Einzelbild herunterladen
 

Nr. 801. DkenSfirg, 12. Dezember

Notenwechsel zwischen Amerika und Deutschland, betr. Wegführung der belgischen Arbeiter.

W. T B. Berlin, 11. Dez. (Drahtbericht.) Dis Nordd. Mg. Ztg." meldet: Über die Wegführung bel­gischer Arbeiter ließ die Regierung der Ver- einigten Staaten von Amerika hier fol­gende Mitteilung übergeben:

Die Regiermrrg der Vereinigten Staaten hat mit größter Besorgnis und mit Bedauern von der Politik der deutschen Regierung Kenntnis erhalten, nach der ein Teck 'der Zivilbevölkerung aus Belgien weggeführt und zwangsweise zur Arbeit in Deutschland ungehalten wer- li>en solle, mid sieht sich genötigt, m freundschaftlichem Geist, aber in feierlichster Weise gegen ein solches Vorgehen Ein- spruch zu erheben, das mit allem Herkommen und den humanen Grundsätzen des internationalen Brauchs in Widerspruch steht, die seit langem von Len zivilisierte« Rationen bei der Behandlung von Richtkärnpsern in besetzten Gebieten angenommen und befolgt wurden. Die Regierung der Vereinigten Staaten ist ferner überzeugt, daß die Wirkung dieser Politik, falls sie fortgesetzt werden sollte, nach aller Wahrscheinlichkeit für das belgische Hilfswerh das in sp hn-maner Weife gedacht und so erfolgreich zur Durch­führung gebracht wurde, von Nachteil sein wird, eine Folge, die allgemein bedauert, und, wie anzunehmen ist, auch dir deutsche Regierung in eine ernste Verlegenheit bringen würde.

Auf diese Not« wurde der Regierung der Vereinig­ten Staaten heute nachstehende Antwort übermittelt:

Die Regierung der Vereinigten Staaten von Ame- jrika hat gegen die Verbringung belgischer Arbeiter nach Deutschland und gegen deren zwangsweisen Heran­ziehung zur Arbeit Verwahrung eingelegt, indem sie on der Ansicht ausgeht, daß diese Maßnahmen mit en Grundsätzen der Menschlichkeit und den internatto- tialen Gebräuchen bei Behandlung der Bevölkerung be­achten Gebietes nicht vereinbar seien. Die deutsche Re­gierung glaubt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika über den Grund und die Durch­führung der Maßnahmen nicht zutreffend Unterrichtet ist und hält es daher für angezeigt, zunächst den Sachverhalt näher darzulegen. (Es sol- jgen entsprechende Mitteilungen.) Dann heißt es weiter:

Die Maßnahme stcht mit dem Völkerrecht vollkommen im Einklang, denn nach Ar- ltikel 43 der Haager Landkriegsordnung hat die be­setzende Macht zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und des öffentlichen Lebens in dem besetzten Gebiete Sorge zu tragen und zu diesem Zwecke, so weit die LandeSgesetze versagen, durch ergänzende Anordnungen einzugreifen. Jur Aufrechterhal­tung der öffentlichen Ordnung gehört es aber zweifel­los, daß Arbeitsfähige, so weit irgend möglich, nicht der öffentlichen Wohltätigkeit zur Last fallen und durch Müßiggang eine förmliche Landplage bilden, sondern zur Arbeit angehalten werden. Bei Durch- /führung der Maßnahmen wurde ohne Härte und .mit aller tunlicher Rücksicht verfahren. Wenn bei der Auswahl der nach Deutschland geführten Personen der- ,einzelte Versehen vorgökommen sind, insbeson­dere auch Leute einbegriffen wurden, auf welche die Voraussetzungen vom 15. Mai 1916 nicht zutreffen, so hängt dies damit zusammen, daß sich die belgischen Be­hörden häufig der Mitwirkung zur Ausstellung der Listen der Arbeitslosen entzogen oder unrichtige An­gaben gemacht haben. Es wurde Fürsorge getroffen, daß solche Versehen so schnell wie möglich wieder gut- gemacht werden.

