Berl«g Langgaffe 21
..L»-dr«rrtz«ntS".
«*»»er-H»re »En« ,»n « wir mengen« 6« 7 Ute tbtaM.
wöchentlich
15 Ausgaben.
Äf Ä VSC S
Soieftellfn uns in *«i »nratdarren ßanbcrten und hn Rveingmi Mt Mwfietiben tasbtanMC«»«.
Feruruf;
„S«8W«tt*»tä" «r. #650-43.
San 8 Uhr msrjenä bl« 7 Ilhr abenos. aufm tzVmttesK.
-"JgjMLlj Pi 9? ** e 15 W». für drtftje wijttgen NN „arbei.*#m«rtt* Mid „«Inner An^,er-
?'£'“ff*,““«<«»«*tnbjr e^KSfui«,™,, foWe fut abn <,. t , Kuchen 2jß& m®?; ;hL“? rt, W" 1 SRI fut örtliche ReNaineni 2 SKI. tfr ausraathae
iHSetaÄÄ,SnN-n, durchlaufend, nach beionderer Lechnun» - meBecwltrr Aufnahme nnneränSerter *njei»«n ln kurzen Llvi-cheinäumen entwrechendrr Nachlaß.
»nzttWt».>k»»«<f«t: K8r »ieUdrnd-ÄBGg. vl»l2Uhr .. ~ '■■'
j^fegJg^*w^nt»t»-i»»«»_W2Wrn«toiii^5_WtlmfygfcttU«^jtggteglia>«itt£ttgWatt8: Sttlin W.» PotsdamerStr.lA IL Feraspr.: Amt Lüyow 6302 u. 6203. un" stS^en m"? tAn? « m .|j‘’t9f'* ; “»> rae "
Dienstag. 19. Dezember 1916.
Kbenö-Kusgabe.
aqrn und Plätzen wird leine «ewädr iidernnmmen.
Nr. 618. . 64. Jahrgang.
Vordringen in der Nord -Dobrudscha gegen die untere Dona«.
wieder über 1000 Rügen tu Rumänen gefangen.
weitere Kämpfe östlich der Maas.
Der Tagesbericht vom 19. Dezember.
W. T.-B. Grosses Hauptquartier» IS. Dezember. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Auf beiden Somme- Ufern wurde das Geschütz- und Mineuwerferfeuer vorübergehend lebhafter.
Nordwestlich und nördlich von Reims lind französische Abteilungen» die nach starker Feuervorbereitnng gegen «nfere Grüben vorgingen, zucückzetrieben worden.
Heeresgruppe Kronprinz.
Am Nachmittag steigerte sich auf dem Ostufer der Maas der Feuerkampf. Die Franzose» griffen den F o s s c s - Wald an.. Die vor unserer Stellring liegende Chambrettes Fs blieb nach Nahkampf in ihrer Hand. An allen anderen Stellen der Angriffsfront wurden sie abgewiesen.
idstlicher Kriegsschauplatz.
Heeresfront des Generalseldmarschalls Prinz Leopold von Badern.
Südlich des R a r o c z - Sees und südlich der Bahn Tarnopol-Zloczow nahm zeitweilig die Artillerietätigkeit zu.
Front des Generalobersten Erzherzog Joseph.
Am Gutin-Tomuatek in den Waldkarpathen wurden ruffische Patrouillen» an der Baleputna-Strahe Angriffe eines ruffischen Bataillons abgeschlagen.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
Bei Teilkämpfen wurden in den beiden letzten Tagen über 1008 Russen und Rumänen gefangen eingebracht und viele Fahrzeuge — meist mit Berpfle- li u n fl beladen — erbeutet.
In der N o r d d o b r u d s ch a hat der Feind seinen Rückzug über zwei ausgebaute Stellungen hinaus nordwärts fortgesetzt. Die Armes dringt gegen die untere Donau vor.
Mazedonische Front.
An der Struma Patrouillenunternehmungen, die für die bulgarischen und osmanischen Truppen günstig ausfielen.
Der erste Generalquartiermeister:
Lltdendorff.
*
De« deutsche Abendberrcht vorn 18. Dez.
W. T.-B. Berlin» 18. Dez.» abends. (Amtlich.)
An West- und Ostfront nicht Wesentliches.
In der Walachei kleinere für uns günstige Kämpfe.
In der Siorddobruvscha ist die Linie Babadag-Peci- n e a g a überschritten.
Oie untere Donau.
Von Oberst Immanuel.
„Die in der Norddobrudscha stehenden russischen Truppen haben ihre Stellungen geräumt." Sie sind bis über die Linie Babadag-Peeineaga zurückgetrieben. Wir erinnern uns, daß dies ganz die gleichen russischen Streitkräste sind, die, als Rumänien Ende August 1916 seinen Todessprung tat, den großen sieges- z u g durch die Dobrudscha nach Bulgarien hinein auf Warna machen sollten. Von dort hoffte man nicht Mehr weit bis zur Verbindung Sofia - Konstantinopel und bis zum Bosporus zu haben.
