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Berliner Abteilung des Wiesbadener T-,bl.tts- Berlin W., Potsdamer «tr.!21 K. Frruspr.: Amt Lütz«» 6202 n. 6203.
ienstag, 2. Januar 1917.
Morgen-Kusgabe.
Nr. 1. . 63. Jahrgang.
vie Russen in der Stotze« Walachei erneut geworfen.
Weitere Erfolge in der Dobrudscha. tzerestrau und Ungnreni im Zabala-Tal genommen.
Der Tagesbericht vom 1. Januar.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 1. Jan. (Amtlich.).
Westlicher.Kriegsschauplatz.
Keine besondere» Ereignisse.
Östlicher Kriegsschauplatz.
Front des Geueralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
? "blich vo» Riga >«»d bei Lmorgvu wttrdeit starke ' rassi'che WachtkommandoS abgewiesen. Auf dem Nordufer des PripjetS stürmten deutsche Reiter im Fußgefecht zwei Stützpunkte der Russen und brachten 1 Offizier, 35 Ge sangene ein.
Front des Generalobersten Erzherzog Joseph.
Deutschen Jagern gelang in den Waldtarpatlsen die Sprengung eines feindlichen Blockhauses mit Besatzung.
Zwischen Uz- und Putna-Tal nahmen deutsche und ösrer- leichisci-nngarische Patrouitten mehrere Höhenstellunge» im Sturm und wiesen heftige Gegenstöße der Rumänen und Rüffen zurück.
Hcrestrau und Nngureni im Zabala-Talc sind genommen.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
Im Nordteil der Großen Walachei ist der Russe erneut geworfen.
Die nennte Armee hat den Feind in Stellungen halbwegs Rimnicul-Sarat und FoScnni, die Donau-Armee in den Brückenkopf von Braila zurückgedcängt.
In der Dobrudscha engten die Erfolge deutscher und bulgarischer Truppen die russische Brückenkopffrellung östlich ron Mari» beträchtlich ein. Gestern wurden 1000 Gefangene gemacht, 4 Geschütze und 8 Maschinengewehre erbeutet.
Im Mündungsgebiet der Dona» machte die bulgarische Flugsicherung etwa 50 Russen nieder, die den St. GeorgSarm in Kähnen überschritten hatten.
Mazedonische Front.
Nichts Wesentliches.
Der erste Generalguartiecmeistcr: Ludendorff.
Oer deutsche Abendbericht vom I. Zanuar.
XV. T.-B. Berlin, 1. Jan. (Amtlich.) Nur an den riimä- stch-ruffifchen Fronten lebhafte Kampftätigkeit.
Der Tagesbericht vom 31. Dezember.
W T.-B. Großes Hauptquartier, 31. Dez. (Amtlich.)
Westlicher KrieaSschanplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Ruvvrrcht.
Der Artilleriekamps war zeitweilig südlich des La-Baffee- KannIS, beiderseits der Somme und nordwestlich von Reims heftig. Auf dem Südufer der Ancrr brachte unser Sperrfeuer mehrere Munitionslager zur Entzündung.
Östlicher Kriegsschauplatz.
Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
Südlich von Jakobstadt nahm die Artille.'ietätigkeit zu.
Front des Generalobersten Erzherzog Joseph.
Im Grenzgebirge zur Moldau nehmen die Kämpfe einen für «ns günstige» Verlauf. Deutsche Truppen entrissen nördlich deS Uz-Tales den Rnssen die Höhe Solnnter und hielten s.e gegen starke Gegenstöße; 1 Offizier, 80 Mann wurden gefangen genommen.
Beiderseits des Oitoz-Tales wurden von deutschen und österreichisch - ungarischen Regimentern ruffisch - rumänische 2»elluitgen, im Putna-Tal Tulnici in hartem Häuserkampf genommen. Bei Rerrju im Zabala-Tal sind unsere Truppen im Vordringen.
Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls v. Mackensen.