Wenn die amerikanische Regierung Wert darauf legt, wird es einem Vertreter ihrer hiesigen Botschaft gerne gestattet werden, sich durch persönlichen Besuch über die Verhältnisse, unter denen sich die Leute befin­den, zu informieren. Die deutsche Regierung bedauert außerordentlich, daß durch die lügnerische Pressehetze ihrer Feinde die dargelegten Verhält­nisse in den Vereinigten Staaten offenbar völlig ent­stellt worden sind. Ebenso würde sie es, und zwar nicht zum wenigsten im Interesse der belgischen Bevölkerung sehr bedauern, wenn durch diese Entstellungen die segensreiche Tätigkeit der amerikanischen Hilfskommis­sion irgendwie beeinträchtigt werden sollte.

Schließlich kann die deutsche Regierung nicht um­hin, auf die Tatsache hinzuweisen, daß die Fortführung der deutschen Bevölkerung aus den von feindlichen Truppen besetzten Teilen Deutschlands und seiner Kolo­nien, insbesondere die Verschleppung von Frauen, Kindern und Greisen aus Ostpreußen nach Sibirien den neutralen Staaten, soviel hier bekannt ist, keinen Anlaß gegeben haben, bei den be­teiligten Regierungen ähnliche Schritte zu tun, wie sie jetzt Deutschland gegenüber unternommen wor­den sind. Und doch kann eS keinem Zweifel unterliegen, 'daß diese Maßnahmen eine gröbliche Ver­letzung der Gesetze der Menschlichkeitund der Regel des Völkerrechtes darstellen, wäh­rend nach den vorstehenden Darlegungen sich die deut- schen Maßnahmen mit diesen Grundsätzen durchaus in Einklang befinden. _

Deutsches Reich.

Neue Funktionen des preußischen Kriegsministers.

B*. Berlin, 11. Dez. (Eig. Dvadtbemcht. Ab.) Wir mel­deten bereits, daß der preußische Kriegsminffter General der Artillerie d. Stein durch kaiserliche KÄbinettKrwder zum militärischen Oberbefehlshaber ernannt worden ist. In dieser Eigenschaft übernimmt er, wie jetzt erklärt wird, die Ausführungen des neuen Gesetzes über Schutzhaft und Belagerungszustand sowie die Leitung der neuen Zentralbeschwerdestelle gegen MatzuMmen &cz «mtogeadmdnt

Mesba-Lirer Tagdrarr. _

Die Einschränkung des Kohlen- und Lichtverbrauchs.

Berlin, 11. Dez. (Drahtbericht.) Wie es heißt, wird die Bundesratsverordnung über d»e Ersparnisse von Licht und Kohlen morgen zur Veröffentlichung gelangen und übermorgen in Kraft treten. Vorläufig ist nicht beab­sichtigt, eine Beschränkung des Verbrauchs au Licht und Kohlen für die Privathaushaltungen anzuorünen, doch wich eine Beschränkung des Verbrauchs in dieser Be­ziehung dringend gewünscht.

W. T.-B. Berlin, 11. Dez. (Drahtbericht.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde die Vorlage, betreffend die Ersparnis von Brennstoff und Belenchtungsmittel, ange­nommen.

Änderung im Schluß der Postämter.

Berlin, 11. Dez. (Drcchwericht.) Wie verlautet, wird ün .'FusamuMuhang mit der neuen Bun-desratsverordnung über früheren Ladenschluß auch eine Änderung irn Schluß der Postämter eintreten, und Mar derart, daß die Lsine- ren Postämter je nach dem örtlichen Bedürfnis früher als bisher geschlossen werden. Dagegen werden, wie weiter ver­lautet, die großen Kahuhosspostämter eine Er­weiterung ihres Dienstes Mer die bisherig« Jett hin­aus erfahren.

