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TenernngsziUa««» für Scttotte unb Lehrer. W«der- !HM ist schon i-n der Presse <mj Vie 'durch den Krieg geschaffene lMFÜsstige Loge der Beamten und Lehrer chngewiefen und die Gewährung von Tenermilgssulogen geforSert wurderr. Der mi Wiesbaden bestchonlde Modus der DeuerungdMiagen sehr, 'so schreÄü man uns aus interessierten Kreiseri, die Gehalls- grenze auf 8000 M. fest, die durch jedes Kind nur wertere 360 M. erhöht wird. So genechtferti-gt für 'den ersten Bück diese Grundlage auch erscheinen mag, die die Gewährung twa Kvieyszulagen von der Kinderzoh! abhängig macht, so ent- ,spricht dieses System doch nicht 'den Grundsätzen 'der Billigkeit, 'im ein groher Teil der Beamten und Lehrer von der Kr regt- Unterstützung überhaupt nicht betroffen wirb. Ern Beamter (Lehrer), der z. B. ein Gehalt von 4200 M. bezieht, mutz also miudeisteus vier Kdider, ein solcher mit 4500 M. fünf Kinder haben, um die Anwartschaft auf KriegSirntersrützunp zu be­sitzen. Es ist ahne weiteres klar, .atz der weitaus größte Teil derjenigen Beamten und Lehrer, die ein Gehalt zwischen 4000 und 5000 M. beziehen, mit leeren Händen ausgeht, ob­wohl 'doch ncht bestritten werden kann, daß eine Familie mit zwei bis drei erwachsenen, noch schulpflichtigen Kindern bei eenem Gehalt von 4200 M. bis 4500 M. sich in derselben ungünstigen Lage befindet, wie eine andere Familie lei demselben Gehalt mit vier bis fünf Kindern, die zum Terl noch nicht erwachsen sind. Der Modus 'der progressiven Ge- haltsgrenze mutz unter allen Umständen bei der Bemessung 'der Kriegszulagen beseitigt werden. In unserer Nachbir- sjgdt Frankfurt betrug die obere Gch-Ätsarenze seither 5000 Märst und ist kürzlich auf 6 0 0 0 M. erhöht worden. Ferner wurde angeordnet, noch vor W e ich nachten allen Beamten und Lehrern auf Grund der neuen Regelung die Zulagen ausz uzahlen. Die gesetzlichen Teuerungszulagen für die SiaatÄbsamten werden ebenfalls samt und sonders bis zu einer oberen Get altsgrenze von 5600 M. gewährt. Jur Interesse Mer städtischen Boomten und Lehrer kann nur der Wunsch ausgesprochen iverden, datz baldigst eine Änderung der in WiesbNden geltenden Normen im Sinne des Frank­furter Systems erfolgt und die Auszahlung der Zulagen nicht mehr lange auf sich warten Iaht.

Ausgabe der Januar-Fleischkarten. Die Ausgabe der

Januar-Fleischkarten erfolgt von morgen ab gegen Vorlage der Brotausweistarte unb Rückgabe der Stammabfchnitte der Dezember-Retchsfleischkarten. In seinem eigenen Interesse wird jeder gut tun, die betreffende Bekanntmachung des Magistrats in der heutigen Abend-Mrsgabe anfmerdsanr zu 'lesen. Auch die neue Reichssloischkarte wird bei den Metzgern ausgegeben.

Kondensierte Mich und Milchpulver. Amtlich wird 'bskanntgegeben: Durch die Verordnung über die Einfuhr von kondensierter Milch und von Milchpulver vom 18. April 1016 und die dazu erlassenen Ausführungsbestim­mungen vom gleichen Tage :st. dem 'damaligen dringenden Bedürfnis entsprechend, zunächst nur die Einfuhr von konden­sierter Milch und von Milchpulver vereinheitlicht wor­den. Durch eine neue Verordnung wird der Reichskanzler ermächtigt, die Vorschriften dieser früheren Verordnung auch auf andere Milcherzeugnisfe sowie auf 8t ä h.r m i t t e l, die Dauermilch enthalten, auszüdehnen.

