Einzelbild herunterladen
 

iesliaükmr Tsglil

ÄiiBiaj«« WSchentlich _ 13 ausgabtn.

96a» eefedt Itdftntt von s llvr m-r«-ni bi? 7 Udr aboM.

tüt bttit HnSgtbn: Kt. L men-rlich. Kl 3.- (wrtJljiWWi btmS boi ««»Mafie il. ebne ®rin§ttl»bfl Sit. 4.86 «ierreli-hrlich durch all, besuch«, PoklcnNaNen. »ubichNvtzlich

BeKeSßetb - Ke§»«s.Be«eNMlgen nehmen «litzerbem enrge«->o in »ie«b««n bi« Nwr>»ttelle ^ martfrmg 19, terme Ti« anS«ab-ftcBtn in allen Teilen der «i»dl: in «»brich: die dorRnen <tnt* AnbemLeii und in den bcnnchburien Lnndarken und im RdemHon die betreuende» Tagbiaii- Träger

»ettit.««Heilung d.SWirSb^»erT.,«»ttS: Berlin Ste.121 *. Sen-spr.- w»t Lütz-w«36L-.6203.

Fernruf:

Tagdlatchaus" Nr. 665«-53.

8»n 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer SanntagS.

B«srraen-Vrrrs Mr die AeUe: 15 Psg für örtliche Anzeigen imArüeüsmarkt" undKleiner Anzeiger" m enchettlrcher satzform. 20 Pfg. in davon abweichender Satzsnsführnna, sowie für alle übrigen örtlichen An-ergen: SO Pfg. für aLe auswärtigen Anzeigen.- 1 Mk. für örtliche Reklamen.- 2 m. für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, bnttel und vrertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. Bn rmederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen enrivrechender Nachlaß.

Sonntag. 10. Dezember 1916.

Morgen-klusgabe.

Nr. 601. * 64. Jahrgang.

was wird mit Rumänien werde«?

OBerlin, 8. Dezember.

Don allen Rätseln, die Rumänien aufgibt, ist das größte dies: Warum tut Rußland so gut wie nichts, um von diesem Staate die völlige Vernichtung abzuwenden? Man kann freilich auch finden, daß das Rätsel gar so groß nicht ist, aber um das zu entdecken, muß man sich in einen wahren Abgrund von b r u- talster Gewissenlosigkeit versenken, wie man sie selbst unseren Feinden, die uns doch an vieles schon gewöhnt Haberl, nicht so leicht zutrauen nlöchte. Es gibt Beurteiler genug, die von der Überzeugung nicht lassen wollen, daß Rußland bereits daran denkt und es geradezu darauf anlegt das ohnehin verlorene Rumä- nien gründlich auszurauben und die Moldau von dem Staatskörper loszureißen. Man sträubt sich ja gegen die Möglichkeit einer Gesinnung, die das fertig brächte. Aber schließlich, warum nicht? Soll Rumäniens Schick­sal besiegelt sein, so mögen die Staatslenker in Peters­burg nieinen, daß es nützlich sei, sich zrr beteiligen. Was ist am Ende Rumänien für die zarische Politik? Manchmal ein Hindernis auf dein Wege nach Kon­stantinopel, dann zur Abwechslung ein Hilfsmittel zur Erreichung dieses Zieles, dann wieder ein Hindernis. Würde die Moldau eine russische Provinz werden, so könnte nian sich an der Newa über den Berrat an dern jüngsten Bundesgenossen mit der Befriedigung dar­über himveghelfen, daß die «t r a ß e nach deni Gol- 'denen Horn zwar nicht kürzer, aber vielleicht breiter und bequeme r geworden lest In Ruß- land denkt man schon heute und sehr lebhaft an K o in- pensationen für bie' erlittenen und nicht wieder einzubringenden Verluste. Die Eroberung unserer O st m a r k e n kann Herr Trepow mit den: Schwerte, das er im Munde führt,.leichter zustandebringen, als es die russische Heeresleitung vermag, nur daß das nicht genügt. Aber was man da unten am Pruth in die Hand bekommt, zumal es gar nicht erst erobert, wndern nur einfach besetzt zu werden braucht, das könnte sicherer Gewinn sein und auch festgehalten wer- den, wofern w i r durch diese Rechnung nicht einen Strich ziehen. Ob wir das tun werden, das ist eine Frage für sich. Nachdem wir uns die Sentimentali- tät abgewöhnt haben müssen auch wir stets nur unser eigenstes Interesse berücksichtigen, und welches unser wirkliches Interesse in Rumänien ist, darüber wird die weitere Entwicklung der Ereignisse dort unter: ent­