Wcihnmchtsgrütze der Heimat a» die Front.

Berlin, 11. Dez. Neben dem Glückwunsch des Kaisers werden der Vaterländische Frauenvecein und die ihm äuge- schloflenen Lände-Vereine in den nächsten Tugen eine W e i h - nachtS-Feldpost karte zum Verkauf bringen. Die mit weihnachtlichem Bildschmuck auSgrstattete Karte soll als ein­mütige Kundgebung der He'mut den Dank an unsere tapferen Feldgrauen zum Ausdruck bringen. Die Karte trägt die hand­schriftlich wiedergegebene Widmung der Kaiserin:Meine innigsten Wünsche und Gebete begleiten diesen Gruß der Heimat an die tapferen Helden im Felde!" Der Erlös ist für die Hinterbliebenen der im Felde Gefallenen bestimmt.

* Der neue bayerische Kriegsminister. W. T.-B. München, 11. Dez. (Drahtbericht.) Die Korrespondenz Hofsmann meldet' Amtlich wird mitgeteilt: Der König hat den Generalleutnant und Kommandeur einer Kavallerie­division Philipp v. Hellingsrath zum Staatsrat in ordentlichem Dienste und Kriegsmini st er ernannt.

Batocki und v. Soden. Br. Berlin, 11. Dez. (Eig. DrahWericht. zb.) Das ,.B. T." schreibt: Es ist 'verschiedent­lich die Vermutung ausgetaucht, daß im Zusammenhang mit dem Rücktritt des bayerischen Ministers v. Soden auch di« Stellung des Präsidenten v. Batocki erschüttere sei. Dich« Annahme trifft in keiner Weise zu, da Herr p. Batocki im Gegenteil bei den meisten Maßnahmen in der Lebensmittel­versorgung stets aus den Widerstand des Herrn v. Soden gestoßen ist. Wenn dieser Minister nunmehr in den Ruhe­stand getreten ist, dürste Herr v. Batocki wenigstens Bayern gegenüber nicht mehr mit solchen Schwierigkeften wie bisher zu kämpfen haben.

ftus Stabt und Land.

Wiesbadener Nachrichten«

l Warnung vor dem Bezug von Lebensmitteln aus dem Kurlands.

In den neutralen Ländern, besonders Holland und Dänsmarck, hat sich feit Monaten ein schwunghafter Handel entwickelt, der sich mit der Versendung von Lebens­mitteln in Postpaketen an private Besteller in Deutschland befaßt. Verlockende Inserate, in denen Butter, Eier, Fleisch, Speck usw. angeboten 'werden, erscheinen in deut­schen Zeitungen und finden nur zu Willige Beachtung. Das deutsche Publikum kann nicht dringend genug davor gewarnt werden, sich auf diese Anpreisungen eingulafsen, und zwar aus folgenden Gründen: Auf der einen Seite sind viele der Firmen, di« die Waren anbieten, einfach Schwindelge­schäfte. Sie verlangen von den Bestellern die vorherig« Einsendung einer Anzahlung und lassen nicht» mehr von sich hören, sobald sie da» Geld erhalten haben. Auf der ande­ren Seit« können die Lebensmittel, selbst wenn sie richtig abgeschickt werden, nicht in die Hände der Besteller gelangen, denn, so weit es sich um zentralisierte Waren handelt (Butter, Käse, Eier, Margarine, Schmalz, Hülfen früchte, Fletsch- und Fleischwaren, Heringe, Kaffee, Tee, Kakao, kondensierte Milch) müssen 'die mit der Durchführung der Zentralisierung beauf- tragten Gesellschaften der ihr dam Gesetz Llbertvagenen Pflichs genügen, und die aus dem Ausland kommenden Lebensmittel mit Beschlag belegen, auch wenn es nur die geringen Mengen «irres Postpakets sind. Die Ent­schädigung, die der Besteller dann erhält, bleibt meist unter dem der auÄändffchen Firma ^bezahlten exorbitanten Preis. Aus jeden Fall bat also das Publikum, das sich auf privatem Wege LöbenSmittel aus dem Ausland beschaffen will, nur Schaden davon. Wer sich vor diesem Schaden bewahren will, wird gut tun, den ausländischen Anpreisungen keinerlei Be­achtung zu schenken.

