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Verlag Sanggaffe 21

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Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeichriebenLÜ Tagen und Blähen wird keine Gewahr übernomme».

Donnerstag. 14. Dezember 1916.

Abend-Ausgabe.

Nr. 609. . 64. Iahrgang.

Künftige Fortschritte auf der ganzen rumänischen 5rout.

Das Gebiet südlich der Linie Vukarest- Cernavoda vom Zeinde gesäubert!

Fortsetzung der russischen vergeblichen Ent­lastungsangriffe in den waldkarpathen.

Der Tagesbericht vom 14. Dezember.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 14. Dezember. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

An einzelnen Abschnitten der Somme- Front vorüber­gehend fiare Feuerkämpfc.

Heeresgruppe Kronprinz.

Bei Fonr de Paris in den Argonncn nach heftigem Borbereitungsfeuer vorstvhende französische Patrouillen wur­den abgewiesen.

Auf dem rechten M a a s u f e r war nachmittags die Ar- tillerietiitigkeit gesteigert.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Nichts Wesentliches..

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph. In den Waldkarpathen vielfach Aetilleriefeuer. Im Ghorgyo-Gebirge und im Trotusnl-Tale setzten die Ruffen ihre v e r l u st r e i ch e n aber ohne fkden Erfolg ver­laufenden Angriffe fort.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

G ü n st i g e Fortschritte auf der ganzen Front, trotz sehr großer Wegeschwierigkeiten.

Die große Walachei südlich der Linie Bukarest- Cernavoda ist vom Feinde gesäubert.

Mazedonische Front.

Die östlich der C e r n a von den Serben geführten An­griffe sind unter schweren Verlusten vor den bulgarischen Stellungen zusammrngebrochen.

Der erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

*

Der deutsche Abendbericht vom 13. Dezember

Die 9. Armee nähert sich Buzcn.

W. T.-B. Berlin, 13. Dez., abends. (Amtlich.)

Borübcrgehend auflebendes Feuer an der Somme und auf § ft I i d) e nt Maasufer.

Die 9. Armee nähert sich B u z e ».

Östlich der Cer na haben neue serbische Angriffe

«»gesetzt.

Line Unterredung mit yindenbura.

Br. Berlin, 14. Dez. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der Be­richterstatter der „New Aork World", Karl v. Wigand, ist ,von Generalfeldmarschall v. Hindenburg empfangen worden, der ihm sagte: „U:rsere nrilitärische Lage ist günstt g auf allen Fronten. In Rumänien ist sie ausgezeichnet. Das Jahr 1916 schlieht mit Erfolgen und greifbaren Resultaten für Deutschland und seine Verbün­deten. Wir sind dankbar für das Vergangene, zufrieden mit dem Erreichten, und wir haben keine Angst vor dem nächsten Jahr und grämen uns nicht um die Zukunft." — „Und die Lage der Entente?" fragte Wigand. — „Die Ententemächte haben bisher nirgendswo einen greifbaren Erfolg oder nur etwas, was einem solche,: nahekommt, za verzeichnen, trotz ihrer Überzahl und trotz des Umstandes, daß ihnen die Hilfsquellen des größten Teils der Welt zur Verfügung stehen. Was die Ententemächte 1918 nicht erreicht, 1916 nicht fertigbrachten, nämlich Deutschland zu zerschmettern, ihr langgestecktes Ziel, soll also 1917 be­werkstelligt werden.

Lassen Sie sic nur kommen!

Mir werden sehen und sie werden sehen." — Auf die Frage, ob die Entente mit den Hilfsquellen aller ihrer Kolonien durch Verlängerung des Krieges etwas erreichen werde, antrvortete der Feldmarschall mit einem glatten „Nein!" „Warum dann den Krieg fortsetzen und Menschen schlachten?" bemerkte Wigand. — „Fragen Sie die andere Seite; kommen Sie mit dieser Frage nicht zu mir", war die lakonische Antwort Hin. denburgs. — „Soll ich daraus entnehmen, daß Sie geneigt wären, Frieden zu machen?" — „Sobald wir den Entente­mächten unseren Willen klar gemacht haben", erwiderte Hin­denburg. „Und dieser Wille ist, daß die vereinigten Entente­mächte sehen, daß sie Deutschland nicht zerschmettert haben, daß st»: weder Deutschland noch seine Bundesgenossen je zer­schmettern können, wie cS seit langem geplant war, daß Sicherheit gegeben werden mutz für den zukünftigen Schutz des deutschen Volkes und seinec Verbündeten gegen die Wiederkehr einer solchen Verschwörung, mit ähnlichem Ziele, und daß die Ententemächte das Recht Deutschlands und seiner Bundesgenosse« anerkennen werden, sich in friedlichem Wett­

