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Vienstag, 12. Dezember 1916. r tma,a S «- 1 !! 1 ?. --J

Die inilitärische Lage.

(VonunsererBerlinerAbterlung.)

ti. Berlin. 11. Dez. (Eig. Drahtbericht, zlb.) Im W e st e »

blieb Samstag und Sonsstag die Kampftätigkeit weiter recht eingeschränkt. Stärkeres Feuer lag abwechselnd nur ans unseren Stellungen beiderseits des Ancrebaches, bei dem St. Pierrc-Baastwald, westlich von Peronne und östlich Ablaincourt. Feindliche Patrouillenunterneh- m u n g e u bei Gueudeconrt und Les Sars mißlangen. Am 10. Dezember wurde von uns südlich von Ripont eine Mine gezündet, wobei feindliche Stellungen verschüttet wurden. Die französisch-englischen Hoffnungen auf die große Offen­sive sind verflogen. Der feindliche Geländegewinn im Sommegebiet war seit drei Monaten verschwindend gering. Seit drei Wochen haben die Teilangrifse auf gehört, desgleichen das Beifcuern der gewaltigen Munitivnsmengen, die vorher über unsere Front niedergingen.

Im Osten lebte nördlich des Naroczsees das Artilleric- feuer aus ohne nachfolgende Jnfanteriekämpfe.

In Siebenbürgen war der im Heeresbericht vom 10. Dezember erwähnte russische Angriff gegen K i r l i b a b a und Dorna Watra mit starken Kräften ausgesührt wor­den und ergebnislos geblieben. Es folgten Angriffe nördlich des Tatarenpasses und nördlich von M e st e r a m e st i, sowie beiderseits des Trotosul-Tales, ebenfalls ergebnislos

In Rumänien fand unsere Donau-Armee bei ihrem Vordringen in der großen Walachei nur geringen Widerstand von feindlichen Kavallerieabteilungen. Die 9. Armee mußte starken Widerstand leisten, kam aber dank des tapferen Ans- harrens unserer Truppen gut vorwärts, tropdem auch die schlechte Witterung und die aufgeweichteu Wege den Marsch erschwerten. Die bei Silistria nnd Tutrakan über die Donau gegangene» bulgarischen Truppen fanden den Ort Kalarasi in Flammen, angezündet von den Russen. In der D o b r u d s ch a ist die Gefechtstätigkeit gering. Da­gegen wurden in Mazedonien starke Entlastungs- Versuche unternommen. Die Franzosen fochten wieder mit Erbitterung, wurden aber zurückgeschlagen. Die am 10. Dezember im Cernabogen wiederholten Vorstöße sind vollkommen gescheitert und bedeuten eine v o l l - kommene.Niederlage für Geireral Sarrail.

Der Zalomita-llebergaikg eriämpst.

Hfterreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 11. Dez. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 11. Dezember, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls v. Mackensen.

Die verbündeten Streitkräfte dringen trotz Witte­rungsungunst, schlechten Wegen und stellenweise neu auflebenden feindlichen Widerstands weiter vor. Öster­reichisch-ungarische und deutsche Truppen haben bei R a c e n a u, nordöstlich von Bukarest, den I a l o m i t a- Übergang erkämpft.

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph.

In den Karpathen rennen die Russen trotz schwerer blutiger Verluste, die in den letzten Wochen, gering geschätzt, mindestens 3 0 0 0 8 Manu betragen haben, immer wieder erfolglos gegen unsere Stellungen an. Die Armee des Generals v. Arz schlug im Grenzabschnitt westlich und nordwestlich von Dtuo abermals mehrere Vorstöße ab. Bei der Armee des Generals v. Koevcß und beiderseits der Straße V a 1 c- t u t n a - I ak o b e n h, wo der Feind seit Beginn seiner EntlcKnngsofsensivc gegen lue Truppen der Generale p. Habermann und Sceuchcnstnhl mit beson­derer Zähigkeit Sturm läuft, und im Raume nördlich des Tatarenpasses wird erbittert gekämpft. Alle Opfer der Russen waren vergeblich.

Heeresgruppe des Gcneralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Nichts zu melde».

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Ehess des Gcneralstaüs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Ereignisse zur Lee.

Die Begrüßung derDeutschland".

Br. Bremen, 11. Dez. (Eig. Drahtbericht, zb.) Präsident Loh mann nnd Direktor StapTlseldt von der Ozeanreederei begrüßten heute vormittag die Deutschland' in Bremerhaven nnd empfingen den Reisebericht des Kapitäns König. Sie kehrten unter Mitnahme der wichtigsten Postsachen um 1114 Uhr nach Bremen zurück. Die Mitteilung des Berichts er- fßlat erst morgen mittag.

Morgen-Kusgade.

Zwci große feindliche Transportdampfer im Mittelmeer versenkt.

W. T.-B. Berlin, 11. Dez. (Amtlich. Drahtbe-icht.) Bo« unseren Unterseebooten sind im östlichen Mittelmeer am 28. November und am 3. Dezember zwei etwa 5000 ötä 6000 Tonnen große, mit Kriegsmaterial beladene feindliche Transportdampfer versenkt worden. Beide Dampfer waren bewaffnet und von Zerstörern begleitet.