Magermilch gibt es m den letzten Tagen oft anstatt Vollmilch, aber zu >d«m Preis der letzteren. Diese Be­hauptung wird sogar von Milchbezuysberechtigten aufgestellt. Überhaupt Mdet die Milchvevsorgung nach wie vor ein Schmerzenskind der Verbraucher und wohl auch des Magi­strats. Wir bitten unsere Leser aber, ihre, wie wir in einzel­nen Fällen nicht bezweifeln, berechtigten .Klagen und Wünsche bei der zuständigen Stelle 'der Stadtverwaltung direkt und unter Angaibe des 'betreffenden Milchmanns anznLringeii. Wenn ein W'lchhändler entrahmte Milch statt Vollmilch liefert, so ist es Sache der Aufsichtsbehörde, eiaizn- schrsÄen. Das kann sie aber nur, wenn ihr bestimmte Hand­haben zur Verfolgung derartiger Betrügereien gegeben werden.

I» einer Versammlung desNassauischen Biehhäud- lcrverrins", die am Sonntag hier unter dem Vorsitz des Herrn ^saak Kahn (Biebrich) statts nid, wurde erklärt, es fei unbe­dingt 'erforderlich, dass den Händlern der amtliche Wiege- schein, sowie die Angabe über das 'Schlachtgewicht und der Nummer des in Frage kommenden Tiers von der Sammel­stelle in Frankfurt a. M. zug-chen, um den in Wzug zu brin-

K n Gewichtsverlust den Landwirten gegenüber zu recht­en. die sich oft den Abzug von 15 Prozent an der Haupt- fEmelstelle und 5 Prozent an der Nebenstelle nicht erklären können. Die ausyesehten Prämien für dieV e r t r a g s- fchweine" werden erst nach erfolgter Ablieferung sämt­licher Vertragsschwe'ine gezahlt, und zwar nur für Vertraqt- schweine. Für Schtr-Äne, welche nicht laut Vertrag gemästet sind, gibt es keinerlei Prämien. Ms jetzt sind erst zwei Drittel der Bertragsschw-etne abgeliefert worden.

Höchstpreise kür Pferdefleisch. Durch eine Bundes- ratsverordnung sind jetzt anch. um der Preistreiberei des Pferdefleisches zu steuern für dieses Nahrungsmittel K l e: n- handelsböch ft preise sestgefeht worden. Auch aus­ländisches Pferdefleisch soll diesen Preisen unterliegen. Die Herstellung von Dauerwurst aus Pferdes'leisch ist verbotm worden. Die festgesetzten Höchstpreise sind: 1,80 M. für

1 Pfund Lendenboat fletsch. Löber-, Fletfchwurft oder Fett, 1,60 M. für 1 Pfund MuSkelflersch. ausgenommen Lendo-v- bratckleifch ohne Knochen, 1,40 M. für 1 Pfund Herz und Etn- gowei-üe, Koaffleffch und andere geeignete Sorten Fleisch, aus­genommen Lbber, 20 Pf. für 1 Pfund Knochen. Die niedrigere Festsetzung von Höchstpreisen ist den LmÄwSzentralbehärden überlassen. Die Kommunalveobäride können den Verkehr mit Pferden, die zur 'Schlachtung ibeftMmnt sind, und mit Pferde­fleisch sowie dessen Verbrauch regeln.

Wie Wirb das Schlachtgewicht berechnet? Bei den Kommunen, welche die Entscheidung über die Hansschlach- tungen uNd die Abgaben der entsprechenden Fte'ischmarken zu treffen haben, liegen fortgesetzt Streitfälle vor, wie das Schlachtgewicht bei Haus'chlachtungen zu be­rechnen ist. Bekanntlich muh die Häkste oder vom zweiten Hansschlachtschwein an drei Fünftel des Schlachtgewichts auf die Fleischmarken angevechnet werden. Es ist daher von Wich­tigkeit, die Bestimmungen genau zu kennen, nach denen di« Feststellung des 'Schlachtgewichts erfolgen muh. Okiach den für Preutzen geltenden Vorschriften wird das Schlachtge­wicht für Schweine wie folgt festgesetzt: Vor der Ge- wichtsermnttliurg ftüd bei der Ansschlachtung der Schweine zu