scheiden. Das gehört auch in die noch großenteils ver- hüllterr Geheimnisse des diplomatischen Schachspiels, das mit deni Tage der Friedensverhandlungen begin­nen wird. Inzwischen hat man sestzustellen, daß die Haltung Rußlands zu Rumänien sehr wesentlich von der a b w e i ch t, die man in Petersburg Serbien gegeniiber eingenommen hat. Rußland wird Serbien nicht so leicht aus dem Kecker seiner moralischen wie politischen Einwirkungen entlassen wollen, dagegen sah es in Rumänien immer nur eine Hemmung, und das mit Recht, solange dieser Staat, seinen Lebens­bedürfnissen entsprechend, ein festes Verhältnis zu den Mittelmächten suchte und fand. Die groteske Dummheit, die König Ferdinand und fein B r a t i a n u begingen, als sie alle guter: Überlieferun­gen der Zeit des Königs Karl mißachteten und ihre verbrecherisch einfältige Wahl trafen, diere Dummheit hat jetzt ja ihren Lohn dahin, und auch wir in Deutsch­land stehen zu Rumänien ganz anders als zu den übri­gen Mitläufern der führenden Mächte. Wir können immer noch die genügende Objektivität ausbringen, um sogar Italiens Zwangslage zu begreifen: wir ver­stehen die nationale Leidenschaft der Serben, aber für die Rumänen, die nur ein schmutziges Geschäft machen wollten, haben wir lediglich Verachtung. Wollten wir diesem Gefühl allein folgen, so würde uns die Ausmerzung dieses Staates wie eine Re i n i g u n q Europas von einem moralischen Sch a n d f I e ck erscheinen. Daraus könnte sich allerdings später eine Lage ergeben, in der wir mit vollkommen freier Hand­lungsfähigkeit einzig unseren Vorteil zu Rate ziehen, unseren und natürlich auch den unserer Verbünde­ten. In welcher Richtung sich das verwirklichen mag, das wird den Staatsmännern unseres Biecbundes wahrscheinlich im Augenblick selber noch nicht so deut­lich vor Augen stehen, und es ist gewiß noch viel zu früh, die Nmrißlinien einer späteren Neuordnung des rumänischen Problems zu ziehen. Indes ist eines ge­wiß, nämlich daß Rumänien keine Schonung zu erwarten hat Was auch immer mtt ihm geschieht, es wird einzig von u n s e r e m Interesse und nickt von irgendwelcher Rücksicht auf die entartete Gesell­schaft diktiert sein, die, vom König und Herrn Dratianu angefangen, Land und Volk in das Unglück hineinge­stoßen hat. Auf eine Umkehr der rumänischen Politik wie der Stimmung in den oberen Schichten rechnen wir nicht und wollen wir anck nicht rechnen. Drese in die Schlammflut eines äffisch nachgeahmten Parisec-

tums versunkene Gesellschaft soll nur ruhig unsere Feindin bleiben; um der wenigen Gerechten willen, unter denen Peter C a r p als die ebenso seltene wie erfreuliche Erscheinung eines anständigen Rumänen voransteht, braucht Sodom vor dem Untergang nicht bewahrt zu bleiben. Einstweilen haben wir aber nicht das spätere Schicksal Rumäniens zu bedenken, sondern die Aufgabe ist, das Land vollends m unsere Hand zu bringen, die Moldau mit eingeschlossen, und dies darum, damit den Russen ihre .Ko in p e n s a t ions­in t r i g e n rechtzeitig vergehen. Die Bezwingung Rumäniens bedeutet für uns ja mehr nur als einen strategischen Erfolg, sie sichert uns die erforderliche E r- g ä n z u n g unserer Lebens mittel, und das wird vor allem in England begriffen, wo man für den poli­tischen wie den militärischen Zusammenbruch des ver­rotteten Staates noch weniger als in Petersburg Ge­fühle der Anteilnahme aufbringt; man gibt sich nicht einmal die Mühe, solche Gefühle zu heucheln. Aber daß wir Brorgetreide und Futle cmittel aus Rumänien beziehen können, englisches, von der großbritannischen Regierung teuer bezahltes Getreide sogar, das uns überdies keinen Pfennig koste n wird, das versteht inan, wie gesagt, in Londoir gut, und daher allein oder hauptsächlich die Wut.

ri-

Der Gouverneur von Bukarest.

