Nr. 622. Dmmerstag, 21. Dezemdrr Ivrk.
leite« hervor, die sich aus den Ereignissen auf den Inseln, aus dem Zögern der Alliierten, chre Sühneforderungen bekanntzugeben und aus der Fortsetzung der Blockade ergaben. Die griechische Regierung gibt zu verstehen, daß sie vielleicht gezwungen sein werde, die Truppenverschiebungen nach dem Süden in Erwartung der Lösung der gegenwärtigen Lage einzustellen.
'Die griechische Regierung verlangt Rückgabe der vergewaltigten Inseln.
W. T.-B. Bern, 20. Dez. Der „Corriere della Sera" meldet aus Athen: Gestern abend überreichte die griechische Regierung dem italienischen und dem russischen Gesandten ein« Protestnote mit einer Kopie für die englische und fran- 'zösische Gesandtschaft, deren Vertreter sich im Piräus be- 'finden. Die Rote verlangt Rückgabe der Inseln S h r a. tNaxos, Pharos, Samos, Kea und Santorin, die von den Venizelisten mit Gewalt und unter Mithilfe der Alliierten unterworfen wurden seien, trotzdem die Bevölkerung königstreu gesinnt sei. Die Note verlangt gleichfalls >die Wiedereinsetzung der königlichen Behörden auf »den Inseln. _
Der Krieg gegen Rußland.
Abberufung Buchanans?
Kopenhagen, 21. Dez. (zb.) Nach einer Meldung der »Nowoje Wremja" find im Zusammenhang mit den Veränderungen im englischen Ministerium auch wichtige Veränderungen im englischen divlomatischen Korps für die nächste Zeit zu erwarten. Man rechnet u. a. auch mit der Abberufung Buchanans aus Petersburg.
Die Lage im westen.
Cambon im Ministerium des Auswärtige«.
Vf. T.-B. Paris, 20. Dez. Amtlich wird gemeldet: iFoLeS Cambon «st zum Generilferketär des Ministeriums des Austern erwärmt worden.
Die LebenSmittelkrisis.
Vf. T.-B. Bern, 20. Dez. Zur LebensmMelkrbsis in vraguigna« schreibt der JMn“: Die Molkertzilbesttzer müssen infolge Requirierung der Futte-rvorräte durch di« MtlitSstbchörden die Milchkühe zum Schlachten öoÄMufen. Ein Protestkomitee verlangt die sofortige Überlassung von 6000 i Zentnern Heu, da die Stadt sonst ohne Milch -fein würde. In Chälvns sur Saone genügt die Mich nicht -einmal für die iMülitärilazo rette. Di« Hausfrauen haben die Stodtverwal- ^trmg be^- a-hn-ch Mg t, daß die Milchvorräte für Kinder und k Kranke nicht annähernd ansreichten. In Grsnoble gibt es kein« Butter mehr. In Dulle wurde die Errichtung eines städtischen LcbsnSmittelldepvts bchchlossen. In Calais sind Zuckerkarten «ingeführt.
Bon der Genter flämischen Hochschule.
Vf. T.-B. Brüssel, 20. Dez. Die von belgischen Mchr- kMysbläitern verbreitete Nachricht, die Genter flämische Hochschule sei an« militärischen Gründen durch die Etaphenbe- hövde geschlossen worden, ist stcksch. Vielmehr nehmen die Bor- tssungen an der Hocksschulle ihrem vegeLrechten Fortgang. Die Unzahl der Studenten ist «r ständigem Wachsen begriffen und hat langst das erste Hundert überschritten. Tv im Frieden die Zahl der inländischen Studenten, die Wallonen einbegriffen, au der Universität etwa 400 betrug, iso ist der Stand durchaus zufriedenstellend.
Ereignisse zur See.
Versenkt?
Vf. T.-B. Bern, 20. Dez. Der „Matin" meldet aus La Kochelle: Ein deutsches Tauchboot versenkte di« Segler
»P r e s P e r" und „L e o n". Acht Mann der Besatzung wurden an Bord des Tauchbootes genommen. Sie wohnten der Versenkung zweier weitere- Damvfer bei und wurden schließlich durch den Dampfer „Camelia" nach La Rochelle verbracht. — Da« „Echo de Paris" meldet aus Marseille: Der Dampfer JBotuS" hatte 300 Gerettete der versenkten Dampfer »»Magellan" und „Sinai" an Bord.