_ Wiesbadener Tagblatt. _

trennen: a) die Eingeweide der Brust», Bauch- und Decken- hähle, nebst Zunge, Luftröhre und Schlund, jedoch mit Aus­nahme 'der Nieren und des Schmewes (Flohm, Fliesen, Micker). Der Kopf verbleibi an dem geschlachteten Dier; b) bei männlichen Dieven die äußeren Geschlechtsteile; e) die blutigen Stellen der Schnitt- und Stichflächen dürfen entfernt werden; 'beim Ausschnitt der Ohven und Augen, bei Entfer­nung 'der Zitzen, des Afters und der blutigen Teile der Schnitt- und Stichflächen dürfen die benachbarten Teile nicht mit abgeschnitten werden. Die Gewichtsevintttlung hat bei Schweinen in ganzen und kalben Tieren zu erfolgen. Er» folgt bei Schweinen die Feststellung des >Schlachtgew«lsts innerhalb 3 Stunden nack: dem Schlachten, so ist von jedem angefangenen Zentner 1 Pfund, von 100 Kilogramm 1 Kilo­gramm als Warmgewicht in Abzug zu bringen. Der Schlacht- Verlust 'beträgt ini Durchschnitt bei einem Lebendgewicht vcu 250 Pfund und darüber 18 Prozent, von 200 bis 250 Pfund 20 Prozent, von 160 bis 200 Pfund 22 Prozent, bei leichteren Tieren 34 bis 25 Prozent.

Eine vorbildliche Maßnahme hat die Heine Stadt

C a ui b erg beschlossen. Sie wird 'das gesamte 156 Morgen große Domänenlandin ihrer Gemarkung zwecks Über­eignung au die Bürgerschaft zur Taxe von 98000 Mark erweüben. Kriegsbeschädigte sollen dabei bis zu 30 Prozent Ermäßigung gegen den Erstehungs­preis genießen. Damit auch die Minderbemittelten kaufen können, wird schon ein forrlausender Abtrag von 3 Prozent der Kaufsumme, einschließlich der durch die fort­laufende Tilgung zuwachlenden Zinsen, als genügend ange- sehen. giir Kriegsbeschädigte soll schon 1 Prozent der Kaufsumme als fortlaufender Abtrag genügen.

Eine blühende Palme von seltener Schönheit ist zur­zeit im städtischen L e b e n S m i t t e I a m t im alten Museum (Ausgabe für Brot»iiUÄveislartem) zu sehen. Wenn auch blühende Palmen uni diese Zeii in Gewächshäusern und Wintergärten keine ungewöhnliche Erscheinung sind, so wnd der Baum doch viel bewundert. Daß er «in gewisses Auffehen «wegt, geht vielleicht auch daraus hervor, datz wir im Laufe des gestrigen Tages nicht mehr als zwölftnal auf diewun­derbare und verheißungsvoll blühende Palme" im Lebeus- mittelamt der Stadt aufmerksam gemacht worden sind.