IV. T.-B. Bern, 11. Dez. (Drahtbericht.) DasEcho de Paris" meldet: Die französische GoeletteJndiania"

wurde versenkt. Die Besatzung ist gerettet.

Die aufgebrachten BannwarendampferLeopardo" undCaledonia".

1-. Berlin, 11. Dez. Mg. Drahtbericht. Ab.) Wie schon gemeldet wurde, sind Moei Bannware nach England fahrende Dampfer, der brasilianischeLeop ardo" nnd der holländi­scheCaledonia", von unseren Seestveitkrästen aufge­bracht worden.Leopardo" ist ein Schiff von 835 Tonnen. Es ist sehr bezeichnend für die englische Schiffsnot, daß für den Küftendienst Englands, zu dem man die Fahrten nach Holland rechnen kann, jetzt schon brasilianische Dampfer so geringer Wasserverdrängung herangezogen werden, und daß diese geringe Hilfe nur durch unglaub­liche Frachtsteigerung erreicht wird: 50 Schilling statt 5 -Schilling für die Tonne.Leopardo', hatte 700 Tonnen Diargarine, Käse und Speck an Ward,Caledonia", 800 Donnen groß, ebenfalls eine wertvolle Ladung Lebensmittel, wie Seide, Baumwolle ufw. Die leichtverderbLichen Nah­rungsmittel wanberten sofort an die Kampffront, besonders an die Kampfer an der Sommefroni.

Zum Untergang des LinienschiffsSussreu".

(Drahtbericht unseres Lr.-Sonderberichterftatters.)

Kr. Genf» 11. Dez. (zb.) Nach Depeschen aus Lissabon sind zahlreiche Matrosenmützen an wr portugiesischen Küste an Land gelpült, and zwar an der Stelle, wo vermutlich das LinienschiffSufsren" untergegangen ist. Die dorthin be­orderten Rettungsschiffe suchten vergeblich noch Überlebenden.

Die Ereignisse in Griechenland.

Mobilisation des gesamten griechischen Heeres.

Br. Zürich, 11. Dez. Mg. Drahtbericht, zb.) Gestern um 8 Uhr abends meldete die Schweizer Telegraphen-Jn- formation aus Rom, daß in Griechenland die Mobili­sation des gesamten Heeres angeordnet worden sei.

Br. Rotterdam, 1l. DjM (Eig. Dcahtbericht. zb.)Daily News" melden vom Freitäg- Im Piräus und Athen ist alles ruhig. Griechenland treffe militärische Vorbereitun­gen. 2000 Mann, die aus Thessalien nach dem Peloponnes berufen waren, wurden rach Althen verbracht. Die Garnison von Corinth befindet sich auch in Athen. Etwa 1600 Veni- z e l i st e n sitzen noch im Gefängnis. Eine der Bedingun­gen der unverzüglich an die griechische Regierung einzu- reichendeu Note wird ivahrscheinlich die Aufforderung ent­halten, daß diese Venizelisten unmittelbar freigelassen wer­den müssen.

Griechenlands Widerstandskraft gegenüber der Blockade.

(Drahtbericht unseres Ur.-Sonderberichterstatters.)

Kr. Genf, 11. Dez. (zb.) Der frühere griechische Gesandtschaftssekretär Caramanos erklärte Pariser Pressevertretern, Griechenland besitze Lebens­mittel für 20 Tage und Munition f ii r 31 Tage. Vor allem fehle es der Artillerie an Grana­ten. Der LondonerProgiss" meldet, daß sich die Ge­sandten der Entente in Athen heute im Piräus ein- schiffen. Die Blockade habe die Lage bedrohlich ge­staltet. _

Oer Krieg gegen England.

Das neue Blut im Kabinett Lloyd Georges.

W. T.-B. London, 11. Dez. (Drahtbericht.) Das Reuterfche Bureau.meldet, das neue Kabinett werde nur aus 5 Mitgliedern des K r i e g s r a t e s bestehen, die anderen Minister würden sich ausschließlich ihren Ministerien widmen. Großes Gewicht wird darauf ge­legt, daß sieben bekannte Geschäftsleute den Ministerien angehören. Lord R b o u d d a ist Kohlen­magnat aus Wales, der deni Ministerium große Dienste geleistet hat. Er richtete bei Beginn des Krieges in den Vereinigten Staaten und Kc>mda die Munitions­lieferung ein. Sir Albert Stanley, Direktor der Londoner Untergrundbahnen, erwarb sich auf dein Ge­biete des Transportes Verdienste. Eine der inter­essantesten Überraschungen des neuen Kabinetss ijt die Ernennung des Schifsahrtskontrolleurs. M a c l e h, der das Amt übernimmt, ist ein bekannter Glasgower Reeder nnd Fachmann auf dem Gebiete der Fracht­fragen.

Nr. 604. * 64. Jahrgang.

.Llmateure."