W. T.-B. Christianin, 21. Dez. (Drahtbericht.) Das »norwegische Konsulat in Bordeaux meldet: Der Dampfer „Prim a" von Bergen wurde am Sonntag versenkt. Die Besatzung wurde in Bordeaux gelandet.
Postraub auch gegenüber inländischer dänischer Fahrt.
W. T.-B. Kopenhagen, 20. Dez Die dänische General- jpofidirektion gibt bekannt, daß von den dänischen Dampfern stJsland" und „Tjaldur" bei der Durchsuchung in Kirkwall hie gesamte Paketvost beschlagnahmt worden ist. Beide ^Dampfer verkehrten in inländischer Fahrt; „Island" war auf der Reise von Reykjavik nach Kopenhagen, „Tjaldur" kuf der Reise von Thorshavn nach Kopenhagen. Auch von dem Amerikadampfec „Frederik 8." wurde in Kirkwall die gesamte für Dänemark bestimmte Post beschlagnahmt.
Der Krieg der Türkei.
Der türkische Bericht.
Vf. T.-B. Konftantinopel, 21. Dez. (DrahMevicht.) Amt- sicher Heeresbericht: Persische Front: 25 Kilometer
Nördlich von Hamadan schlugen wir durch unser Feuer eine feindliche Kavallerieschwadron zurück. — Tigrisfront: Büdlich von Felohre brachten wir eine feindliche Feldbatterie «tun Schweigen, die unsere Stellung«-,, ohne irgend eine» Erfolg erzielen zu können, beschoß. — An den anderen Fronten fitin Ereignis von Bedeutung.
Der osmanüche Bizegeneralifsimus.
Der Krieg über See.
Die Kämpfe in Deutsch-Ostasrika.
Eiue amtliche englische Meldung.
W. T.-B. London, 21. Dez. (zb.) Amtlich wird mitge- teüt: General S m u t s meldet aus Ostasrika, daß die Kämpfe in der Lachbarschast von K i b a t a fortdauern. Starke ffrindliche Angriffe am 15. Dezember wurden abg«- Tfi t 'Xrr In der Lacht vom 15. zum 16. Dezember wurden
_ Wiesbadener Tmrbiait.
einige schwache deutsch- Abteilungen, die sich in unserer vor- J geschobenen Stellung festgesetzt hatten, endgültig daraus vertrieben. Am 10. Dezember wurde ein wichtiger Höhenrücken nordöstlich von Kibata erobert und gehalten. Unsere Flugzeuge machten erfolgreiche Bombenüberfälle und verursachten ansehnliche Verluste.
Die Neutralen.
Ruhiger Verlauf des spanischen Generalstreiks.
„Echo ibe Paris" meldet: Der spanische Generalstreik ist ohne nemiemswovte Zwischenfälle verlausen. Di« Arbeit wunde gestern Wieder auchgenmnmen.
Aus den verbündeten Staaten.
Lin österreichisches ttabinett Tiam-Martinitz.
W. T.-B. Wien, 20. Dez. In Berücksichtigung der politischen Gesamtlage hat der Geh. Rat Dr. v. Spitzmüller den ihm erteilten Auftrag zur Bildung eines Kabinetts in die Hand des Kaisers zu rück gelegt. Wie wir erfahren, hat der hierauf mit der Kabinettsbildung betraute Ackerbauminister Graf Clam-Martiniy die Anträge hinsichtlich der Zusammensetzung des neuen Ministeriums dem Kaiser bereits unterbreitet.
W. T.-B. Wien, 20. Dez. Wie verlautet, wird das neue Kabinett wie folgt' zusammengesetzt sein: Präsidium und
Leitung des Ackerbauministeriums Graf Clam-Mar- tinitz; Minister des Innern Frhr. v. Handel: Handelsministerium Dr. Urban; Arbeitsministerium Frhr. von TrnkS; Kultus- und Unterrichtsministerium Frhr. von Hussarek; Minister für Galizien Dr. Bobrzinski; LandeSv-rteidigungSministe: Frhr. v. Georgi; Finanzministerium Dr. v. Spitzmüller; Justizministerium Frhr. V. Schenk; Eisenbahnministerium Frhr. v. F o r st e r; Minister ohne Portefeuille Dr. Baernreither.