Die Ableitung 3 des Kreiskomitees des Raren Kreuzes widmet

ibre Arbeit lediglich der Siebestaügleit für unsere Kürzer. Wie kingebmd sie arbeitet, erhellt aus solgeiideii Angaben, die wir ihrem letzten Monatsberichte entnehmen. Es jtehen ihr, abgefthrn von den ihr zuftietzenden freiwilligen Spenden, allmonatlich fest 39 000 Di. zur Verfügung. Daraus läßt sie zunächst in Zuschnerdestuben bezw. in Heimarbeit GeörauchSgegenstände der verschiedensten Art direkt für die Soldaten oder für Lazarette Herstellen, ferner läßt sie in ihren Flicksinben Wcffchc ausoesseru und . sie gibt die Wäsche- usw. Stücke dann unentgeltlich ab. Besonders reich wurden im vergangenen Mcnat bedacht das Ersatz-Bataillon des Reserve-Bataillons des Relerve-Jnsanterie-Reglinents 87, die JugendwehrJungDeutsch- laad", bidürstige Urlauber, di« örtlichen Teillazarrtte, Kriegsbe. schädigte sowie bedürftige Angchörige »on un Felde stehenden Kriegern. Direkt ins Feld wurden 290 Ernheitski'ten ver­sandt, weiche enthielten: 14 500 Paar HoseMräger, 21 700 Taschen­tücher, 1800 Waschtappen, 1200 Fußlappen, 480 Paar Sohlen, 3480 Taschenmesser, 3480 Pfeifen, 3480 Mundharmonikas, 1200 Kämme, 1200 Bürsten, 1080 Spiegel, 3480 Gesellschaftsspiele, 3484 Karten­spiele. 3480 Brieftaschen, 7230 Bücher, 3480 Notizbücher, 3480 Nah- zcuge, 3480 Zlgarrrntaschen, 1800 Lunten, 1680 Pack Keks, 3480 Blei­stifte. 290 000 Zigarren, 290 000 Zigaretten, 14 500 Paket Tabak, 5000 Mcwpen Briefpapier, 850 Feldpostkarten, 150 Pfund Kerzen,, 1680 Stück Seifencrjatz, 3480 Liederbücher, 950 Taschenlampen, 950 Ergötz-Batterien und 50 Gitarren. Weiter gingen größere Sendungen ab an ein Kriegslazarett der Bulgaren, an das Rote Kreuz tit Lisia, an das Soidatenheim in Meißen im Oberelsaß, all den Bcreins- La,arcitzug, an das Feld-Arttllerie-Regiment Nr. 40, an die 2. Eskadron des Gardc-Fusnier-Regiments Nr. 22, an das Genesungs­heim in Schmitten in Taunus, an die Fuz-Artillrrle-Batterie 312, an die Radfabrer-Konipagnie 156, an das Erholungsheim in Brzuchewice, an die Landwehr-Fuhrpark-Kolonne 3, an das Feld­lazarett 6 des 18. Armeekorps, an das Reserve-Feld-Lazarett 107 im Osten, an die 1. Kompagnie des Armierungs-Bataillons 119, an das Kriegs-Lazareit 11, 5. Armee, 16. Armeekorps, an den Stab des Rescrbe-Jnsanterie-Rcgiments 235, an einen Major in Brüssel, an den Stab des Reserve-Pionier-Bataillons 34, an das Kriezslazarett der 22. Jniantirie-Mvlsion tnt Osten, an das Deutsche Soldaten- beim in Kolrhe. an das Jnf.-Reg. 4!7, an die 2. Kompagnie des Armienrngs-Briaillons 119, an die Militär-Polizeikompagnie in Wilna, an das Kriegslazarett 1/16 Etappen-Jnspektion de: 3. Armee im Westen, an das deutsche Ostlazarctt Kolukowe, 1. bulgarische Armee an das Lamrett Gülhane in Konstanttnopel und an das Reserve-Jnsanlerle-Reginient 222. Das Kreiskomiiee fordert in den einzelnen Regil>ientern Listen der bedürftigen Mannschaften ein und bot daraufhi.i weiter veriandt 71 Feldpostpakete an das Infanterie- Regiment 353. an die Jnsanterie-Mnnitionskolonne des 18. Armee­korps 17, on einzelne bedürftige Rcannschaiten verschiedener Forina- iionen im Felde 3 Postkisten und 1350 Feldpostpakete, an einzelne im Felde siebende bedürftige Wiesbadener Bürger 747 Feldpost- pakete und endlich an Kriegsgefangene 25 Pakete. Das ganze Pack- und Bersandgeschäst wurde bewirkt durch frciwtlltge Kräfte.

Personai-Rachr»chten. Dem Amtsgerichtsrat a. D. 2l u l i k e in Wiesbaden wurde der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen.

Die Preußische Verlustliste Nr. 712 liegt mft der Sächsischen Berlustliste Nr. 368 und 369 in derTagblatl"-Schalterhrlle lAus- kunfts'chglter liicks) sowie in der Zioeigstelle Bismarck-Ring 19 zur Einstcbttialme auf.