W. T.-B. London, 10. Dez.Sundah Times" schreiln, es herrsche eine gewisse Enttäuschung über die Zusam­mensetzung des neuen Kabinetts. Lloyd George habe eine schöne Gelegenheit versäumt. DaS Land brauche eine Ne­gierung der Tat. Wäre der Premierminister kühn ge­nug gewesen, bei der Besetzung aller Stellen nur auf die Tüchtigkeit der Person zu achten, so hätte er auf die aufrichtige Unterstützung des Unterbautes und Landes rechnen können. Aber die Politik habe wieder einmal den Ausschlag gegeben. An die Spitze der Ministerien, die für den Krieg am wichtig­sten sind, seien gegenüber den Fachmännern Deutschlands- Amateure berufen worden.

Oer Krieg über See*

Ein erfolgreicher deutscher Gegenstoß geger Portugiesisch - Lstafrika.

IV. T.-B. Bern, 11. Dez. (Drahtbericht.) Aus Lissabon wird amtlich gemeldet: Die Deutschen erüffneten aus das linke (?) Rovuma-Ufec Artillerieieuer. Sie besetzten die Stellung N a n g a di , die die Portugiesen in guter Ordnung rhne Verluste geräumt hatten.

DerTemps" kommentiert diese Meldung folgender- matzen: Anscheinend haben die Deutschen in Ostafrika Kräfte zusammengezogen, um die von Mozambique ausgehende por­tugiesische Offensive zum Stehen zu bringen. Das 16 Kilometer nördlich vom Grenzflüsse Rovuma liegende Fort N o w a l a haben die ' Deutschen bereits zurücker­obert. Die Besatzung, die sich auf das Süduser des Rovuma noch Nangadi hatte zurückziehen können, mußte nun infolge der von den Deutschen auf portngiesiiches Gebiet getragenen Offensive auch diese Stellung räumen.

Anmerkung der Schriftleitung' Die in der vorstehendea Meldung erwähnte portugiesische Stellung von Nangadi liegt etwa 10 Kilometer südlich des Rovuma auf portugiesi­schem Gebiet, also auf dem rechten Novuina-Ufer. Von hier ous ging die mit so großem Geschrei angekündigte portu­giesische Offensive gegen den Süden Deutsch-Ostafrikas. Nangadi liegt übrigens nicht etwa direkt südlich von Newala, dem Orte der erst kürzlich gemeldeten portugiejischen Nieder­lage, sondern etwa 7b Kilometer östlich davon nach der Küste des Indischen Ozeans zu. Der deutsche Gegenstoß gegen Portugiesisch-Ostafrika scheint also einen weit größeren Raum zu umfassen, als die portugiesische amtliche Mit­teilung zugeben möchte.

Der schlechte Ernteausfall in Australien.

W. T.-B. Amsterdam, 11. Dez. (Drahtbericht.) Nach eineni hiesigen Blatte meldet dieTimes" aus S i d n e y, Neu-Südwales werde ungefähr die Hälfte der normalen Ernte ausdringen. Auch in Viktoria ist die Ernte weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nur im Süden Anstraliens sind die Aussichten glänzend.

Der Dobruöscha-Zeldzug.

ii.

Der Durchbruch.

$ Aus dem Hauptquartier des General- f e l d m ar s ch a l l s v. Mackensen erhalten w i r folgende Zuschrift:

Der Flügelschlag des siegreichen Versolgungs- kanipfes ist wie alles Irdische durch inaterielle Sorgen beschwert. Der Ungestüm der vorwärts drängenden Menschen entfernt sich immer ireiter von den Vorrats­kammern, ans denen eine Armee täglich mit Nahrung und Eisen gespeist werden muß. Wenn der Nachschub dieses Betriebstoffes unter den schwierigsten Verhält­nissen leidet, wie sie auf dem Kriegsschauplatz hier in ungewöhnlichem Maße vorhanden sind, bleibt nichts übrig, als sich durch S a m m e l I a,g e r den Rückhalt für neue Taten zu schaffen. Kein Wagnis ist zu groß, wenn sein Gelingen nur von der Fähigkeit der Truppe abhängt: es an Zufälligkeiten ausreichenden Nachschubs zu ketten, wäre der Keim dos Verhängnisses. Schon bei den Vormärschen in Galizien, Polen, Ser- bien hatte sich ein gewisser

Rhythmus der Vorwärtsbewegung herausgebildet. Auf nwhrtägige Angriffsgefechte folg­ten Pausen, in denen das Netz der Nachsuhr in -Ord­nung gebracht, unterdessen die feindliche Stellung er­kundet und die eigene Gruppierung ihr angepaßt wurde. ...

Erst die spätere Geschichtsschreibung wird ein ge­treues Bild der N ach sch ubschwieri gierten zeichnen können, mit denen eine größere Armee in die­sem unentwickelten Lc»de zu kämpfen hatte. Der vor­übergehend.' Stillstand unseres Vormarsches hatte den hoffnnngsbereiten Gegner zu dem frohen Glauben ver­leitet, daß sich unsere Truppen nicht die Kraft zumatzen, die .befestigte Eisenbahnlinie Eonstantza-Cerna- v o d a in ihre Hand zu bekommen. Die Cntentepresse