Berlin, Dez. Zum Gouverneur von Bukarest ist der in Marburg ansässige General v. Heinrich ernannt worden.

General Gustav v. Heinrich ivurde am 25. September 3854 in Pleß in Oberschlesien geboren. Er besuchte das Gymnasium in Ratibor und Pleß und machte an letzteren: sein Abitur. Im Jahre 1874 trat er in das schlesische Futz- artillerie-Regiment Nr. 6 ein. und ivurde 1875 Leutnant. 1888 wurde er zum Hauptmann befördert und 1890 ins Kriegsministerium berufen. 1894 zum Major befördert uird 1890 ins Fußartillerie-Regiment Nr. 5 versetzt. 1900 wurde er Direktor der 2. Artille cie-Depot-Direktion, 1901 Oberst­leutnant, 1902 Kommandeur des Futzartillerie-Regiments Rr. 5, 1903 Oberst und als solcher im Jahre 1906 Komman­deur der 2. Fuhactilleriebrigade. 1907 wurde er General­major und seit dem 20. April 1910 war er als Generalleut­nant Inspekteur der 2. Fußartillecie-Jnspektion in Köln a. Rh.

Kus der Vorgeschichte der rumänischen Kriegserklärung.

Brutto uns Verblendung.

Nr. Bern, 9. Dez. (Eig. Drahtbericht, zb.) Über die Verhandlungen, die Rumänien mit der Entente vor Eintritt in den Krieg führte, machte der bulgarische Gesandte in Bern, Dr. Radew. demBerner Tagblatt" interessante Mitteilungen. Danach stellte der rumänische Ministerpräsi­dent Brattanu an die Entente die Forderung auf Lieferung von schwerer Artillerie, Munition und Aufftellung von 200 000 Russen in der Dobrudscha, Als trotz der Zusage der Ententediplomaten Brattanu mit der Kriegs­erklärung immer noch zögerte, ivurde ihm bedeutet, daß die Armee SarrailS einzig und allein in Saloniki bleibe, um das Eingreifen Rumäniens zu unterstützen, daß aber Sarrail zurückgehen werde, wenn Rumänien sich nicht sofort zur Kriegserklärung entschließe. In diesem Falle würde - man Bulgarien freie Hand lassen, die Dobrudscha wieder zu besetzen Als auch dieses Mittel nichts half, überbrachte am 26. August der russische Militärattache Brattanu das bekannte Ultimatum. Unter diesem Druck entschloß sich Brattanu end­gültig, den Krieg zrr erklären, ohne daß die versprochene 'chwere Artillerie angelangt war und ohne daß die versprochene Konzentration russischer Truppe« in der Dobrudscha stattge­funden hatte. Der Gesandte erklärte weiter, daß für Rumä­nien nicht der geringste Grund vorhanden war, auf die Neu­tralität Bulgariens Rumänien gegenüber zu rechnen. Bereits anfangs August, also vier Wochen vor der Kriegs­erklärung, wurde Bratianu amtlich mitgeteilt, daß Rumä- i.ien gegen eine unter Mackensens Oberbefehl stehende Streitmacht aus deutschen, österreichisch- ungarischen, türkischen und bulgarischen Truppen zu kämpfen haben werde, ebenso wurde' Bratianu amtlich von deutschen Truppenansammlungen in Trans­sylvanien benachrichtigt. Der rumänische Ministerpräsident wies diese Warnungen mit der Begründung zurück, daß Deutschland j ck t m Ende seiner Reserven" angelangt sei, daß die österreichisch-ungarische Armee infolge der Offensive BrussilowZ sich in völliger Auflösung be­finde und daß die demoralisierte bulgarische Armee bereits vor den in Mazedonien stehenden Truppen Sarrarls zurück­weiche.

IV. T.-B. Bern, 9. Dez. (Drahtbeoicht.) In den Aus­führungen Radews find noch folgende Stellen be­merkenswert: Die Verhandlungen zwischen Rumänien und den Kriegführenden haben viele Schwankungen durchgemacht. Die Besprechungen mit der Entente nahmen ihren Anfang mrt dem Einzug der Ruffen in Lemberg im Jahre 1914 und Wut Den mit Nachdruck wieder ausgenommen wäh­rend der Offensive Brussilows in Galizien. Die Entente machte verschiedene Vorschläge und besonders war eS B r i a n d, der mit allen Mitteln für einen baldntöglichen Ein­tritt Rumäniens in den Krieg wvckte. Ferner stälte Recken,

fest-, daß das rumänische Volk in seiner Gesamtheit keinen Krieg gewollt hat, daß man am Tage der Kriegser­klärung habe sehen können,'welch eine allgemeine Be­stürzung herrschte. Damals bereits habe man angefangen, B r a l i a n u für das Unglück verantwortlich zu machen. Schließlich teilt Radew noch mit, er sei am Tage der Kriegserklärung als bulgarischer Gesandter mi-t seinem gan­zen Personal verhaftet und ihm jede Verbindung mit seiner Regierung abgeschnitten worden.