Kleine Notizen. Die Nr. 86 derAnstellungs-Nach­richten" liegt in der Geschäftsstelle desWiesbadener Tagolatts" zur allgemeinen Einsicht offen Zweimal hintereinander haben bei einer ossintlichen Versteigerung Leute Gegenstände, einmal ein Deckbett, das anderemal einen Überzieher, wie es scheint unter falschen Namen, gesteigert. Die Gegenstände wurden ihnen auch gegeben, als es aber ans Bezahlen gehen sollte, da waren sie nicht zu linden. Sie hatten sich mit ihrer Beute davongemacht. -i- Am 14. d M und ebenso vor 8 Tagen wurden aus deni Treppen­haus eines Hauses an der Wilhelmstraße mehrere ellltrrsche Glüh­birnen gestohlen. Meldungen über den Verbleib sind der Kriminalpolizei erwünscht.

Dorberfäite über Kuttf», vorirlige und verwand»««.

» Kimigljche Schauspiele. Als Kindervorstellung bei Volkspreisen geht heute Humperdincks MärchenoperHansel und Gretel" in Szene; dazu wird das BallettDie Puppensee" gezeben. <Anfang 6 Uhr.)

Wie bereits bekannt gegeben, findet am Mittwoch der fünfte Bclksabend statt. Zur Aufführung gelangtDie Rabensteinerin". (Ar lang 7 Uhr.) Am Freitag gehtKabale und Liebe" zAboime- ment A in Szene. Beginn 6 Uhr.

* Galerie Banger. Mit dem Jahre 1917 wird als Neuerung den Besuchern der Ausstellung ein graphisches Kabinett geboten, welches in reicher Abwechslung die neuesten Arbeiten moderner Künstler zeigt Für die erste Ausstellung ist das vollständig« gra- phffche Werk Ernst Opplers, des bekannten Berliner Maler-Radierers, vorgesehen.

Wiesbaocncr Künstler auswärts. Die hier schon wiederholt in Konzerten ausgetretene Sängerin und Pianistin Fräulein Emma Wer nicke zeme Tochter unseres bekannren Musikdirektors Otto Wernickes, hat neuerdings in verschiedenen Städten Hollands, ihrmn Gebnrtscaiide, konzertiert und sowohl mit ihren anmutigen Klaviervorträgen wie mit ihren geschmackvollen gesanglichen Dar­bietungen gewiß einer seltenen Bereinigung musikalischer Talente

überall lebhafte Zustimmung gesunden.

Morgen-Ausgabe. Erstes Matt. 91t. 617.

Wiesbadener Vergnügungs-Sühnen und Lichtspiele.

* Im Kinephon-Theater, TaunnSstraße 1, komnit ab Dienstag das LustspielSchuhpalast Prnlus" zur Aufführung. Als erufter Teil des Programms ist der Krinlinalroman von Dr. Paul Llnoaut Der andere" vcrgesehen, in welchem Achert Bassermann die Rolle des Stae.tLc.ilv>altü Di. Haller spielt. Gute Raturausnahmen ver- volliiöndigen das Programm.

Musik- und Vortragsabend«.

* Das letzie M r t t w o ch s i o n z« r t in der M a r k t k i r ch e

hotte sich wieder eines regen Zuspruches zu erfreuen. Zur ^Ein­leitung spielte Herr Pctersen Bachs sunfitimmlge Es-Dur-ü/uge. Der Umstund, oaß sich diese Fuge ursprünglich am Schluß der so­genannten Katechismuschvräle findet, ausnahmsweise in dreiteiliger Fcrm ausiriit und cm majestätisches Gepräge hat, lassen leinen Zweifel, daß Bach dabei etwas von der heuigen Drereintgkell vorge- schncbt haben mag. Ehörc, wie.Hoch tut euch aus" von Gluck und Dir, dir Jehova, wftl ich singen" führten diese Sttmmung weiter. Der Ring- und Lulheikirchenchor zeigte in diesen, wie in Gesängen von I. W Frank und Arnold Meudelsohn^fteißiges Studium namentlich auf Intonation ivar besondere Sorgsait gewandi. Dre Mitwiiknng von Frau B. Zerlett-OIseurus erregte allseitiges Inter esse, zumal die geschätzte Künstlerin sich längere Zeit nicht hatte hören lassen. In Gesängen von Händel, Ahle, Liszt, Reger und einem stimmungsvollen Abendlied von Zcrletr zeigte die Tanger in ihre oft gerühmteii gesanglichen Vorzüge. rs.