Die Truppen des Generalleutnants v. Morgen und Kühne fanden nördlich und östlich von Rimnicul-Sarat starke» Widerstand, besonders am Rande des Gebirges. Foischem Angriff gelang es» in die feindlichen Stellungen einzubrechc» und in ihr starke Gegenangriffe zurückznweisrn. Auch zwischen de» Rimnicul-Sarat- und Buzaul-Riederungen wurde unter heftigen Kämpfe» Gelände gewonnen.
Die Donau-Armee nähert sich fechtend der stark befestigte« Linie Gurgneti-Ciucca (westlich und südwestlich von Braila).
In der Dobrudscha erkämpften bulgarische Truppen Fortschritte gegen Maein.
Mazedonische Front.
An der Slrnn»« erfolgreiche Unternehmungen bulgarischer und »Smnnischer »Patronillen.
Der erste Genrratquartirr«eister: Ladend»rff.
vie Antwortnote der Zeinde.
W. T.-B. Paris, 30. Dez. (Meldung der Agence Havas.) Die Antwort der Alliierten auf die Note der feindlichen Mächte, betreffend den »Lorschlag auf Eröffnung von Friedensverhandlunge ji, ist Heute abend den: Botschafter der Vereinigten Staaten durch Ministerpräsident Bciand ritt Namen der alliierten Regierungen von Belgisn-, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan^^Nörrtenegro, »Portugal, Rumänien, Rußland jKib Serbien übergeben worden, vereinigt zur 'Verteidigung der Freiheit der und treu der eingegangenen »Verpflichtung, vereinzelt die Waffen niederzulegen, Sic haben beschlossen, gemeinsam auf die angeblichen Friedensvorschläge zu antworten, die ihnen seitens der feindlichen Regierungen durch »Vcrmittlrmg der »Vereinigten Staaten, Spaniens, der Schweiz und der Niederlande übergeben worden sind.
Vor jeder Antwort halten sich die alliierten Mächte für verpflichtet, gegen die beiden wesentlichen »Behauptungen der »Note der feindlichen Staaten Einspruch zu erheben, welche auf die Alliierten die Verantwortung für d e n K r i e g abwälzeu wollen und die den Sieg der 'Zentralmächte verkünden. Die Alliierten können diese doppelt unrichtige »Behauptung nicht zulassen, die geeignet ist, jeden DerhandlungSver- such zur Unfruchtbarkeit zu verurteilen. Tie alliierten Nationen ertragen seit 30 Monaten einen Krieg, zu dessen »Vermeidung sie alles getan haben. Sic haben durch Taten ihre Anhänglichkeit an den Frieden uachgewiefen. Diese Auhänglichteit ist jetzt ebenso fest wie im Jahre 1914. Nachdem Deutschland seine Verpflichtungen verletzt hat. kann der von ihm gebrochene Friede nicht auf sein Wort gegründet werden. Eins A n r e g u ng o h n s B ed» n g u n g e n für Eröffnung der Verhandlungen ist kein Frie - densan gebot. Dieser angebliche Vorschlag, der jeden greifbaren Inhalte-, und jeder Genauigkeit entbehrend durch die kaiserliche Regierung in Umlauf gesetzt wurde, erscheint weniger als ein Friedensangebot denn als ein Kriegsmanöver. Er beruht auf der systematischen »Verkennung des Charakters des Streites in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft.