Der russische Rückzug aus der Dobrudscha ist ein strategisches, Ereignis ersten Ranges, denn er bedeutet »en Verzicht der russischen Heeresleitung auf jeden weiteren Angrisfsgedanken ans der Balkan- Mbtnfel und die Umkehr zur Verteidigung der Moldau und des eigenen sübrnffischen Gebietes.
Die kraftvolle, trotz aller Schwierigkeiten des Ge- landes und Wetters jede Gegenwehr vor sich nieder- iversende Verfolgung, die Mackensen nach der Einnahme don Bukarest über die Jalomita aufnahm, und das Vordringen der 9. Armee über Buzeu hinaus gegen den unteren Sereth haben die Russen zn diesem Rückzug veranlaßt.
. So rückt das Mündungsgebiet der Donau in den Vordergrund der allgemeinen Aufmerksamkeit. Die Donau, dieser in seinem Oberlauf bis Wien hinaus urdeutsche Strom, hat das Schicksal vieler anderer Ströme, daß er sich vor seiner Mündung in mehrere Anne verästelt und ein sumpfiges Niederungsland von «ochst schwieriger Gangbarkeit bildet. Bei Galatz wendet sich die Donau an der Stelle, wo von links her
der Sereth einmündet in einem scharfen Booen aus der bisher südnördlichen Stromrichtung nach Osten und bald darauf an der Einmündung des P r u t h nach Südosten, jetzt dem Schwarzen Meere zufließend. Der Haichtarm des Stromes hat bei Galatz eine mittlere Breite von 700 Metern bei einer Tiefe von 20 bis 40 Metern. Estvas weiter unterhalb, bei dem auf der Dobrudschaseite gelegenen Tu! tscha (Tulcea) teilt er sich in große Mündungsarme. Hier beginnt sein „Deltaland", das eine mehr als 2600 Quadratkilometer große, für Truppenbewegungen äußerst schwierige Sumpfwildnis darstellt. Schilkwaldungen von drei Metern Höhe, durchschnitten von Flußarmen, Seen und Morästen, sind noch heute die -Heimat von Soevögeln, Wölfen und Büffeln. Die beiden Hauptarme — im Süden der St. Georgsarm, im Norden der Kilia-Arm — liegen von der Meeresküste 96 Kilometer auseinander. Der eigentliche Schiffahrtsweg ist der kanalisierte. unter Aufsicht der Donaukommission stehende mittlere Arm, die Snlina. Bis 1878 gehörte die Donailmündun.g bis zur Kilia der Türkei, das Nord- ufer war rumänisch. Im Berliner Kongreß nötigte Rußland den Rumänen die Dobrudscha und dcmlit auch die Donausümpfe auf und nahm sich dafür das rumänische Beßarabien bis zum Pruth und zum nördlichen Mündungsarm der Donau.
Ist allen Bürkenkriegen hat die Strecke von B r a i l a bis T u l t s ch a als Übergangspunkt der Russen nach der Dobrudscha eine entscheidende Rolle gespielt. 1828 erfolgte, der Übergang von Satunovo nach Jsaktscha, nicht gestört von den Türken, aber äußerst erschwert durch das sumpfige Gelände. Jsaktscha, heute ein bedeutungsloses Städtchen, ist, nebenbei bemerkt, als „Fatinitza" bekannt. Im Krrmkrieg (März 1854) überschritten die Russen ohne Widerstand die Donau gleichzeitig an drei Stellen, bei Braila, Galatz und Tultscha. 1877 fand ein Übergang zwischen Braila und Galatz nahe der Serethmündung statt. Die Türken konnten ihn nicht verwehren und räumtven die kleine Festung Matschin.
Braila ist ein wichtiger Ausfuhrhafen Rumäniens für Weizen und Olgewächse, eine Stadt von fast 60 000 meist bulgarischen Bewohnern. Die ehemals be- deutenden Festungswerke sind zerfallen. Die Stadt, die bis zum Jahre 1883 Freihafen war, liegt südlich des Sereth.
Galatz hat eine geschütztere Lage, denn es wird gegen die Walachei hin durch den Sereth-Abschnitt gedeckt, liegt aber sehr nahe hinter ihm. Die fast 75 000 Einwohner zählende Stadt war im Frieden nicht be- estigt und ist der Mittelpunkt der Donauichisiahrt, wo in der Regel bedeutende Vorräte auigespeickect sind. Galatz hat in den Türkenkriegen viele Kämpfe erlebt und war 1856 bis 1857 von Österreich besetzt. In Galatz vereinigen sich große Bahnlinien oon Bender (Odessa), Lasst,. Tschernowitz, Buzeu und Bukarest.
