Empörung über der Feinde an­maßenden Frevel und in dem Willen, unsere heiligsten Güter zu verteidigen und dem Baterlande eine glückliche Zukunft zu sichern, werdet ihr zu Stahl werden.

Unsere Feinde haben die von mir angeb»tene Verstän­digung nicht gewollt. Mit Gottes Hilfe werden unsere Waffen sie dazu zwinge»!

Großes Hauptquartier. 5. Januar 1917.

Wilhelm I. R.

vom künftigen Frieden.

O Berlin, 4. Januar.

DasWolffsche Telegraphen-Bureau" hat einem Aufsatz von Hans Delbrück im Januarheft derPreu­ßischen Jahrbücher" weite Verbreitung gegeben, und deshalb ist es angezetgt, sich mit diesem Aufsatz zu be­schäftigen, wobei uns jedoch die nicht von dem halb­amtlichen Bureau mitgeteilten Abschnitts mindestens so interessieren wie die veröffentlichten. Delbrück war rm Herbst 1914 heftig angegriffen worden, als er da­vor warnte, Napoleonische Bahnen der Politik zu be­treten. Er ist seiner Auffassung treu geblieben, daß wir keine Friedensbedingungen aufstellen dürfen, die bei den anderen Völkern den Verdacht erwecken, wir er­strebten die Weltherrschaft. So unbestreitbar es fei, daß unsere Sicherheit nur auf unserer Macht be­stehen könne, so müßten wir die anderen Mächte neben uns gelten lassen: sonst sei kein dauernder Friede mög­lich. Nun hat unser Friedensangebot der Welt gezeigt, daß die Reichsleitung willens ist, sich auf das zu be­schränk en, was die Sicherheit Deutschlands unbedingt erfordert und was der Freiheit und der Ehre anderer Völker keinen Eintrag tut. Aber was nützt uns die Mäßigung, wenn sie den Feinden nur einen neuen Anreiz zu maßlosen Forderungen ihrer­seits darbietet? Als Delbrück seinen Aufsatz schrieb, war die Antwortnote des Dierverbandes noch nicht bekannt. Gewiß könnte die entschiedene Ablehnung, mit der sie auf unser Friedensangebot erwidert, jederzeit durch ein Einlenken abgelöst werden, wie es ja auch sicher ist, daß diese Notwendigkeit einmal in Zukunft unter der Wir­kung unserer militärischen Erfolge eintreten und als- dann vermutlich anderen- Staatsmännern, als den Herren Trepow, Llovd George und B r i a n d obliegen wird. Inzwischen jedoch haben wir es mit einem runden Nein zu tun, und Delbrück bemüht sich zwar scharfsinnig, doch aber umsonst um den Nachweis, daß die feindlichen Ministerreden bereits die Keime unserer Annäherung enthalten. Es rst seine Meinung und nicht die von Lloyd George, daß das WortRestitution" die Rückgabe der uns genommenen Kolonien bedeuten könnte, daß der BegriffRe­paration" unsere Entschädigung für völkerrechts­widrige Blockade, für die Beraubung unserer Staatsangehörigen im feindlichen Machtbereich an­