Berlin, 21. D«z. (zb.) Zur Bildung des Kabinetts Clam- Martinitz wird in der „Dsss. Ztg." gesagt: So wenig Spitzmüllers Name politisch ett8as bedeutete, so hochpolitisch klingt der des Grafen Clam-Martinitz. Man kennt ihn als einen energischen Hocharrstokraten, der durchaus ein starkes Österreich will und als Gegenspieler der Ungarn, als Förderer der Südslawwi and vor allem als Förderer de? T r i a l i s m u s. Ob das neu- Regime einen Kurswechsel c »strebt, oder ob man nur daraus schließen kann, daß sich kein anderer tatkräftige- Mann stand, der zugleich dem Monarchen genehm war, muß abgewartet werden. — Der „B. L.-A." sagt: Wenn die bis vor kurzem noch unbedingt tschechenfreundliche Haltung von Clam-Martinitz etwa die Beftirchtung erwecken konnte, daß diese Lösung in eurem der deutschen Sache nicht sehr günstigen Snme gemacht werden könnte, so steht dem die Tatsache der Ernennung zweier Minister entgegen, die seit jeher Vas deutsche Interesse in Böhmen vertreten haben.
Tisza als Paladin-Stellvertreter bei der Krönung.
W. T.-B. Budapest, 20. Dez. (Abaeordrietenhallis.) Dir Antrag« des Grafen T i s z a, betreffend Verfügungen zur Vornahme der Krönung, wurden omparanranm. Darauf erfolgte die Wahl des Ministerpräsidenten Grasen Msza zu dem mit der Vornahme der Krönung betrauten Päladin-Gtellver- treter mit 210 gegen 103 Stimmen.
Der Vorstand des deutschen Nationalverbandes.
Vf. T.-B. Wien, 20. Dez. Die „Deutschen Nachr." melden: In der heutigen zahlreich besuchten Vollversammlung des deutschen Nationaliverbartds wurde der Abgeordnete Dr. Gustav Groß zum Obmann gewählt. Zu Obmanrrstellver- tretern wurden gewählt: Dr. Damm, deutsche Agrarpart«, unld K. H. Wolf, deutsch-radikale Partei.
Deutsches Reich.
Der Reichstagsarrssckuß für das Hilfsdienst- pflichtgesetz.
W. T.-B. Berlin, 20. Dez. Der Reichstag San sschiuß zur Mitwirkung cm der Ausführung des Gesetzes über den vaterländischen Hiüifsdienst beriet heute ib*ie zwei BundesrÄsVerordnungen, welche die Aus-führungsbestimmungen znm Gesetz über den Vatevländischem Hilfsdienst enthalten. Die erste regelt 'Me Tätigkeit der stellvertretenden Ausschüsse, die, so lange endgültige Ausschüsie noch nicht gewählt sind, von den einzeluen GeneraKomm-andos bestellt werden sollen. Die zweite Verordnung regelt die Frage der Stellvertretung der ln di« Ausschüsse entsandten Delegierten. Die Verordnungen wurden mit kleimen Ilbändevungen angenonmnen. Der Chef -des KriegSamts Generalleutnant G r ö n e r machte alsdann noch Mitteilungen über den Fortschritt der Vorder e i t u n g s arbeiten für Iben Kriegshrlfsdienst, die sich vor allem auf notwendig werdende Einschränkungen -des Personenverkehrs und eine bessere Organisation des Güterverkehrs beziehen. Aust eine Anftage erklärte Generalleutnant Gröner, daß die Entlohnung dar zur Hlfsdienstvslicht Herangezogenen vorläufig noch aus freier Übe-reinknnst erfolgen solle unter Beobachtung der ortsüblichen Tagelöhne, später stellten besondere Grundsätze auö- geackeitet werden, die dem Ilusschnß vorgelegt werden sollen. Deutsche Austauschverwundcte.
Vf. T.-B. Konstanz, 20. Dez. Zu dem Empfang der deutschen Austtauschverwundeten ist tun der Kaiserin folgendes Telegramm eimgÄ-anfen: „Don anyekvmmenen Internierten und Schwerverwundeten die herKichsben Willkomuzensgrüße und Segenswünsche. Viktoria." Ferner sind Begrüßungs- telegvamme ckngegangen von 'dem König von Bechern, der Grohherzogin Lurse von Baden, dom Köniyspaar von Württemberg, deur Grohherzog van Hessen und dem Großherzog von Okdanburg.
Beförderung erholungsbedürftiger Kriegsgefangener nach der Schweiz.