bewerb mit denselben Rechten und Vorrechten, die andere Nationen genießen, zu entwickeln. — Unsere Erfolge tu Rumänien sprechen für sich selbst", sagte der Feldmarschall weiter. „Sarrail mit seinem wunderbaren und in allen Farben schillerndem Völkergemisch hat wenig Aussicht, an der Salonikifront mit einer Armee von so verschiedenen Elemen­ten viel zu erreichen. Die Einnahme von M o n a st i r, diese kleine Beute, macht nicht viel aus in der großen militärischen Frage. Diese kleine Scharte an der großen Front kann man ousmerzen", sagte Hindenburg mit einer leichten Handbe­wegung. Uber die Lage in Rußland führte er aus: „Die Unabhängigkeitserklärung von Polen spricht die beweiskräftigste geschichtliche Sprache an jener Front. Man könnte fragen: Haben die Rüsten die wahnwitzigen Rumänen gerettet, brachen im Westen die Franzosen und Engländer durch unsere Front? Fragen Sie sie auf Ehre und Ge­wissen, ob die paar Kilometer, die sie zurückgewannen, den kolossalen Preis, den sie zablten, wert waren." — „Aber sie machen herkulische Anstrengungen und gigantische Vorberei­tungen für den Frühling" warf Wigand ein. — „W i r a u ch", erwiderte Hindenburg rasch. „Die Deutschen waren in der S o m m e s ch l a ch t an Artillerie den Alliierten einige Zeit unterlegen. Es war aber, wie die Engländer und Fran­zosen herausgefunden haben werden, während der letzten Wochen nickt mehr der Fall und wird es auch im nächsten Frühjahr noch weniger sein", sagte Hindenburg und legte besonderen Nachdruck auf die letzten Worte. — Der Ver­treter fragte ven Feldmacschall, wie hoch er die Verluste der Alliierten einschätze. — „Die Entente hat wahr­scheinlich einen

Gesamtverlust von 15 Millionen an Toten, Verwundeten, Kranken und Gefangenen.

Aber mit diesen 15 Millionen Verluste hat sie weder Deutsch­land zerschmettert, iwch den Krieg gewonnen, und wird setzt ohne diese 15 Millionen sicherlich nicht siegen. Unsere Verluste sind nicht leicht gewesen, aber sie blieben in den Grenzen des Erträglichen. Wir werden mit unserem Sol­datenmaterial schon durch den Krieg kommen", erklärte der Feldmarschall. — Das Gespräch wandte sich auf die Bewegung in Amerika, die die zwangsweise Erhaltung des Friedens für die Zukunft zum Ziel hat. „Die Kriege sind Volkskriege geworden und nicht mehr Kriege gemieteter Söldner", sagte Hindenburg. „Natürlich werden sie weniger häufig werden, weil die Völker selbst sie aüszufechtcn haben und weil die Völker sich bemühen werden, sie zu vermeiden. Jede kräftige Methode, welche den Zweck hat, Kriege noch seltener zu machen dadurch, daß man einen Weg des Appells an die Zukunft statt an die Waffen erfindet, sollte mit Sympathie begrüßt und unterstützt werden. Aber kein Volk mit einem Tropfen Mannesblut und Ehre in den Adern wird je sein Dasein und seine nationale Ehre irgend einem schiedsgericht­lichen Verfahren anderer Völker unterwerfen. Ziehen Sie hieraus jedoch keine Schlüste, ich sei im Prinzip gegen internationale Schlichtung von Unstimmigkeiten zwischen den Nationen. Was der Kanzler in seiner Rede vom 9. November sagte, ist für mich betreffs der Haltung Deutsch­lands maßgcbend. Ich möchte nur betonen, daß, so lange Menschen Menschen sind, und so lange es in ihrer Gesellschaft schlechte Elemente gibt, immer die Möglichkeit bestehen toird, daß skrupellose Pestonen ihre Macht und ihren Willen dazu ausnützen, die Völker dahin zu bringen, die Daseuiöreckte und die Ehre anderer Nationen anzutastcn. Es wird also eine Grenze geben, über die hinaus keine Friede ns- liga etwas verinag. Jedes mannhafte Volk muß darauf vorbereitet sein, seine Existenz zu verteidigen, sein Oberhaupt zu schützen, seine Rechte zu wahren, und dies ist, was Deutschland heute tut." — Hindenburg sprach über Deutschlands Verbündete:

„Es ist falsch, daß die Türken nur gute Defensivkämpfer seien", bemerkte er; „jie haben sich in der Dobrudscha prächtig geschlagen." Die Bulgaren charakterisierte der Feld­marschall als ein Naturvolk mit ausgezeichneten Soldaten von kräftigem Körperbau, beständig und sehr zuverlässig. Von den O st e r r e i ch e r n und den U n g a r n erklärte Hindenburg, daß die deutschen Heerführer bester wüßten als die übrige Wett, was sie in diesem Kriege schon für Dienste geleistet hätten. Die Taktik des deutschen G eneral stabe s habe sich in diesem Krieg überaus bewährt. „Abgesehen von einem Mehr an Buddeln ist unsere Taktik heute dieselbe wie vor dem Kriege und wird sie auch ngchber bleiben. In Zukunft wird noch mebr gebuddelt werden als vor diesem ■ Krieg, aber der Stellungskrieg, besonders wie er an der Westfront zu sehen ist, wird kaum die allgemeine Taktik künftiger Kriege bilden und niemals den Bewegungskrieg ganz verdrängen. /

Würde Deutschland nur an einer Front zu kämpfen haben, so gäbe es keinen Stellungskrieg, dessen kann ich Sie versichern." — Wigand fragte, ob sich ge­zeigt hätte, daß in Zukunft für die Heere mehr oder weniger eine Art Miliz zur Grundlage dienen könne. „Deutsch­lands Heer wird nie eine Milizarmee sein können, sondern ein Heer von aufs höchste ansgcbildeten Kriegern, erklärte Hindenburg. Eine wenig ausgebildete Truppe von an sich guten und tapferen Leuten kann einem Heerführer, im besten Falle als Notbehelf dienen, aber der Unterschied mit gut ausgebildeten Truppen läßt sich sofort herausfühlen." Hindenburg bewunderte die „herrliche Tapferkeit und Opfer­willigkeit der Franzosen." Er sagte: „Warum die Fran­zosen in ihrem rabiaten Fanatismus feden Meter ihres eige­

nen Bodens mit eigenein Blut tränken, ist eines der Dinge, die über meinen Verstand gehen." Als der Berichterstatter sich zum Gehen wandte, richtete er noch einmal an Hinden­burg die Frage: „Und der Friede?" „Fragen Sie die anderen", war des Feldmarschalls Abschiedsgruß.

Unser Friedensangebot.

Die Aufnahme der kaiserlichen Uundgebunx an der Westfront.

(Von unserem Kriegsberichterstatter.)

Großes Hauptquartier-West, 12. Dez.