Kriegsauszeichnungen. Der Gefreite Ernst K i t d c t in der 3. SaniiätSkompagnie des 3. Armeekorps. Sohn des GarNisouverwaltungsdirektors a. D. Rechnungsrat Kiecker in Wiesbaden, der Unteroffizier im Landw.-Ins.-Regt 80 und Inhaber der Hessischen TapferkvitSrnedaille Richard Rabe aus Wiesbaden, der ©efreite, Karl v. Dzicgielewskr, Sohn des R^chnungsrats F. v. DziogielewM in Wiesbaden, der Gefreite im Landw.-Jnf.-Regt. 80 'Eduard Wahrmund, Sohn des verstorbenen Zimmermeisters Wilhelm Wahrmund in Wiesbaden, der Unteroffizier der Landwehr Karl Ochs in einem rheinischen Reierve-Jaf.-Regt., Sohn des Frffeurs Heinrich Ochs in Wiesbaden, wurden mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Dem HilsSrangierführer Peter Danke, zurzeit Militär-Giserrbahnrangiermeister bei dem Militärbetriebsamt Mons, wurde die Hessische KriegS- vevdrenstauszeichnung verliehen.

Die Lebensmittelversorgung. Vom 1. Januar 1917 ab werden Kartoffeln als Streckuugsmittel für das Brotmehl nicht mehr benutzt werden. An ihrer Stelle wird die Gerste stärker herangezogen, als das seither schon der Fall war. Das soll durch eine Herabsetzung des Kontingents der Brauereien erreicht werden. Es fft dafür gesorgt, daß wir mit den vorhandenen Kartosfelbeständen bis Mitte Juli näch- H» Jahres, «Mo bis zur Zcht der Frühkortafjoierute.. auL>

Morgen-Äusgabe. Erste« Dlatr. Gerte S.

kommen. Die Fl«'- schrationen sollen vom Februar ob" erhöht werden, und für andere Lebensmittel, wie z. B.

O b st, Gemüse und Gänse, sind ftrr nächstes Fahr Lieferungsverträg« 'beabsichtigt.

Lebergrützwurst ohne Leber. Der KonfervensabriLrut ' Theodor Moser in Beüliu isr. wie dieMg. Fleischer-Ztg." mitteilt, verhaftet worden, weil er Tausende von .Zentnern Gerste unter falscher Deklaration von den Danziger Getreide» schiebern zu vielfach überzahlten Preisen bezogen und die Geiste 'dann zu Grützwurst verarbeitet hatte Obgleich die Preis«, die Moser für die Gerste zahlte, außerordentlich hohe waren, kam er d'xh auf seine Rechnung, da er die Lebergrütz­wurst in Dosen zu 400 Gramm für 1,50 bis 2 M. verkaufte. Sihnliche Ltzberwuvst ahne Leber wird auch -heute noch und Mar zu erheblich höheren Preisen verkauft. Die amtlichen Untersüchungen ergaben, daß Leber in keinem Fall nachweisbar war. Der Fettgehalt schwankte von 0,7 bis 1,8 Prozent, der Wassergehalt von 75 bis 78 Prozent. In einem Fall war anscheinend zusamnengekehrte, alte Grütze verwendet werden, -denn sie enthielt sogenannte Heu- miliben in großer Menge. Der Materialwert der einzelnen Büchse wird bei den heutigen Preffen aus 6 bi» 8 Pf. be­rechnet-