W. T.-B. Konstanz, 20. Dez. Gestern abend 7% Uhr ist ein Sonderzug mit erholungsbedürftigen Kriegsgefangenen nach der Schweiz abgegangen. Der Schweizer Arg mit deutschen Schwerberwundeten trifft S-rmstag 8 Uhr 38 Mn. uior- gens aus Lyon ei«.
Oberleutnant Crampton.
Berlin, 20. Lez. Oberleutuaut zur See Cravipton ist, wie ge. meldet, nunmehr aus englischer Gesangenschajt entlassen und als Austanjchgesaugcner nach der Schweiz gebracht worden. Er war
Vvend-Ausgabe. Erstes Matt. Terte 8» .
bekanntlich einer der beiden überlebenden von „11 14*, dass von einem englische» Lalnpser unter Mißbrauch der amerikanischen Flagge hinterlistig versenkt worden worüber die aller Mtenschheit hohnsprechende grausam« Behandlung Crampton» hoben wir srinerzett berichtet, und man darf wohl annehmen, Last die Vcrösscntlichnug dieser englrschen Scheußlichkeiten den jungsn Lsstsier Lrampwn endlich von semcm LeideuSaufenthott befteit hat.
Ans dem „Reichsanzeiger". Vf- T.-B. Berlin, 14. Dez.' Der „ReichsA-zoiger" verossentlicht Belanmmachnngen zur Ergänzung der Verordimng »her die Einfuhr kondensierter Milch and Milchpulver, Sie Ein- und Durchfuhr von Mlicherjeugmssen aller Art, über den Verkehr mrt Zundwaren und AuMhrungsbestim- mungen dazu, über Verträge mit feindlichen Staatsangehörigen und Ausfnbrnngsbejirncmnngen dazu, die Anmeldung von AuslandS- forSerungen, Festsetzung eines Zuschlages zu de« Kriegspreisen der zum Kriegsdienst ausgehobenen Pferde, über die GeschästLaufsicht zur Abwendung der Konkurse und eine ausführliche Begründung dazu.
* Reue BundesratsbeschNiss«. Berlin, 19. Dez. In der Bundesratssltznng gelangten zur Annahme: Der Eiitwurf einer Bekanntmachung, betrcssend die Ubergangsbestimmnnsen zu den 84 S und 10 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst und der Entwurf einer Bekanntmachung, betreffend Be- stin'mungen zur Ausführung des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst.
Bus Stadt und Land.
WiesbQdener Nachrichten.
Notwendige» Kbfchlachten von Kersieln.
In manchen Gsgewden des Reichs ist bas Angebot von Ferkeln cruigenbliiMch so stark, daß ein Verkamst zwecks Aufzucht nicht möglich ist. Die Futterborräte ermöglichen leildoc nicht, daß alle Ferkel grohyezogen werden können. Es ist in- solgcidessen in bsn BsznAen >mit großem Angebot ein Wschlach- ten der Ferkel niicht zu vermeiden. Bon den Kvrmnunen ist aber unter allen Umiständen dafür zu sorgen, -daß das W- schlachten der Ferkel nicht heimlich geschieht, sondern daß volle Anrechnung auf die Fleischkart« erfolgt. Aus >dem Grund dürfte es sich auch ^empfehlen, wenn den einzelnen HauShaltumgen das Schachten von -Ferkeln nicht erlaubt w-ürde, sondern daß die Ferkel m der Hauptsache von den Kmnnrunen s-Äbst geschlachtet und weiter verwertet werden, da von den Gsmeinden für «ln« vrdnumgSgeimäße A«- rechmrng Gewähr geleistet wind. Es werden übrigens schon von -der Rsgiermrg gvoße Mengen überschüssiger Ferkel und Lauster in die -schveinearmen Gebiete gesandt und außerdem sollen auch Spanferkel in größeren Mengen als Reserve für >dos nächte Frühjahr «ingeftoren und geräuchert werden. Ein Rückgang der Schweinezucht selbst -wird aber trotz des großen Angebots von Ferkeln ntich erfolgen, da im >rächst»» Frühjahr mit Beginn der neuen Futterernte die Nachrage nach jungen Schweinen sicher wieder sehr groß fein wird.