«US dem vereinsltzdeN.

vereknsfeft«. cAuinapme mt m »a ro geilen.)

(Ohne Gewähr.) Wenn Else v. Levetzow ans Himburg im W iesbadcner Frauenllub" rezitiert, sv^ vedeutet da-s immcr einen bis zum letzten Plätzchen gefüllten Saal. So auch diesmal am Montag. Kleine Zuge aus der vornehmen Wett so ictitette sic ihr sehr sein gewähltes für manche vielleicht sogar zu fein gewähltes Programm. Die von Fräulein v. Levetzow in der hier^bereits rühmlichst bekannten vornehmen und zu Herzen sprechenden Weise oorgctragencn Dichtungen, u. a. Hanns Olendas Bestich bei Franz Liszt zur Kriegszcit", sowie .Herbert Eulendergs Chcpin" wurden am Flügel von Fräulein Hermine Schröder gleich­sam noch musilalisch ergänzt durch LisztsConiolation" und EhoptnS Nokturnn Des-Dur, sowie seine Etüde C-Moll, die Fränlriu Schröder in durchaus angemessener, gewandter Weise zu Gehör brachte. Diese dazwi'chen geschobene Musik war ganz dazu angetan, Dichtkunst und Mnkik aufs wirkungsvollste und eindrücklichste zu ergänzen und mft einander zu verbinden. Düstere Bilder aus der vornehmen Welt, wie Ilobertus:Diarie Antoinette", wechselten mit sarkaittschen und heiteren Zügen, wie Meno RolfsKluge, unkluge Frau", Schüttlers .Schulden", P. SchülersDie Visitenkarte" u. a. Sämtliche Gabe« fanden größten und dankbarsten Beifall.

* Der DezemLer-Mütterabend des ,L e h r c r i n n e rt v e r eins für Oi a i f a u", der am vergangenen Sonntag unter der Leitung und ORitwftlnng bestimmter Lehrerinnen statffand, sollte Mutter und Kmder in WeihualvtSstimmung versetzen. Bei- brennende« Bäumchen, das die Zwerge aus Chrisiiinds Wald anbrachtm, wurde das Weihnachtscreignis den Zuhörern nahe gebracht. Die kindlich ai'spcschmvckte Erzählung lvurde durch alte weihnachtliche Bolks- weistn mit Gitarreocgieitung und durch die bekannten Weihnachts- licder stimmungsvoll belebt. Da nicht für alle Mutter und Kinder gleichzeitig Platz in der Aula des Lyzeums gewesen wäre, wurde die Bcrführung zweimal hintereinander dargehote».

Provinz Hessen-Nassau.

Xtegferungsfrestrft tDiesbaften.

Dr. Wilhelm Melton j.

ht- Frauffult a. M., 17. Dez. In Berlin starö am Freitag­abend Tr. Wichelm M ertön, eine der hervorragendsten Persön­lichkeiten Franlsnrts. Der Verschiedene, der cm Alter von 68 Jahren erreichte, aeuuß als Gründer der Deutschen Olcetallgesellschast, als Auff'chtsratsmirglied der Gold- und Sllberscheioeanftalt und der Franksurier Bank Welttuf im Vesten Sinne des Wortes. Die Stadt Frankfurt aber verliert in Merton einen Wohltäter und Philanthropen allerersten Ranges. Merton verwendete seinen Millionenre>.chtum zur opferfreudigen Förderung der Wissenschaft, zur Gründung der hiesigen Universität, zur Stistting des Sozialen Museums und zur Unterstützung ungezählter anderer gemeinnütziger Unternehnmngen. Und wenn er gab, gab er still, ohne diß jemals sein Name genannt wurde. Viele innge Künstler verdanken chm ihr wirtschaftliches Dastm. Sem iccheä Ende wird hier eme nie zu ersetzende Lücke hinterlassen.