Für die Vergangenheit übei sieht die deutsche Note die Tatsachen, die Daten und die Zab.'en, die s sistellen daß der Krieg gewollt, hervor und verwirklicht
worden ist durch Deutschland und Österreich-Ungarn. Im Haag war es ein deutscher Vertreter, der jeden Vorschlag der Abrüstung ablehnte; im Julr 101 l war es Österreich-Ungarn, das, nachdem es an Serbien ein beispielloses Ultimatuni gerichtet hatte diesem den Krieg erklärte, trotz der sofort erlanaten Genugtuung. Die Mittelmächte haben darauf alle Versuche zurückge- wiesen, die von der Entente gemacht wurden, um dem örtlichen Streite eine friedliche Lösung zu verschaffen. Das Konferenzangebot Englands, der französische Vorschlag eines internationalen Ausschusses, die Bitte des Kaisers von Rußland nach einem Schiedsgericht, das zwischen Rußland und Österreich-Ungarn am »Vorabend des Konflikts zustande gekommene Einvernehmen, alle diese Anstrengungen wurden seitens Deutschlands ohne Antwort und ohne Folge gelassen. Belgien wurde durch ein Reich überfallen das seine Neutralität gewährleistet hatte und das sich nicht scheute, selbst zu erklären, daß »Verträge „Fetzen Papier" wären, und daß „Not kein Gebot" kennt. Für die Gegenwart stützt sich das »Anerbieten Deutschlands auf eine ausschließlich europäische „Kriegskarte", die nur den äußeren und vorübergehenden Schein der Lage und nicht die wirkliche Stärke der Gegner ausdrückt. Ein Friede, der unter solchen Voraussetzungen geschlossen wird, würde einzig den »Angreifern zum Vorteil gereichen, die geglaubt hatten, ihr Ziel in zwei Monaten erreichen zu können und nun nach zwei Jahren bemerkten, daß sie es niemals erreichen werden. Für die Zukunrt verlangen die durch die Kriegserklärung Deutschlands verursachten Verwüstungen, die zahlreichen »Attentate, die Deutschland und seine Verbündeten gegen die Kriegführenden und gegen die Neutralen verübt haben, Sühne, Wiedergutmachungen und »Bürgschaften (sanction, reparations, garanties).
Deutschland weicht listig dein Einen wie dem Anderen aus. In Wirklichkeit ist die durch die Zen- tralmächte gemachte Eröffnung weiter nichts, als ein wohlberechneter »Versuch, auf die Entwicklung des Krieges cinzuwirken und zum Schlüsse einen deutschen Frieden auszunötigen. Sie beabsichtigt, die öffentliche Meinung in den alliierten Ländern zu verwirren. Diese Meinung hat aber trotz aller Opfer schon mit bewunderns'werter Festigkeit geantwortet und die Hohlheit der feindlichen Erklärung ins Licht gestellt. Sie will die öffentliche Meinung Deutschlands und seiner Verhündetxn stärken, die schwer
geprüft sind, schon durch ihre Verluste, zermürbt durch die wirtschaftliche Not und zusammengebrochen unter der äußersten Anstrengung, die von ihren Völkern verlangt wirb. Sie sucht die öffentliche Meinung der neutralen Länder zu täuschen und cinzu- schüchtern, die sich schon seit langem über die ursprüngliche »Verantwortlichkeit ein Urteil gebildet hat, die sich über die gegenwärtige »Verantwortung klar ist und die zu hell sieht, uin die Pläne Deutschlands zu begünstigen, indem sie die »Verteidigung der menschlichen Freiheiten preisgibt. Sie versucht endlich, vor den Augen der Welt int voraus die neuen Verbrechen des U n t c r - seebotkr reges, die »Verschleppung von Arbeitern und die gewaltsame Aushebung von Staatsangehörigen gegen ihr eigenes Land sowie die Verletzung der Neutralität zu rechtfertigen.
In voller Erkenntnis der S ch >v e r e, aber auch der »Notwendigkeiten der Stunde lehnen es die a l l i - irten Regie tu ngen. die unter sich eng verbunden und in voller Übereinstimmung mit ihren »Völkern sind, ab, sich mit einem Vorschläge ohne »Aufrichtigkeit und ohne Bedeutung zu befassen. Sie versichern noch einmal, daß ein Friede nicht möglich ist, so lange sie nicht die Gewähr haben sür Wiederherstellung (Reparation) der verletzten Rechte und Freiheiten, siir die »Anerkennung des Grrlndgesetzes der Nationalitäten und der freien Existenz der kleinen Staaten, so lange sie nickt siä>er sind einer Regelung, die geeignet ist, endgültig die Ursachen zu beseitigen, die seit langem die Völker bedroht haben, rrnd die einzig wirklichen Bürgschaften für die Sicherung der Welt zu geben.