! c» öer russische Donauhafen, hat sich trotz aller
Bemühungen Rußlands im Wettbewerb gegen Galatz nicht entwickeln können. Seine militärische Wichtigkeit liegt m der Eisenbahn, die hier van Bender- (Odessa) her ?n die Donau trifft, und in der durch die Kriegsgeschichte erwiesenen Übergangsmöglichkeit über diesen Strom. Abwärts Reni sind die Geländeverhältnisse für em solches Unternehmen schwieriger, da sich der Strom vielfach verzweigt und auf dem Nordufer von ausgedehnten Seen begleitet ist. Bei Jsmail-Tultscha liegen die Verhältnisse günstiger. Hier erfocht Suworow 1790/91 blutige Siege über die Türken. Daß selbst em Riesenstrom wie die Donau nicht unüberschreitbac ist, beweist die Vergangenheit ebenso wie die aller- lungste Zeit. Unternahm doch erst kürzlich Mackensen seinen Übergang über di? Donau bei Svistov, während die Bulgaren in den letzten Tagen an vielen Stellen übersetzen konnten.
Rumänien und Verdun.
Die fortschreitende Verfolgung in Rumänien
Der militärisch belanglose» politische Charakter des Vorstoßes bei Verdun.
W. T.-B. Berlin, 18. Dez. Trotz Regenwctter und bodenloser Wege macht die Verfolgung in der Osi-Walachei rasche Fortschritte. Die Trümmer der rumänischen Armee werden unaufhaltsam in das kaum 80 Kilometer breite Viereck hineingetrieben, das im Osten von den D o n a u s ü m P f e n, im Westen von dem Gebirgsstock der K a r p a t h e n und im Norden vom Sereth begrenz« wird. Aussichtsreicher Widerstand in diesem flachen, von dem Buzeu-Flutz durchflossenen Gebiet ist nicht mehr wahrscheinlich, seitdem dieser Fluß in breiter Front von den Verfolgern überschritten worden ist. Die einzige größere Stadt, die die Rumänen in diesem Gebiete noch besitzen, ist Ramnicu- S a r a t h. Die Städte Braila, Gala» und F o s c a n i gehören geographisch und strategisch bereits zur Sereth- stellung.
In der Dobrudscha trieben die Bulgaren die Ruffen bis südlich B a b a d a g. Die Front der Verbündeten hat nunmehr die größtmöglichste Verkürzung um 900 Kilometer erreicht.
Die Lage auf dem westliche» Kriegsschauplatz ist, von lokalen Kämpfen abgesehen, unverändert. Der Vorstoß der Franzosen bei Verdun ist nichts als eine politische D e m o n st r a t i o n und kann auf die G e s a m r 1 a g e keinen Einfluß ausüben. Die Bilanz des Jahres 1916 wird für die Franzose» durch den geringen örtlichen Erfolg nicht gebessert. Nach monatelangen blutigen Kämpfen und schwersten französischen und englischen Verlusten ist die Front in Frankreich und Belgien, bis auf minimale Änderungen im Dezember, dieselbe wie im Dezember ISIS.
*
Der rumäniWe Meberbruch.
Russische Geständnisse.
Stockholm, 19. Dez. „Rußkij Invalid" schreibt: 30 Werst östlich von Bukarest befindet sich dichtes U r w a 1 d g e b i e t, dessen Undurchdringlichkeit die ruffische Heeresleitung als sicher angenommen hatte. Diese Barriere wurde jedoch vou dem Feinde ohne Schwierigkeit genommen. SAvierig wurde die Lage durch den Verlust Buzeus, den letzten strategischen Eisenbahnkiiotenpunkt des rumänischen Rfftge- bietes, der unter allen Umständen festzuhalten gewesen wäre, da er die einzige Verbindung mit der Moldau darstellt. Rumänien besaß ausgezeichnete Barrieren, um den Feind aufzuhalten. Die Jalomita-Linie, die längst stark ausgebaut war, hätte ein Hindernis für Wochen bilden können. Die rumänischen Truppe,: fluten gegenwärtig zuruck, befinden sich aber tatsächlich in schwieriger Lage. Die infolge der Frontverkürzung eingetretene Verdichtung der Linie vermehrt noch die Schwierigkeiten. Wir können uns also darauf vorbereiten, daß aus der Lage auf den, rumänischen Kriegsschauplatz auch unserer Armee bedeutende Schwierigkeiten entstehen.
De« rumänische Generalstab über die Gründe der deutschen Erfolge.
(Drahtbericht unseres 8.-Sonderberichterstatters.)
8. Stockholm, 19. Dez. (Eig. DrcchÜericht. $.) Der rumänische Gener-Ästaib gibt in ider „Jndependanoe Rou- maMle" bekannt: Allenthalben hört man die rumänische
Heeresleitung tadeln, oah sie ungenügend gerüstet habe und die feindlichen Pläne stets falsch .einfchätzte. Demgegenüber sei festgestellt: Die deutschen Erfolge beruhen vornehmlich in der deutschen Massenkonzentrierung von schwerer Artillerie und m der deutschen flugtechnischen Überlegenheit. Die Rumänen waren außerstande, recht, zeitig die ßchndlrchsvl Truppen insamrnilungen aufzudecken.
Die Stimmung in Bukarest
Sofia, 18. Dez ich.) Der „Pester Lloyd" berichtet: Bukarest gewinnt allmählich wieder sein gewöhnliches Aussehen. Allerdings an Stelle des überschäumenden Genietzens istbeträchtlichcReue getreten und was man von dieser Stadt nie gewohnt war, die Bevölkerung arbeitet. Furcht-