Nachbarstaaten u. -Provinzen.

Regierungsbezirk Rassel.

Ms. Kassel. 16. Dez. Der Landesausschuß für den Regierungs­bezirk'Kassel beschloß in einer außerordentUchei- Sitzung am 15. d. M an Beamte, Angestellte und Arbeiter des Hessischen Be- zirksverbandes einmalige Kriegsteucrungszulagen nach folgenden Grundsätzen zu bewilligen: 1. den mittleren und unteren Beamten, wenn sie unverheiratet sind, 40 Di., wenn sie verheiratet sind, 100 M. und für jedes Kind bis zum vollendeten 18. Lebcus- lahre, das noch von den Eltern unterhalten wird, 30 D!., 2. den Änpestcllti'il und Arbeitern: Ledigen 40 Di., Verheirateten ohne Kinder unter 14 Jahren 60 M., init einem Kinde 80 M., und für jedes weitere Kind unter 14 Jahren 10 M.

Sport und tllstfahrt.

* Der erfolg» eichste Jockei. Der Wert der Rennen, die Rasten­berger in diesem Jahre gewonnen hat, beiänst sich aus 531 770 M. Er stebl damit weit an der Spitze vor Archibald. der 465 200 M., un« O. Schmidt, der 378 395 M. gewonnen hat. Als nächster folgt dicht, ans Kasper mit 362 940 M., während Schlaske sich mit 265 040 M. begi.ügen mußte

* Belgische Vollblüter sür Deutschland. Oberlandstallmeister

v. O e«t r n g e n hat die Reihe der Anläufe belgischer Mutterstuten bedeutend rergroßert. Er kaufte von dem Vicomte de Buisseret drei und aus dem Bestände emes Herrn Drugmann einen vierjährigen Flving-Fri>Sohn. Wrid Fox und ebenfalls drei Stuten, die durch, weg von White Fox tragend sind. _

Neues aus aller Welt.

Die Sprache durch Schreck ioiedergesundeu. Sonneberg. 17. Tez. Der 19 Jahre alte Musletier Willy Roßbach von hier batte auf dem östltchen 5kriegsschauplatze infolge Einschlag-ns einer schweren Älanate die Sprache verloren. Ocachdeni er sechs Tage danach in em Feldlazarett eingelresert war, lam lautSonneberger Zeitung" der junge Kriegsteilnehmer durch Schreck wieder zu seiner Sprocke, mdem er auf einem gesrorenen Wege zu Fall kam. Nach einigen Tagen Erholung kehrte R. zu leinem Truppenteil zurück, wo er sich zurzeit wieder wohlauf befindet.

Schmackhafte Bücher. Berlin, 12. Dez. Ans dem Ostbahn­höf kam gestern eine Eilgutsendung von fünf Kisten m:i Büchern aifl dem Osten für einen Herrn in der Bregenzer Straße an. Da die Kisten nach frischen Räucherwaren rochen, ossnete man sie und fand darin statt Büchern fünf geräucherte Schinken, frisches Rind-, Kalb- und Schweinefleisch, Büchsen niit allerhai'd Konserven, Butter, Schmalz, Eier, Mehl, Haserflocken, Tee. Zucker, Hülsenftuchte, Spielwaren, Herren- und Damenstiesel und allerhand Schmncksachen. Die Sendung war von Eydlkuhnen nach Berlin gerichtet. Sie wurde von der Polizei beschlagnahmt.

Große Wohltätigkeitsslistung. W. T-B. Köln, 1< Dez, Frau S. C. Guilleaume schenkte der Stadt Köln das von thr errichtete Antoniusheim für arme Kinder mit einem Gelände im Umfang« von 8ii00 Quadratmeter, als Betriebsfonds hierfür 500 000 M., für den sväteren Ausbau des Heims 200 000 M. und ferner 300 000 M. als Betriebsfonds sür das Marienhetm. Dr« Gefamtstiftungen be­tragen wett über 1% Millionen Mark.