— Fleisch für die Feiertage. Wir kömren die erfteukiche Miltteilu-ng machen, daß es dem städtischen Mewfchamt in ser Woche möglich ist, 280 G r a m m Sch lach tv i e h- flei sch auf die Meischma-vken Nr. I bis 10 zu verteilen. Der Berkauf begürriit am Frettagvoomittag 8 Uhr mit der Buch- stabengruppe I bis L. Da der Stamm avschmtt der jetzigen Karte bereits gegen -die neue W-eischkarte abgogsben ist, sind die eingeßnen Meischmarken in dieser Woche calSnahmswrkse auch ohne den zugehörigen Stammabschnttt gültig. Beim Einkauf von frischem Schlachtviehsleisch nruß jedoch anher vSr Abgabe der Meischmarken stets di« entsprechende Anzahl neuer Fitzischkarten vorigezeigt werden, damit die Metzger feststell-n können, ob und zu welcher Zeit di« Kuitden in ihrem Loden kausberechdigt find. Der VerteÄMPSpilan ist -im Anzei-genteil dieser Ausgabe veröffeuKicht.
— Margarine gi&t es, wie aus dem Anzeigenteil dieses Blattes hervongeht, -morgen u-nd übermvngen, und zwar 60 Gramm aus den Kopf ser BebiWerung.
— 25 Fahre Kurhauspächter. Gestern waren 25 Jahve verflossen, seitdem Herr Wi-lheibm R u t h e den Wirtschaftsbetrieb des hiesigen Kurhauses führt. Durch Umsicht und Tatkraft hat es der Jublbar verstanden, den Betrieb zu einem durchaus musteryüWigen zu gestaüen. Auch die von Herrn Ruthe gÄcktete Weinhandlung genießt Webtrus. In welcher Weise der Kurhausbetrieb in den letzten 25 Jahren an Ausdehnung zugeinommen hat, «rheM am besten daraus, wenn man di« Pachtsummen vergleicht, die früher und jetzt jäh-rlich bezahlt wurden. Die Pächter der Spielzeit zahlten nur ganz geringe Pachtsummen, ja der Pächter Cbevet aus Paris erhielt -noch eine jähvliche Vergütung, um bestehen zu können. Von 1873 -bis 1888 gaben die Pächter Bierbauer und Stokde ein-en jährlichen Pachtzins von 6000 M., der Pächter Phitivp Ditt zahlte von 1882 bis 1891 jährlich 12 000 M.. der nächste Pächter Ruthe zahlte von 1891 bis 1899 15 000 M., van 1900 bis 1904 36 552 M., -von 1904 bis 1907 (zur Zeit des Kur- hausprovisovrums im Paulineulchlößchen) 21104 M„ von 1907 bis 1911 50 000 M., -van 1911 ab jährlich 90 000 Dä, außerdem noch 51000 M. für Licht, Wasser ustv. pro Jahr.
— Weihnachten im Gefängnis. Im hiesigen GerichtS- ge-fängniS f-ndet auch in diesein Jahre die übliche Feier inst Bescherung lder Gefangenen statt, und ztvar firr die Evangelischen am -ersten Feiertag, für die Katholischen am zweiten, jedesmal -tm -unmi-tts!lbaren Anschluß an der: Gcttesdienst.
— Nene Sodapreise. Nach ein-er Bundesratsverordnung vom 18. Dezember darf der Preis für kalzinierte Soda (Arnmoni-aksoba, LeAlancsvda, Soda-pulver) bei Abgabe von geringeren Mengen -als 50 Kilogramm 26 Pf. fiir 1 Kilogramm und 13 Pf. für 1 Pfund, einschließlich Verpackung, nicht überschreiiterl. Kristall- oder Fein-foda darf beim Verkauf -in geringeren Mengen als 50 Kilogramm 1 Kilogramm nicht mehr als 20 Pf. und 1 Pfund nicht mehr als 10 Pf. kosten, ebenfalls einschließlich Verpackung. Die KleinhanidelS- p reise srnd also bei beiden Sodas arten um 1 Pf. das Pfund echöht worden.
— Streckung des Brotgetreides durch Gerstenmehk?
Halbamtlich wird geschrieben: Die Frage einer anderweitigen Streckung des Brotgetreides, die durch die umgibt« stige KartoffÄerute oedeutuugsvoll geworden ist, bildet gegenwärtig den Gegenstand eingehender Beratungen. Dem Ber» ueInnen nach wird man davon -absehen, das AusmahliverhäLt» Ms ftir Roggen und Weizen herausßlffetzen, um nicht dadurch die Erzeugung von Kleie zu beeiuträchttgen. Wohrscheiw- lich wird man sich für «in« Streckung des Brotgetreides udt