Aufgehobenes Hochbauamt. Das Königl. Hochbauamt zu Langenschwalbach, welches den ganzen Unterbau- nuÄreis sowie Teils der Kreise Limburg a. 2. und Usingen umfaßt, wird aus Anordnung des Herrn Minffters der öffent­lichen Arbeiten vom 1. Januar 1917 ab aufgehoben. Die Ge­schäft« dieses Amts gehen zum genannten Termin über: an das Königl. Hockbauamt zu Wiesbaden, hinsichtlich des ganzen Untertzrurmskreises, an das Königs. Hochbauamt zu Diez a. L., hinsichtlich des zum Kreis Limburg a. L. gehörigen Teils und an das Königl. Hochbauamt zu Bckd Homburg v. d. H., hin­sichtlich 'des zum Kreis Usingen gehörigen Teils.

- Zum Besten der Speisung bedürftiger Kinder findet morgen int Kastw saal ein Wohltätigkeitsadend statt. MitwirkmLo sind- Klara Krause, dre unvergessene komtschc Alte des Restdenz- Theateis, Frl Krag (Opernsängertn), Frl. Maurer >2aiUvi- fiirnerlnj, Frl. Rcmcuthal (Rezitation) uttb H:rr £>mto (Rezitation), tatirn.

Die Preußische Verlustliste Rr. 708 liegt in derTaghlatt"- Schalterhalle (Auskunstsschalter links) sowie in der Zweigstelle Dismarck-Rmg 19 zur Einsichtnahme auf.

Kleine Notizen. Das für heute Dienstag festgesetzte Schießen im Rukengrund findet nicht statt, Wiesbadener vergnvgungs-vvhnen und Lichtspiele'

* Das Kinephontheater, Tannusstraße 1, bringt ab Dienstag ein viertägiges Gastspiel von Paul Wegmer tu dem SchauspielIm Hause de« Joghi". Lurch jem erstes WerkDer Student von Prag" hat sich der bedeutende Künstler einen guten Ruf erworben, seither hat er rastlos gearbeitet, um die Ltchtdildkunit m neue Bahnen zu lenken. Em gutes Beiprogramm ergänzt dm Spiel- plan.

Mustlt- und Vortragsabende.

* (Ohne Gewähr.) Schreibers Konservatorium der Mrisik und Alosfs Gesanginstitut veranstaltetm letzten Samstag in den Räumen desFraumklub" zwei Bocrragsahmdc von Sämlern aller Klassen. In erfteulichster Weise waren die Klavieiklatsen von Frl. Lillv Goebels und Direktor Schreiber der- tretm. Ausdrucksvolles Spiel trat bei diesen Schülern besonders angenehm in die ErscheiiMig und zeugte von sorgfältigstem Unter­richt. Auch den Biolin-Mntelklassen von Frau Betty van dm Bosch find wohlgelungme Darbietungen nachzurühmm. Die Gesang- MirteDasse vcn Frau Gusih Alosf vervollständigte das erfreuliche Bild durch Tonreliihett, deutliche Teftaussprache und beseelten Vor­trag Eigezischafrm, die einer bewährten Lehrmethode mtspringm. Die zahlreich erschienenen Zuhörer gaben durch reich Semessmen Beifall ihrer Zufriedenhett Ausdruck.

Nachbarstaaten u. -vrovinzen.

Annehmbare Preise für Gänse.

FC. An« der Wettcrau, 1l>. Dez. Das Kreisamt in Friedherg bat Höchstpreise für Gänse festgesetzt, und zwar beträgt der Einkmftspieis vom Züchter: für Wetterauer Laudgänse, lebend, im Gewicht von 7 bis 10 Pfund, das Pfund 1.50 M., im Gewicht über 19 Piund das Pfund 1.70 M., für schwere Mastgänse über 16 Pfund lekmd das Pfund 1.89 M., für geschlachtete Gänse im Gewicht von 6 b,S 1» Pfund Schlachtgewicht das Pfund 1.80 M., über 10 bis 15 Pfund Schlachtgewicht das Pfund 2 SDl., über 15 Pfund Schlachr- giwickt 2.20 M. das Pfund. Hoffentlich hat die Festsetzung dieser annehmbaren Preise die Wirkung, daß das fettherrge Angebot an Gänsen nicht nachläßt und die Gans nicht vom Markte verschwindet.