Die alliierten Mächte halten darauf, zum Schluß die folgenden »Betrachtungen anzustellen, die die eigentümliche Lage hervorheben sollen, in der sich B e l g i e n nach Zsisjährigem Kriege befindet: ,Kraft der durch die fünf Großmächte Europas, unter denen sich auch Deutschland befand. Unterzeichneten Verträge erfreute sich Belgien vor dem Kriege einer besonderen Satzung, die sein Gebiet unverletzlich machte und es selbst unter den Schub dieser Großmächte bei europäischen Konflikten stellte. Gleichwohl hat Belgien in Mißachtring dieser Verträge den ersten Angriff Deutschlands über sich ergehen lassen müssen. Deshalb hält es die belgische Regierung für notwendig, genau den Zweck aus- ernanderzusetzen, weshalb Belgien niemals aufgehört hat, in den Kampf an der Seite der Ententemächte für die Sache des Rechts und der Gerechtigkeit ernzutreten. Belgien hat immer peinlich die »Pflichten beobachtet, die ihm seine Neutralität auferlegte. Es hat zu den Waffen gegriffen, um seine Unabhängigkeit und seine »Neutralität zu verteidigen, die durch Deutschland verletzt worden sind, und um feinen internationalen Verpflichtungen treu zu bleiben. »Am 4. »August hat der Reichskanzler im Reichstag anerkannt, daß dieser Angriff ein Unrecht gegen das »Völkerrecht sei. und hat sich im Namen Deutschlands verpflichtet, es wieder gut zu machen. Seit 2 % Jahren hat sich diese Ungerechtigkeit gransam verschärft durch die Kriegs- Maßnahmen und eine Belebung, welche die Hilfsmittel des Landes erschöpft, seine Industrien zugrunde richtet, seine Städte und Dörfer zerstört und die Nieder- metzelungen. die Hinrichtungen und die Einkerkerungen häuft. Und in dem »Augenblick, in dem Deutschland zur »Welt von Frieden und von Menschlichkeit spricht, führt es belgische »Bürger zri Tausenden weg und bringt sie iir Sklaverei. »Belgien hat vor dom Kriege nur danach gestrebt in guten: Einvernehmen mit allen seinen »Nachbarn zu leben. Sein König und seine Regierung haben nur eiir Ziel: Drc Wiederherstellung des Friedens und deS Rechtes. Aber sie wollen nur erneu Frieden haben, der ihrem Lande berechtigte Wiedergutmachung (reparations), Garantien und Sicherheiten für die Zukunft verbürgen lvürde,
Bemerkung beg W. T.-B.- Ein endgültiges Urteil über diese durch die .Havas-Agentnr übermittelte Note wird erst möglich sein, '»bald der offizielle »Wortlarft hier überreicht worden ist.
Französische und italienische Btätter- stimmen.
W. T.-B Rom, 31. Dez. (Meldung der „Agenzii Siesau-.i Au der Antwortnote der Entente bemerkt „M cssaggcr v", e sei das erste von sämtlichen alliierten Mächten Unterzeichnete Schriftstück. Er schreibt; Der erste Teil der Nute weist sehr glücklich aus die neue Falle Deutschlands hin und macht die Neutralen aus die Verantwortlichkeiten Teuischlandti aufmerksam. Die Note w-ist erfolgreich den deutschen Anspruch zurück, den Frieden auf Grund der gegen»artigen Kriegslage anzubieten, wohlverstanden der europäisch e n Karte, denn Deutschland will nicht die erlittenen Niederlagen berücksichtigen und den Verlust seiner gesamten afrikanischen Kolonien sowie den Perlust von ungefähr der Hälfte des türkilchcu Reiches in Asien, noch die Tatsache, das, die Heere des deuticheu Blocks Im Fahre 1916 schrecklich durch eine Reibe von in das Auge springenden Niederlagen geschwächt wurden, die durch ihre bischeidcnei- Ersolge rn Rumänien zu Ende des Jahres nicht w»Ugcmacht worden find. Obwohl der Bterverband schwer geprüft ist, ist er doch wett davon entfernt, crschdpst und uttfSjtg zu fem,