Den kämpsenben Truppen und den in Reserve- und Ruhestellungen befindlichen Formationen wurde die kaiserliche Kundgebung heute mittag um 12 Uhr zur Kcnmiüs gebracht. Ter Eindruck war überall, so weit mir bis zur Siunde Nachrichten vorlregen, gewaltig und groß­artig. „Das war die grüßte Weiihnachtsfrerrde, die unser Kaiser der Welt machen konnte!" riefen die Kämpfer. Das wsltgetzchlchttiche Ereignis, dessen Wucht de» letzten Mann im feldgrauen Kriegerkleid spontan packte, wurde alsbald lebhaft besprochen. Man horte die verschiedensten Ansichten. Gar mancher sagte: „Friede, — das Wort ist zu schön. Ich bin in diesem Krieg Pessimist geworden." Andere vertraten mit Leo- Hastigkeit die Meinung, daß die hochherzige Darbietung der Friedenshand in diesem Augenblick, wo unsere Feinde auf allen Fronten die Hoffnung auf Sieg verloren haben, einen tiefen Eindruck auch ank die verhetztesten unter unseren Geg­nern machen müsse, und daß der Kaiser die beste Stunde zu diesem in der Weltgeschichte nach niemals dogewesenem Friedensangebot eines unbestrittenen und vor neuen unabsehbaren Erfolgen stehenden Siegers ge­wühlt halbe. Alle ribn begrüßten das soldatische Schlußwort der Kundgebung und schwuren, den Feind, bis er Vernunft angenommen >hat, werter zu schlagen wiie bis­her, wo er angreift und sich stellt. Die auf Reisen, Märschen und in den Etappen befindlichen Trüppen erfuhren die kaiser­liche Kundgebung durch A n s ch l ä g e, die überall an den Bahnhöfen und Kommandanturen erschienen. Sofort btldetoa sich überall vor diesen Anschlägen Gruppen. Die Soldaten zogen ihre Notizbücher heraus, um die bedeutsamen Sähe wortgetreu für ihre Kameraden aufzuzeickmen, und an der Größe des Gedränges und der freudigen Erregung erkannten die Einwohner des besetzten Gebietes sehr schnell, daß die deutschen Hseresangebörigen vor einer herzerfveuerden Nach- . richt standen. Auch sie strömten daher in gictzer Zrhl herbei, namentlich Greise, Väter und Frauen in Traueraewändern. Sie baten um eine Übersetzung der kaiferlicken Kundgebung, die sie sichtlich ergriffen anhörten. Eine alte Dame, die zwei Söhne in der französftchen Armee hat, sagte laut: „Wenn Kaiser Wilhelm uns endlich den Frieden bringt, dann werde ich als erste Französin öffentlich auf dem Marktplatz rufen: „Es lebe Kaiser Wilhelm, der der Welt den Frieden und den weinenden Müttern ihre armen Söhne wiedergab!" Diele von den Franzosen befürchteten nur, daß ihre verblendeten Landsleute in Paris niemals den kaiserlichen Erlaß erfahre:, wevden. - (Kb.)

W. Scheuer mann, Kriegsberichterstatter.

DieRote der österreichisch-ungarischen Regierung an den Papst.

W.T.-B. Wien, 14. Dez. (Trahtbertcht.) Die gestern an den apostolischen Nunzius Monsignore Valfred di Bouzo gerichtete N v t e des K. K. Ministe­riums des Äußern lautet in deutscher ltbersetzung:

In seiner väterlichen, die ganze Menschheit nm- sassenden Fürsorge hat es sich der Heilige Pate r. tief betrübt von dem blutigen Schauspiel, dessen Schau­platz Europa seit mehr als zwei Jahren ist, nicht daran genügen lassen, die leidenden, unzähligen Opfer des großen Zusammenstoßes zu lindern, er hat jede Ge­legenheit benutzt, um den Wunsch und die Hoffnung zu bekunden, daß sich der Augenblick nähern werde, in wel­chen! die kriegführenden Mächte den mörderischen Kämpfen ein Ende setzen, die Europa zu ent­völkern drohen. Die alte, bekannte großherzige Ge­sinnung Seiner Heiligkeit veranlaßt die K. und K. Regierung und die Regierungen ihrerBerbündeten, den Heiligen Stuhl von einem Schritt in Kenntnis zu setzen, den Österreich-Ungarn, Deutschland, Bulgarien und die Türkei am heutigen Tage mit dem Ziele, der Welt den Frieden zurückzugeben, bei jenen neutralen Mächten unternahmen, die den Schutz ihrer respektiven Staatsangehörigen in den feindlichen Staaten übernommen haben. Die vier Verbünde­ten Mächte, die sich in dem ansgcbrochenen Streite nicht von der Ländergier leiten ließen und kein anderes Ziel hatten, als die Verteidigung ihres Bestandes und ihrer nationalen Entwickelung, sind in der Tat der An­sicht, daß der Krieg an einem Punkte angelangt ist, wo die vereinten Anstrengungen ihrer Gegner das Übel, an dem die Menschheit leidet, nur verschlimmern, aber aller Voraussicht nach, nicht verhindern können, daß sich die verbündeten Mächte für die Zukunst die Bür g. schäften verschaffen, welche sie dem Erfolg ihrer tapferen Armemi verdursten, ~