Gsterreichisch-urrgarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 9. Dez. (Drahtbericht.) Amtlich ver­lautet vom 9. Dezember, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.

Der Feind ist vor der Donau-Armee und dem rechten Flügel der Armee des Generals der Infanterie v. Fnlkenhayn in vollem Rückzug. Rumänische Kräfte, die es noch versuchen wollten» vom Gebirge her den Anschluß an die zu­rückgehende rumänische Armer zu finden, wurden gänzlich aufgerieben. Die Beute der Heeresgruppe seit 1. Dezem­ber beträgt über 70900 Mann, 184 Geschütze und 120 Maschinengewehre und unübersehbares Kriegsmaterial.

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph.

Im Tro to sulal, daun zwischen Kirlibaba- und Bistritza-Tal griff der Feind gestern abermals un­sere Stellungen mit starken Kräftrn an. Bon örtlichen Er­folgen abgesehen, blieben die Angriffe erfolglos.

Heeressront des Gcueralseldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Südlich des P r i p j e t keine besonderen Ereignisse.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Lage unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des GenerafftabSt v. H ö f e r, Feldmarfchalleutnant.

Die Erhebung Griechenlanbr.

Das Ende der Ententeherrlichkeit.

Br. Genf, 9. Dez. (Eig. Drahtbsricht. zb.) Den letzten Posten, den die Ententetruppen im Piräus noch besetzt hielten, gaben sie aus. Die Soldaten und sämt­liche Angehörige der Ententestaaten wurden v o n den Kriegsschiffen der Verbündeten ausgenom­men. Die Schiffahrt zwischen Alt-Griechenland nnd Saloniki ist vollständig eingestellt. Eine Salonikier Depesche des LyonerNouvelliste" meldet nicht bloß die Zufammenziehung starker Truppen­massen in Athen, sondern sie schildert auch andere Anzeichen, wonach Griechenland sich ernstlich zum Kampf gegen die Vierverband Struppen vorbereitet.

Die Entente-Gesandten weichen aus Griechenland.

W. T.-B. Bern, 9. Dez. (Dcahtbericht.s Der Pariser Berichterstatter desEorriere della Sera" berichtet, der französische und der englische Gesandte hätten sich nach dem Piräus begeben unter Mitnahme der Archive. Das Gepäck des Personals der eng­lischen Gesandffchaft sei bereits im Piräus eingeschifft worden.

Fonrftret noch immer im Piräus.

W. T.-B. Bern, 9. Dez. (Drahtbericht.) Eine Mel­dung desEorriere della Sera" ans Athen besagt, das französische AdmiralschiffProbenec" sei aus dem Piräus ausgefahren, wo sich noch das italienische KriegsschiffL i b y a" befinde. Admiral F o u r n e t weile aber immer noch im Piräus aut einem anderen französischen Kriegsschiff, wo er vorgestern den eng­lischen Gesandten sowie einige Venizelisten empfangen habe.

Die Hetze der italienischen Presse gegen König Konstantin.

Lugano, 8. Dez- (zb.) Die italiciAsche Presse ist be­müht, die Hetze gegen König Konstantin fortzusetzen, um seine Entthronung hecbeizufühceu. Das Argument der Presse ist die angebliche Rede Tiszas im ungarischen Arbeits- klub, wonach die Entschlossenheit des Königs Konstantin für die Zentralmächte eine günstige Entscheidung bezüglich Grie­chenlands erwarten lasse.

Albanische Aufständische und Italiener im Kampfe.

Wie dieFranks. Ztg." aus Budapest erfährt, ist cs nach einer Meldung der SofioterDnevnik" im Epirus zwischen albanischen Aufständischen in Stärke von etwa 6000 Mann uiid italienischen Trupveu zu einem blutigen Kampfe ge­kommen. Me Italiener seien m dre Flucht geschlagen worden.

4