Gerichtrsaal.

--- Unterschlagung. Die Zeitungsträgerin Eh e rle vo>i hier, die 400 M. Bezeitzsaelder u-ntevschlagen hat, wuüde von; Wiesbadener Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 80 M. Mid in die Kosten des Verfahrens verurteilt Nur die bis­herige Unbescholtenheit veranlaßt« das Gericht, von der be­antragten vierzehntägigen Gefängnisstrafe abzusehen.

Neues aus aller wett.

Verhaftung eines Rechtsanwalts. Kassel, 11. Diz. Großes Ailfsebm erregr hier die Verhaftung des Rechtsanwalts Julias Friedrich wegen Unterschlagung von Mündelgeldern im Büragc von über 19 099 M. Friedrich war selbstsehr vermögmd und auch sehr reich verhewalet, doch wurde seine Ehe geschiedm. Nach der Che- scheidung ist er in Bermögmsverfall gekommen.

Zwessachcr Mordversuch eines ISjährigen Schülers. Berlrn, 11. Dez. Im Haufe Kottbuser Damm 91 in Neukölln verübte der 13 Zlahre alte Schüler Alfted Heymach, der bei seiner Mutter in der Skalrtzer Straße 50 in Berlin wohnte, einen zweifachen Pcord- versuch an dm, 51 Jahre alten Schneider Kasper Walter. Er drang wehrend der Nacht m Leisen Wohnung ein >md öffnete die Gasbähne, um ihn zu vergiften. As sein Borhaden mißlang, suchte er dm schlafenden Pcann durch mehrere Hammerschläge aus den Kopf zn tötm. Der überfallene konnte sich aber des Taters noch crwehrm und ihn ans der Wohnung drängen. Der Schüler ergriff darauf die Flucht, wurde aber bald verhaftet. Bei einem eingehendm Verhör gab er an, daß er nur die Absicht gehabt habe, dm L>chn>idar Walter zu betäuben, um zu verhindern, daß dieser ihn seiner Mutter wieder zufudre Eine Mordävsicht habe er keineswegs gehabt. Tie Per- lebunom des nderfallenm Schneiders sind nicht lebensgefährlich.

Verhaftung zweier ungetreuer Beamten. Danzig, 7. Dez. Vorgestern erschien bet der Frau des in der Gerreideschisber-Ange- legmbeit verhastetm Drreftors Siewert ein Mann, der unter Vor­weis eines entsprechenden Formulars erklärte, er sei alz Beamter von der Staatsanwaltschaft beauftragt, eine Kautton von 5000 M. ftrr vorläusiae Haftentlasiung ihres Ehemannes einzuziehcn. Fra« S., der die Sacke verdächtig vorkam, bestellte den Beamtm für dm nächsten Tag und benachrichtigte die Polizei. Zwei Beamte ver- steckteil sich darauf in der Wohnung der Frau S. und nahmen den Mann fest, der sich als der Steuerbote Lemke auswies und gestcurd, daß sei» Schwiegersohn, der Kriminalschutzmann Ehmarrn, der in der Peruutersuchung der ganzen Angelegenheit tättg war, ihn zu der Tat angestistet Hube. Als die Beamtm daraus zur Brrhrstiing des Ehmann schritten, versuchte dieser, mit einem Browning seine Kollegeniederzuschreßen; die Waffe veytzigte über, und Ehwau» bunte überwältigt werden.

---

---- - -