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(17. Fortsetzung.)

Und das Glück kam.

Bon Elisabeth FrirS.

(Nachdruck verboten.)

Die eingeborenen Insulaner, die Kanaken, hatten ursprünglich dumpf und stumpf dahingelebt. Dar, Land gehörte dem Könige und den Oberhäuptern, wdoch hatte das Volk das Recht, sich alles, was es zum Lebens­unterhalt brauchte, aus den Wäldern zu Halen. Wert. Strecken Landes lagen brach, bis rm Jahre 18 i8 ein Amerikaner, der auf den Inseln geboren worden war, auf den Gedanken kam, in Sprecklesvrlle, einen großen Bewässerungsgraben anzulegen, um durch ihn das Wasser von Gebirgsflüssen viele Meilen weit durch eine san­dige Ebene zu führen. Auf diese Welse wurde ras Land für die Bebauung mit Zuckerrohr urbar gemacht und gehört heute zu den besten Zuckerplantagen auf den Inseln Aber es war eine ungeheure Summe von Tatkraft. Kapital und Klugheit dazu notig, gegen dre enormen Schwierigkeiten, dre sich tn den Weg stellten anzukämpfen. Denn der Graben war dreizehn Merlen lang und führte in seinem größeren Teile durch dich- ten Urwald. Noch schlimmer war es mit den Arbeiten für den Graben, der das Wasser von,den schonen Hana- pepesällen nach Makaweli aus Kanal füfut.

Mit der Gründung der großen Zuckerplantagen war die Entwickelung des Handels auf Hawai Hand -in Hand gegangen. Die Eingeborenen wurden nicht nur nicht geschädigt, sondern hatten rm Gegenteil große Vorteile da der Markt für ihre Erzeugnisse sozusagcu vor ihrer Tür geschaffen war. Die Fortschritte waren denn auch unter dem zwingenden Einfluß des Gegen- seitigkeitsvertrages mit den Vereinigten Staaten rapid und riefen auf den Inseln eine völlige Umwälzung hervor. Die Inhaber der Anteile an den Zucker- plantagen wurden in wenigen Zähren zu reicUn Leu- ten: aber auch die Beaniten und Angestellten erhielten hohe Gehälter, die sie. da fast gar keine Gelegenheit zum Geldausgeben auf den Inseln bestand, wieder m Anteilscheinen anlögen und so eine spatere Wohlhaben­heit begründen konnten. . „ „ .

Als dann im Jahre 1893 die hawarichen Inseln den Vereinigten Staaten einverleibt wurden, sah mmt der weiteren Entwicklung mit ziemlicher Ruhe entgegen. Die leitende» Staatsmänner versprachen sich soviel für das Land, das unter der letzten Königin sicher schweren Zeiten entgegengegangen wäre, daß es als das emzig Gegebene erschienen war, den Anschluß an die Ver­einigten Staaten von Nordamerika zu suchen.

Aber die Konjunktur in Zucker hatte stch verschoben. Seit Zuckerrüben angebaut wurden, hatte sich die pio- duktion von Zucker in Deutschland und Amerika ständig gehoben, io daß der Preis merklich heruntergedr uckt wurde. Damals schon hatte Konsul Seuback,^ ernst­lich daran gedacht, seine Ländereien und ieine An- teile in Ha>vai zu verkaufen. Dann aber waren schlechte Ernten auf dem Festlande «^kommen, und dm Verhältnisse waren wreder besser geworden, ia nach dem überaus trockenen Sommer 1911, als die Zucker­rübenernte, fast völlig vernichtet war. hatte ein Mana er an ihn geschrieben: „Das Gold strömt buchstäblich m

die Inseln." Dies hatte den Konsul mit dazu veram laßt, Randolph hinzuschicken. ,

Die fetten Jahre hatten indessen nicht lange ange- halten. In Amerika war ein neuer Präsident gewählt worden, unter dem ein Zollgesetz herauskam, dav d.e Verhältnisse in Hawai gänzlich umgestaltete.,

Papiere sanken rapid, so daß viele kleinere Existenzen vernichtet wurden. Aber mich für dre sehr reichen Leute wurde der Umschwung außerordentlich suhlbar. Randolph Heubach war einige Male tagelang in Hono­lulu gewesen, um mit dem Bankier semes VatrrS gv verhandeln, Kabelgramme waren gewechselt worden die schließlich zu dem Ergebnis führten,, daß Konsul Heichach sich entschloß, selbst nach Hawai zn kommen, um an Ort und Stelle nach dem Rechten zu sehen.

Es war unter diesen Verhältnissen gcmz ausge­schlossen, daß Randolph, wie er so, gerne gewollt patte, nach Deutschland fuhr, um sich seine Braut zu holen.

Er bat daher seine Eltern rn einem herzbeweglichen Briefe, sie mitzubringen und wartete sehnsüchtig ach Antwort, die jedoch lange aiif sich inaiten ließ.

Nach Wochen endlich kam ein Funkentelegranini: Ankunft in Honolulu Mittwoch vier Uhr. Dcw war eine Freude! In fieberhafter Eile sorgten die freund« für Vertretung und fuhren so schnell als möglich ab. um noch eben rechtzeitig am Hafen zu st'in und außer Randolphs Eltern, dessen Braut und Schwester ln Emp- lang nehmen zu können. „ „ „ r

Randolph war außer sich vor Glück. Er oenahm sich wie ein Junge und war förmlich ungehalten, " ß Philipp nicht imstande war, rm selben Muße auo sich herauszugehen, wie er, obwohl auch ihm tzie Freude aus den Augen leuchtete. Es war w tci«n Seimat, das plötzlich in das ferne Land veipflanzt war.

In dem wunderschön, ganz zwischen Baumen vei- grabenen Hotel Hawai in Honolulu wurde Wohnung genommen. Es ist kühl und schattig gelegen und un- gemein behaglich eingerichtet. Außer einer Menge von Veranden iind Balkons enthalt es einen Saar, an dem an allen Seiten die Fenster entfernt werden können, so daß die frische Seeluft Zutritt hat,, und der mit dem bequemsten Ruhelaaern ansge,tutt-t l,t. „Ern Ort, um vormittags zu faulenzen nnd, nachmittags nichts zu tun" wie eiii Schriftsteller einst sagte. m rr . r r Die jungen Mädchen waren entzückt. Nellie eben o sehr wie Maria, denn sie war als ganz kleines Jxnb ncict) Deutschland gekommen und hatte kaum eme Er- inneruug an ihre schöne Heimat gehabt. Allerdings jetzt, wo sie sie wiedersah. war ibr zuweilen, als ob sie sich an dies oder jenes dunkel erinnern könnte. Man» aber war aanz überwältigt. Es war all?s so ^lotzirch über sie gekommen, von dem Taae der Verlobung an. Herr und Frau Konsul Heubach hatten ite zu uch ein- geladen, bald nachdem sie durch ?llir oon Dille von dem Kabclwechsel zwischen Randolph "nd Marm miwi- richtet worden waren. Alir hatte sich cckn schw.stertich benommen rmd war viel in „Villa Friede" aus- iind