Der Rom an. "*
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Ein Roman aus Rumänien von Mite «remnktz.
(Nachdruck verboten.)
IV.
Paula entdeckte unter den vielen Gästen im Salon der Frau Den sofort George Belescu. Er ging auf ste zu und blickte sie mit seinen ernsten Augen an, die Gesprelm seiner Kindheit, die Geliebte seiner Jugend, die Frau, in deren Gestalt ihn der Engel seines Himmels umschwebte. Fast ein Jahr war vergangen, seit er sie znletzt gesehen. Sie erschien ihni unverändert. Er sah nicht, daß sie unterdes zur Frau gereift, er sah nur sre und nicht ihre äußere Erscheinung. . . . Auf fernen Lippen schwebte die Rätsi-lfraqe. deren Lösung er noch immer nicht gefunden: „Warum hast du nicht auf mich gewartet? '
.. Pe /as nichts {„ seinen Augen außer der Freude, d e sie selbst empfand rhn wiederzusehen. „Seit wann bist du hier?" fragte s,e.
„Schon seit drei Monaten!" xFnst so lange, als ich verheiratet bin", rief Paula
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»Man merkt es dir nicht an. kleine Cousine", ent- gegnete er, „ich hätte dich noch für ein Pensionsmädchen halten mögen.
. - "^^lvir uns zuletzt sahen, tanzten wir Hora auf deines Bruders Gut, den Winter darauf starb seine Frau, die arme Elise, und nun ist Joan auch tot! Warst du aus Breschtl, seitdem es dein Eigen geworden?" u
„r„ 'Nein, ich habe den alten Pächter dort gelassen. Alles ist unverändert geblieben. - Ich habe keine Zeit fugte er lächelnd hinzu, „ich habe niich der Politik ergeben.
„George, das tut mir leid, sie wird dir das Leben aufzehren!"
Sofie Petru, k>ie neben dem Klavier saß. auf dem vierhändig gespielt wurde, beobachtete Frau Navru.
Nicht unfern twn ihr sagte Frau Verl zu einem Herrn Lodescu - Ihr Kleid ist etwas zu blau, sie ist ungeschickt und ohne jede Bedeutung."
Lodescu lorgnettierte Paula, die mitten im Saal mit Belescu sprach, fand sie recht hübsch und meinte: „Schlank und mittelgroß, braune Augen, braunes Haar: Nase. Mund: gewöhnlich. — würde ich auf ihren Paß setzen.
„Vergessen Sie nicht, als besondere Kennzeichen hmzuzusetzen , fiel Sofie Petru ein, „daß sie den Kopf beim Sprechen ein wenig schräg hält, als wollte ste einen von unten auf ansehen, und daß sie die Unterlippe einknelft."
. »Sie sind eine scharfe Beobachterin, gnädiges Fräulein , wandte sich Lodescu an Softe. Softe blickte ihn nicht an, als sie erwide-te- „Nur M-rüchen die mir mißfallen, beobachte ich genauer, die meisten'sind mir zu gleichgültig dazu."
„.."Zehen Sie nur jetzt fängt Frau Navru förmlich mit Belescu zu kokettieren an!"
Frau Veri machte Lodescu ein Zeichen, zu schwek- gen und flüsterte ihm zu:
heiraftn^ ^ etru fo11 * a im n< ’ ic ^ tcri Monat Belescu
Sofie starrte unverwandt die Gruppe unter dein Kronleuchter an. In der Ecke, wo sie saß. war es so fcrüi ^2$ man nt( ^ bemerken konnte, wohin sie blickte. George drehte ihr den Nucken zu, aber ihre Blicke durchdrangen ihn und ihr war, als läge sein Herz vor ihr. Sie sah - woran, das hätte sie kaum lagen können . doch! doch! an einer Art rührender Hingabe, die seine Haltung ausdrücktc. sah sie. daß die »rau, mit der er sprach, das Interesse seines Lebens m Anspruch nahm — und sie haßte diese Frau, wie sie sjoch nie gehaßt hatte, ^ch möchte sie aber sprechen —- dachte sie, stand auf, trat an Paula heran und begann: „Herr Belescu, darf ich Sie bitten, mich Ihrer Cousin« vorzustellen?
Paula Wh das schöne Mädchen dessen Name ihr ci- r.annt wurde, halb erstaunt, halb bewundernd an.
»Ich bin", wandte sich Sofie an Paula, „von frühe, fügend an in Paris erzogen worden, daher kommt es. daß ich Sie noch nie gesehen habe." m "r 250 ÄA Ar ja Leidensgefährten", erwiderte Paula. „Auch ich bin meiner Heimat entfremdet wor. P. en r ~ und, sich wieder an George wendend setzte sie lächelnd hinzu: „Ich will aber alles wieder aus machen, ich will mich sogar für Politik interessieren."
..„Dann muß Herrn Belescus Kandidatlir ja reüssieren!' warf Softe mit leichter Ironie ein.
„Es ist gar zu liebenswürdig", bemerkte George zu Sofie, „daß Sie sich für mich interessieren, leider weiß ich, daß es nur der Sache, nicht der Person gilt!"
„Du willst uns dazu zwingen, dir ein Kompliment M machen , erwiderte Paula lachend. Da trat ihr llann an sie heran um ihr einen Freund vorzustcllen.
Sofie wandt--sich dem Fürsten Demeter zu, der ein Gespräch mit einigen Herren schne.ll abbrach.
»v,ch setze mich neben Sie, um Ihnen ein wenig den Hof zu machen, Durchlaucht!"
»Sie wollen damit vermeiden, daß ich Ihnen ein Gleiches sage! entgegnete er.
u , Affe stark, daß Sie mich Nlit Lie
benswürdigkeit überschütten. Aber was macht RaoulS Ponny, das Sie selbst kurieren wollten?"
„Es ist trotzdem krepiert."
„Trotzdem? Wegen dem!"
„Ich widerspreche nie einer Dame."
„Ach, ich zähle nicht für voll, ich darf noch nicht kl» die Operette gehen!
„Für mich zählen Sie doppelt!"
„Das sagen Durchlaucht jeder Dame."
..Pardon nur wenn sie jung und schön ist!"
„Als ob ^hre Meinung ein Ordensstern wäre, der» man an der Brust trägt. Sie sind sehr arrogant!^
,,^ch werde versuchen, mich zu bessern."
„Dazu ist es zu spät."