kündige, daß mit denGarantien" gemeint sein könne, Deutschland brauche Bürgschaften gegen einen aber­maligen Überfall von allen Seiten. Nein, so hat es der englische Premierminister nicht gemeint, und es dünkt uns nicht gerade wesentlich, ob wir in seine Worte Dinge hineinlegen, die wir hineingelegt wün­schen, die aber nicht darin sind. Indessen ist das nicht die Hauptsache, die vielmehr in der grundsätzlichen Stellungnahme des Verfassers zn der Frage steckt, ob wir unsere Politik nach dem Westen oder nach dem Osten orientieren sollen. Wir wiederholen: Da die Ausführungen Delbrücks eine halbamtliche Verbrei­tung gefunden haben, erscheint es uns von Wichtig­keit, daß man mehr über die Richtlinien des Anfsatzcs erfahre, schon weil verschiedentlich die Vernmtrmg laut wird, der Artikel gebe die Auffassung maßgebender Stellen wieder. Wir wollen im nachstehenden nicht urteilen, sondern nnr berichten. Professor Delbrück er­wartet einen dauernden Frieden einzig dann, wenn wir unser Kriegsziel im Osten suchen. Er hat den be- merkenswerten Mut, zu schreiben, daß uns von Eng­land und Frankreich für die Zukunft keine wesentliche Gefahr drohe. Aber auch wenn man diese Gefahr höher einschätzen wolle, als er es tue, so sei es doch auf jeden Fall taktisch klug, sie indirekt abzuschwächen, indem wir uns nach Möglichkeit gegen Rußland sichern. Wir sollten also unsere For- derungen nicht gleichmäßig auf unsere Gegner ver­teilen, sondern die Last möglichst nur auf eine Seite legen. Wenn alsdann die anderen sehen, wie glimpf­lich sie davonkommen, so sei auch der belastete nicht länger imstande, sich zu wehren. Werfen wir uns auf den Westen, so stoßen wir. fährt Delbrück kort, aus kaum zu überwindende Hindernisse politischer wie nrilitäri- scher Natur, und der etwaige Gewinn würde für immer ein sehr unsicherer Besitz bleiben. Im Osten seien die Verhältnisse umgekehrt ungewöhnlich günstig, und wir hätten uns in dieser Richtung bereits durch die Proklamation des Königreichs Polen festgelegt. Die Schwierigkeit stecke in der Linienführung der öst­lichen Grenze, die wir m ö g l i ch st weit hinaus- rücken müßten, und in der Forderung, von der wir unter keinen Umständen ablaffen dürfen, daß Rußland auch Litauen und Kurland abtreten muß. Dort will Delbrück die beinahe zwei Millionen deut- scher Bauern angesiedelt wisien. die die Russen jetzt in der barbarischsten Weise von Haus und Hof ver­jagt haben. Die öffentliche Meinung in Deutschland sollte sich geschlossen und einmütig hinter die Regierung stellen, um diese Forderung, koste es, was es wolle, durchzusetzen. Was cs sonst auch für wünschenswerte Ziele geben mag, hiergegen müßten sie alle zurück- st e h e n.

Kann nun diese Delbrücksche Formel den Schlüffe! zum Beratungszimmer abgeben, wo die Kriegsühren- den von beiden Seiten den Friedensvertrag abzu- schlietzen hätten? Wir brauchen die Kraft und die Wir- kung des feindlichen Abkommens, wonach der Friede nur gemeinsam geschlossen werden soll, gewiß nicht zu überschätzen, und an dem Tage, wo u n s der v o l l e S i e g zufallen wird, wird diese Abnrachung auch durch­löchert sein; aber solange die letzte Entscheidung nicht gefallen ist, versprechen wir uns keinen besonderen Ein­druck solcher Darlegungen auf die Nierverbandsregie- rungen. Liegt Rußland an der Kette Englands, so liegt England nicht weniger an der russischen Kette. Die Sprengung dieses Verhältnisses wird uns immer nur durch einen zweifelsfreien Sieg gelingen, und so gewiß es richtig ist. daß die Politik das >nste Wort zu sprechen hat und daß die Kriegführung sich ihr on- passen muß, so richtig ist es doch, daß die Politik ihre Kraft nur aus den militärischen Erfolgen ziehen kann, die also vorangehen müssen. Unsere Mäßi- gung würde uns England und auch Frankreich gegen­über nicht weiter bringen, da diese beiden Feinde und besonders England uns nichts zugestehen wollen, daß Belgien freigehalten werden muß von jeder Mög­lichkeit, von dort aus in unsere Grenzen einzubrechen. Zu der Anerkennung dieser Notwendigkeit, uns in: Westenreale Garantien" zu verschaffen, müssen England und Frankreich gezwungen werden; auf die Forderung solcher Garantien aber haben wir doch noch nicht verzichtet und werden es auch gewiß nicht tun. Soll die Last, wie e§ Delbrück Vorschlags mög­lichst auf die russische Seite gelegt werden, so werden wir darum nach Westen hin noch lange nicht entlastet sein, ia nicht einmal dann, wenn wir nach dieser westlichen Seite hin schlechterdings alles auf- geben und preisgeben. Denn alsdann toecbea wir